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Bevor ich zu meinen Geschichten komme hier eine wichtige Sache:

Ich gebe hiermit bekannt, dass alle Figuren aus meinen Geschichten "Die Macht der Auserwählten", "Lupins Geschichte" und Was sich alles ändern kann", mit Ausnahme von Lucy und Melinda, geistiges Eigentum von J.K. Rowling sind.

Ich habe nicht vor jetzt oder in Zukunft einen finanziellen oder sonstigen Vorteil daraus zu schlagen!


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Hier ist eine Kurzgeschichte mit Hermine, Harry, Ron und Draco

Was sich alles ändern kann

"Ich will aber Gummibärchen," Hermine lachte Harry herausfordernd an. Dieser schnitt eine Grimasse und schaute sich suchend um. Dann meinte er:"Hermine, wir sind in Hogsmeade, hier gibt es jede Menge Süßes, aber bei besten Willen kann ich keine Gummibärchen entdecken. Wie wäre es mit einem Lakritzfüller?"
Hermine grinste. Natürlich wusste sie, dass es im Honigtopf keine Gummibären gab, aber Harry zu ärgern war einfach herrlich. Denn er wollte ihr immer jeden Wunsch erfüllen und ärgerte sich immer maßlos wenn er das nicht konnte. "Warte
einen Moment," sagte er und ging zur Verkaufstheke hinüber. Als er wiederkam schüttelte er den Kopf:"Die haben hier noch nicht mal was von Gummibären gehört. Hermine es tut mir leid!" Hermine began zu lachen:"Harry, das war doch nur ein Scherz, ich wollte dich nur ein wenig ärgern! Bitte sei nicht böse!"
Sie verließen den Honigtopf, um noch ein wenig in Hogsmeade herumzustreifen, bevor sie sich zum Mittagessen mit den Weasleys treffen wollten. Hand in Hand schlenderten sie dahin und dorthin, bis Harry plötzlich stehen blieb. Hermine sah sich suchend nach dem Grund um.....und fand ihn schneller als ihr lieb war. Direkt auf sie zu maschierte Draco Malfoy! "Na klasse, da besuchen wir einmal Hogsmeade und wer läuft uns natürlich über den Weg? Malfoy!" Harry wirkte alles andere als erfreut. Hermine teilte seine Gefühle. Sie hatte sich eigentlich auf ein romantisches Wochenende gemeinsam mit Harry gefreut und jetzt lief ihnen dieser Kerl über den Weg! Malfoy war heran gekommen und blieb stehen. "Sieh mal wie süß, Potter und Granger. Und habt ihr euch auch schon geküsst? Obwohl Potter, wenn ich du wäre würde ich aufpassen, vielleicht ist Schlammblütigkeit ja ansteckend!" Malfoy feixte in Harrys Richtung und fügte hinzu:"Aber andererseits ist bei dir sowieso schon alles verloren und zu spät." Hinter Harry und Hermine wurde ein Lachen hörbar. Als Hermine über ihre
Schultern zurücksah entdeckte sie Crabbe und Goyle - Malfoys Leibwache - die sich anscheinend köstlich amüsierten. Harry wollte schon seinen Zauberstab ziehen, doch Hermine hielt seine Hand eisern fest. Sie flüsterte:"Lass das Harry, er ist es nicht wert, dass man sich so über ihn aufregt. Er ist nur ein dummer Idiot!" Harry starrte zu Malfoy hinüber, er antwortete:"Aber er hat dich beleidigt, das darf er nicht." Doch Hermine hielt weiter seine Hand fest.
Und schließlich drehte sich Malfoy, immer noch grinsend, zum Gehen um, gefolgt von Crabbe und Goyle.
Harry lockerte sich und zischte:"Ich hasse diesen Kerl, wenn ich ihn mal alleine treffe, dann kann er was erleben." Hermine verstand ihn nur zu gut.
Aber andererseits wollte sie nicht, dass er Malfoy etwas tat. Hermine erschrak vor ihren eigenen Gedanken. Eine Stimme in ihrem Inneren wurde laut, als wollte sie sie zu Vernunft bringen:`Natürlich willst du, dass er ihn verhext, du hasst Malfoy doch genauso sehr.´
Nach diesem Erlebnis hatten weder Harry noch Hermine große Lust weiter spazieren zu gehen. Sie gingen zu den drei Besen hinüber und traten ein.
Der Pub war noch nicht mal zur Hälfte gefüllt. Harry ging zum Tresen, um etwas zu Trinken zu organisieren, während Hermine sich um einen Tisch umsah. Sie fand einen, der groß genug sein würde, um die beiden und später auch die Weasleys aufnehmen zu können. Hermine sah sich wehmütig um. Dies waren die Ferien vor dem letzten Schuljahr, danach würde es keine Schulwochenenden in Hogsmeade mehr geben.
Harry war zum Tisch gekommen. Er küsste Hermine schnell auf die Lippen, bevor er zwei Butterbierflaschen abstellte und sich setzte. Hermine lächelte ihn verliebt an. Sie war so froh, dass Harry und sie im letzten Schuljahr zueinander gefunden hatten!
Nach einer knappen Stunden kamen die Weasleys. Ron, Ginny, Fred, Geord und die Eltern traten in den Pub und fanden Harry und Hermine beinahe sofort. Kaum dass sie saßen, erzählten Harry und Hermine Ron auch schon flüsternd, wen sie getroffen hatten. Ron schüttelte den Kopf:"Kann man denn nie seine Ruhe haben?"
Sie ließen sich das Mittagessen schmecken und saßen danach noch eine Weile zusammen und redeten, über den Vormittag, über das Kommende Schuljahr und über einige andere Sachen. Auch Mr. und Mrs Weasley hatten Draco getroffen, allerdings gemeinsam mit seinem Vater. Mr Weasley erzählte von seiner Arbeit, wo Lucius Malfoy andauernd herumscharwänzelte und ihn schikanierte.
Nach einer sehr langen Unterhaltung, wie es Hermine schien, verließen sie und Harry gemeinsam das Pub. Endlich wieder alleine! Harry küsste Hermine überstürzt. "Hermine, ich liebe dich so!" Sie blickte ihn an und wollte antworten, doch irgendwas hielt sie ab. SIe konnte ihm nicht sagen, dass sie
ihn liebte. Warum nicht?
Hermine und Harry spazierten weiter und kamen schließlich an die äußere Grenze von Hogsmeade. Sie gingen noch ein Stück weiter und kamen an einen kleinen See, der halb umrundet von Wald und Wiesen war. Sie suchten sich einen hübschen Platz und setzten sich. Harry wollte Hermine immer wieder küssen, doch mit jedem Kuss wurde ein Wunsch in Hermine lauter. Sie wollte nicht hier sein, mit Harry gemeinsam. Sie wollte irgendwo sitzen mit Freunden oder einem anderen Jungen. Hermine versuchte diesen Gedanken abzuschütteln. Was waren das auf einmal für neue Gefühle, die da in ihr wach wurden? Ungefähr ein halbes Jahr lang hatte sie sich gewünscht endlich ein wenig Zeit mit Harry alleine zu
verbringen und sie hatte sich so darauf gefreut ihn nach einem Monat des Briefe schreibens wieder zu sehen. Und jetzt saßen sie hier und hatten anscheinend alle Zeit der Welt füreinander und Hermine wollte am liebsten weg.
Sie begann zu sprechen. Sie wollte vermeiden, dass Harry sie weiter küsste. Harry stieg glücklicherweise auf die Unterhaltung ein.
Nach einer Weile verließ Harry Hermine für kurze Zeit, Hermine genoß die kurze Zeit, die sie alleine hatte. Und als Harry nicht zurück kam schlief sie ein.
Sie erwacht etwas später, Harry saß neben ihr und blickte auf sie herab. Es dämmerte bereits. "Guten Morgen Süße! Gut geschlafen?" Hermine nickte. Sie rieb sich die Augen und sah sich verwirrt um. Langsam wusste sie wieder wo sie war und wie sie hier her gekommen war. Sie sah Harry an:"Es ist spät. Wir sollten dann gehen." Harrys Blick hatte sich verändert:"Wollen wir nicht noch ein wenig bleiben, es ist doch schön hier, und so spät ist es auch noch nicht."
Er rückte näher und strich Hermine über den Rücken. Hermine wollte wirklich gehen, doch Harry ließ nicht von ihr ab, er küsste sie auf die Wangen und schließlich am Nacken, bis hin zu den Ohren. "Harry bitte, lass uns gehen." Harry tat als hörte er sie nicht und küsste sie schließlich auf den Mund. Seine Hände glitten über ihren Körper, anscheinend bemerkte er nicht, dass Hermine das hier nicht wollte. Als er sich wieder ihren Ohren und ihrem Nacken zuwandt sagte Hermine:"Harry lass das, wir sollten wirklich gehen."
Harry stellte sich weiterhin taub und schließlich reichte es Hermine. Sie stieß ihn weg und stand auf. "Du merkst wohl auch nicht, wann genug ist!" rief sie aufgebracht und drehte sich um. Sie sah nicht zurück, bis sie bei den drei Besen ankam, wo sie übernachteten. Es war bereits finster und Hermine holte ihren Zauberstab heraus:"Lumos!" Es wurde heller und Hermine sah sich suchend um. War ihr Harry gefolgt? Nein, er war nicht zu sehen.
Dafür jemand anderer. Malfoy stand lässig an eine Hauswand gelehnt und grinste zu ihr hinüber. Schließlich kam er auf sie zu:"Hallo Hermine!" Hermine? Hatte sie sich verhört?
"Hallo Malfoy, wieso stehst du hier im Dunkeln und beobachtest Leute?" Malfoy grinste immer noch:"Tu ich nicht, ich hab auf dich gewartet."
Hermine war nicht überrascht. Wahrscheinlich hatte Malfoy gehofft sie und Harry anzutreffen, um sie noch ein wenig runter zu machen. Hermine funkelte ihn an:"Tja da bin ich, also los, sag was du zu sagen hast, damit ich gehen kann." Malfoy grinste unverändert:"Du und Potter ist das ernst? Wenn nicht,
dann wäre ich darüber ganz froh glaub ich."
Hermine sah ihn verwirrt an:"Was meinst du denn damit?" Endlich verschwand das Lächeln von Malfoys Gesicht:"Diese ganzen Beleidigungen, das meine ich nicht so. Ich muss vor
meinem Vater gut da stehen und vor Crabbe und Goyle und allen anderen. Aber in Wirklichkeit, wäre ich gerne an deiner Seite, weißt du?" Hermine schüttelte den Kopf. Was sollte das nun wieder? Wollte er ihr etwa sagen, dass er sie mochte? Hermine funkelte weiterhin:"Komm schon Malfoy, verarschen kann ich mich selber." Malfoy wirkte ehrlich enttäuscht:"Ich meine es ernst Hermine, ich wäre gerne an Harry statt an deiner Seite. Und ich denke, dass du es mit mir besser hättest als mit ihm. Hermine, ich mag dich und es macht mich traurig, wenn ich dich mit Potter sehe!" Malfoy kam näher und flüsterte nur mehr:"Und jetzt muss ich dich küssen, weil ich sonst verrückt werde."
Er wollte sie küssen, doch im selben Moment ertönte Harrys Stimme:"So ist das also Hermine, du hast gar nicht mich gewollt. Warum warst du die ganze Zeit mit mir zusammen, wenn du hinter dem her warst?? Wolltest mir wohl besonders
weh tun, wenn du jetzt mit diesem Kerl herummachst. Aber Hermine was hab ich dir denn getan?? Ich versteh dich einfach nicht." Damit rauschte Harry an den beiden vorbei und verschwand im Pub.
Hermine versuchte nicht ihn aufzuhalten, aber sie wollte auch Malfoy nicht küssen. Sie stieß ihn weg und meinte:"Malfoy, ich will nichts von dir, also lass mich bloß damit in Ruhe." Dann ließ sie ihn stehen. Auf dem Weg nach oben in ihr Zimmer ließ Hermine Ron über den Weg. Er hielt sie auf:"Hey Hermine,
was ist denn mit Harry los? Er ist grad vorbeigerannt und hat nicht mal irgendwas gesagt. Habt ihr gestritten?"
Hermine wollte nicht am Gang mit ihm sprechen, aber sie wollte mit jemandem sprechen und wenn es Ron war, dann war es eben Ron mit dem sie sprechen würde. Sie nahm ihn mit auf ihr Zimmer und dort begann sie zu erzählen, über ihre Gefühle zu Harry, deren sie sich nun nicht mehr sicher war, über dies Sache mit Malfoy und sie weinte. Sie wusste nicht mehr, was sie fühlte und was sie tun sollte. Ron wusste wohl nicht so recht, was er alles sagen sollte und so kam er nur zu ihr und nahm sie in den Arm.
Das tat überraschend gut. Ron war ja richtig nett! Klar wusste sie, dass er in Ordnung war, aber das hier war ein ganz neuer Ron. Hermine fühlte sich so wohl und geborgen, dass sie bald aufhörte zu weinen und sie sich über andere Sachen unterhalten konnten. Ron stand auf und zündete ein paar Kerzen an. In Hermine machten sich romantische Gefühle breit. Es war wirklich toll hier mit ihm zu sitzen, zu reden und ihn ganz nah zu wissen. Sie wurden immer stiller und schließlich saßen sie einfach nur noch da und Ron hielt sie ihm Arm. Schließlich hob er ihren Kopf ein wenig an, gerade soweit,
dass er ihr in die Augen sehen konnte. Und er sah ihr tief in die Augen:"Hermine, Harry ist mein bester Freund und so, aber weißt du eigentlich bin ich ganz froh, dass ihr euch nicht mehr so mögt. Ich war sehr traurig, als du dich für ihn entschieden hast. Weißt du, ich mag dich so sehr, immer schon, schon seit dem ersten Schuljahr, aber ich habs nie geschafft es dir zu sagen. Naja und dann war Harry schneller! Aber jetzt, jetzt wo du ihn nicht mehr so sehr magst, vielleicht ist da ja Platz für mich?" Es war wie ein Traum. Ron so sprechen zu hören, das war beinahe unglaublich. Ansonsten führte er sich auf, als wüsste er nicht was das Wort Feinfühligkeit bedeutete und jetzt sprach er so romantisch, wie Harry es noch nie getan hatte.
Ein Gefühl wurde in Hermine wach. Sie wollte Ron umarmen und küssen und ihn nie mehr los lassen.
Es klopfte.
Ron und Hermine wichen auseinander und Hermine rief:"Ja?" Die Tür öffnete sich und Harry kam herein. "Hallo Hermine.....oh hallo Ron....was machst du hier?"
Ron warf Hermine einen Blick zu:"Wir haben.....geredet, Hermine hat sich bei mir ausgeweint. Weißt du das machen Freunde so....." Er wirkte leicht nervös, was Hermine als überraschend sexy Zug an ihm empfand. Am liebsten hätte sie
Harry rausgeschmissen. Doch sie tat nichts dergleichen. Harry nickte und meinte:"Ron könntest du uns vielleicht alleine lassen? Ich möchte alleine mit Hermine sprechen." Ron nickte kurz und verließ mit einem Blick, der an einen Dackel erinnerte, dem man seinen Knochen weggenommen hatte, das Zimmer. Harry setzte sich ans andere Ende des Bettes und sah Hermine durchdringend an:"Hermine. Was war das mit Malfoy? Du willst doch nichts von dem oder?"
Hermine antwortete:"Nein, natürlich nicht. Du darfst dich dafür entschuldigen, dass du sowas überhaupt nur gedacht hast!!"
"Entschuldige, aber wie war es denn sonst mit Malfoy....es sah so aus, als würdet ihr euch küssen." Hermine nickte:"Er wollte mich auch küssen, er hat gemeint, dass er mich gern hat und
gerne mit mir zusammen wäre, aber Harry ehrlich, ich will nichts von ihm. Er ist doch Malfoy!" Damit war das geklärt, fand Hermine. Und auch Harry fand, das dies Erklärung genug wäre:"Ist dann wieder alles in Ordnung zwischen uns?" Davor hatte Hermine sich gefürchtet. Sie musste mit ihm sprechen, es wäre ihr nur lieber gewesen, wenn das nicht gleich hätte sein müssen.
Hermine suchte nach Worten und schließlich begann sie zu erklären:"Harry, ich mag dich, du bist wirklich nett und so, aber ich liebe dich nicht. Es tut mir so leid, aber ich habe es gemerkt, als wir heute alleine waren. Ich will dir nicht weh tun,
aber ich will auch nicht unehrlich sein zu dir, verstehst du? Bitte verzeih mir Harry, aber ich kann nicht länger mit dir zusammen sein." Harry wirkte verletzt und traurig, aber als er zu sprechen ansetzte veränderte sich sein Blick:"Ich war also doch nur ein Zeitvertreib.......gut genug zum Kuscheln und
so, aber sobald es enrst wird, das lässt du mich lieber links liegen. Danke, ich verstehe was du meinst, also dann, tschüss!"
Hermine konnte nichts mehr sagen, so schnell war er verschwunden. Hermine war sauer. Sie konnte doch nichts dafür, dass sie so fühlte!!

Am nächsten Morgen erwacht Hermine spät. Sie ging zum Frühstück und aß in aller Ruhe gemeinsam mit Ginny. Diese hielt Hermine schließlich zurück, als sie gehen wollte. "Hermine, ich soll dir ausrichten, dass du nach dem Frühstück zur Heulenden Hütte hinauf kommen sollst! Ich darf dir nicht sagen
von wem. Aber bitte geh dahin!" Hermine war verwundert, aber sie fragte nicht nach.
Sie machte sich auf den Weg und lief Malfoy über den Weg. Sie wollte einfach an ihm vorbeigehen, doch Malfoy hielt sie am Arm fest:"Hermine hast du es dir überlegt?" Hermine riss sich los:"Nein, ich kann dich immer noch nicht leiden." Dann ging sie.
Sie wollte so schnell wie möglich zur Heulenden Hütte. Wer wohl auf sie wartete? Harry könnte es sein, um sich mit ihr zu versöhnen. Oder Ron.
Sie war da, da oben stand jemand, genau so, dass sie gegen das Sonnelicht schauen musste, um ihn zu sehen, deshalb erkannte sie nicht gleich, wer es war. Als sie näher kam und ihn erkannte, war Hermine überglücklich. Sie stand
ihm gegenüber und lächelte ihn an. "Hi!" sagte sie. "Hi!" sagte auch er.
Und dann küsste Ron sie und in diesem Augenblick vergaß Hermine alles, auch Harry.
Sie war einfach glücklich und wusste: So war es richtig!

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So das erste hier ist eine Märchenparodie! Viel Spaß beim Lesen!!

Der Schweinekönig

Es war einmal ein wunderschönes Mädchen namens Eulalia. Sie hatte eine wahnsinnige Schwäche für ferngesteuerte Autos und spielte beinahe täglich damit. Doch eines Tages geschah dabei ein Unglück. Das Auto geriet außer Kontrolle und fuhr direkt in einen kleinen Sumpf. Eulalia schrie auf, doch niemand war in der Nähe. Sie sank ans Ufer des Sumpfes und weinte bitterlich.
Plötzlich hörte sie eine leise quiekende Stimme. Eulalia sah sich um und entdeckte vor sich ein hässliches, mit Schlamm beschmiertes Warzenschwein.
Es sagte:"Was hast du denn schönes Mädchen?"
"Mein ferngesteuertes Auto ist in diesen Sumpf gefahren und ich weiß nicht, wie ich es wiederbekommen soll."
Das Schwein nickte und meinte:"Ich werde es dir herausholen, aber nur wenn du versprichst, dass ich dir dann beim Duschen zusehen darf!!"
Eulalia dachte, dass das Schwein kein gutes Gedächtnis haben konnte und dieses Versprechen schnell wieder vergessen würde und willigte ein. Das Warzenschwein tauchte in den Sumpf und wenig später erschien es wieder, im Maul das Auto. Eulalia dankte ihm herzlich und lief glücklich davon.
AM nächsten Tag klopfte es plötzlich an ihre Tür. Das Warzenschwein stand davor und wollte das gegebene Versprechen einlösen. Eulalia wusste nicht recht, was sie tun sollte und bat das Schwein herein.
Es wollte Eulalia unbedingt beim Duschen zusehen. Doch Eulalia konnte das Warzenschwein überlisten. Sie holte schnell die aufblasbare Gummipuppe ihres Vaters und stellte sie unter die Dusche, dann versteckte sie sich, rief das Warzenschwein herein und hoffte, dass es den Betrug nicht merken würde.
Das Schwein merkte nichts, doch Eulalia saß in ihrem Versteck und grauste sich so sehr vor dem Schwein, dass sie ihr Parfüm von "Laura Biagotti" nahm und es ihm in die Augen sprühte.
Das Warzenschwein schrie vor Schmerz auf und fiel ohnmächtig um. Und plötzlich veränderte es sich. Nach wenigen Sekunden lag ein junger Mann am Boden, der völlig in H&M Fashion gehüllt war. Er stand auf und sagte:"Danke Eulalia, nur so konntest du mich erlösen! Eine böse Hexe hat mich einst verwandelt, aber du hast mich gerettet! Willst du mich heiraten?"
Eulalia willigte ein und er trug sie zu seiner Harley Davidson. Zusammen fuhren sie zu einer kleinen Kapelle in der nahe gelegenen Spielerstadt und ließen sich trauen. Anschließend flogen sie nach Mallorca auf Hochzeitsreise, wo der Mann Eulalia ein ferngesteuertes Auto schenkte.
Und wenn sie nicht gestorben sind, dann fahren sie immer noch mit ihren ferngesteuerten Autos durchs Leben!


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Ok leute, ich stell euch hier meine Maturaarbeit in Deutsch herein.
Ich möchte gleich vorwegnehmen, dass sie in der Ich-Form geschrieben ist, dass ich mich aber in der Geschichte nicht selber beschreibe. Ich halte mich keineswegs für einen besseren Menschen als alle anderen sind oder sowas. Es fiel mir so nur leichter Gefühle und so zu beschreiben.
Also hier ist sie:

Der Spiegel

Als ich noch ein Kind war, liebte ich die Menschen, denn die meisten von ihnen waren immer freundlich zu mir.
Außerdem liebte ich Geschichten. Jedes Mal wenn jemand begann eine zu erzählen, hörte ich aufmerksam vom Anfang bis zum Ende hin zu.
Mit ungefähr sieben Jahren erzählte mir mein Vater einmal abends eine Legende über einen verwunschenen Spiegel. Es hieß, dass jeder, der in diesen Spiegel, der in einem Schloss hing, sah, in den Wahnsinn getrieben wurde. Angeblich zeigte dieser Spiegel das wahre Ich der Menschen.
Als ich noch ein Kind war, verstand ich noch nicht, was so schlimm daran sein könnte, sein wahres Ich zu erblicken. Aber ich liebte die Geschichte trotzdem und bat meinen Vater beinahe jeden Abend darum, sie mir wieder zu erzählen.
Ich wurde älter, freundlich und hilfsbereit und ich begann die Menschen zu sehen, wie sie wirklich waren. Die meisten von ihnen waren egoistisch und selbstsüchtig. Einige dachten nur an sich selber, andere dachten nur an Dinge wie Geld und Ruhm.
Ich versuchte diejenigen, die ich kannte, zu bekehren, ihnen zu zeigen, dass es andere Werte gab, Freundschaft zum Beispiel. Aber die Leute wandten sich von mir ab.
Ich hörte auf die Menschen zu lieben und begann zu verstehen, warum es für viele der Anblick des wahren Ichs so eine Qual sein musste.
In meinem späteren Leben lebte ich meine zweite große Liebe aus und wurde Schriftstellerin.
Ich schrieb alle Geschichten und Legenden, die ich so gerne gehört hatte nieder und veröffentlichte sie.
In einem meiner Bücher fand sich auch die Legende um den verwunschenen Spiegel.
Einige Zeit nachdem eben jenes Buch veröffentlicht worden war, erhielt ich einen Brief.
Ich konnte nicht glauben, was ich da las, denn auf dem Stück Papier stand:

"Sehr geehrte Frau Balder!
Ich habe ihre Ihre Legende "Der verwunschene Spiegel" gelesen. Sie ist wahr! Ich war dort! Dieses Schloss und den Spiegel gibt es wirklich. Das Schloss steht in einem Dorf, das Lutzern heißt."

Danach kam noch eine Wegbeschreibung.
Drei Jahre lang zweifelte ich an der Richtigkeit dieses Briefes, es stand ja nicht einmal ein Absender auf dem Kuvert. Eine Unterschrift war auch nirgendwo zu finden.
Trotzdem warf ich den Brief nicht weg, sondern verstaute ihn in einer meiner Schubladen.
Ich heiratete, aber die Ehe zerbrach sehr schnell wieder-
Da stand ich nun vor den Trümmern meines Lebens und wusste nicht, wie es weitergehen sollte.
Ich fasste einen Entschluss.
Nur wenige Tage, nachdem mein Mann ausgezogen war, holte ich den Brief hervor, steckte ihn mit einigen Klamotten, ein wenig Papier, Stifte und Geld in eine große Reisetasche, setzte mich in mein Auto und begab mich auf den Weg nach Lutzern.
Ich war mir sicher, einem Gespenst nachzujagen, aber was hatte ich schon zu verlieren?
Ich ließ mir für die Fahrt sehr viel Zeit und so brauchte ich einige Tage, bis ich endlich ankam.
Ich war verwundert, dass es das Dorf überhaupt gab.
Und noch mehr wunderte ich mich, dass es in diesem Dorf tatsächlich ein Schloss gab. Es stand auf einem Berg über der Stadt und wirkte äußerst düster und furchteinflößend.
Ich quattierte mich in Lutzerns einzigem Gasthaus ein, dem "Lutzernhof".
Bei meinem ersten Abendessen sah ich, dass außer mir nur zwei andere Gäste da waren.
Während ich aß - das Essen schmeckte übrigens vorzüglich - rief ich den Wirt zu mir.
"Können Sie mir vielleicht erzählen, was es mit der Legende um das Schloss auf sich hat?" fragte ich ihn.
Der Wirt setzte sich nickend zu mir und begann zu erzählen:"Vor ungefähr hundert Jahren lebte da oben im Schloss ein Mann, der alle Menschen verabscheute, weil sie geizig und selbstsüchtig waren. Er wollte verhindern, dass später einmal so ein Mensch in seinem Schloss lebte. Also verwünschte er den größten Spiegel, den er hatte. Jeder, der hineinsah, sollte sehen, wie er wirklich war. Der Mann starb und ein reicher Händler erwabr das Schloss.. Doch er behielt es nicht lange. Er wurde an dem Tag wahnsinnig, an dem er das Schloss bezog. Es heißt, er habe in den Spiegel gesehen und ein Monster darin gesehen.
Der Vorfall wiederholte sich, bis sich schließlich niemand mehr in das Schloss wagte.
Der Herr, der das Schloss nun besitzt, glaubte nicht an die Legende und schickte jemanden in das Schloss um den Spiegel zu holen. Er bot dem Kerl einen hohen Lohn dafür, aber der arme Tropf verfiel kurz, nachdem er das Schloss betreten hatte, dem Wahnsinn. Er brabbelte die ganze Zeit etwas von einem Monster. Das ganze ist jetzt fünfzehn Jahre her, seither hat niemand mehr das Schloss betreten."
Ich hörte sehr aufmerksam zu. Es war genau dieselbe Legende, die ich schon als Kind gehört hatte.
"Gibt es denn eine Möglichkeit diesen Fluch zu brechen?", fragte ich weiter.
Der Wirt überlegte einen Augenblick und sagte:"Angeblich kann der Fluch, wie Sie es nennen, nur gebrochen werden, wenn jemand in den Spiegel schaut und dem Bild standhält. Aber die Menschen sind schlecht und feige. Sie wollen nicht glauben, wie sie wirklich sind und wenn man es ihnen zeigt, dann drehen sie durch." Er machte eine entsprechende Geste und seufzte tief. Dann entschuldigte er sich, denn die anderen Gäste verlangten nach ihm.
Nachdem ich meine Mahlzeit beendet hatte, ging ich spazieren. Ich sah mir ganz Lutzern an und schließlich stand ich am Fuße des Schlossberg. Ich schaute hinauf und ließ mir alles, was der Wirt gesagt hatte, noch einmal durch den Kopf gehen.
In dem Moment, als ich dort stand, das Schloss betrachtete und an die Worte des Wirtes dachte, da wurde mir klar, dass ich es sehen musste. Irgendetwas tief in mir rief:"Geh dort hinein und schau in diesen Spiegel!" Ich denke, dass es die Neugierde war.
Ich ging zurück ins Gasthaus und legte mich ins Bett. Während der ganzen Zeit ließ mich mein Entschluss nicht mehr los.
Am nächsten Morgen erwachte ich früh und ging sofort in die Wirtsstube hinunter.
Dort teilte ich dem Wirten meine Entscheidung mit.
Er starrte mich einige Sekunden lang an, dann sagte er:"Gut, aber denken Sie an meine Worte! Wenn sie trotzdem wirklich gehen wollen, dann kann mein Sohn Sie begleiten. Er kennt den Berg und kann Ihnen den einfachsten Weg zeigen." Ich nahm das Angebot an.
Um zehn Uhr vormittags standen Fred, der Sohne des Wirts und ich vor dem Gasthof.
"Weißt du, dass der Weg dort rauf gar nicht so einfach ist? Kennst du überhaupt die Legende? Weißt du, dass du eine ganze Menge Geld bekommen würdest, denn du den Spiegel herausholen würdest?", fragte mich Fred.
Ich meinte nur:"Das Geld ist mir egal und ja ich kenne die Legende."
Der Berg war höher, als es den Anschein gehabt hatte. Es war weit nach Mittag, als wir die erste Pause einlegten.
Fred grinste mich an und sagte:"Die Hälfte haben wir schon!"
Fred war einer der schlimmsten Menschen, die ich je kennen gelernt hatte. Er redete viel, aber das meiste davon war oberflächlich und drehte sich um ihn selbst. Er erzählte mir, was er alles studiert hatte, wie intelligent er war, wie dumm die anderen Menschen waren und welchen Mädchen er schon das Herz gebrochen hatte. Nach ungefähr zwei Stunden verfiel ich in ein Dauernicken, wobei ich ihm aber nicht mehr zuhörte. Er schien es nicht einmal zu merken.
Es dämmerte bereits, als wir das Schloss endlich erreicht hatten. Wir blieben vor dem Schloss stehen. Von hier sah es noch furchterregender aus, als von unten.
Ich ließ mir aber nicht abschrecken.
Fred sah mich erschrocken an, als ich meinte:"Also, lass und reingehen!"
Ich betrat das Schloss zuerst und blieb gleich wieder stehen.
"Weißt du, wohin wir müssen?", fragte ich Fred. Er deutete mit der Hand nach rechts, zeigte auf eine Tür und meinte:"Ich glaube, es ist dieser Raum."
Ich nickte und ging auf die Tür zu und öffnete sie. Fred keuchte und flüsterte:"Da hinten an der Wand, da hängt er."
Tatsächlich hing an der Wand gegenüber von uns ein übergroßer Spiegel. Ein Gefühl sagte mir, dass wir richtig waren.
Ich sah Fred an und erkannte in seinen AUgen plötzlich etwas, das zuvor nicht dagewesen war. Es war die reinste Gier, die aus seinem Blick sprach.
Fred stieß mich zur Seite und rief:"Ich werde den Spiegel holen, ich bin ein guter Mensch und genau das wird der Spiegel zeigen. Das Geld gehört so gut wie mir!" Dann lief er in den Raum hinein.
Einige Sekunden lang war alles still, dann plötzlich hörte ich Fred schreien:"Nein, nein, nein!!! Was ist das? Das bin ich nicht!! NEIN!"
Nur kurz danach kam Fred aus dem Raum gestürzt, wobei er mich umstieß. Er lachte dabei die ganze Zeit, aber es war kein fröhliches Lachen, sondern ein seltsam irrsinges.
Ich sah Fred nach und dachte bei mir, dass ihn seine einbildung wohl getäuscht hatte.
Ich erhob mich wieder.
Langsam und ohne Hast betrat ich den Raum und näherte mich dem Spiegel. Er zeigte nur mich.
Kurz bevor ich das Glas berührte, blieb ich stehen. Ich sah mir selber in die Augen.
Plötzlich veränderte sich das Bild. Meine Gestalt verschwand und eine andere tauchte auf.
Ich kann bis heute nicht in Worte fassen, was ich sah, aber ich wusste, dass ich nie wieder etwas Reineres oder Schöneres sehen würde. Ich hatte das Gefühl, dass mich etwas Übersinnliches aus dem Spiegel heraus anlächelte. Ich lächelte zurück und begriff mit einem Schlag, dass es nicht in der Natur der Menschen lag gut zu sein und dass es nur wenige Ausnahmen gab, zu denen ich mich zählen durfte.
Das Wesen im Spiegel betrachtete mich noch einen Augenblick lang, dann hob es die Hand und winkte mir zum Abschied.
Ich drehte mich um und während ich davon ging, hörte ich, wie der Spiegel hinter mir zerbrach.
Schon am nächsten Morgen verließ ich Lutzern und fuhr nach Hause. Kaum angekommen, setzte ich mich an meinen Schreibtisch und begann zu schreiben.
Ich verfasste die Geschichte meines Lebens, in der Hoffnung, damit Menschen anzusprechen, die mich verstanden.
Das Buch wurde oft verkauft und ich verdiente gut daran.
Eines Tages fuhr ich zurück nach Lutzern und kaufte dem Besitzer des Schlosses den Rahmen des Spiegels ab. Ich ließ das Glas erneuern und hängte den Spiegel in dem Haus auf, das ich mir gekauft hatte.
Dort hängt er noch.
Und an Tagen, an denen es mir schlecht geht, sehe ich hinein und dann spüre ich eine Hoffnung in mir, dass es auf der Welt gute Menschen gibt.
Und manchmal glaube ich etwas Übersinnliches vorbeihuschen zu sehen - obwohl der Spiegel nur mehr das ist, was er ursprünglich einmal war: ein Spiegel.


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Diese FF dreht sich um Rupert Grint / Ron Weasley Darsteller. Die Story hat keine Kapitel. Viel Spaß beim Lesen!

Ein neuer Anfang

"Nina! Wo bleibst du denn?" Sylvias Stimme drang an mein Ohr. Irene und sie waren ein Stück weiter stehen geblieben und hatten sich suchend umgedreht. Ich konnte nicht antworten, ich war platt. Da war ER gewesen!! Ich hatte IHN ganz deutlich gesehen. Schließlich schaffte ich es zu rufen:"Sylvia, da war er!!! Ganz sicher!" Ich konnte es nicht fassen. Irene sah mich zweifelnd an:"Von wem redest du denn?" Sylvia schüttelte den Kopf:"Weißt du gar nicht? Sie denkt wieder mal sie hat Rupert Grint oder so gesehen.....vor einigen Jahren hat der Mal in Harry Potter gespielt...wie lange ist das her? Zehn Jahre? Nina, du kannst ihn gar nicht erkannt haben." Ich wurde böse:"Ich weiß, dass er es war! Ich hab letztens einen neuen Film mit ihm gesehen! Er wars ganz sicher!!" Ich drehte mich um. "Und er hat mir volle drei Sekunden lang in die Augen geschaut!" Ich stürzte in die Richtung davon in die er gegangen war. Die beiden konnten es mir nicht ausreden! Er war es gewesen! Ganz sicher. Irene und Sylvia folgten mir, wenn auch mürrisch. Da vorne war er, er stand an einer Ampel. "Na los, wenn du glaubst er ist es, dann geh hin und frag ihn," sagte Sylvia. Nein, das kam ja überhaupt nicht in Frage:"Ich will ihn nur mal aus der Nähe sehen,"meinte ich, da mir keine bessere Ausrede einfiel. Sylvia verdrehte die Augen:"Du bist vielleicht feig." Und schon machte sie sich auf und ging auf ihn zu. ich war entsetzt. Aber Irene hielt mich zurück:"Sag mal du glaubst doch nicht wirklich,dass irgendein Filmheini so mitten am Tag mitten in London alleine durch die Straßen spaziert, oder?" Sie klang ziemlich zweifelnd. Ich hörte ihr gar nicht zu. Da vorne stand Sylvia und plauderte anscheinend munter mit MEINEM Lieblingsschauspieler und ich war verdammt noch mal zu feige um ebenfalls hinzugehen. Plötzlich kam Sylvia zurück und neben ihr Rupert. Was sollte das denn? Sylvia lächelte:"Hattest Recht er ist es wirklich. Ich hab ihn gefragt, ob er wohl Zeit hat ein paar Austriangirls London zu zeigen. Stellt euch vor, er hat zugesagt!" Rupert sah umwerfend aus. Ich konnte es nicht fassen. Er wollte uns durch London führen? Das war doch wohl ein schlechter Scherz. Aber anscheinend meinte er es ernst:"Hi ihr! Gefällt euch London?" fragte er. Ab jetzt war wohl Englisch angesagt. Unglaublich aber wahr, Rupert zeigte uns London. Er führte uns überall hin wo wir hin wollten. Irgendwann kamen wir an einem Souvenirshop vorbei, in dem es einige Produkte mit Aliens gab und da Sylvia und Irene beide Alienverrückt waren ließen sie es sich nicht nehmen hinein zu schauen. Ich blieb draußen, denn von Außerirdischen hatte ich noch nie viel gehalten und wie ich fest stellte interessierten sie ihn wohl auch nicht. Rupert blieb ebenfalls draußen. Er lächelte mich an:"Wie lange bleibt ihr? Und in welchem Hotel wohnt ihr?" Ich beantwortete seine Fragen und dann meinte er:"Ich bring euch nachher gerne ins Hotel, wenn ihr Lust habt, wohne dort in der Nähe. Wie alt bist du?" Er fragte immer weiter und schließlich wurde ich mutig und fragte ihn auch das eine oder andere. Irgendwann....nach Stunden wie mir vorkam....tauchten Sylvia und Irene wieder auf. Beide voll beladen mit Aliensouvernirs...Rucksäcke,Taschen, Bilder, Stoffaliens und so weiter. Wozu sie das wohl alles brauchten?
Rupert führte uns zu seinem Lieblingscafe, einem total schlichtem Schuppen, in dem er alles billiger bekam, weil er dort Stmmgast war. Ich fand das toll, denn eigentlich hatte ich erwartet, dass Rupert nur in höheren Kreisen verkehrte. Aber dieses Cafe war einfach nur "normal", um nicht zu sagen sogar etwas runtergekommen, aber dafür urgemütlich. Es machte Spaß ihm zuzuhören, denn er wusste eine Menge Geschichten über London und überhaupt über England zu erzählen. Wir hatten eine Menge zu lachen, bis wir schließlich feststellten, dass es bereits dunkel und spät war und Irene und Sylvia waren schon ziemlich müde. Also beschlossen wir ins Hotel zu fahren. Rupert brachte uns wirklich dorthin.
"Er ist nett,"dachte ich mir immer wieder. Als wir beim Hotel ankamen setzten wir uns noch ein wenig auf die Terasse und schauten gemeinsam in den Himmel. Hier sah man die Sterne ganz gut. Rupert saß neben mir und irgendwann verirrte sich sein Arm auf meine Schulter. Ich merkte erst nach einer Weile, dass Irene und Sylvia weg waren. Ich wollte auch gehen, aber Rupert sah mich bittend an:"Bleib doch noch, die Nacht ist doch so schön." Eigentlich hatte er recht, es war wirklich eine schöne Nacht und eigentlich gab es keinen Grund,warum ich nicht noch ein wenig hier bleiben sollte. Ich setzte mich wieder und sofort war sein Arm wieder da. Wir waren still und genoßen es hier zusammen zu sitzen. Irgendwann fragte er schließlich:"Bist du vergeben?" Ich schüttelte den Kopf und da küsste er mich schon.
Wir verabredeten uns für den nächsten Tag. Rupert holte mich vom Hotel ab und fuhr mit mir ein wenig aus der Stadt raus. Wir spazierten ein wenig rum, als plötzlich sein Mobiltelefon klingelte. Ein Weile hörte ich ihn nur reden:"JA?......Aha.......Was?? Jetzt? nein ich kann jetzt nicht.......Aja....DANN SAG IHM EBEN......nagut....jaja ich komm ja schon." Er legte auf. Dann sah er mich an:"Ich muss weg, es gibt da irgendein Problem mit meinem Agenten...weiß auch nicht so genau, aber es ist glaub ich dringend." Ich war zwar enttäuscht,aber ich war ja noch beinahe zwei Wochen da und so fragte ich ganz forsch:"Können wir uns ein anderes mal treffen?" Rupert nickte: "Das will ich doch hoffen!" Wir verabredeten uns für Donnerstag.....heute war Dienstag. Also nur noch ein Tag und ein halber, dann sollte ich ihn wieder sehen. Rupert bot an mich wieder vom Hotel abzuholen. Ich war einverstanden. Ich freute mich schon ziemlich.
Ich fuhr alleine ins Hotel zurück dort warteten Irene und Sylvia....auf bessere Tage? Ich wusste gar nicht warum sie hier waren, aber es machte nichts. Ich hatte sie nicht mehr gesehen, heute früh hatte ich mich ausgeschlafen und danach blieb gerade noch Zeit den beiden eine Nachricht zu hinterlassen, dass ich keine Zeit hatte für sie. Nun jetzt jedenfalls waren sie hier und begannen sofort mich mit Fragen zu bombadieren:"Wie war´s? Habt ihr euch geküsst? Seht ihr euch wieder? Seid ihr zusammen??" Ich war leicht verwirrt:"Wie war die erste Frage?" Sylvia wiederholte nochmal alle Fragen und ich antwortete:"Gestern war toll, heute musste er leider schnell weg. Wir haben uns gestern geküsst und heute sind wir die ganze Zeit händchenhaltend rumgelaufen, also schätze ich dass wir schon zusammen sind....irgendwie. Ach ja und wir treffen uns übermorgen wieder."
Den nächsten Tag verbrachte ich mit den beiden. Irene und Sylvia ließen keine Gelegenheit aus mit irgendwelchen jungen Männern zu flirten, während ich die Typen, die mich ansprachen kaum beachtete. Ich hatte meine Gedanken bei ihm und konnte es kaum erwarten, bis ich ihn wieder sah. Trotzdem machte ich mir einige Gedanken. Was würde sein, wenn ich wieder nach Hause musste? Meinte er es überhaupt ernst? Vielleicht würde er ja morgen schon gar nicht mehr aufkreuzen.
Als es dämmerte war ich ziemlich nervös.....bald würde ich ihn wieder sehen, nur noch ein paar Stunden, wenn er überhaupt kam. Er wollte schon Vormittags kommen, damit wir gemeinsam Mittagessen konnten.
Natürlich verschlief ich am nächsten Tag! wie konnte es anders sein. Im Eiltempo machte ich mich fertig und rannte dann in Windeseile hinuter in die Eingangshalle. Da stand er! Ich war überglücklich, dass er wirklich gekommen war! "Na alle Probleme gelöst?" fragte ich ihn zur Begrüßung. Er gab mir einen Kuss und grinste dann:"Klar doch, ich wollte dich ja nicht nochmal versetzen!" Wir fuhren mit seinem Auto zu seinem Haus. Es war ein nicht zu großes, aber trotzdem beeindruckendes Haus. "Du hast es ja schön," mehr fiel mir nicht ein. Rupert nickte:"Ja gefällt es dir? Komm herein, ich hab schon alles eingekauft. Ich koche für dich." "Du kannst kochen?" Ich war überrascht. "Ja was hast du geglaubt?" Ich zuckte mit den Schultern:"Na dass du eine Köchin hast oder sowas...ich weiß auch nicht." Er lachte:"Nein, kochen kann ich schon....ich hab auch niemanden,der putzt oder so, ich beauftrage nur jemanden damit, wenn ich länger weg bin, sonst mach ich alles selber." Ich war überrascht.
Nach einem guten Essen saßen wir zusammen in Ruperts Wohnzimmer und hörten Musik, während wir uns unterhielten. Irgendwann verstummte unser Gespräch und er sah mich an. Dann küsste er mich. Er grinste. Ich grinste zurück. Er zog mich heran und ich ließ mich einfach nur gehen. Ich hatte schon von ihm geträumt,aber mit ihm tatsächlich zu "knutschen" wie Irene und Sylvia es ausgedrückt hätten, war etwas anderes. Es war unglaublich.......plötzlich läutete es an der Tür. Rupert sprang auf zog sein Hamd wieder an und rannte zur Tür. Ich zog mein T-Shirt wieder über und glaubte im nächsten Moment mich zu verhören. Standen da draußen meine lieben Freundinnen???
Ich lief zur Tür. Tatsächlich standen sie da und kicherten doof. "Was macht ihr denn hier??" rief ich ihnen entgeistert entgegen. "Wir wollten nur wissen,wann du nach Hause kommst und sehen ob es dir auch gut geht." "Woher wisst ihr überhaupt wo Rupert wohnt??" Rupert grinste entschuldigend:"Ich hab meine Adresse im Hotel gelassen, falls irgendwas passiert, damit jemand weiß wo du bist." Irene und Sylvia lachten mich an:"Na gut wir gehen dann wieder, Rupert wird dich ja sicher im Hotel absetzen! Wir gehen dann wieder!" Sie machten sich auf zum Gehen und Irene rief noch:"Das nächste Mal solltest du dein Hemd richtig zuknöpfen!" Dann verschwanden sie. Jetzt war die Stimmung leider den Bach runter. Wir verließen Ruperts Haus und schlenderten zu einem Eissalon. Danach gingen wir ins Kino und sahen uns einen schwachsinnigen Film an. Danach war es eigentlich Zeit ins Hotel zurück zu fahren. Aber zuvor mussten wir nochmal zu Rupert, denn ich hatte meine ´Tasche dort gelassen. Bei Rupert angekommen wollte ich eigentlich nur meine Tasche aufheben und dann gehen, doch er küsste mich wieder. Und wie! Wir landeten irgendwie im Schlafzimmer und auf seinem Bett und plötzlich sah er mich an:"Weißt du ich hab gar keine Lust mehr dich ins Hotel zu bringen..." Ich nickte:"Ich hab auch gar keine Lust mehr ins Hotel zu fahren."

Am nächsten Tag erwachte ich und musste mich mal zurecht finden. Als ich wieder wusste wo ich war fiel mir auf, dass Rupert nicht da war. Seine Klamotten, die seit gestern auf dem Boden verstreut lagen waren da, aber ihr Besitzer war nicht zu sehen. Ich setzte mich auf und wollte aufstehen, aber da öffnete sich die Tür und er kam herein, in der Hand ein Tablett mit lauter Leckereien und nur in Shorts! Er sah niedlich aus in Shorts. Ich lächelte und wir frühstückten gemeinsam.
Danach wurde es Zeit ins Hotel zu fahren, schließlich wussten Irene und Sylvia ja nicht, dass ich gar nicht da war.
Sylvia und Irene hatten anscheinend nicht bemerkt, dass ich nicht schon gestern Abend zurück gekommen war, jedenfalls waren sie reichlich erstaunt, dass ich jetzt erst kam. Rupert verabschiedete sich, er hatte seinem Cousin den heutigen Tag versprochen, deshalb musste er gehen. Ich war etwas traurig, doch er meinte, dass er morgen wieder Zeit hätte und sie gerne mit mir verbringen würde. Ich sagte natürlich zu.
Den restlichen Tag verbrachte ich also mit Irene und Sylvia. Es ereignete sich nichts aufregendes. Die nächsten Tage verbrachte ich wieder mit Rupert.....es war eine großartige Zeit, bis er mich einmal ansah und fragte:"Wie lange seid ihr jetzt noch hier?" Ich dachte kurz nach und plötzlich schrak ich auf:"VIER TAGE!" Rupert erscrak ebenfalls:"Ehrlich jetzt? Oder willst du mich nur verarschen?" Ich schüttelte traurig den Kopf:"Nein es sind noch vier Tage." Sie saßen gerade beim Essen in einem Restaurant aber uns war beiden der Appetit vergangen. RFupert winkte einem Kellner und zahlte. Dann verließen wir das Restaurant. Wir liefen eine Weile nebeneinander her und dann blieb er stehen:"Du kannst nicht einfach zurück.....du kannst mich nicht alleine lassen." Ich war etwas überrascht:"Du weißt, dass wir insgesamt nur zwei Wochen hier bleiben wollten, was stellst du dir denn vor?" Rupert holte Luft und dann sprudelten die Worte aus ihm heraus:"Das ist ganz schön fies von dir....mich einfach alleine zu lassen. Erst lässt du zu,dass ich mich in dich verliebe und dann fliegst du weg....und ich bleib alleine. Was mach ich denn dann?" Er musste wieder Luft holen und ich nutzte die Gelegenheit, um auch was zu sagen:"Was denkst du denn? Dass ich gerne nach Hause fliege? Wo ich doch viel lieber hier bei dir bleiben würde? Als ob das so einfach wäre." Rupert beschloss dass es Zeit war mich ins Hotel zurückzubringen. Die Autufahrt verlief ruhig. Jatzt wo mir klar war, dass wir nur noch vier Tage hatten begann ich zu überlegen was danach sein würde. Ob sie sich wiedersehen konnten?
Im Hotel erwarteten Irene und Sylvia mich schon....ziemlich gut gelaunt. Irene winkte mir schon von weitem:"Stell dir vor! wir haben heute zwei tolle Typen kennen gelernt und sie sind Österreicher! Und sie fliegen am selben Tag zurück wie wir! Ist das nicht toll?" Ich nickte:"Ja super! Ich geh dann hinauf in mein Zimmer." Ich ließ meine Freundinnen stehen und hörte nur mehr wie Sylvia sagte:"Was hat sie denn?"
Der nächste Tag gehörte meinen Freundinnen. Anscheinend wussten sie, dass irgendwas zwischen mir und Rupert passiert war, denn sie sprachen mich den ganzen Tag nicht auf ihn an gaben mir aber genug Gelegenheit um über ihn zu sprechen. Aber ich wollte nicht und die beiden verstanden. Ich war ihnen dankbar dafür.....ich war froh nicht über Rupert reden zu müssen, denn ich dachte ohnehin genug über uns nach. Der Tag verging und ich schaffte es für eine Weile gar nicht an Rupert zu denken. Doch als es Abend wurde kam die Erinnerung zurück. Morgen würde ich ihn wieder sehen und dann würden wir reden müssen.
Ich beschloss am nächsten Tag Rupert zu überraschen und früh zu ihm zu fahren. Er war milde überrascht, als ich kam:"Ehrlich gesagt, dachte ich dass du gar nicht kommen möchtest." "Spinner....ich würde überall hinfahren um dich zu sehen." Wir hatten einen tollen Tag zusammen und danach nch zwei.....und dann neigte sich unser letzter Tag seinem Ende. Rupert brachte mich ins Hotel zurück und meinte,er würde morgen zum Flughafen kommen aber ich schüttelte den Kopf:"Das will ich nicht...ich möchte mich jetzt von dir verabschieden, ich würde am Flughafen sicher zu heulen anfangen und das will ich nicht." Aus irgendeinem Grund verstand er und wir hatten eine langatmige Verabschiedung. Ich wollte ihn gar nicht gehen lassen, aber schließlich kam unser letzter Kuss. Ich sah, dass Rupert Tränen in den Augen hatte doch er hielt sich gut:"Ich werd dich mal besuchen kommen!" Ich konnte nur nicken. Er verließ das Hotel und ich hatte das Gefühl es würde mein Herz herausreißen. Ich vermisste ihn schon jetzt. Im Hotelzimmer heulte ich drauf los.
Am Morgen stand ich früh auf, denn um halb elf würde unser Flieger gehen. Ich packte die letzten Sachen zusammen und traf mich mit Irene und Sylvia in der Lobby. Wir wurden von einem der Hotelautos zum Flughafen gebracht, gaben unser Gepäck auf und hatten dann noch Zeit ein bisschen durch die Shops zu schlendern. Wir kamen an einem der Eingänge vorbei und da stand ein gutaussehender Mitarbeiter des Flughafens, er sprach mit Rupert. Ich ging weiter, doch plötzlich wurde mir klar, was ich da gesehen hatte.....Rupert! Auch er hatte mich gesehen und schneller als ein Blitz kam er auf mich zugerannt und umarmte mich stürmisch. Nachdem wir uns geküsst hatten meinte er:"Ich konnt dich nicht einfach gehen lassen. Du darfst dich jetzt entscheiden:Entweder bleibst du hier oder ich kaufe mir sofort ein Ticket und flieg dir mit dem nächsten Flieger hinterher." Ich war überwältigt. Was sollte ich da noch sagen? Irene und Sylvia hatten auch schon bemerkt, dass Rupert gekommen war. Sie sahen mich an. Ich war glücklich und strahlte die beiden an:"Hört mal, ich bleib noch eine Weile hier.....es wäre nett,wenn ihr meinen Koffer wieder zurückschicken würdet,wenn ihr in Österreich ankommt....ich brauch ihn wohl noch." Sylvia sah mich erstaunt an:"Kommst du denn wieder?" "Ich weiß noch ncht, jetzt bleib ich erstmal hier."
Eine Stunde später stieg der Flieger, der Irene und Sylvia nach Hause brachte. Da gerade Sommerferien waren (und ich als Volkschullehrerin diesen Luxus auch genießen durfte) blieb ich noch ganze sechs Wochen. Dann buchten Rupert und ich unsere Flüge nach Österreich, denn er hatte beschlossen nach Österreich zu ziehen und alles hier zurück zu lassen. Ich glaubte lange Zeit, dass er nur spaßen würde, aber als wir zusammen im Flugzeug saßen spürte ich ein Glücksgefühl in mir hochsteigen, wie ich es noch nie gefühlt hatte. Und vor lauter Glück musste schreien....ich konnte einfach nicht anders, auch wenn sich das halbe Flugzeug nach mir umdrehte.....es war mir egal. Was wussten schon die Leute?



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In dieser FF dreht es sich um Remus Lupin. Die FF ist abgeschlossen, aber trotzdem viel Spaß beim Lesen!

Lupins Geschichte

Schule


James und Sirius hangen wie immer zusammen in einer Ecke des Gemeinschaftsraumes herum. Sie heckten bestimmt wieder was aus. Remus ging zu ihnen hinüber:"Hey was macht ihr zwei wieder?"
James sah auf:"Gar nichts, Moony......wir reden nur, weißt du?"
Remus verdrehte die Augen:"Ja klar....ihr redet ja immer nur.....also was macht ihr wirklich??"
Sirius blitzte ihn an:"Du bist immer so neugierig weißt du? Aber du bist ja unser Freund, deshalb werden wir dich ausnahmsweise einweihen: Krone hier hat sich verknallt und zwar in die hübsche Lilly Evans!! Na was sagst du dazu?"
Remus grinste:"Echt James?"
James schüttelte heftig erbost den Kopf:"Das ist gar nicht wahr! Tatze und ich haben nur gequatscht und ich hab gesagt, dass ich sie nett finde."
Sirius zwinkerte Remus zu:"Siehst du? Voll verknallt!"
Remus und er lachten. Irgendwie überraschte Remus das ganze gar nicht. James hatte Lilly immer schon Blicke zugeworfen, die eindeutig klar machten, wie es um sein Herz stand. "Also wann fragst du sie, ob ihr ausgeht?" fragte Remus schließlich.
James sah ihn an, als wäre er soeben zum Geist mutiert:"Ausgehen? Niemals!! Spinnst du?"
Sirius begann wieder zu lachen. Er rief laut:"Hey mann, Krone du bist ja soooo ein Feigling. Bringst es nicht mal fertig ein Mädchen anzusprechen!" Und erlachte solange weiter, bis Remus ihn anstieß:"Komm schon, jetzt ist dann aber gut. Wenn er in sie verknallt ist und sich nicht traut, dann müssen wir eben ein wenig nachhelfen. Stimmt´s James?"
James hatte mittlerweile einen hochroten Kopf bekommen:"Bitte könntet ihr das hier nicht so rumbrüllen, das wäre mir echt recht!" Sirius hatte sich mittlerweile beruhigt und grinste Remus verstohlen an:"Tja da werden wir uns wohl was einfallen lassen müssen, Moony!" Ich glaub ich hab da auch schon eine Idee!"

Drei Wochen später waren James und Lilly verbaredet und machten sich gemeinsam auf den Weg nach Hogsmead. Sirius und Remus trotteten gemeinsam hinterher.
Sirius nörgelte den ganzen Weg bis ins Dorf:"Toll hast du das wieder gemacht, Moony. Jetzt hängt James den ganzen Tag mit dieser Kuh herum und wir können zu zweit herumhängen.....toll, wirklich." Remus konnte nur die Augen verdrehen.
Plötzlich wurde er von hinten angetippt:"Hallo Remus, hallo Sirius. Kann ich vielleicht mit euch nach Hogsmead gehen?" Es war Peter Pettigrew. Er was sowas wie ein Freund, nur dass er im Gegensatz zu Sirius oder James hin und wieder ganz schön nervte. Aber der Tag war sowieso zum Vergessen, denn mit einem meckernden Sirius konnte es ja nicht lustig werden.
"Ja klar Peter kein Problem. Wir sind heut sowieso nur zu zweit. James hat eine Verabredung mit Lilly, weißt du?"
Dann erzählten Remus und Sirius Peter alles über Lilly und James, wobei Sirius immer wieder:"Alles Remus´ Schuld, weißt du?" dazwischen murmelte.

Seit diesem Tag waren James und Lilly hochoffiziell ein Paar. Man sah kaum mehr einen ohne den anderen und andauernd spazierten sie händchenhaltend durchs Schloss. Und Remus musste sich wohl oder übel mit einem mehr als schlechtgelaunten Sirius ärgern. Sirius verpasste nämlich keine Gelegenheit Remus zu erinnern, dass es allein seine Schuld war, dass Lilly ihnen James "weggenommen" hatte. Das Sirius selbst die Idee zu der Verabredung der beiden gehabt hatte schien er dabei komplett zu vergessen.

Ein weiterer Makel an dem sonst so vergnüglichen Schulleben in Hogwarts war Severus Snape. Irgendwie hatte dieser Kerl herausgefunden, dass Remus ein Werwolf war und ließ nicht locker ihm damit zu drohen, es allen zu erzählen. Remus hasste ihn dafür. Aber als Vertrauensschüler wollte er sich möglichst wenig leisten und so sagte er meist nichts dazu, wenn James und Sirius ihre Scherze und Spötteleien mit Snape trieben. Vielleicht hätte er hin und wieder eingreifen sollen, aber dazu mochte er Snape zu wenig.

So verging die Schulzeit für Remus beinahe wie im Flug, mit Höhen und Tiefen und einer Menge Geschichten, die hier allerdings nicht erzählt werden sollen.
Und am Ende ihrer Schulzeit verkündeten James und Lilly, dass sie beschlossen hatten zu heiraten.



Melinda


Kurz vor James Hochzeit feierten die vier Freunde Junggesellenabschied. Sie feierten im Tropfenden Kessel in der Winkelstraße. Es gab zwar keine Tänzerin, nur die vier, aber es war ein großartiger Abend. Seit ihrem Schulabschluss hatten sie nicht oft die Gelegenheit so zusammenzusitzen. So waren alle über diese Gelegenheit hocherfreut. Vor allem Remus. Er tat sich schwer mit der Suche nach Arbeit oder nach neuen Bekanntschaften, denn nur wenig Leute trauten einem Werwolf über den Weg.
Der Abend neigte sich dem Ende und Peter war bereits gegangen, als die Tür zu dem Pub aufging und eine junge Frau herein kam. Sie musste ungefähr in Remus´ Alter sein und als Remus sie ansah fragte er sich erstmal ob Engel nicht eigentlich Flügel hatten.
"Entschuldigt mich kurz" murmelte er zu Sirius und James und stand auf. Er wusste nicht, was er sagen sollte oder wie, aber er wusste, dass er sie ansprechen musste, koste es was es wolle.
Sie stand bei der Theke und wartete wohl auf ihre Bestellung. Remus schlich sich an sie heran und stellte sich neben sie hin. Er sah sie von der Seite her an, was sie wohl bemerkte, denn sie wandt ihm ihren Blick zu. "Was für Augen" schoß es Remus durch den Kopf.
Er stotterte ein wenig, als er zu sprechen begann:"Ha....hallo. Na bist du....öfter hier?" Oh Gott, das klang ja sowas von dumm. Doch zu Remus´ Glück schien sie genauso verlegen zu sein:"Ähm....nein, ja...also ich bin zum ersten Mal hier."
Sie lächelte verlegen - "Was für ein Lächeln" schoß Remus ein weiterer Gedanke durch den Kopf. Dieses Mädchen war so wunderschön, soetwas hatte Remus in seinem ganzen Leben noch nie gesehen.
Er fasste allen Mut zusammen, den er nur irgendwie auftreiben konnte:"Wie heißt du denn?"
Sie lächelte wieder so umwerfend:"Melinda Gossworth und du?" "Remus Lupin. Ich bin ein Werwolf, weißt du?"
Einen Moment erstarrte ihr Gesicht, dann lächelte sie aber wieder:"Wirklich? Ich hab noch nie einen Werwolf getroffen."
Remus spürte wie er langsam sicherer wurde und er fragte frech:"Ja das stimmt, aber darf ich dich vielleicht einladen? Dann können wir uns in aller Ruhe unterhalten."
Als sie nickte war es für Remus wie Weihnachten und Ostern an einem Tag. Auf Sirius und James, die immer noch an ihrem Tischsaßen und mittlerweile schon über Remus und die schöne unbekannte tratschten, hatte Remus vergessen. Er sah nur noch dieses wunderschöne Gesicht, dieses Lächeln und vor allem diese wundervollen Augen. Er wollte nie mehr etwas anderes sehen.


Die Hochzeit


Als James und Lilly heirateten war es ein großartiger Tag für Remus. Er bekam zwar von der Heirat nicht sonderlich viel mit, aber das war ihm nicht ganz so wichtig. Denn immerhin hatte er mehr als genug damit zu tun seine wunderschöne Begleiterin anzustarren. Zumindest nach Sirius´ Worten hatte er genau das den ganzen Tag getan.
Remus stritt dies regelmäßig ab, doch im Grunde wusste er nur zu gut, dass es stimmte. Aber lieber wäre er ein Vampir gewesen, als zuzugeben, dass Sirius Recht hatte.

Die Trauung war äußerst romantisch. Es waren nur wenige Leute geladen. Gerade die Familien und die engsten Freunde. Und gefeiert wurde in einer kleinen Kapelle, die mitten in einem Wald stand. Auf einer Lichtung wo die Sonne hinschien. Vor die Kapelle waren kurzerhand Tische und Sessel gestellt worden und dort wurde nach der Trauung gegessen, getrunken, getanz und richtig schön gefeiert.
James war so aufgeregt, dass er zuerst nicht "Ja" sagen konnte sondern nur stammelte. Womit Sirius ihn anschließend aufzog. Trotzdem ging alles gut.
Mehr konnte Remus im Anschluss nicht mehr über die Hochzeit sagen, denn Melinda sah so schön aus, dass sie für ihn sogar der Braut die Show stahl. Mehr als einmal wünschte Remus sich, er würde dort vorne am Altar stehen und sie heiraten, aber sie kannten sich zu kurz.

Irgendwann verschwand Melinda dann, sie kenne ja niemanden und wolle somit die Feierlichkeiten nicht stören. Remus versuchte es mit:"Naja, du kannst ja alle kennen lernen und außerdem bin ich ja da." aber er ließ sie gehen.
Als sie weg war betrankt er sich.
Vielleicht war das auch mit ein Grund warum er sich am nächsten Tage nicht mehr so ganz an alles erinnern konnte.
Aber Remus erzählt diese Geschichte nicht und muss sich deshalb auch nicht erinnern.
Melinda ging also und augenblicklich hatte Remus mal wieder dieses unbestimmte Gefühle, dass ihn in letzter Zeit oft verfolgt hatte: Er war ein Werwolf. Niemand wollte viel mit einem Werwolf zu tun haben.
Vielleicht war sie ja deshalb gegangen? Vielleicht hatte sie Angst gehabt nachher noch mit ihm alleine zu sein. Womöglich dachte sie sogar, er würde über sie herfallen.
Jedenfalls konnten weder ein bittender James, noch ein nörgelnder Sirius und schon gar kein flehender Peter, Remus davn abzuhalten einen Drink nach dem anderen in sich hineinzuschütten. Er sah schon vor sich, dass er morgen einen Brief von Melinda erhalten würde, in dem ausdrücklich stand, dass sie nichts mehr mit ihm zu tun haben wollte. An dem Tag der Hochzeit dachte Remus, dass er nur deswegen Angst hatte Melinda nicht wiederzusehen, weil er dann seine "Werwolfängste" bestätigt sehen würde. Dass er schon zu diesem Zeitpunkt mehr in Melinda verliebt war, als in irgendeine andere zuvor, wurde ihm erst viel später klar.
Nun zurück zur Hochzeit. Remus trank also einen Drink, und noch einen, und noch einen, und noch einen und wurde zunehmend unfreundlicher, aggressiver und launischer. Sirius und James versuchten fortwährend immer wieder mit ihm zu sprechen, dass nun wirklich genug wäre und dob er nicht lieber nach Hause gehen wollte. Und da rissen Remus die Sicherungen.
"Nach Hause? Ihr wollt mich wohl loswerden??? Tolle Freunde, aber das wahr ja so klar. Wer will schon einen Werwolf zum Freund?" schrie er und wollte auf Peter losgehen, der ihm am nächsten saß. Sirius hielt ihn zurück und gab ihm erstmal zwei schallende Ohrfeigen.
"Remus jetzt ist aber genug. Du drehst ja noch völlig durch. Es ist ohnehin schon spät. James! Ich nehm ihn mit. Der geht alleine nirgend wo hin, er kann bei mir schlafen!" rief Sirius James zu und schob seinen Arm unter Remus´ Arme.
James verabschiedete die beiden, wobei er zwar besorgt, aber nicht im geringsten wütend erschien. Nun ja, es waren bereits die meisten Gäste gegangen und daher waren die Feierlichkeiten ohnehin fast an ihrem Ende angelangt.

Als Remus am nächsten Morgen in Sirius´ Haus aufwachte war er im ersten Moment mehr als verwirrt. Sirius war noch nicht wach, deshalb stromerte Remus ein wenig im Haus herum und suchte nach etwas Essbarem. Er wurde fündig und war beinahe fertig, als Sirius ebenfalls bei ihm erschien.
"Na Rausch ausgeschlafen?" fragte er mit leichtem Spott in der Stimme.
"Rausch? Ich hab nur höllisch Kopfschmerzen!"
"Das ist ja auch klar. Du hast dich vollgekippt. Am Ende hast du sogar fast Peter angegriffen. Erinnerst du dich nicht mehr?" Sirius konnte ein Grinsen nicht unterdrücken:"Der arme Wurmschwanz, der hätte sich niemals gegen dich wehren können. Der hat schon so geschaut. Und hätte beinahe gequiekt:`Hilf mir Sirius!´ Du warst aber auch wirklich furchteinflößend....und das wo du doch sonst ein so ein lieber Kerl bist! Was ist da denn in dich gefahren?"
Remus war schokiert. Er hatte Peter angegriffen? Er? Er konnte sich bei bestem Willen nicht daran erinnern. Woran er sich aber erinnern konnte war der Grund, warum er getrunken hatte. Melinda, oder noch genauer: Seine Angst, irgendwann alleine zu sein. Als Werwolf.
"Weißt du," begann er erklärend "als Melinda gegangen ist, hab ich mich echt schlecht gefühlt. Ich hab es euch nie erzählt, aber ich fühle mich sehr oft alleine. Ich bin ein Werwolf. Niemand will gerne mit einem Werwolf zu tun haben. Und ich dachte, dass Melinda deswegen gegangen wäre. Und dann sah ich euch da sitzen. James mit Lilly und du mit Peter und ich? Ich freue mich ja für James, aber was wenn ihr auch Frauen findet, du und Peter? Dann bin ich alleine! Ich glaube nicht, dass Frauen auf Werwölfe stehen." Er seufzte tief. Und dann wartete er darauf, dass SIrius irgendwéine dumme Bemerkung losließ, so wie es eben seine Art war. Doch dergleichen geschah nichts.
Sirius sah ihn nur eine Weile stumm an. Dann stand er auf, ging zu Remus hinüber und umarmte ihn. Remus war völlig perplex.
"Sirius? Bist das auch wirklich du?" fragte er.
Sirius setzte sich wieder:"Du bist blöd Remus. Ich hoffe, das weißt du! Du bist doch nicht alleine!! Wir sind deine Freunde und uns ist es scheißegal, dass du ein Werwolf bist. Erinnerst du dich noch, wie wir gemeinsam über die Ländereien gelaufen sind? Der Wolf, der Hund, der Hirsch und die Ratte? Das war doch klasse oder? Und warum sollten wir nicht mit dir befreundet sein wollen? Und warum sollte dich keine Frau mögen? Melinda kannte gestern niemanden, ich versteh´ dass sie gegangen ist. Ach Remus, jetzt hör wieder auf so zu reden oder an sowas zu denken. Du bist doch ein klasse Kerl."
Remus war noch mehr erstaunt als vorher. Solche Worte hatte er von James erwartet, aber doch niemals von Sirius.
Aber schließlich nickte er:"Ja du hast schon recht. Es war....gestern bin ich einfach....meine Nerven sind wahrscheinlich mit mir durchgegangen oder so. Es tut mir leid!"

Den restlichen Tag verbrachten Sirius und James zusammen. Und Remus dankte Sirius in Gedanken mehr als einmal. Dass Sirius solche Dinge zu ihm sagte, zeugte davon, dass es ihm wahrscheinlich wirklich ernst war und er hatte ja recht. Nur weil James jetzt verheiratet war und weil sie nicht mehr in der Schule waren, hieß das ja nicht, dass sie keine Freunde mehr sein konnten.

Als Remus am Abend nach Hause kam fand er tatsächlich einen Brief von Melinda vor. Sie schrieb

Lieber Remus!
Ich wollte mich noch einmal bei dir entschuldigen, dass ich gestern so schnell gegangen bin. Aber ich kannte niemanden, nur dich, und ich wollte nicht stören und ehrlich gesagt war mir auch etwas langweilig. Aber ich fand es sehr nett von dir, dass du mich mitgenommen hast.
Ich würde dich gerne wieder sehen! Hast du nächsten Freitag schon was vor? Wir könnten nach Hogsmeade apparieren und dort ein wenig spazieren gehen. Bitte schick mir doch eulenwenden eine Nachricht.
Alles Liebe, ich freue mich schon darauf, dich wiederzusehen!
Melinda

Als Remus seine Antwort (natürlich lautete sie Ja) schrieb und mit seiner Eule davon schickte, machte sich ein Glücksgefühl in ihm breit. Melinda mochte ihn! Sie wusste, dass er ein Werwolf war!
Die Welt war wieder ok.



Das Date


Remus hatte eine Eule an James geschickt. Er wollte mit ihm sprechen. Und vor allem wollte er irgendjemanden dabei haben, wenn er sich für seine Verabredung fertigmachte. Und wie James war, hatte er sich natürlich dazu bereit erklärt.
Und jetzt saß James seit geschlagenen drei Stunden da, während Remus ihn volllaberte, ihm dazwischen ein anderes Hemd oder eine andere Hose (das schlimme daran war, dass Remus insegsamt nur zwei Hosen und vier Hemden in Erwägung zog und diese andauernd aufs neue anzog) und fragte ob er seine Haare nicht doch lieber mehr ins Gesicht frisieren sollte.
"Du bist eine männliche Frau.....die stehen auch stundenlang vor ihrem Spiegel oder ihrer besten Freundin und können sich nie entscheiden was sie eigentlich wollen. Also zieh doch einfach etwas an in dem du dich wohl fühlst. Und dann verschwinde endlich, du kommst ja zu spät. Und ich will auch mal wieder nach Hause.....Lilly hat sich neue Unterwä......na egal. Also bist du dann fertig??" murrte James unentwegt.
"Ja ich glaub jetzt hab ichs!" rief Remus und zeigte sich.
"Du weißt schon, dass du genau das vor anderthalb Stunden schon mal angehabt hast???" rief James entnervt. "Also es ist gut, lass deine Haare so und wenn du die arme Frau auch so zuquasselst, dann ist es ja kein Wunder, wenn sie dich nicht leiden kann!"
Remus sah James empört an:"Wie das hatte ich schon mal an? Nein bestimmt nicht, das ist gut!" Alles andere schien er überhört zu haben.
Nach knappen vier Stunden verließen also die beiden das Haus und James wünschte Remus nochmal viel Glück, bevor er disapparierte.
Jetzt wo James weg war da wurde Remus nervös. Vorher konnte er sich wenigstens noch mit Reden und umziehen ablenken, aber jetzt war er fertig, alleine und konnte sich nicht mehr ablenken.

Melinda und er trafen sich um 14 Uhr bei den Drei Besen. Als Remus ankam war von Melinda noch nichts zu sehen. Die Nervosität stieg noch ein wenig und Remus spürte ein eindeutiges Ziehen in der Megengegend.
Und dann endlich war sie da. Und genau in dem Moment als sie auf ihn zu kam, kam ihm etwas in den Sinn:`Remus, du hast dich verliebt!´
Als Melinda ihm gegenüber stand wusste er erst nicht so recht, was er tun sollte. Sollte er sie küssen? Aber sie kannten sich ja noch nicht richtig. Wie wäre es mit einem Kuss auf die Wange? Oder sollte er ihr nur die Hand geben. All diese Gedanken kamen Remus innerhalb von einer halben Sekunde in den Sinn und irgendwann begannen sie sich so zu verdrehen, dass er am liebsten mal seinen Kopf gegen die nächste Wand geschlagen hätte. Remus war einfach nur froh als Melinda die Initiative ergriff und sich auf die Zehenspitzen stellte und ihm schnell einen ganz leichten Kuss auf die Wange hauchte. Remus schwor sich diese Wange nie mehr zu waschen. Was passierte jetzt? Er wurde rot, er wusste es!
"Ähm....wollen wir rein gehen und was trinken? Oder willst du ein wenig spazieren gehen?" Es war erstaunlich wie schnell er diese Worte gefunden hatte bei all dem was ihm im Kopf umherschwirrte.
"Ich hätte schon Durst," sagte Melinda schließlich.
Remus nickte und öffnete ihr zuvorkommend die Tür.
ALs sie endlich mit zwei Butterbierflaschen an einem Tisch saßen hatte sich eine lockere Unterhaltung angebahnt. Remus erfuhr, dass Melinda bereits mit der Schule fertig war, sie war ein Jahr älter als Remus. Sie arbeitete im Ministerium, wollte aber gerne Sängerin werden. Es war ein großartiges Gespräch und anschließend spazierten sie durch Hogsmead. Als es dämmerte führte Remus sie zur Heulenden Hütte. Er erzählte ihr, dass er zu seiner Zeit in Hogwarts immer hier hergekommen war, wenn er zum Werwolf wurde. Diese Zeit war vorbei. Nachdem er mit der Schule fertig war wurde er regelmäßig zu Vollmond von seinen Eltern eingesperrt, damit er keinen Schaden anrichten konnte. Melinde lächelte darüber.
"Ich kann mir nicht vorstellen, dass du eine Bestie sein sollst......nicht mal als Werwolf."
Als sie so standen und die Hütte ansahen wurde es merwürdig still zwischen ihnen. Wieder schossen eine Menge Gedanken durch Remus´ Kopf, doch er versuchte nicht darauf zu hören. Er wusste nur, was er jetzt tun wollte. Und dann tat er es.
Etwas zögerlich bewegte er seine Hand ein wenig und irgendwann streifte sie Melindas Hand (sie stand direkt neben ihm). Melinda sah ihn von der Seite an. Etwas motivierter und kühner geworden fasste er sich schließlich ein Herz und schloss seine Finger um die ihren. Zu seiner Freude erwiderte Melinda den Druck.
Remus wusste gar nicht wie es dazu gekommen war, aber plötzlich sahen sie sich an.
Seine Stimme war heißer geworden, als er flüsterte:"Ich mag dich wirklich, weißt du.....ich glaub ich hab mich sogar in dich verliebt."
Und dann ohne ein Wort abzuwarten küsste er sie, so wie er noch nie in seinem Leben ein Mädchen geküsst hatte.
Er hoffte inständig, dass Melinda nichts von jener Körperfunktion, die in Remus´ Augen jetzt höchst unpassend war, bemerkte, die sich jetzt langsam aber zielsicher einstellte.
Als sie wieder voneinander ließen schielte er so unauffällig wie möglich an sich herab. Wie froh war er diese Hose gewählt zu haben.
Sie küssten sich wieder und wieder und wieder. Bis es schließlich stockdunkel war.
Mit einem allerletzten Kuss verabschiedeten sich die beiden voneinander. Dann fiel Remus ein, dass sie sich noch gar nicht weiter verabredet hatten.
"Wann sehen wir uns denn wieder??" rief er gerade noch rechtzeitig bevor Melinda disapparierte.
Melinda sah ihn kurz an und meinte dann nur:"Ich werde dir schreiben, ja?" Und dann verschwand sie mit einem leisen Knall.
Zu Hause angekommen schrieb Remus sofort an James:

Hey Krone!
Die Verabredung war unglaublich!!!!! Wir haben uns geküsst!!!!! Und wir sehen uns wieder!!!!!
Das wars dann! Bis bald
Remus
ps: Danke dass du mich beraten hast......die Hose war perfekt!

Remus las sich den Brief noch einmal durch und stellte erschrocken fest, dass James recht hatte: Er benahm sich nicht nur wie eine Frau, er schrieb auch so! Also zerknüllte er den Brief und schrieb nur:

Hi Krone, die Verabredung war klasse, ich denk, das wird was! Bis bald Remus

Ja so war es besser, entschied Remus. Und dann schickte er den Brief ab.
Als er im Bett war schloss er seine Augen und sah sofort wieder Melindas Gesicht. Er fragte sich was passiert wäre, wenn sie sich hier getroffen hätten, bei sich, wo sein Bett stand.
Bei den Vorstellungen, die sich nun in seine Gedanken schlichen musste Remus grinsen. Wie froh war er nicht mehr in Hogwarts zu sein, wo jede seiner Emotionen sofort gesehen und besprochen wurde. Wie froh war er, dass Melinda ihn wieder sehen wollte. Wie froh war er, dass er endlich im Bett liegen und schlafen konnte. Trotz allem war es ein langer Tag gewesen und es dauerte keine zehn Minuten bis Remus eingeschlafen war.


Wiedersehensfreude und ein Streit


Da standen sie also, vor dem Traualtar und.....Remus wachte auf. Nur ein Traum. Mal wieder! Remus sah auf seine Uhr. Es war halb sieben, als höchste Zeit zum Aufstehen. Heute war ein wichtiger Tag für Remus, denn er hatte ein Vorstellungsgespräch. Im Ministerium und zwar für einen Schreibtischjob in irgendeiner Abteilung. Im Moment war es Remus egal wo er arbeitete, ihm war wichtig, dass er arbeiten konnte, denn je schneller er Geld verdiente umso schneller konnte er auch ausziehen.
Im Eiltempo(!) wusch Remus sich, zog sich an, rief seiner Mutter, die in der Küche mit einem Frühstück auf ihn wartete ein:"Ich gehe!" zu und lief nach draußen.
Er atmete tief durch. Am liebsten wäre er zu Melinda appariert, aber wahrscheinlich war sie bereits im Ministerium. Remus´ Herz machte einen Hüpfer: Sie arbeitete im Ministerium! Vielleicht würde er sie sehen! Remus versuchte den Gedanken abzuschütteln, er machte ihn noch nervöser als er ohnehin war.

Das Gespräch verlief ganz gut. Bis Remus erwähnte, dass er ein Werwolf war. Sofort schlug das Gespräch um.
Der Ministeriumszauberer setzte einen reservierten Blick auf und meinte:"Danke, wir werden uns bei Ihnen melden!"
Dann gab er ihm schnell die Hand und öffnete die Tür. Remus folgte der ausgestreckten Hand nach draußen.
Er seufzte. Das hätte er sich auch gleich denken konnten. Werwölfe hatten keine Arbeit. In diesem Moment verfluchte Remus den Werwolf, der ihn damals gebissen hatte. Er selber hatte noch nie einen anderen Menschen angegriffen. Das hatte er sich geschworen.
Remus trabte missmutig zum Ausgang. Wenn wenigstens Melinda bei ihm wäre, dann würde es ihm besser gehen. Aber weit und breit war nichts von ihr zu sehen. Dafür traf Remus jemanden anderen an, den er nicht erwartet hatte: Severus Snape. Snape war in Hogwarts im gleichen Jahrgang wie Remus, James, Sirius und Peter gewesen, er hatte fettiges, schwarzes Haar und war auch sonst ein seltsamer Kerl. Remus persönlich hatte sich nie von ihm gestört gefühlt, aber Sirius und James hatten Snape regelmäßig verspottet oder ausgelacht. Remus wusste, dass Snape ihn dafür hasste, dass er mit James und Sirius befreundet war. Und Snape hatte schon zu ihrer Schulzeit gewusst, dass Remus ein Werwolf war.
Und nun standen sie sich gegenüber. Remus nickte ihm nur zu und murmelte:"Severus." Dann wollte er an ihm vorei, aber Snape stellte sich so hin, dass er stehen bleiben musste.
"Na Lupin? Bettelst du hier um einen Arbeitsplatz? Vergiss es, Werwölfe bekommen keine Arbeit! Pech gehabt. Geschieht dir aber ganz recht!" Snape blickte ihn höhnisch an.
Remus versuchte sich unter gar keinen Umständen provozieren zu lassen. Er blickte Snape an und meinte schließlich:"Hes Severus, ich weiß ganz zufällig wo du wohnst. Und weißt du was mir gerade einfällt? Nächstes Wochenende ist ja Vollmond! Weißt du wen ich da besuchen werde? Genau: Dich!"
Snape starrte ihn entsetzt an. Einen Moment lang war er wirklich sprachlos, er sah so aus, als überlegte er, ob Remus es ernst meinte.
"Das traust du dich gar nich," stieß er schließlich hervor.
Remus blitzte ihn an:"Willst du wetten??"
Snape ging. Er sagte nichts mehr und sah Remus auch nicht mehr an. Er ging einfach.
Remus lächelte ihm nach. Natürlich wäre er nicht zu Snape nach Hause gekommen. Einen Moment später rief er sich wieder zu Ordnung. Er war einfach zuviel und zulange mit Sirius und James zusammen gewesen. Remus Lupin, der Werwolf und Einzelgänger hätte keine solchen Scherze mit anderen getrieben. Aber wie es aussah tat es Remus Lupin, Freund von Sirius Black und James Potter, sehr wohl.
Remus schüttelte den Kopf und vernahm plötzlich ein Lachen hinter sich. Er erkannte die Stimme sofort: Melinda!!
Er drehte sich um, bemerkte nebenbei, dass er nicht so aussah, wie er es sich jetzt gewünscht hätte, dachte aber dennoch nicht weiter darüber nach, sondern strahlte sie einfach an.
"Melinda! Schön dich zu sehen!"
Sie lächelte dieses bezaubernde Lächeln und kam zu ihm:"Ich habe heute bereits zu Mittag Schluss. Hast du Lust danach etwas zu unternehmen?" Ihre Hand schlang sich um seine Hüfte.
Remus sah sie ungläubig an: Was für eine Frage. Natürlich hatte er Lust!!
"Ja klar," meinte er und versuchte sehr locker zu klingen, was ihm nur schlecht gelang,"ich werde auf dich warten. Auf der Hauptstraße gibt es ein kleines Lokal, nur eines, also ich könnte dort warten. Und du könntest dann kommen und dann könnten wir was zusammen machen." Remus hätte sich am liebsten auf den Mund geschlagen. Das hörte sich zu dumm an. Aber es schien ihr nicht aufzufallen. Sie nickte und winkte ihm dann.
"Ich muss wieder an die Arbeit. Bis später!"
Remus sah ihr verzückt nach.

Sie aßen zusammen Mittag und Remus erzählte von dem verhauten Vorstellungsgespräch. Melinda meinte, er würde schon noch Arbeit finden. Dabei sah sie aber nicht sonderlich überzeugend aus.
Sie verließen das Lokal nach einem ausgiebigen Essen und schlenderten die Hauptstraße entlang. Dabei wurden sie des öfteren ein wenig angestarrt. Kein Wunder, trugen sie ja Umhänge. Remus störte das gar nicht. Er wünschte sich alle Welt würde sehen, welche schöne Frau sich mit ihm, dem Werwolf abgab. Am liebsten hätte er laut ausgerufen:"LEute ich bin ein Werwolf, aber schaut was ich da habe!!"

Der Nachmittag war unglaublich schön. Nachdem Remus und Melinda eine Weile durch die Stadt spaziert waren, setzten sie sich in einen kleinen Park und redeten. Und ganz plötzlich fragte Remus:"Wie ist es, kommst du noch mit zu mir?" Er hörte die Worte und konnte sich nicht daran hindern sie auszusprechen. Im nächsten Moment wünschte er sich nichts gesagt zu haben. Und wie seine Stimme dabei klang! Dieser eine Satz hätte ganz locker und harmlos klingen können, aber nein, Remus schaffte es natürlich diesen einen dummen Satz anzüglich klingen zu lassen.
Melinda schaute ihn an. Dann stand sie auf.
"Natürlich, das hätte ich wissen müssen. Ich dachte ja du wärst ein netter Kerl und anders, als die Männer, die ich bisher kennen gelernt habe. Aber natürlich bist du nicht anders. Ihr seid doch alle so. Nett tun, aber nur ein Hintergedanke. Ich glaube ich gehe jetzt besser. Auf Wiedersehen."
Remus konnte nicht sagen oder tun, sie verschwand in einem Gebüsch und Remus hörte nur noch den Knall, als sie disapparierte.
Da saß er nun. Alleine.
Remus seufzte. Der Tag hätte großartig werden können. Einen Moment lang wünschte sich Remus er wäre wie Sirius. Sirius hätte soetwas ohne weiteres sagen können und jede Frau wäre ihm zu Füßen gelegen. Egal WIE er es gesagt hätte. Aber Remus war nun mal Remus und gerade eben hatte er das wunderbarste Wesen auf der Welt verscheucht.

Zu Hause angekommen schrieb Remus an Sirius:

Hey Tatze! Wie gehts? Komm grad von einem Vorstellungsgespräch, aber das wird wohl nichts! Was machst du die Woche noch so? Ich nicht viel. Also dann, Remus

Mal wieder flog die Eule mit einem Brief zum Fenster hinaus und wieder hatte Remus ein ganz anderes Gefühl dabei. In seinem Kopf hämmerte der Gedanke: Komm schon Sirius, lass mich bloß nicht alleine!

Die Antwort kam nicht mehr. Dabei hatte Remus gehofft noch einen weiteren Brief wegschicken zu können. An Melinda. Er wollte nichts mehr als sich bei ihr entschuldigen. Aber als die Eule gegen halb eins morgens nicht zurück war beschloss Remus, dass es keinen Zweck hatte länger zu warten. Er ging zu Bett.

Gleich nachdem Remus aufgewacht war sprang er aus dem Bett und suchte sofort das Zimmer mit seinen Augen ab. Die Eule war wieder hier. Sie saß auf seinem Schrank und fiepte leise. Remus holte Eulenkekse aus seinem Schrank und reichte einen davon zum Schrank hinauf.
Am Boden vor den Schrank lag ein Brief. Er war von Sirius.

Hey altes Haus. Na du klingst ja nicht gerade fröhlich. Tut mir leid, Moony, die Woche bin ich verbucht! Ich hab da was ganz heißes am Laufen und außerdem hab ich einen Job gefunden: Bei Gringotts! Tut mir echt leid. Ich meld mich wieder bei dir. Bis bald Sirius

Remus zerriss den Brief. Na klar, Sirius hatte ja immer was am Laufen oder irgendwas ganz wichtiges zu tun. Aber wenigstens war die Eule wieder da. Remus schrieb einen Entschuldigungsbrief und schickte die Eule weg.
Zwei Minuten später flog ein Kauz zum Fenster herein. Remus war überrascht. Das war nicht seine Eule! Der Kauz ließ sich auf seiner Schulter nieder und streckte ein briefbebundenes Bein von sich weg. Remus löste den Brief und suchte nach einem Absender. Der Brief war von Melinda.
"Oh nein, jetzt ist es wohl endgültig aus!" dachte er während er den Brief in windeseile aufriss. Der Kauz hatte sich mittlerweile davon gemacht.

Lieber Remus!
Es tut mir leid, dass ich gestern so empfindlich reagoert habe. Aber ich hatte nicht erwartet, dass du mich gleich zu dir mit nach Hause nehmen möchtest. Ich würde dich gerne bald wieder sehen! Wir könnten ja fein Essen gehen, vielleicht am Samstag! Ich hoffe, du hast Lust und bist nicht allzu böse auf mich!
Ich weiß, dass ich mich dumm benommen habe. Das habe ich auch gleich bemerkt, als ich darüber nachgedacht habe. Zuerst war ich auch etwas böse. Aber ich konnte einfach nicht aufhören an dich zu denken. Bitte sei nicht böse auf mich!
Ich hab dich wirklich gerne und ich will dich unbedingt wieder sehen! Bitte schreib mir, ob du möchtest! Ich würde mich sehr freuen!
Alles Liebe Melinda

Remus ließ sich rücklings auf sein Bett fallen. Den Rest des Tages hatte er ein Dauerlächeln aufgesetzt.

Wunderbare Wochen und die erste gemeinsame Nacht

Remus und Melinda trafen sich regelmäßig und schlielßich stellten sie sich offiziell ihren Familien vor. Remus´ Eltern waren ganz entzückt von der hübschen jungen Dame, die ihr Sohn erwählt hatte. Remus konnte dieses Gefühl nur teilen. Er schwebte auf Wolke sieben oder noch höher und war so glücklich wie noch nie. Von Sirius, James oder Peter hörte er in nächster Zeit nichts, aber es war ihm egal.
Eigentlich hätte er sich ja um Arbeit bemühen müssen, aber alle seine Gedanken waren nur bei Melinda.
Sobald sie sich trafen wurde geküsst und geschmust. Remus wurde jedes Mal begierlicher. Aber da er sich Sirius´ und James´ Einfluss "entzogen" hatte, hielt er sich zurück. Er wollte sie nie mehr verschrecken! Das hatte er sich fest vorgenommen.
Das er sich regelmäßig in eine reißende Bestie verwandelte störte Melinda nicht. Sie sahen sich dann nicht und Remus schrieb sobald er wieder zurückverwandelt war.
In diesen ersten gemeinsamen Wochen lernten sich Remus und Melinda immer besser kennen und schließlich an einem Abend, als sie zusammen bei Melinda zu Hause Musik hörten konnte Remus sich einfach nicht mehr halten. Und dann sagte er ihr:"Ich liebe dich!" Wie froh war er, dass sie erwiderte.
Und dann, nach ungefähr sieben Wochen harmlosens Geschmuse, saßen sie wieder mal auf Remus Bett. Er sah sie an, sie sah ihn an und sie küssten sich. Es war bereits dunkel und der Mond schien zum Fenster herein. In dem schwachen Licht sah Melinda wunderschön aus. Remus sah ihr tief in die Augen und fand in ihrem Blick etwas, dass ihm sagte: Was auch immer du tun wirst, ich werde dich nicht hindern. Er strich ihr durchs Haar und über den Rücken. Sie erschauderte leicht und erwiderte die Berührung.
Langsam, aber zielsicher, knöpfte Remus ihre Bluse auf und streifte sie ihr ab. Ihre Haut war ganz zart und Remus´ Finger zitterten, als er über ihre Schultern strich. Melinda hatte sich mittlerweile ebenfalls an seinem Hemd zu schaffen gemacht. Wieder küssten sie sich, aber dieses Mal beließen sie es nicht dabei.

Remus erwacht am nächsten Morgen spät. Es war Sonntag, Melinda musste nicht arbeiten und lag selig schlummernd in Remus´ Armen. Er küsste sie zärtlich auf die Nasenspitze und ein übermächtiges Glücksgefühl durchfuhr ihn.
Melindas Haar war zeraust und sie schnarchte leise, Remus musste schmunzeln.
Schließlich stand er auf und begab sich in die Küche um schnell Frühstück zu bereiten.
Als er wieder nach oben kam war Melinda wach. Sie strahlte ihm entgegen und flötete ihm ein "Guten Morgen Liebling!" entgegen.
Remus wünschte sich, sie würde nie mehr gehen.



Der Orden des Phönix


Remus fand einen Job bei einer Organisation, die heimatlose magische Kreaturen aufnahm und ein neues Heim verschaffte, er zog zu Melinda und Sirius und James hatten wieder mehr Zeit für ihn. Alles in allem verliefen die nächsten zwei Jahre sehr gut für Remus.
Melinda und er verbrachten viel Zeit miteinander und Remus konnte nicht fassen, wieviel Glück er hatte.
Dann begannen die Morde. Ein wahnsinnig gewordener Zauberer namens Voldemort hatte sich der dunklen Seite zugewandt und eine Menge gleichgesinnter Zauberer um sich geschart. Genau derselbe Zauberer schien sich in den Kopf gesetzt zu haben der mächtigste und der am meisten gefürchtete Magier der Welt zu werden. Und noch dazu schien er etwas gegen Muggelgeborene und generell auch gegen Muggel zu haben. Er und seine Schergen benutzten am laufenden Band die drei unverzeilichen Flüche um Muggel oder Muggelgeborene zu quälen oder zu töten.
Remus saß fast täglich schokiert vor dem Zaubererradio und hörte von neuen Greueltaten. Doch gelang es einfach nicht Voldemort zu fangen. Es wurden vermehrt Auroren ausgebildet und das Ministerium schickte vermehrt Beamte aus, die in den Starßen umherstreunten, um jedes Anzeichen von böser Magie aufzuspüren.
Remus bekam einen Brief von James:

Hallo Moony!
Pass auf, Dumbledore und ein paar andere große Magier haben eine Gruppe gegründet. Ich schreib dir nicht mehr davon, falls der Brief in falsche Hände gerät. Du solltest unbedingt teilnehmen. Ich hol dich übermorgen um 12 Uhr Mitternacht bei dir zu Hause ab und erzähl dir dann mehr davon!
Alles klar? Bis dann James

Remus las den Brief immer und immer wieder, aber nachdem er ihn ungefähr 15 mal gelesen hatte, war er immer noch nicht schlauer. Seine Antwort an James fiel dementsprechend knapp aus:

Hi Krone, ja klar, ich werd auf dich warten! Bis dann Remus

Als Melinda an diesem Abend von der Arbeit nach Hause kam erzählte Remus ihr von dem Brief und von seiner Vermutung, dass es sich bei dieser Gruppe um eine Organisation gegen Voldemort handelte. Er erklärte ihr auch, dass er, wenn es so war, auf alle Fälle teilnehmen würde.
Melinda sagte darauf nichts, sie schaute ihn nur seltsam an.
"Ja klar, wenn du das willst, ich bin müde, ich geh jetzt ins Bett! Gute Nacht!" Dann verschwand sie im Schlafzimmer.
Remus sah ihr nach. So war Melinda doch sonst nie. Wahrscheinlich war sie wirklich nur müde. Remus saß noch eine Weile über den Brief nach, kam aber zu keinem Ergebnis. Schließlich ging auch er zu Bett.

James kam pünktlich. Remus bot ihm etwas zu trinken an, doch James schüttelte nur den Kopf.
"Also, in fünf Minuten geht hier ein Portschlüssel weg. Er wird uns zu einer Versammlung bringen. Die Gruppe nennt sich übrigens Der Orden des Phönix! Sirius ist auch mit dabei und Lilly. Also mal sehen. Irgendwo muss der Schlüssel hier rum liegen." James begann den Boden abzusuchen. Auch Remus schaute sich um. James verschwand um eine Ecke und nach kurzem hörte Remus ihn rufen:
"Ha ich hab ihn, Remus komm hierher!"
Remus folgte James und fand diesen mit einer fauligen Bananenschale in der Hand. Angewidert berührte Remus die Schale. Dann warteten sie.
Als der Portschlüssel losging fühlte Remus ein Ziehen hinter seinem Bauchnabel. Er versuchte seinen Griff etwas zu lockern, doch es gelang ihm nicht. Etwas unsanft schlugen sie auf einem Stück Rasen auf.
James war neben ihm zum Stehen gekommen und deutete nach vorne.
"Wir sind in Hogwarts, Moony! Sieh dir das an, wir sind zurück!" James schien begeistert.
Remus nahm im selben Moment ein ungutes Gefühl war. Sie waren zurück. Und in wenigen Minuten würde er Dumbledore unter die Augen treten müssen. Dumbledore....der ihm vertraut hatte, und dessen Vertrauen er gründlich missbraucht hatte. Kein anderer Schulleiter hätte einen Werwolf an seiner Schule geduldet, aber Dumbledore hatte es getan! Und er hatte Remus vertraut. Zu jeder Vollmondnacht hatte er ihn in die Heulende Hütte nach Hogsmead gebracht, wo Remus die Zeit seiner Verwandlung erlebte. Dumbledore hatte immer geglaubt, dass Remus dort geblieben war bis er sich zurückverwandelte. Und da lag das Problem. Remus erinnerte sich nur zu gut, wie James, SIrius und Peter es geschafft hatten Animagi zu werden und sich in Tiere zu verwandeln. Und wie sie eines Nachts bei ihm aufgetaucht waren, ihn aufgefordert hatten ihnen zu folgen und dann zusammen mit ihm auf den Gründen von Hogwarts herumgestreift waren. Dumbledore hatte nie davon erfahren.
Und jetzt müsste Remus ihm wieder in die Augen sehen. Es war seine Schuld, dass die drei nicht gemeldete Animagi geworden waren. Und er hatte regelmäßig die ganze Schülerschaft in Gefahr gebracht.
Remus bemerkte erst jetzt wie stark sein schlechtes Gewissen eigentlich war.
James hatte wohl keine Gedanken in diese Richtung. Wahrscheinlich dachte er eher daran, dass er hier Lilly kennen gelernt hatte. Jedenfalls sagte genau das sein Gesichtsausdruck.
Remus achtete nicht darauf, sondern zog James mit, als er sich in Richtung Schloss aufmachte. Bei der Eingangstür wartete jemand: Peter!
"Hallo!!! Da seid ihr ja! Ich sollte hier auf alle ankommenden warten, aber ihr zwei seid die letzten." Peter ging ihnen voraus ins Schloss hinein.
Remus schaute Peter einen Moment lang nach. Irgendwie fühlte er sich unwohl in Peters Nähe. War das schon immer so gewesen? Remus konnte es nicht sagen.

In Dumbledores Büro wurden sie schon erwartet. Und zwar von einer ganzen Menge Zauberer und Hexen. Einige davon kannte Remus, aber die meisten nicht.
Dumbledore begrüßte die beiden freudestrahlend. Er bot ihnen je einen Platz an. Eine Vorstellungsrunde begann. Und am Ende wusste Remus nicht sehr viel mehr als zuvor. Es waren einfach zu viele, als das er sich alle Namen merken konnte.
Remus saß ziwschen James und Sirius und wunderte sich darüber. Früher war es immer so gewesen, dass James und Sirius unbedingt zusammen sitzen wollten und er immer ein wenig daneben saß. Aber es kam Remus eher so vor, als würde James Sirius gar nicht bemerken.

"Ich freue mich, dass so viele gekommen sind. Ich weiß warum wir hier sind, ihr wisst warum ihr hier seid. Voldemort! Er streift mit seinen Anhängern herum, tötet Muggel und Zauberer und es ist bisher noch nicht gelungen ihm Einhalt zu gebieten...." Dumbledore sprach noch eine Weile weiter, doch Remus bekam nicht mehr sonderlich viel mit.
Er stieß Sirius mit dem Ellbogen an:"Ist James irgendwie sauer auf dich?"
Sirius blickte zu James hinüber:"Der ist nur stur," flüsterte er zurück.
"Was heißt denn das wieder?"
"Hat er dir gar nichts erzählt? Ich hatte eigentlich gedacht, jetzt wo er sich weigert mit mir zu sprechen wird er zu dir gehen. Hab mich wohl getäuscht!"
Remus runzelte die Stirn:"Worum gehts denn überhaupt?"
Sirius verdrehte die Augen:"Wenn ich es dir sage, bist du dann still??"
Remus nickte nur.
"Also gut. Es geht um Lilly. Sie ist eine Muggelgeborene und deshalb wollte James einen Geheimniswahrer haben, damit Voldemort sie nicht findet. Er hat mich gefragt, aber ich hab abgelehnt. Und jetzt ist er sauer!"
Remus nickte und sah wieder nach vorne zu Dumbledore. Dann fiel ihm etwas ein:"Warum hast du abgelehnt?"
Siriu wirkte entnervt:"Schon mal daran gedacht, dass sich andere Leute für das interessieren, was Dumbledore da faselt?"
"Schon....aber du doch nicht oder?" Remus erinnerte sich an zahlreiche interessantere Stunden, in denen James und Sirius die ganze Zeit getratscht hatten, während ein gewisser Werwolf mühsam versucht hatte, dem Lehrer zu lauschen.
Sirius funkelte Remus an:"Auch ich hab mich verändert, weißt du?"
Remus erschrak ein wenig. Sirius hatte ihn nie zuvor auf diese Art und Weise angesehen. Remus dachte an die letzten Treffen zurück und sah ein, dass Sirius wohl recht hatte. Nicht nur er hatte sich verändert, auch James und Sirius.
Remus lehnte sich wieder zurück und versuchte angestrengt Dumbledore zu lauschen

".....wir müssen alles versuchen, um Voldemort daran zu hindern weiter zu morden!! Deshalb habe ich euch heute gerufen, deshalb seid ihr hier!" So endete Dumbledores Rede, die bestimmt interessant gewesen war.

Die neuentstandene Gemeinschaft gönnte sich eine Pause. Remus witterte seine Chance mehr von Sirius über dessen Streit mit James zu erfahren.
"Ok ich erzähl es dir. Ich hab also abgelehnt, weil Voldemort Anhänger hat, die uns kennen. Wenn einer davon gefragt wird wer James´ bester Freund ist, wird er sagen: Sirius Black! Und Voldemort wird zu mir kommen. Und wenn er Cruciatus oder Imperius einsetzt, dann ist James geliefert, verstehst du? Deshalb hab ich abgelehnt. Es wäre zu offensichtlich, wenn ich James Geheimniswahrer wäre! Ich hab Dumbledore vogeschlagen oder Peter, aber James ist trotzdem sauer auf mich. Peter ist jetzt sein Geheimniswahrer."
Remus hatte der Erzählung interessiert gelauscht und spürte plötzlich ein ungutes Gefühl in sich hochsteigen. Warum war er übergangen worden?? Weder James noch Sirius hatten daran gedacht ihn zu fragen oder vorzuschlagen. Remus wurde wütend. Er war auch ein Freund! Und jetzt war er wieder mal ausgeschlossen worden.
Sirius schien zu bemerken, dass irgendetwas nicht mehr recht stimmte. Er sagte schnell:"Ich hab dich nicht vorgeschlagen, weil es auch bei dir zu offensichtlich gewesen wäre. Und James hat dich nicht in Erwägung gezogen, weil er dich damit nicht belasten wollte. Wo du doch grad alle Hände voll hast mit der Liebe. Anscheinend hast du ja richtig Glcü gehabt mit deiner....Lisa....ähm Maria.....ähm oder....?"
"Sie heißt Melinda," knurrte Remus dazwischen.
"Ist demnächst Vollmond??? Du knurrst ja jetzt schon wie ein Werwolf.....hey nichts für ungut! Also Melinda und du! Da scheint sich ja richtig was anzubahnen. Wie lange seid ihr jetzt schon zusammen? Zwei Jahre? Ist dir nicht schon langweilig? Ich weiß nicht, an deiner Stelle wäre mir öangweilig und auch an James´! Wie schafft ihr das nur? Ich hab grad eine ganz hübsche kennen gelernt......Susan....nein, sie heißt Renee.....egal, ist ja auch nicht so wichtig. SIe ist echt heiß, weißt du?" SIrius grinste
Remus dachte an ihr geflüstertes GEspräch zuvor zurück. Vielleicht hatte Sirius sich gar nicht so sehr verändert. Was Frauen anging war er jedenfalls immer noch derselbe unsensible Kerl wie eh und je!

Das Treffen des Ordens dauerte noch die ganze Nacht. Sie besprachen wirkvolle Methoden Voldemorts Leute aufzuspüren und wie sie es schaffen konnten ihn ausfindig zu machen.
Gegen Ende des Treffens mahnte Dumbledore sie alle nochmal:"Seid wachsam, jedes Anzeichen wird sofort gemeldet!"
Danach waren sie entlassen. Remus fühlte sich nicht gut. Das letzte mal war er in Hogwarts die ganze Nacht wach geblieben. Er verabschiedete sich schnell von James und Sirius und disapparierte dann.

Er freute sich schon wieder zu Hause bei Melinda zu sein, aber er wurde enttäuscht, Melinda war nicht da als er ankam.



Einsamkeit, Lügen und eine Erneuerung


Remus musste den halben Tag warten bis Melinda wieder kam.
"Wo warst du?" fragte er sie nach einem Begrüßungskuss.
"Bei....bei einer Freundin...," murmelte Melinda hastig, anscheinend von dieser plötzlichen Frage überrascht.
Remus zog die Augenbrauen hoch, Melinda wirkte so unehrlich.
"Wie heißt sie denn?" fragte er weiter und versuchte locker zu klingen.
"Ähm.....Jane, du weißt schon, ihr habt euch schon einmal gesehen," antwortete Melinda etwas schneller.
Remus nickte nur. Er suchte Melindas Blick, doch sie schaffte es ihm nicht direkt in die Augen zu sehen.
"Remus, ich muss auch gleich wieder los, ich muss heut noch zur Arbeit. Also tschüss dann!" Das wars. Kein Kuss und schon gar kein liebevoller Blick.
Remus sah Melinda enttäuscht nach. Dies war immerhin ihre erste Nacht gewesen, die sie nicht gemeinsam verbracht hatten seit sie zusammen gezogen waren und sie umarmte ihn nicht einmal.
Enttäuscht ging er zu Bett. Remus war nun doch ziemlich müde und Melinda war ohnehin nicht da. Vielleicht würde er ja aufwachen, wenn sie kam, dann könnten sie noch ein wenig reden oder kuscheln.
Remus wachte erst am Morgen wieder auf. Er drehte sich um und wollte Melinda, wie gewohnt, mit einem Gutenmorgenkuss begrüßen, aber er erstarrte in der Bewegung: Sie war nicht da!
Remus sah auf die Uhr. Natürlich war sie nicht mehr da, es war schon viel zu spät. Melinda fing um acht Uhr an zu arbeiten, jetzt war es halb zehn.
Remus war etwas erleichtert. Er stand auf und wollte sich eben ein gemütliches Frühstück machen, als ihm einfiel, dass auch er arbeiten musste.

Der Orden traf sich nun häufiger. Melinda nahm weiterhin kaum Anteil daran, sie schien nicht einmal mitbekommen zu haben, dass so viele grausame Morde geschahen.
Eigentlich blieb alles beim alten, bis zu diesem einen Treffen.
Remus kam nach Hogwarts und es schien alles normal zu sein. Doch als er das Büro Dumbledores betrat sah er auf den ersten Blick, dass jemand neuer unter den Mitgliedern saß: Severus Snape.
Er wirkte noch blasser und schlechter gelaunt als sonst.
Remus suchte den Raum ab, schließlich fand er Sirius und James und setzte sich zu ihnen. Erst beim zweiten hinsehen bemerkte er, dass auch Peter da war.
"Was will DER denn hier?" fragte Remus seine Freunde und natürlich wussten sie gleich, wenn er meinte.
"Keine Ahnung, Dumbledore hat sich noch nicht blicken lassen, aber er wird sicher was dazu sagen. Der Kerl fällt ja jedem auf, es ist nämlich plötzlich so eine unangenehme Stimmung im Raum," flüsterte Sirius zurück und sah angewidert zu Snape hinüber.
Dumbledore kam, doch er sagte nur wenig zu Snape:"Wir heißen heute ein neues Mitglied willkommen: Severus Snape. Er hat sich erfreulicherweise unseren Reihen angeschlossen!"
"Erfreulicherweise???" war James geflüstertes Kommentar dazu.
Remus konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen. Er sah immer wieder zu Snape hinüber und fragte sich wie es ein Typ, der so offensichtlich ein Todesser war in den Orden geschafft hatte. Doch diese Frage wurde bis zum Ende der Sitzung nicht beantwortet.
Gegen Ende der Sitzung wurde Peter immer nervöser. Besonders als Dumbledore sagte, dass es nun endlich gelungen sei Anhänger Voldemorts ausfindig zu machen. Remus runzelte die Stirn und beobachtete Peter eine Weile. Tatsächlich. Wurmschwanz wurde mit jeder Minute nervöser.
"Das Ministerium hat nun den Avada Kedavra freigegeben, dieser Fluch darf nun gegen Todesser eingesetzt werden," verkündete Dumbledore, doch gleich darauf meinte er, dass er die Mitglieder des Ordens darum bitten wolle, den Fluch möglichst nicht einzusetzen.
Bei dem Wort "Avada Kedavra" quiekte Peter leise auf.

Nach dem Treffen nahm Remus sich Peter zur Seite.
"Sag mal, was warst du denn so nervös??"
"Ich.....ich war gar nicht nervös....mir gehts nur nicht gut, weißt du? Ich....ich hab...nicht so gut geschlafen letzte nacht und außerdem......war mir kalt!" stotterte Peter. Es war offensichtlich, dass dieses Gestottere nicht der Wahrheit entsprach, aber bevor Remus irgendetwas sagen konnte hatte Peter sich bereits verabschiedet und war davon gehastet.
Sirius und James tauchten neben Remus auf.
"Ich glaube Wurmschwanz verheimlicht uns etwas!" meinte Remus.
"Wie kommst du denn darauf?" Sirius sah ihn ungläubig an.
"Er hat mich gerade belogen.....habt ihr ihn in letzter Zeit mal getroffen? Ich hab nichts von ihm gehört. Er hat meine Briefe ignoriert!" Remus´ Blick schweifte zwischen James und Sirius hin und her, aber beide sahen nur ratlos drein.

Natürlich war Melinda nicht zu Hause als Remus kam. Das war in letzter Zeit sehr oft so. Aber sobald Remus Melinda danach fragte, warum sie sooft weg war, tat sie das ganze ab und meinte nur, dass er sich das einbilden musste.
Heute kam Melinda überraschend früh nach Hause. Darüber war Remus hocherfreut. Er küsste sie zur Begrüßung und zog sie an sich heran, um sie langsam zu entkleiden. Aber Melinda wehrte ab.
"Bitte Remus lass mich, ich will heute nicht so gerne......Kopfschmerzen." Dann ging sie ins Bett und meinte, sie müsse jetzt dringend schlafen.
Als Remus zu Bett ging war Melinda wach.
"Melinda, was ist los mit dir? Ich hab das Gefühl, dass du nicht ganz ehrlich zu mir bist!" sagte er.
"Ach Schatz, das bildest du dir nur ein. Es ist gar nichts los. Wirklich! Und jetzt komm, lass uns über etwas anderes reden."
"Zum Beispiel?"
Melinda zuckte mit den Schultern.
"Ich will aber über nichts anderes reden. Ich merke doch, dass du dich von mir entfernst!! Was ist los??"
Melinda antwortete nicht mehr. Wie Remus vorhin schlüpfte sie nun in die Rolle der Verführerin und Remus ließ es mit sich geschehen. Er genoß es Melinda nah zu sein und sie konnten ja auch morgen miteinander reden.

Remus sah Melinda in die Augen. Beide hatten sich wieder beruhigt und er fühlte sich im Moment glücklich. Er strich ihr übers Gesicht und flüsterte zärtlich:"Du siehst wunderschön aus, weißt du das?"
Und mit einer unglaublich Wucht traf Remus die Erkenntnis wie wunderschön sie wirklich war und welch unglaubliches Glück er hatte mit so einer großartigen Frau zusammen zu sein. Und plötzlich überkamen ihn ganz neue Gefühle. Er wollte sie nie mehr verlassen oder hergeben müssen.
"Melinda........bitte heirate mich!" Remus merkte erst im Nachhinein, was ihm da herausgerutscht war.
Melinda sah ihn ungläubig, aber trotzdem geschmeichelt an.
"Remus, das ist sehr lieb von dir.......aber......aber.....ich kann nicht......ich bin......noch nicht bereit für so einen Schritt glaube ich......sei bitte nicht böse!"
Sie drückte ihm einen Kuss auf und legte sich wieder hin.
Remus sah sie noch lange an und legte sich selbst erst nieder nachdem sie lange eingeschlafen war. Die ganze Zeit hämmerte ein Gedanke durch seinen Kopf: War er denn bereit für diesen Schritt? Ja auf alle Fälle, aber welcher Grund hielt Melinda davon ab?

In nächster Zeit änderte sich nicht viel. Melinda war immer öfter nicht zu Hause und Remus begann wieder an sich zu zweifeln. Vielleicht hielt sie es ja nicht mehr mit ihm, dem Werwolf, aus. Und auch begann sich Remus einsamer und einsamer zu fühlen.
Oft saß er abends herum und starrte aus dem Fester. Wenn Melinda doch nur einmal erklärt hätte, warum sie sooft weg war. Aber weiterhin weigerte sie sich Fragen dazu zu beantworten.
Remus wurde trauriger und hörte auf Fragen zu stellen und von einen Tag auf dem anderen, war da wieder das Gefühl und dieser vernichtende Gedanke: Keine Frau wollte einen Werwolf! Er würde wohl immer einsam bleiben!



Der Werwolf erwacht


Ein Jahr war es nun her, dass sich der Orden zum ersten Mal getroffen hatte und drei Wochen war es her, dass Remus Melinda den Antrag gemacht hatte. Melinda hatte deswegen offensichtlich ein schlechtes Gewissen, denn sie schenkte Remus wieder mehr Aufmerksamkeit und mehr Zärtlichkeiten.

Remus war wieder glücklicher und seine schlechten Gefühle verminderte sich wieder. Doch trotzdem hielt sich die Situation nur drei Wochen. Dann geschah ein Unglück, dass Remus nicht hatte kommen sehen.
Wieder einmal traf sich der Orden des Phönix und wieder einmal hatte sie gute Erfolge zu verzeichnen. Insgesamt 13 Todesser hatten sie gestellt und eingebuchtet. Aus diesem Grund beschloßen James, Sirius und Remus noch etwas trinken zu gehen, als das Treffen zu Ende war. Da es noch früh war, noch nicht einmal Abend hatte es Remus auch nicht eilig nach Hause zu kommen. Peter lehnte allerdings ab mitzukommen.
Als es dämmerte verabschiedete sich Remus von seinen Freunden und disapparierte.
Melinda war nicht zu Hause. Remus dachte sich nichts dabei. Schließlich war das nichts neues. Doch dann fand Remus einen Brief auf dem Küchentisch liegen, der an ihn gerichtet war. Remus öffnete ihn und setzte sich.
Der Brief war von Melinda.

Lieber Remus!
Es tut mir leid, ich weiß gar nicht wie ich anfangen soll, aber ich muss es endlich zugeben und mein Leben neu ordnen!
Ich habe dich belogen, Remus, sehr oft. Als du auf deinem ersten Treffen mit diesem Orden warst, da bin ich abends ausgegangen. Ich hab jemanden kennengelernt. Er heißt Lee und ich habe mich auf den ersten Blick in ihn verliebt. Aber ich konnte es dir nicht sagen, ich weiß es hätte dir zu sehr weh getan!
Weißt du, das Leben mit einem Werwolf ist nicht einfach. Alle paar Wochen muss ich dich einsperren, damit du niemandem was tust und ich darf nicht darauf vergessen! Und dann warst du in letzter Zeit auch noch so häufig weg, bei deinen Freunden oder bei dem Orden!
Was ich damit sagen will, Remus, ich kann nicht länger bei dir bleiben. Ich halte das alles nicht aus. Ich habe es wieder und wieder versucht, aber ich kann nicht. Lee und ich sind nun schon ein ganzes Jah zusammen und ich liebe ihn sehr.
Ich gehe mit ihm nach Irland! Ich liebe dich immer noch Remus, aber ich weiß, dass du nicht mein Leben bist. Sei mir nicht böse Remus, du bist ein wunderwoller Mensch, aber du bist einfach nicht der richtige für mich! Es tut mir leid, dass ich dich belogen habe und, dass ich dir das nicht persönlich gesagt habe, aber ich konnte nicht anders. Wenn du diesen Brief liest, dann bin ich bereits in Irland. Bitte versuch nicht mich zu finden!
Machs gut Remus, ich hoffe, dass du auch noch dein Glück findest und irgendwann so leben kannst wie du es dir wünscht!
In Liebe
Melinda

Remus las den Brief noch einmal und dann nocheinmal. Und nach dem 15. Mal konnte er immer noch nicht fassen, was passiert war. Melinda hatte ihn betrogen, ein Jahr lang und nun hatte sie ihn endgültig verlassen.
"NEIN!!!" verzweifelt schrie Remus auf und schlug den Tisch um. Wie konnte sie nur? Was sollte er nun tun? Was war sein Leben schon wert ohne sie???? Und wieso hatte er nichts bemerkt?
Remus griff sich an seine Brust. Sein Herz stach schmerzhaft. Er sank in die Knie. Ein unglaublicher, übermächtiger Schmerz machte sich in Remus breit, vom seinem Herz ausgehend in seinen Magen, in seinen Kopf bis in seine Arme und Beine. Ein Schmerz, der nie mehr ganz vergehen würde. Remus hatte es gewusst! Niemals würde eine Frau mit ihm zusammen bleiben können!! Remus stand auf und wankte hinaus. Er brauchte etwas zu trinken. Der Kühlschrank war leer. Also blieb ihm nichts anderes übrig als ins nächste Pub zu gehen.
Auf der Straße traf Remus die Erkenntnis wie ein Schlag. Es war Vollmond!! Gerade eben war der Mond in seiner vollen Pracht erstrahlt und Remus fühlte eine plötzliche Veränderung in seinem Körper. Der letzte Gedanke, den er als Mensch fassen konnte war: "Ich bin nicht eingesperrt!!!! Niemand kann mich halten!!"

Viele Gefühle durchströhmten Remus Körper. Er fühlte sich frei. Frische Luft, wie lange hatte er als Wolf keine frische Luft mehr geatmet!! Remus ließ durch die Stadt. Es sah alles ganz anders aus als sonst. Seine Wolfsaugen waren nicht so stark, aber er roch eine Menge. Menschen......ganz in der Nähe. Er lief dem Geruch nach. Es war wohl noch nicht allzu spät, denn der Geruch ging von einem Kind aus, dass auf der Straße ging, anscheinend auf dem Weg nach Hause. Ein neues Gefühl überkam Remus.......er hatte noch nie einen Menschen gebissen. Und hier ging ein Kind ganz alleine herum.
Irgendwo tief in sich hörte der Wolf seine menschliche Stimme: "Tu es nicht!!"
Aber die Stimme war zu leise. Er war dem Kind nun ganz nahe. Er konnte es riechen. Nichts konnte ihn mehr halten.



Der Werwolf hat zugeschlagen


Remus wachte auf. Er lag auf dem Rücken, auf irgendeinem einem Weg. Er hatte ein furchtbar ungutes Gefühl. Irgendwas war passiert. Er hatte sich verwandelt und anschließend war er wohl herumgerannt. Er setzte sich auf und sah sich um.
Und dann schrie er vor Entsetzen auf. Neben ihm lag ein Kind. Blutüberströmt. Weit und breit war weder ein Haus noch sonst ein Anzeichen menschlichen Lebens zu sehen. Nur dieses Kind lag neben ihm. Remus starrte den leblosen Körper an. Und dann erwachten einige schwache Eindrücke und Erinnerungen an die letzte Nacht in seinem Kopf: Er hatte das Kind gerochen und weggeschleppt und dann............noch nie zuvor hatte er einen Menschen gebissen. Und jetzt war es doch passiert.
"Hoffentlich lebt es noch!" flehte Remus innerlich. Er rutschte hinüber und betrachtete das Kind einen Moment lang. Es war ein Mädchen. Sie war recht hübsch, trotz ihres jungen Alters. Und wenn sie noch lebte würde sie von nun an alle vier Wochen zum Monster mutieren.
Remus schlug sich gegen den Kopf. Er hatte ein Leben zerstört!!
Remus wusste nicht was er tun sollte. Zum ersten Mal seit er zum Werwolf geworden war, war er richtig verzweifelt. Und in einem Anfall von Hoffnungslosigkeit, Hilflosigkeit und Angst sprang er auf und rannte davon. Er rannte und rannte und wusste nicht wohin. Und dann hatte er sich verirrt. Er wusste weder woher er kam noch wo er hin sollte. Es blieb ihm nichts anderes über als zu disapparieren.
Sekunden später apparierte er in Melindas Haus. Er sank auf einen Stuhl und atmete schwer. Er sollte zurück, das wusste er. zurück zu dem Mädchen und ihm helfen. Aber ewas dann? Wie sollte er ihr erklären, dass sie nun ein Monster war? Und was sollte er mit ihr tun, wenn.......er wollte gar nicht daran denken.
Den ganzen Vormittag über sprang Remus alle paar Minuten auf und wollte disapparieren, aber er konnte sich nicht dazu aufraffen. Er hatte zuviel Angst. Soviel Angst hatte er in seinem Leben noch nicht gehabt.

Am Abend ging Remus zitternd und nervös in ein nahe gelegenes Pub. Dort gab es einen Fernseher. Ein Gerät auf dem Muggel Nachrichten verfolgen konnten.
Seine schlimmsten Befürchtungen bestätigten sich: Das Mädchen war tot. Man hatte sie gegen Mittag gefunden.
Als Remus die Nachricht hörte, wäre er am liebsten selber gestorben. Noch nie hatte er sich so elend gefühlt wie in diesem Moment.



Geheimnisse unter Freunde


Remus ging nicht zur nächsten Sitzung des Ordens und auch nicht zur übernächsten und auch nicht zu der danach. Mittlerweile hatte der Orden jede Woche ein Treffen, aber Remus konnte seinen Freunden und den Menschen, die ihm vertrauten nicht unter die Augen treten.
Nicht nachdem was er getan hatte, nicht mit dieser Schuld.
Er war aus der gemeinsamen Wohnung ausgezogen und hatte sich bei einem Zauberer eingemietet, den er bei der Arbeit kennen gelernt hatte.
Der Typ war praktisch nie zu Hause und so gab es da auch keine Probleme.
Remus schmorte vor sich hin, er träumte jede Nacht von dem Vorfall mit dem Mädchen und sah sie jede Nacht vor sich, wie sie ihn vorwurfsvoll ansah. Die Träume wurden immer schlimmer und schon das Zubettgehen eine Qual für Remus.
Und dann nachdem er das dritte Treffen des Ordens versäumt hatte standen James und Sirius plötzlich vor der Haustür.
Remus war nicht sonderlich überrascht, genau das hätte er getan, wenn einer der beiden sich drei Wochen lang nicht gemeldet hätte.
So kam es also zum ersten Treffen der drei Freunde nach der Werwolf Attacke.
"Also Remus was ist los?? Du meldest dich nicht, du kommst nicht zu den Treffen, du gibst kein Lebenszeichen von dir. Und überhaupt, seit wann wohnst du hier??" löcherte James ihn sofort, kaum dass er saß.
"Ich habe auf die Treffen vergessen und ich hatte kaum Zeit und ich wohne hier, weil es gemütlicher ist....." stammelte Remus in der Hoffnung wenigstens halbwegs überzeugend zu klingen.
Sollte er seinen besten Freunden erzählen, dass er einen Menschen getötet hatte? Sollte er ihr Mitleid auf sich ziehen, weil Melinda ihn verlassen hatte? Konnte er das überhaupt?
Bevor Remus noch irgendwas sagen konnte, begann James wieder zu sprechen:"Vielleicht erzählst du uns später ja noch, was dich bedrückt. Erst mal hab ich euch was zu sagen. Aber im Moment wisst nur ihr das und ich will erst mit Lilly sprechen, bevor wir es im Orden bekannt machen. Also die Sache ist die....." James druckste herum.
Sirius fuhr ihm dazwischen:"Also komm schon James, raus mit der Sprache, ich hab heut noch ein Date und ich will nicht wegen dir zu spät kommen!"
James sah ihn verwundert an:"Date? Und was ist mit Susan??"
Sirius zuckte mit den Schultern:"Was soll schon sein? Sie ist weg, sie war mir langweilig, ich hab mal was neues gebraucht. SIe heißt Tina und ist wirklich heiß. Also würdest du so gnädig sein uns alles zu berichten? Und du auch Remus, ich bin zwar neugierig, aber ich werde meine Verabredung nicht wegen eurer Kinkerlitzchen verschieben!"
Remus sah Sirius ungläubig an. Kinkerlitzchen??? Er hatte einen Menschen getötet, schlimmer noch ein Kind! Wenn Sirius wüsste, worüber er redete. Aber wie sollte er es auch wissen, wenn Remus sich nicht dazu überwinden konnte, es ihnen zu erzählen.
James fasste sich schließlich als erster ein Herz:"Also gut, Lilly ist schwanger, im 5. Monat und es wird wahrscheinlich ein Junge! Wir wissen es seit ein paar Wochen!" James grinste zuerst Remus und dann Sirius an und meinte dann:"Jetzt wäre eine Umarmung oder wenigstens ein Handschlag angebracht Jungs!"
Remus setzte ein Grinsen auf. Wie schön für James und Lilly! Er schütelte James´ Hand und klopfte ihm auf die Schultern. Aber er konnte sich nicht richtig freuen. Sein Geheimnis wog schwer auf seinen Schultern.
Sirius war aufgesprungen, James um den Hals gefallen, hatte:"Sowas aber auch!" gemurmelt und wirkte recht aufgeregt.
"EIn Junge? Wie wird er heißen? Habt ihr euch das schon überlegt? Und gibt es einen Paten oder sowas? Ich glaube ich würde den Job wirklich gerne machen. Nichts gegen dich Remus, aber du als Werwolf kannst eben nicht immer für den Knirps da sein, verstehst du?"
Remus nickte nur während James ebenfalls aufgeregt zu sprechen begann:"Ja, ein Junge, keine Ahnung, wir haben uns noch gar keinen Namen überlegt, aber ich bin offen für Vorschläge. Und natürlich braucht er einen Paten! Irgendwer muss für ihn da sein, wenn.....naja, es könnte sein, dass Lilly und mir etwas.......zustößt!"
Remus hörte nur mit halbem Ohr zu. Er sah die Potters vor sich, eine glückliche Familie und daneben sah er sich. Alleine.
Remus schüttelte den Gedanken ab und versuchte sich auf die freudige Seite daran zu konzentrieren. Plötzlich hatte er einen Geistesblitz:"Wie wäre es mit Harry?"
James, der gerade noch mit Sirius gescherzt hatte, sah auf:"Harry? Du meinst für unseren Kleinen?"
Remus nickte langsam:"Hätte ich einen Sohn, hätte ich ihn gerne so genannt, aber ich glaube, dass sich Harry Potter besser anhört, als Harry Lupin!"
James lachte auf und umarmte Remus.
"Der Name ist sehr gut, perfekt! Harry! Einfach klasse! Danke Remus!"
Sirius sah etwas beleidigt drein:"Ich hätte Titus vorgeschlagen, aber ihr habt mich ja nicht mal gefragt!"
James verzog das Gesicht:"TITUS???? Komm schon ist das dein ernst?"
Sirius begann verschmitzt zu grinsen:"Blödsinn, natürlich ist Harry viel besser!"
Die drei Freunde unterhielten sich noch eine Weile darüber und Remus schaffte es sein Gewissen ein wenig zu unterdrücken. Doch dann schnitt Sirius das Thema plötzlich und völlig unerwartet an.
"Habt ihr von dem Mädchen gehört, dass hier in der Umgebung umgebracht wurde? Schlimm meint ihr nicht?"
Remus sah Sirius erschrocken an. Ahnte Sirius etwas?
"Ja, ich habe davon gehört, wer kann sowas nur tun? Ein Kind, sie war nicht mal 12 glaub ich!" gab James nun auch seinen Senf dazu.
Und plötzlich platzte Remus heraus. Das hier waren seine besten Freunde und einzigen Verbündeten, wenn er es ihnen nicht erzählte, würde er verrückt werden und obendrein ihre Freundschaft verraten.
"Ich war es!"
James und Sirius verstummten.
James runzelte die Stirn:"Was warst du?"
"Ich bin es gewesen.......das Mädchen.......ich habs getan! Ich hab sie........umgebracht." Das letzte Wort flüsterte Remus nur, er hätte es nicht ertragen, das Wort laut auszusprechen.
Sirius öffnete den Mund um etwas zu sagen und James tat es ihm gleich, aber beide blieben stumm und starrten Remus entgeistert an.
Und dann sagte Sirius doch etwas:"Ich glaube ich werde meine Verabredung doch verschieben. Darf ich mir deine Eule leihen, Remus?"

Als Sirius sich wieder gesetzt hatte, sah er Remus einen Moment lang an, dann sagte er ruhig und ohne irgendein Anzeichen von Wut oder Zorn oder irgendeinem anderen Gefühl, dass Remus erwartet hatte:"Also erzähl mal, was ist passiert?"
Remus erzählte die ganze Geschichte. Alles von Melinda und seinen Gefühlen. Und dann endete er mit den Worten:"Ihr haltet mich jetzt bestimmt für ein Monster!"
Sirius schaffte es wieder mal die falsche Bemerkung in der falschen Situation fallen zu lassen und rief aus:"Remus, du bist ein Werwolf! Was sollen wir denn von dir denken?"
Remus wusste, dass das ein Witz sein sollte, doch weder er noch James lachten darüber.
James schlug Sirius mit der flachen Hand auf den Hinterkopf und murmelte:"Du unsensibler Idiot!"
Remus fühlte sich trotz allem erleichtert. Es tat gut alles losgeworden zu sein. Er trug die Last nicht mehr alleine, seine Freunde wussten bescheid und jetzt fühlte er sich besser.
Als die beiden spät am Abend gingen, hatten sie sich darüber geeinigt, zu niemandem von ihrem Gespräch zu sprechen. James Neuigkeiten würden bald die Runde machen, aber das Geheimnis, das die drei nun teilten, sollte niemand erfahren.



Der Brief


Remus versuchte wieder in sein normales Leben zurück zu finden. Dies gelang ihm mehr schlecht als recht. Zwar hatte der Tod des Mädchens im Orden die Runde gemacht, aber darüber wurde danach nichts mehr gesagt, es gab drängerende Probleme: Voldemort.
Remus ging zu den nächsten Treffen und entschuldigte sich für das Fehlen bei den letzten Treffen mit Krankheit.
Trotz allem plagte ihn das schlechte Gewissen. Er konnte nicht vergessen was passiert war.
Und er vermisste Melinda. Erst jetzt wurde ihm bewusst wie viel sie ihm bedeuted hatte. Und trotz seines Mitbewohners fühlte sich Remus immer einsamer.
Sechs Monate hörte Remus nichts von Melinda. Und dann kam plötzlich und völlig unerwartet ein Brief.

Lieber Remus!
Ich hoffe, du konntest dein Leben wieder ordnen!!
Was ich dir angetan habe tut mir leid, ich weiß dass ich dich damit sehr verletzt haben muss, aber ich konnte nicht anders! Vielleicht kannst du mich irgendwann verstehen!
Lee und ich haben geheiratet.
Der Grund warum ich dir schreibe ist aber ein anderer.
Remus, ich sage dir das nur, weil ich es fair finde, wenn du bescheid weißt! Bitte versuch nicht mit mir in Kontakt zu treten!
Ich erwarte ein Kind, es ist von dir! Es kommt in wenigen Monaten. Ich weiß nicht ob es ein Mädchen oder ein Junge wird, aber ich weiß, dass du sein Vater bist!
Ich bitte dich noch einmal, nicht mit uns in Kontakt zu treten. Das Kind wird nie erfahren, dass es dich gibt. Lee wird es adoptieren. Er wird sein Vater sein!
Ich hoffe, du respektierst meine Bitte!
Und ich hoffe, dass auch für dich alles besser wird!
Mit freundlichen Grüßen
Melinda

Remus starrte den Brief an und las ihn noch einmal. ER wurde Vater??
Im ersten Moment schwankte er zwischen Freude und Wut. Er wurde Vater, aber Melinda wollte nicht, dass er das Kind sah!!
Die Wut übernahm Oberhand. Was bildete sich diese Frau eigentlich ein? Zuerst betrog sie ihn ein Jahr lang, dann verließ sie ihn ohne Vorwarnung und dann verbot sie ihm auch noch sein Kind zu sehen!
Remus zeriss den Brief in viele kleine Fetzchen und warf sie hinter sich.
Was sollte er nun machen? Sollte er einen Antwortbrief schreiben? Oder sollte er zu Melinda fahren?
Er besah sich den Umschlag näher. Da stand doch tatsächlich eine Adresse. Melinda wohnte anscheinend jetzt in Irland.
Nein, beschloss er schließlich. Er würde jetzt keine Antwort schreiben, dazu war er viel zu wütend.



Das Schicksal nimmt seinen Lauf


Nach dem Brief meldete sich Melinda nicht mehr. Remus schrieb ungefähr 30 Antwortbriefe, aber es kam nichts zurück. Irgendwann würde er Melinda wohl einen Besuch abstatten.
Das Kind der Potters war bereits auf der Welt. Und tatsächlich hatten sie ihn Harry getauft.
Harry war ein echter Wonneproppen. James und Lily namen ihn zu einem der Treffen mit und waren sichtlich stolz auf ihren kleinen Sonnenschein.
Doch obwohl Harry ein wirklich süßes Kind war, spürte Remus jedes Mal einen Stich im Herzen, wenn er ihn sah. Er musste dann immer an sein eigenes Kind denken.
Die Treffen des Ordens wurden immer häufiger. Es gab bereits Tote in ihren eigenen Kreisen.
Aber was das merkwürdigste war, dass Peter sich zunehmend seltsamer verhielt.
Remus sprach ihn oft darauf an, aber er wich immer aus und verschwand dann so schnell er ging.
Überhaupt zuckte Peter schon zusammen, wenn man ihn nur ansah.
Remus, James und Sirius trafen sich öfter und dabei sprachen sie auch über Peter. Natürlich hatten auch Sirius und James bemerkt, dass irgendetwas nicht stimmte. Aber Peter hatte mit keinem von ihnen gesprochen.

Und dann wurde Remus´ Leben erneut aus der Bahn geworfen.
Es war etwa zu der Zeit um Harrys ersten Geburtstag.
Remus erhielt einen Brief von Dumbledore.
Gerüchte hatten ihren Lauf gemacht und waren auch an Remus´ Ohren gedrungen, doch er hatte ihnen wenig Beachtung geschenkt. Es hieß Voldemort sei besiegt, von einem Kind.
Doch der Brief Dumbledores bestätigte Gerüchte. Das war ja durchaus eine positive Nachricht. Voldemort war gestürzt.
Das war zumindest die erste Nachricht, die Dumbledore nieder geschrieben hatte. Die zweite Nachricht war um einiges unerfreulicher, um nicht zu sagen, furchtbar:

So nachdem du über Voldemorts Niederlage bescheid weißt, gibt es noch eine schlimme Nachricht, die du nicht von irgendwem erfahren sollst!
Voldemort ist nicht einfach so von der Bildfläche verschwunden. Mit in den Tod hat er die Potters genommen.
Er kam zu ihnen, obwohl ihr Haus von einem Geheimniswahrer geschützt war! Anscheinend haben wir einen Verräter unter uns.
Voldemort drang ein, James versuchte ihn noch aufzuhalten, aber Voldemort tötete ihn und Lily. Doch dann geschah etwas seltsames! Er richtete seinen Zauberstab auf Harry, doch er konnte ihn nichts anhaben.
Der Fluch, den er sprach, wandte sich gegen ihn und vernichtete ihn. Harry hat überlebt, er ist nun bei seiner Tante und seinem Onkel - Muggeln. Das einzige was er davon getragen hat ist eine Narbe.

Remus konnte nicht weiter lesen. Tränen strömten aus seinen Augen und floßen über seine Wangen. James war tot! James war Opfer von Voldemort geworden.
Remus konnte nicht anders. Er schrie aus Leibeskräften.
Voldemort war vernichtet, aber James war ebenfalls tot!!!
Ob Sirius bescheid wusste? Wie hatte er reagiert?
Und wie würde es Harry ergehen?
Tausende solcher Gedanken schoßen Remus durch den Kopf, und dazwischen war es ihm dutzende Male, als ob eine Stimme direkt in sein Ohr flüsterte: James, er ist tot, er kommt nie wieder!

Beim nächsten Treffen des Ordens fehlte Sirius, keiner fragte warum.
An diesem Tag scheinte keine Sonne, es regnete, als unter Trauer und Schmerz die Potter zu Grabe getragen wurden.
Alle, mit Ausnahme von Sirius, und wie Remus erst spät auffiel auch Peter, waren gekommen, um den Potters ihr letztes Geleit zu geben.
Als James´ Sarg in die Erde gelassen wurde hatte Remus das Gefühl, dass mit dem Körper seines besten Freundens ein Teil seines eigenen Lebens in der Erde verschwand.
Er spürte es in diesem Moment deutlicher als zuvor: Sein Leben würde nie mehr das werden, was es gewesen war.
Es war einer der schwärzesten und dunklesten Tage in Remus´ Leben.



Unglück über Unglück


James und Lily waren begraben. Der Abend war gekommen. Und Remus ließ sich in sein Bett fallen.
Er fühlte, dass sein Gesicht geschwollen war und sein Kopf dröhnte.
Schlafen konnte er trotzdem nicht. Er musste immer an James denken.
Als es ungefähr Mitternacht war und Remus immer noch nicht eingeschlafen war, beschloss er einen Brief an Sirius zu schreiben. Er wollte unbedingt wissen wie es ihm ging.

Am nächsten Morgen erwacht Remus mit einem unguten Gefühl, dass irgendwas nicht stimmte. Seine Eule war zurück gekommen, mit ihm der Brief an Sirius. Das war seltsam. Sirius konnte also nicht zu Hause sein. Aber wo war er??

Remus begab sich in das Muggelpub ganz in der Nähe. Falls Sirius irgendwas angestellt hatte, dann würde es betimmt auch in den Muggelnachrichten kommen.
Remus musste schlucken als er eintrat, denn hier hatte er auch die Nachricht über den Tod des Mädchens erfahren.
Remus suchte sich einen Platz nahe der Bildmaschine, mit deren Hilfe Muggel Nachrichten ansehen konnte.
Es war noch nicht spät genug, deshalb bestellte Remus etwas zu trinken.
Erst nach dem zweiten Kaffee begannen die Nachrichten.
Remus starrte wie gebannt auf den Bildschirm.
Sehr bald kam eine aktuelle Nachricht herein: Ein Mann hatte wohl eine Menge Muggel getötet. Remus dachte sich nichts dabei, denn soetwas passierte täglich.
Nicht nur Voldemort tötete.
Doch dann sah man auch Bilder des Anschlags und Remus glaubte seinen Augen nicht zu trauen. Der Mann, um den es ging, war Sirius!!
Remus bezahlte so schnell er konnte, lief aus der Kneipe und verschwand in einer Hauseinfahrt. Er disapparierte.

Wenig später apparierte er an der Stelle, die er zuvor am Bildschirm gesehen hatte. Und da stand er.
Da stand Sirius umringt von Muggeln, aber auch von Ministeriumszauberern.
Er stand da und sah völlig zerstört aus. Und er lachte!
Ein Ministeriumszauberer wandte sich an Remus:"Hier kein Zutritt, wir sind dabei diesen Verrückten einzufangen!"
Remus erwiderte:"Er ist kein Verrückter. Sein Name ist Sirius Black, ich kenne ihn!"
"Trotzdem kann ich Sie nicht weiterlassen," meinte der Zauberer nur.
Remus konnte also nichts anderes tun, als zuzusehen.
Sirius stand immer noch da, auf dem Gesicht einen Ausdruck, als würde er die Welt nicht mehr verstehen. Und dann begann er unvermittelt zu lachen.
Sirius lachte. Die Ministeriumszauberer nahmen ihn in Gewahrsam, aber er lachte weiter.
Und plötzlich entdeckte Sirius Remus. Das Lachen vertsummte und Sirius rief Remus im Vorbeigehen zu:"Ich konnte nichts dafür. Es war nicht meine Schuld!!!! Remus du musst etwas tun!!!!!!!!!!!!!!!! Peter, es ist Peter!!!!"
Remus hatte das Gefühl, dass sein Herz herausgerissen wurde.
Remus wandte sich wieder an den Ministeriumszauberer:"Sie bringen ihn doch nicht etwa nach Azkaban oder???"
Der Zauberer nickte nur mit einem grimmigen Lächeln:"Der Mann hat zwölf Muggel und Peter Pettigrew getötet. Dafür gibt es massig Zeugen. Solche Leute gehören nach Azkaban!"
Remus ließ sich auf den Boden sinken.
Womit in aller Welt hatte er das verdient?? Wem hatte er etwas getan, dass das Schicksal so grausam mit ihm verfuhr??
War das alles die Strafe für den Tod des Mädchens?
Remus weinte. Alle seine Gefühle drangen an die Oberfläche. Zwei seiner Freunde waren tot, der dritte saß in Azkaban und er konnte nichts dagegen tun.
Für einen Moment wünschte Remus, er würde sterben. Einfach tot umfallen.
Doch der Moment verging, bevor Remus den Gedanken richtig fassen konnte.
Wo war sein Leben nur hingeraten? Remus´ schlimmste Befürchtungen waren wahr geworden. Er war allein. Es gab niemanden mehr, der ihm auch nur nahe stand.
Remus erfuhr durch einen Brief von Dumbledore, dass Sirius nicht einmal einen Prozess bekommen hatte. Er war sofort nach Azkaban übermittelt worden.

In der Nacht, in der dieser Brief kam, konnte Remus nicht einschlafen. Er wälzte sich im Bett hin und her und hatte nur einen Gedanken, der sich einfach nicht verdrängen ließ:
Wie sollte sein Leben nur je wieder gut werden??


Ein neuer Beginn


13 lange Jahre quälte sich Remus, um am Leben zu bleiben. Er war alleine, er blieb alleine.
Aus Angst davor wieder jemanden zu verlieren, der ihm viel bedeutete, versuchte er erst gar nicht Freunde zu finden oder gar eine Frau kennen zu lernen.
Bei seiner Arbeit konnte Remus sich kaum mehr konzentrieren, was ihm seinen Job kostete.
Damit war Remus´ Schicksal besiegelt. Nach dem Sturz Voldemorts hatte Remus kaum oder gar keinen Kontakt mehr zu den Zauberern aus dem Orden. Er bemühte sich nicht darum.
Und nach dem Verlust seines Berufs schien alles sinnlos für ihn zu werden.
13 Jahre lang hielt sich Remus mit Gelegenheitsjobs über Wasser tat dieses und jenes, einfach nur, um am Leben zu bleiben. Und die ganze Zeit über quälten ihn immer die Gedanken an James, Sirius, Peter und Melinda.
Und auch an das Mädchen.

Und dann hörte Remus plötzlich wieder von Dumbledore. Er bat ihn darum an Hogwarts zu unterrichten. Als Lehrer für Verteidigung gegen die dunklen Künste. Remus war darüber überrascht, aber er nahm das Angebot gerne an.
Kurz bevor Remus seine Stelle antreten konnte gab es allerdings eine Meldung im Tagespropheten:
Sirius war aus Azkaban entkommen! Er war ausgebrochen!
Und nun waren Dementoren in ganz England unterwegs.
Remus hatte ein mulmiges Gefühl. Wenn Sirius Peter töten konnte, was konnte er dann noch alles tun?
Trotzdem saß Remus am 1. September im Hogwarts Express und machte sich auf den Weg in die Schule.
Zwei Nächte zuvor war er zum Werwolf geworden, was ihn immer noch schaffte. Deshalb schlief er auch bald nach beginn der Fahrt ein.
Erst nach einiger Zeit wachte er wieder auf. Irgendwas hatte ihn geweckt. Ein Gefühl......ein abgrundtief schlechtes Gefühl.
Remus schreckte auf. Irgendetwas stimmte nicht, der Zug stand, aber sie waren noch nicht in Hogsmeade!
Remus sah sich um. Bei ihm im Zug befanden sich ein paar Schüler.
Plötzlich wurde es dunkel. Und kalt.
Und Remus wusste woran es lag. Ein Dementor war im Zug.
Remus war schon einige Male Dementoren über den Weg gelaufen. Einer seiner Jobs war es gewesen ausgebügste Dementoren wieder an ihren Platz zu verweisen.
Deshalb kannte er dieses Gefühl von Kälte und Angst sehr genau.
Remus wusste es. Der Dementor näherte sich, er war vor ihrem Abteil. Remus gewöhnte sich an die Dunkelheit und konnte nun auch sehen, was passierte.
Tatsächlich. Ein Dementor öffnete langsam die Tür des Abteils. Einer der Jungen fiel in Ohnmacht, jemand schrie, jemand fiel vom Sessel. Remus nahm das alles nur am Rande wahr. Er versuchte sich mit allen Mitteln auf ein schönes Ereignis zu konzentrieren.
Remus zückte seinen Zauberstab richtete ihn gegen den Dementor und rief:"Expecto Patronum!!!!" Ein Patronus schoß aus dem Zauberstab hervor, die einzige Waffe gegen Dementoren. Ein Schutzpatron aus Glücksgefühlen.
Der Patronus verjagte den Dementor tatsächlich.
Remus ließ sich auf seinen Sitz sinken und sah sich im Abteil um.
Der Junge lag immer noch da, doch er regte sich wieder.
Remus kramte in seiner Tasche und holte einen Schokofrosch heraus. Er sah den Jungen an und plötzlich wusste er, wen er vor sich hatte.
Diese Ähnlichkeit. Es war nicht zu übersehen.
Das hier war James´ Sohn. Es war Harry!!

Wieder in Hogwarts

Hogwarts hatte sich nicht verändert. Es war immer noch beeindruckend und groß.
Remus meldete sich sofort bei Dumbledore und wurde von ihm herzlich empfangen.
Aber Dumbledore wirkte auch besorgt.
"Hallo Remus, schön, dass du dich dazu aufgerafft hast zurück zu kommen. Leider sind die Zeiten, in denen du kommst keine Guten. Du hast von Sirius´ Ausbruch gehört, nehme ich an. Nun ja, das Ministerium besteht darauf, dass Hogwarts von Dementoren bewacht wird. An jedem Eingang hat einer zu stehen."
Dumbledore schüttelte den Kopf.
Remus dachte kurz nach, er glaubte sich zu erinnern, dass er im Vorbeifahren am Eingang einen schwarzen Kapuzenmantel gesehen zu haben.
"Wir haben schlimmeres überstanden, als Dementoren. Und Black wird sicher geschnappt. Er muss unglaublich schwach sein...."
Irgendetwas in Remus wand sich. Er wollte Dumbledore jetzt die Wahrheit sagen, wollte ihm beichten, dass Sirius, James und Peter Animagi waren und mit ihm des öfteren durch die Nacht gestreift waren.
Aber dann hätte er sich selber verraten. Und außerdem keimte in ihm immer noch die Hoffnung, dass Sirius zu schwach war, um sich zu verwandeln.
Remsu ging zum Essen in die große Halle. Auch dort hatte sich nichts verändert. Die Decke zeigte immer noch den Himmel draußen und die Tische waren gedeckt, wie immer.
Nur eines hatte sich verändert. Remus ging nicht zum Tisch der Gryffindors sondern geradwegs zum Lehertisch.

Einige Zeit verging. Es geschah wenig. Remus fand sich in seiner neuen Stelle ein und hatte zum ersten Mal seit sehr langer Zeit wieder ein wenig Spaß. Die Schüler waren, bis auf einige wenige - Slytherins wie sich herausstellte - alle äußerst freundlich und interessiert.
Remus bemühte sich den Schülern magische Geschöpfe näher zu bringen. In seiner Schulzeit war dies eines seiner Lieblingsgebiete gewesen.
Beim ersten Quidditschspiel der Saison geschah allerdings das was Dumbledore wohl schon die ganze Zeit befürchtet hatte: Die Dementoren brachen ein. Wie bei jedem Quidditschspiel war das ganze Stadion voll von Schülern und Lehrern.
Dementoren wurden von Glück angezogen. Ihr Wesen verlangte es von ihnen einen Menschen auszusaugen, bis kein Glück mehr in ihm war.
Die große Masse an Menschen hatte die Dementoren wohl angelockt.
Remus hörte von diesem Vorfall allerdings nur.....er war in der Nacht davor zum Werwolf geworden. Aber anscheinend hatte Du,bledore die Lage ziemlich schnell unter Kontrolle gebracht.
Remus war froh darüber.
Trotzdem hatte er das Gefühl, dass das alles nur auf etwas hindeutete. Irgendetwas sagte ihm, dass dieses Schuljahr noch mehr kommen würde. Remus konnte nur nicht sagen was.


Zwei Angriffe

In der nächsten Zeit geschah nichts besonderes. Remus lag zwar immer auf der Lauer, aber umsonst.....bis....
Halloween kam und es wurde gefeiert. Alles schien lustig und alle zufrieden. Remus feierte mit den anderen, aß, trank und war irgendwie richtig fröhlich.
Doch der Abend wurde getrübt. Als die Gryffindors in ihren Gemeinschaftsraum zurück wollten, konnte sie es nicht.
Wie Peeves, der Poltergeist von Hogwarts, berichtete, war Sirius eingedrungen und hatte von der fetten Dame, die die Wächterin der Gryffindortür war, aufgefordert ihn reinzulassen.
Doch als gute Wächterin hatte die fette Dame ihn ohne Passwort nicht eingelassen.
Darüber war Sirius offenbar aufs höchste entsetzt gewesen. Er hatte das Bild der fetten Dame mit einem Messer zerschlissen.
Die Gryffindors übernachteten daraufhin im Gemeinschaftsraum und Remus hatte den Auftrag (wie auch alle anderen Lehrer) die Schule zu durchsuchen. Dabei hatte er eine Menge Zeit nach zu denken.
Was wollte Sirius in Hogwarts und vor allem im Gryffindorturm??
Hatte doch ER den Geheimniswahrer für James und Lily gemacht? Und wollte er nun das Werk Voldemorts beenden und Harry töten?
Eigentlich sah Remus nur diese Möglichkeit. Und langsam begann er zu glauben, was damals in den Zeitungen gestanden hatte. Es musste so gewesen sein: Sirius war schuld an allem......
Remus fühlte einen Stich im Herzen.
Auch nach all den Jahren, die bereits vergangen waren, traf ihn dieser Verrat immer noch hart. Sirius hatte sie alle belogen, er hatte James auf dem Gewissen und Peter getötet.....Peter........was hatte Sirius noch geschrieen, als man ihn abführte? "Es war Peter!" Remus Gedanken blieben hier hängen.........es war Peter.........es war Peter. Remus sah Sirius vor sich.......er schrie verzweifelt, er schien zu Tode erschrocken und er schrie "Es war Peter!". Was machte das alles denn für einen Sinn?
Peter war tot....Peter war.......Remus Gedanken spulten weiter. Peter war gegen Ende ihrer Freundschaft immer stiller und nervöser geworden und er hatte sich immer mehr zurück gezogen, bis man ihn nur noch auf den Treffen des Ordens zu Gesicht bekam....Peter war ein Animagus....Peter war eigentlich nicht so dumm, wie alle immer gedacht hatten. Und Peter war ganz eindeutig der Typ, der sich an Stärkere zu hängen pflegte. Peter war.........tot! Es konnte nicht anders sein.
Remus schob den anderen Gedanken, der sich langsam aber sicher in den Vordergrund drängte weit zurück und nickte sich selber zu. Peter IST tot. Eine Menge Muggel hat es gesehen!
Remus kam zurück in die große Halle. Er sprach ein paar Worte mit Dumbledore, dass er nichts auffälliges bemerkt hatte.
Dann setzte er sich in die große Halle, die nun mit Schlafsäcken und Schülern gefüllt war. Dumbledore hatte die beschlossen, dass das wohl sicherer wäre.
Remus saß also da im Halbdunkel. Hin und wieder kamen Lehrer herein, die sich mit Dumbledore besprachen.
Anscheinend hatte Sirius das Schloss wieder verlassen als ihm klar wurde, dass er nicht in den Gryffindorturm kommen würde.
Remus konnte nicht schlafen. Die Gedanken über Sirius und Peter rasten durch seinen Kopf. Remus versuchte sie zu unterdrücken, aber es wollte nicht so recht klappen.

Nach diesem Vorfall war es wieder ruhig........aber nicht für lange.
Sirius war anscheinend verrückt geworden in Askaban. Er machte einen neuerlichen Versuch einzudringen. Mit Erfolg!!!
Die fette Dame war durch einen bescheuerten Ritter ersetzt worden. Und irgendwoher hatte Sirius alle Passwörter der nächsten Woche.
So ließ ihn Sir Cadogan (so ungefähr hieß wohl dieser Ritter) ein.
Alle dachten natürlich Sirius hätte es auf Harry abgesehen, denn niemand wusste von dem Plan, dass Peter Geheimniswahrer werden sollte....alle dachten, Sirius sei James Geheimniswahrer. So war der Gedanke natürlich nicht fern, dass Sirius James und Lilly an Voldemort verraten hatte.
Doch etwas stimmte nach dem Überfall ganz und gar nicht mehr an dieser Theorie. Denn Sirius war mit einem Messer eingedrungen und hatte NICHT Harry bedroht sondern Ronald Weasley, Harrys besten Freund.
Das Gerüct wurde laut, dass Sirius sich wohl im Bett geirrt hatte.
Remus hatte allerdings das Gefühl, dass das nicht stimmte.
Irgendetwas stimmte hier ganz und gar nicht.
Remus wusste nur noch nicht was.

Das Wiedersehen

Remus konnte den Gedanken nicht mehr abschütteln, dass an all den Dingen, die er über Sirius gehört und gedacht hatte gehörig etwas faul war.
Irgendwas sagte ihm, dass sich die Sache mit Peter vielleicht doch anders abgespielt hatte als es bisher ausgesehen hatte.
Remus saß oft in seinem Klassenzimmer und versuchte auf eine Lösung zu kommen, aber er schaffte es nicht.
Und dann ganz plötzlich und ohne Vorwarnung erhielt er etwas, dass er vor langer Zeit mit Sirius, James und Peter hergestellt hatte: Die Karte des Rumtreibers!
Diese Karte zeigte ganz Hogwarts und ALLE Zauberer, die sich darin bewegten. Dies war sehrnützlich, wollte man etwas tun, dass nicht erlaubt war und sicher gehen wollte, dass nicht plötzlich jemand vor einem stand, der nichts von der Aktion wissen sollte.
Und wie es der Zufall wollte, war die Karte ausgerechnet Harry Potter in die Hände gefallen.
Snape hatte Harry erwischt, als er.....was genau er vorhatte wusste Remus nicht, aber es war für Harry äußerst unangenehm, wie Remus sofort erkannte. Deshalb half er Harry aus der Patsche und nahm die Karte danach an sich.
Nun saß er täglich über der Karte und brütete darüber. Aber auch die Karte hilf ihm nicht weiter. Im Gegenteil! Sie erinnerte ihn sehr an die Zeiten, als er noch selbst Schüler hier gewesen war.
Eines Tages saß Remus wieder über der Karte. Es war abends. Eigentlich war es den Schülern untersagt worden das Schloss nach Einbruch der Nacht zu verlassen. Doch als Remus so über der Karte saß, da entdeckte er, wie sich drei winzige Punkte sehr knapp beieinander vom Schloss wegbewegten, direkt auf Hagrids Hütte zu. Hagrid war der Ländereinhpter und gleichzeitig Lehrer für "Pflege magischer Geschöpfe".
Remus sah näher hin und konnte Namen erkennen. Es waren Harry, Ron und Hermine. Remus starrte die Punkte verwundert an. Was wollten die drei um diese Zeit dort?
Remus fasste sich an den Kopf. Natürlich! Der Hippogreif.
darauf hatte er längst vergessen.
Zum Anfang des Schuljahres hatte einer von Hagrids Hippogreifen einen Schüler verletzt. Genau dieser Hippogreif sollte heute hingerichtet werden.
Und soweit Remus wusste, waren Harry, Ron und Hermine sehr gut mit Hagrid befreundet. Kein Wunder also, dass sie ihn aufsuchten, um ihm beizustehen.
Remus lächelte. Diese drei Kinder waren richtige Freunde. Genau dasselbe hätte er selber für jeden seiner Freunde getan.
EIne Weile geschah nichts wesentliches auf der Mappe.
Dann gar nicht lange später erschienen neue Punkte, die sich vom Schloss wegbewegten. Es waren Dumbledore, der Zaubereiminister, ein Henker und irgendein anderer Zauberer, den Remus nicht kannte.
Remus schaute gespannt auf das Geschehen auf der Mappe. Der Zug näherte sich Hagrids Hütte und dann erschienen dort wieder Harry, Hermine und Ron, sie blieben hinter der Hütte stehen und als die anderen Zauberer dort angekommen waren schritten sie rasch weg.
Remus lehnte sich einen Augenblick zurück und schaute erneut auf die Mappe.
Der Ate stockte ihm und für einen Moment glaubte er sich einfach verschaut zu haben.
Er lehnte sich noch einmal zurück und rieb seine Augen.
Dann ließ er den Blick erneut über die Karte schweifen.
Das konnte nicht wahr sein, er musste sich irren.
Harry, Ron und Hermine waren nicht länger alleine. Peter war bei ihnen.
Im selben Moment, als Remus das erkannte, fiel es ihm wie Schuppen von den Augen.
Peter LEBTE!!! Alles war anders...ALLES!
Remus sprang auf und lief aus dem Klassenzimmer, die Karte hatte er offen liegen gelassen.
Remus stürzte aus dem Schloss und sah sich um. Er sah hinüber zur Peitschenden Weide und erkannte gerade noch, wie eine Gestalt in den Boden verschwand.
Remus eilte hinüber. Er suchte nach einem Ast.
Die Peitschende Weide, ein Baum der ausschlug, wenn man ihm zu nahe kam, stand über dem Eingang zu einem geheimen Tunnel. Man konnte die Weide nur außer Gefecht setzen, wenn man einen Knoten an ihrem Stamm berührte. Das wiederum war nur mit einem langen Stock möglich. Und nach so einem suchte Remus.
Er fand einen und zögerte keinen Moment.
Remus rannte durch den Gang so schnell es ging.
Dieser Gang führte geradewegs nach Hogsmeade und in die Heulende Hütte. Diese Hütte war früher das Versteck für den Werwolf Remus gewesen.
Remus hielt einen Moment inne. Er war bereits völlig außer Atem.
Trotzdem lief er weiter. Und dann wurde es vor ihm heller.
Er war angekommen, er war in der Heulenden Hütte.
Remus blieb kurz stehen und lauschte. Von oben kamen Geräusche, es waren Stimmen zu hören.
Remus schritt weit aus und folgte dem Lärm. Dieser führte ihn zu einer Tür.
Remus atmete durch und stieß die Tür auf.
Zuerst sah er Ron, der am Boden lag und anscheinend Schmerzen am Bein hatte.
Dann sah er Harry und Hermine, die beide zornig und verängstigt wirkten.
Und dann sah er noch jemanden. Einen Moment lang glaubte Remsu, seine Knie würden ihn keinen Moment länger tragen. Er sah die Person an, er fühlte wie sich etwas in ihm aufbaute und gleichzeitig eine Wut abfiel, die ihm erst jetzt bewusst wurde.
Sekundenlang stand Remus einfach da.
Er starrte den Mann an, dieser starrte zurück.
Und dann ging Remus auf ihn zu und fiel ihm um den Hals.
"Sirius!!"


Der Verräter kehrt zurück

Sirius wirkte merkwürdig aufgekratzt, was wohl an der langen Gefangenschaft lag. Aber dennoch war er völlig klar im Kopf.
"Remuis, er ist hier!! Ich habe ihn gefunden, er ist hier!!"
Remus sah zu den Kindern hinüber. Alle drei waren zusammen gerückt und starrten hasserfüllt zu ihm und Sirius.
"Lass ihn uns töten...jetzt!!"
Hermine machte einen Schritt vor Harry:"Wenn Sie Harry töten wollen, dann müssen sie an uns vorbei......und ich habe Ihnen vertraut! Ich habe nichts gesagt! Und sie waren SEIN Freund, die ganze Zeit über...!"
Harry und Ron blickten jetzt verwundert zwischen Hermine und Remus hin und her.
Hermine drehte sich zu ihnen um:"Er ist ein Werwolf!!" Deshalb konnte er nicht unterrichten."
Remus höhrte auf:"Woher weißt du das?"
"Wir haben mit Snape den Unterschied zwischen Wölfen und Werwölfen durchgemacht...da bin ich dahinter gekommen!"
Remus lächelte sie an:"Du bist unglaublich schlau, Hermine, aber dieses Mal liegts du wohl falsch. Die Sache ist nicht so wie du denkst. Sirius ist mit gutem Recht hier! Und sein Anliegen ist ebenfalls rechtens. Aber lasst es mich erklären! Sirius ist hier, wegen Peter! SIrius hat nichts falsches getan...ich bin selber erst jetzt draufgekommen, aber es ist so! Die ganze Sache..."
Aber noch bevor er dazu kam weiterzusprechen, flog ihm sein Zauberstab aus der Hand und in die gegenüberliegende Ecke des Raumes.
Remus wandte sich mit einem Ruck um.
Severus Snape stand in der Tür und grinste ihn und Sirius triumphierend an: "So trifft man sich wieder.....Black....so also wendet sich also zum >Richtigen!" Severus schritt mit erhobenen Zauberstab auf Sirius zu.
"Ich wusste doch, dass dein alter Freund dich hereingelassen hat!"
Ohne Vorwarnung schoß plötzlich ein Zauber an Remus vorbei und traf Severus hart gegen die Brust. Severus wurde durch den halben Raum geschleudert und bleib regungslos liegen.
Remus sah sich um und entdeckte Hermine und Harry, die beide mit erhobenem Zauberstab dastanden.
Harry sah Remus an:"Und jetzt will ich wissen, was die ganze Sache zu bedeuten hat!"
Remus nickte und setzte sich auf den Boden.
Er fühlte sich seltsam heute....irgendwie bekümmert und flau im Magen.
Remus begann - mit Sirius´ Unterstützung zu erzählen. Er erzählte von James und Peter und der Freundschaft der vier. Und wie sie Animagi geworden waren. Und schließlich kam der Part, an dem Remus nicht mehr weiter wusste und das Erzählen ganz Sirius überließ.
Sirius erzählte, dass er James überredet hatte Peter als Geheimniswahrer einzusetzen und das Peter James und Lily schließlich verraten hatte. Und er erzählte wie er zu James Haus ging und eine Trümmerhalde vorfand, wie er Peter jagte und schließlich an seiner statt nach Askaban kam, während Peter entkam und sich noch einen Finger abriss, damit alle glaubten, Sirius hätte ihn getötet.
Harry sah Sirius die ganze Zeit über aufmerksam an und schließlich fragte er:"UNd wo ist Peter Pettigrew jetzt??"
Remus stand auf und ging zu Ron hinüber:"Er ist hier bei uns, die ganze Zeit war er schon hier. Ron bitte gib mir deine Ratte!"
Ron sah ihn empört an:"Nein....das ist doch Krätze!!"
"Gib ihm die Ratte!" warf Harry dazwischen.
"Ich verspreche dir, wenn es sich nur um eine gewöhnliche Ratte handelt, dann wird ihr nichts geschehen," sprach Remus beruhigend auf Ron ein. Schließlich hielt er die Ratte in der Hand.
Sirius hatte inzwischen Remus´Zauberstab geholt und zielte damit auf die Ratte.
Mit einem lauten Quieken begann die Ratte zu vibrieren und Remus ließ sie los.
Sie wurden alle Zeuge, wie das Tier plötzlich größer wurde und menschlicher - und mit einem Mal saß Peter vor ihnen, verwahrlost und schmutzig - aber es war Peter.
Natürlich hätte ihn Remus nur zu gerne getötet, aber Harry hielt ihn zurück.
"Lassen Sie ihn am Leben, mein Vater hätte nicht gewollt, dass seine besten Freunde zu Mördern werden! Er soll zu den Dementoren gebracht werden und die sollen dann machen mit ihm was sie wollen."
Remus nickte nur und sah Sirius beschwichtigend an. Er konnte sich ungefähr vorstellen,w as in Sirius vorging. Immerhin verdankte er Peter 13 Jahre lang Askaban.
Aber Harry hatte recht. Ein stechender Schmerz bohrte sich in Remus Herz, als er an James dachte und daran, dass allein Peter an dessen Tod Schuld war.
Sie brachen auf.
Remus ließ Severus vor sich her schweben und er und Ron hatten Peter an sich gekettet.
Langsam gingen sie durch den Gang zurück und tasteten sich zurück nach Hogwarts.
Remus sog die frische Luft ein.
Plötzlich spürte er wie ihm schwindelig wurde. Irgendetwas stimmte nicht. Er witterte etwas....witterte? Er witterte nur, wenn er sich in einen Werwolf verwandelte. Remus blickte in den himmel.
Er hatte vergessen seinen Trank zu nehmen. Es war Vollmond. Und es würde wieder geschehen....
Er sah entsetzt zu Sirius und den Kindern. Sie mussten hier evrschwinden, solange es noch ging.
"LAUFT! Lauft!!!" schrie Remus und Sirius schien zu verstehen.
Und dann versank alles hinter einem Vorhang. Remus´ Bewusstsein schaltete sich ab und ein anderes drang durch seinen Körper.
Der Werwolf drängte sich an die Oberfläche und Remus wusste nichts mehr.
Er fühlte nur - fühlte die unglaublichen Schmerzen der Verwandlung.
Was genau dann geschah konnte Remus nicht sagen.



Abschied

Als Remus erwachte lag er irgendwo - wahrscheinlich im verbotenen Wald.
Sein Kopf schmerzte und er blutete aus zahlreichen Bisswunden. Wahrscheinlich war Sirius nicht gerade sanft mit ihm gewesen.
Remus erhob sich wankend und machte sich auf den Weg zurück zum Schloss.
Zum Glück fand er recht schnell zurück.
Langsam kamen Erinnerungen an die letzte Nacht in sein Bewusstsein.
Die Heulende Hütte, Sirius und Peter, der Weg zurück, Schreie, die Verweandlung....und dann?
Remus war am Schloss angekommen und schlich hinauf in sein Büro.
Dort setzte er sich und atmete tief durch.
Da lag immer noch die KArte des Rumtreibers. Aufgeschlagen.
Remus warf einen Blick darauf. Dumbledore kam zu ihm.
Hoffentlich hatte er gute Nachrichten.
Wenieg Augenblicke später klopfte es an der Bürotür.
Albus Dumbledore trat ein und setzte sich ohne Aufforderung.
"Remus, geht es dir besser? Gut. Gestern Abend haben sie Sirius gefangen."
Remus sah ihn an:"Er hat nichts getan...es war Peter...Sie müssen mir glauben."
Dumbledore nickte:"Ja das stimmt wahrscheinlich mit der Geschichte überein, die Harry, Hermine und Ron erzählen. Aber lass mich aussprechen.
Es ist so, dass Peter entkommen konnte. Zumindest haben wir ihn nicht gefunden. Er ist weg.
Aber auch Sirius gelang die Flucht.
Ich denke, dass es ihm gut geht. Und ich glaube dir und den Kindern, dass er unschuldig ist.
Aber leider gilt das Wort von dreizehnjährigen Zauberern und einem Werwolf vor dem Ministerium nicht sehr viel. Sirius wird weiterhin gesucht werden. Aber wenn er geschickt ist, wir der nicht geschnappt, da bin ich sicher!"
Remus sah Dumbledore an - nein er starrte. Das waren keine gute Nachrichten. Und Dumbledore machte nicht den Eindruck als wäre er fertig.
"Das ist noch nicht alles Remus. Severus - nun ja, ihm ist herausgerutscht, dass du ein Werwolf bist."
Remus nickte:"Ich verstehe, das heißt wohl, dass ich hier nicht länger erwünscht bin."
Dumbledore lächelte:"Im Gegenteil! Ich bestehe darauf, dass du hier bleibst. Ich gebe zu, der Vorfall war ein ungl+ücklicher, aber ich denke wir können dafür sorgen dass er ein Einzelfall bleibt. Und die Eltern werde ich beruhigen, mach dir nicht zu viele Gedanken."
Remus spürte eine Welle von Dankbarkeit. Und schlechtem Gewissen. Er belog Dumbledore seit seiner Schuhlzeit und er war so großartig zu ihm.
Remus schüttelte den Kopf:"Nein es ist gut, ich möchte keinen Schaden anrichten. Und die Eltern sind mit Sicherheit beruhigter, wenn ich weg von hier bin. Ich möchte Ihnen nicht zur Last fallen. Es war ein großartiges Jahr hier und ich habe James´ Sohn kennen gelernt. Schon, dass mir die Möglichkeit dazu gegeben wurde bedeutet mir sehr viel."
Dumbledore nickte und erhob sich.
Sie schüttelten einander die Hände und Remus wusste, dass Dumbledore ihm nicht böse war.
Langsam drehte er sich in seinem Büro herum, seufzte und schließlich begann er zu packen.

Als er beinahe fertig war kam Harry herein.
"Professor? Wurden sie gefeuert?"
Remus lächelte Harry aufmunternd an:"Nein, ich gehe freiwillig. Irgendjemand hat wohl zufällig erwähnt....nun ja, man weiß jetzt was ich bin. Bald werden die ersten Briefe aufgebrachter Eltern hier eintreffen und ich möchte Dumbledore nicht mehr Ärger machen als nötig."
Harry schüttelte heftig den Kopf:"Sie dürfen nicht weggehen, Sie sind der ebste Lehrer für Verteidigung gegen die dunklen Künsten, den wir bisher hatten.....!"
Remus lächelte immer noch:"Es werden andere kommen Harry und ich bin sicher, wir sehen uns eines Tages wieder."
Der letzte Koffer schloß sich und Remus sah sich noch einmal um.
"Ja, jetzt heißt es wohl Abschied nehmen. Ich habe mich sehr gefreut dich kennen zu lernen Harry! Du bist deinen Eltern wirklich sehr ähnlich, ich weiß, dass sie stolz auf dich wären. Ich bin es auch. Du hast sehr viel gelernt in diesem Jahr!
Sag Hermine und Ron meine Grüße! Wir werden uns wieder sehen! Da bin ich sicher! Mach´s gut Harry!"
Er klopfte Harry auf die Schulter und verließ den Raum.
Remus wusste nicht wohin er gehen würde oder was auf ihn wartete. Aber jetzt, mit der Gewissheit, dass Sirius da draußen war, unschuldig und frei, gab ihm ein gutes Gefühl.
Das Leben würde wohlö nicht einfacher werden, das bestimmt nicht, aber es gab jetzt etwas gutes. Remus war nicht mehr ganz alleine.
Und plötzlich begann Remus zu pfeifen. Obwohl er seinen Job verloren hatte fühlte er sich glücklich.
Pfeifend schlenderte er in Richtung Bahnhof.

ENDE und aus!
Ps.: Danke fürs Lesen, ich hoffe, dass das Ende so nicht zu enttäuschend ist!!




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Das hier ist meine erste HP-FF, sie schließt eigentlich irgendwie an Lupins Geschichte an. Sie ist noch nicht fertig, trotzdem aber schon ganz schön lang. Also, wer sie lesen möchte, sollte auf alle Fälle Zeit haben! Viel Spaß beim Lesen!

Die Macht der Auserwählten

Kapitel 1

Irgendwas verfolgte sie - eine Schlange? Da war eine Stimme, die von überall herzukommen schien. Lucy hörte ihr zu, während sie um ihr Leben rannte durch einen scheinbar endlosen Gang. Die Stimme erzählte etwas, das wie eine Prophezeiung klang: "Es passiert alle 2000 Jahre, dass ein erwähltes Kind geboren wird - die Mutter eine Hexe, wie alle, doch der Vater, ein Zauberer, und doch nicht, erscheint zuweilen in anderer Gestalt - dieses Kind, ein Magier oder eine Magierin, birgt in sich eine Macht, so groß, dass sie alles übertrifft, diese Macht ist stark genug, um den dünkelsten aller Zauberer, aber auch den stärksten der Guten besiegen zu können. Der Träger der Macht hat die Fähigkeit über alle Zaubersprüche Herr zu sein, dem Alter entsprechend oder nicht. Dieser Mensch wird die Welt in eine neue Zeit führen. Ob gut oder schlecht, wird sich entscheiden, wenn der Auserwählte zum ersten Mal einen unverzeihlichen Fluch ausspricht........es passiert alle 2000 Jahre....." Die Stimme verebbte, doch Lucy musste weiterlaufen, denn die Schlange war immer noch hinter ihr und schien näher gekommen zu sein. Plötzlich war ein Ende des Ganges in Sicht, dort stand jemand. Ein Mann, groß und dünn, mit einem schlangenartigen Gesicht. Er half ihr nicht, er lachte schrill auf und rief:"Komm Nagini! Bring sie zu mir!!" Lucy fiel zu Boden und drehte sich auf den Rücken und da war die Schlange auch schon vor ihr. Sie schrie auf und......

......erwachte. Schweißgebadet, als wäre sie tatsächlich gerannt saß Lucy in ihrem Bett. Es war nur ein Traum....aber die Stimme war so deutlich und klar gewesen.....nein ein Traum, da waren keine Schlange und kein Mann, sie war zu Hause in ihrem Bett, in Dublin, im Haus ihrer Familie und nicht irgendwo in einem Gang. Seufzend sank Lucy in ihr Kissen zurück.

Plötzlich schrie draußen jemand......es hörte sich nach ihrer Mutter an. Lucy saß kerzengerade im Bett. Was war passiert?? Es war wieder still - zu still! Dann hörte sie Schritte vor ihrer Zimmertür und die Tür wurde aufgestoßen. Lucy griff nach ihrem Zauberstab, der immer auf ihrem Nachttisch lag. Wer auch immer im Haus war, er hatte ihrer Mutter irgendwas angetan, wer wusste schon, was er mit ihr vorhatte? Der Jemand kam herein. Es war ein Mann. Er blieb im Mondlicht stehen und Lucy erkannte, dass er schlank und blond war und ein äußerst arrogantes Gesicht hatte. Er sah Lucy an und sagte mit einer klaren, arroganten Stimme: "Du bist wach, das ist gut, so muss ich dich nicht wecken." In jeder anderen Situation hätte diese Stimme angenehm geklungen, aber in diesem Moment kam sie Lucy einfach nur fürchterlich vor. "Wer sind sie?" fragte Lucy mit zitternder Stimme. Er lachte:"Du kannst mich deinen Todbringer nennen oder sonst wie, es tut nichts zur Sache, weil du ohnehin gleich tot bist! Bist du bereit zu sterben?" Er lachte wieder und hob seinen Zauberstab. Doch Lucy war schneller und tat das einzige, das ihr im Moment einfiel:"Rictusempra!" Der Zauber tat überraschend stark seine Wirkung. Lucy sprang auf und lief hinaus, durch den Flur und zum Schlafzimmer ihrer Eltern. Sie musste nachsehen, was passiert war und befürchtete das schlimmste. Als sie das Schlafzimmer erreichte stockte ihr der Atem, sie konnte nicht mal schreien. Die Zimmertür stand offen, ihre Eltern lagen beide auf dem Bauch am Boden - reglos. Lucy eilte zu ihrer Mutter und drehte sie um. Ihre Augen waren starr und weit vor Entsetzen aufgerissen. Warum hatte der Kerl das getan??? Warum um alles in der Welt hatte er das getan?? Lucy wich zurück. Sie musste unbedingt weg hier, er würde sie auch töten. Aber es war zu spät. Der Mann war ihr gefolgt und im Türrahmen augetaucht. Er sah etwas mitgenommen aus, trotzdem grinste er: "Denkst du deine kleinen, lächerlichen Tricks können dich retten? Falsch gedacht, ich werde dich töten und du kannst nichts dagegen tun." In Lucy flammte ein unaussprechlicher Hass auf. Dieser Kerl hatte ihre Eltern umgebracht und würde dasselbe mit ihr tun - ohne Grund. Sie erhob sich und hielt dem Blick des Mannes eisern stand. Dann sagte sie:"Doch ich kann etwas tun....." Es gab einen Fluch, der andere Menschen unterwarf und gefügig machte.....einer der unverzeihlichen Flüche, Lucy würde eine Menge Ärger bekommen, wenn sie ihn anwand, aber hatte sie eine andere Möglichkeit? So schnell sie konnte hob sie ihren Zauberstab, zielte und rief:"Imperius!" Der Mann schien zu perplex um irgendwas zu tun. Er rührte sich nicht mehr. Lucy sah ihn ungläubig an. Hatte es etwa geklappt? Und wieso hatte er nichts getan? "Setz dich!" sagte Lucy. Er ließ sich auf den Bosen nieder. "Bell wie ein Hund!" Er bellte. Lucy konnte es nicht fassen und auch konnte sie nicht mehr aufrecht stehen. Ihr Zauberstab rutschte ihr aus der Hand und schlug eine Sekunde bevor sie niedersank auf dem Boden auf. Sie saß da und lauschte der Stille, die nur wenige Sekunden anhielt. Plötzlich wurde es wieder laut im Haus. Aus dem Flur kamen Männerstimmen:"Wo sind sie?" "Warum ist es so ruhig?" "Ist er noch hier?" "Ich glaube sie sind hier!" Das Licht ging an und ein Mann erschien in der Tür. Er sah jung aus, doch einige weißa Strähnen durchzogen sein Haar und der Mantel, den er trug sah alles andere als neu aus. Er sah zuerst auf den sitzenden Zauberer hinunter, dann zu Lucy und schließlich fragte er:"Was ist passiert? Was hast du getan?" Lucy konnte nicht mehr, sie begann zu weinen. Schluchzend sagte sie:"Ich habe ihn unterworfen.......werde ich dafür bestraft?" Der Mann kam zu ihr hinüber und setzte sich zu ihr. Er schüttelte den Kopf:"Nein, ich verspreche dir, dass dir niemand was tun wird." Lucy versuchte es mit einem Lächeln. Dann sank sie in eine angenehme Dunkelheit, die ihr ganzes Sein unwichtig erscheinen ließ. Es war einfach zuviel gewesen.

Kapitel 2

Remus Lupin hatte das Mädchen gerade noch auffangen können, bevor sie mit dem Kopf auf den Boden aufschlug. Er stand auf, mit ihr in den Armen und ging nach draußen, nicht ohne einen Blick auf die beiden Leichen im Zimmer zu werfen. Er erschauderte. Remus ging vorbei an Lucius Malfoy, der immer noch starren Blickes auf dem Boden saß. Malfoy hatte in letzter Zeit des öfteren zugeschlagen, endlich hatten sie ihn erwischt. Warum um Himmels willen hatte Voldemort Malfoy nach Irland geschickt?? Hatte er nicht auch in Irland treue Anhänger, die solche Aufgaben für ihn erledigen konnten? Warum unbedingt Malfoy?
"Lupin, was ist da drin passiert?" rief Alastor Moody ihm entgegen als er aus dem Zimmer kam. Remus schüttelte den Kopf:"Die Eltern tot, sie ist ohnmächtig und Malfoy.......sie sagt, sie hätte ihn unterworfen, aber das kann doch nicht sein, sie ist erst 16!" Moody runzelte die Stirn:"Imperius Fluch? Mit 16? Ziemlich unwahrscheinlich, ich seh ihn mir mal an. Bring sie weg hier, los." Remus ließ Moody zurück und ging zu den anderen Zauberern zurück, die noch hierher mitgekommen waren. Es waren zwei Ministeriumszauberer aus Irland, deren Namen er immer noch nicht wusste. Egal, hauptsache sie hatten das Mädchen gerettet. Remus und Alastor hatten Malfoy verfolgt, das war ihre Aufgabe gewesen, als sie schließlich nach Irland gekommen waren, waren ihnen diese beiden Typen zugeteilt worden. Moody hatte darüber oft gemurrt, denn die beiden waren weder die leisesten noch die geschicktesten. Aber sie konnten es nicht ändern und so hatte auch Moody es ertragen. Selbiger stand plötzlich hinter Remus. Er knurrte:"Tatsächlich Imperius Fluch.....stell dir das vor, mit 16! Wie hat sie das nur geschafft??" Remus sah ihn prüfend an. Er würde nicht zulassen, dass das Mädchen ausgeliefert wurde deswegen. Und er würde nicht zulassen, dass sie in irgendein Waisenhaus kam. Er würde sich schon um sie kümmern und er würde dafür sorgen dass sie nach Hogwarts kam.
Moody schleppte Malfoy hinter sich her und knurrte den beiden Ministeriumszauberern zu:"Los ihr nehmt den da und einer von euch holt die Sachen von dem Mädchen, bisschen was anzuziehen, Schulsachen und was man sonst so braucht. Na los, wirds bald?" Die beiden Zauberer huschten davon, um kurze Zeit später mit einem Kastenkoffer wieder aufzutauchen. Dann sprach einer einen Zauber über Malfoy sodass dieser in der Luft hängen hinter ihnen herschwebte. Das Grüppchen verließ das Haus und Moody disapparierte, um möglichst schnell einen Trupp des Ministeriums herzuzitieren.
Die anderen verließen das Haus zu Fuß. Zwei Straßen weiter parkte eines der Ministeriumsautos.
Remus sah zurück zum Haus. Er hatte sie geliebt und jetzt war sie tot. Er schüttelte traurig den Kopf: Wer wollte schon einen Werwolf?


Kapitel 3

Lucy erwachte mit einem Brummen. Sie setzte sich auf und schaute sich um. Das war NICHT ihr Zimmer und das war auch nicht ihr Bett. Wo zum Geier nochmal war sie denn? Es klopfte und die Tür ging auf. Ein Mann kam herein. Lucy hatte ihn schon mal gesehen. Aber nur in ihrem Traum. In dem Traum in dem auch ihre Eltern getötet worden waren.......mit einem Schlag traf Lucy die Erkenntnis. Es war kein Traum gewesen! Es war alles wahr! Der Mann hatte sich inzwischen genähert. Er lächelte sie an:"Guten Morgen Lucy! Wie geht es dir?" Lucy überlegte kurz, dann sagte sie:"Ganz gut......aber.....meine Eltern, sie sind tot...." Sie schluchtze auf. "Wer sind sie denn? Und wieso waren sie bei uns? Gehören Sie auch zu dem der sie umgebracht hat??" Der Mann schüttelte den Kopf:"Es tut mir wirklich leid für dich. Nein ich gehöre nicht zu ihm, ich gehöre sozusagen zur Gegenseite. Ich bin Remus Lupin und ich habe mit einem anderen Zauberer den Mann verfolgt, der dir das angetan hat. Sein Name ist Lucius Malfoy, er ist mittlerweile nach Askaban überführt worden." Er setzte sich euf einen Sessel, der neben dem Bett stand. "Also Lucy, erzähl mir etwas von deinen Eltern, hat deine Mutter die je etwas wirklich wichtiges erzählt?" Lucy kam die Frage seltsam vor, wieso wollte er soetwas wissen? Trotzdem beantwortete sie die Frage so gut sie konnte:"Eigentlich war zwischen uns alles ganz gut, wir haben uns immer gut verstanden. Als ich den Brief von Bottless bekommen habe, dass ich eine Hexe bin hat sich meine Mom sehr gefreut. Und mein Dad auch. Zumindest dachte ich dass er mein Dad war. Aber das stimmte nicht. Mom hat es mir erst vor zwei Jahren erzählt. Dad war nicht mein richtiger Vater. Aber mehr konnte ich nicht von ihr erfahren. Ich weiß nicht wer es war oder wo er wohnt oder ob er noch lebt oder warum er nicht bei mir war. Ich hab sie oft gefragt, aber sie hat nicht geantwortet. Und ich würde zu gern wissen, warum er sich nie bei mir gemeldet hat?? Meine Mom hat gemeint, er wisse, dass es mich gibt. Warum hat er nicht geschrieben oder so? Mom hat mir versprochen, dass sie mir sagt wer es ist, wenn ich 17 werde. Und jetzt ist sie tot und kann es mir nicht mehr sagen....!Ich bin alleine. Ich weiß nicht wer mein Vater ist und ich habe keine Familie mehr! Was soll ich denn machen?" Lucy konnte die Tränen nicht mehr zurück halten. Sie wollte nicht vor Mr. Lupin weinen, aber sie konnte nicht anders. Ihre Eltern waren tot und niemand hatte etwas dagegen unternommen. Die Zauberer waren zu spät gekommen und sie wusste nicht wer ihr Vater war. Alles brach herein mit einer Wucht, die richtig weh tat. Mr. Lupin sah sie nur an. Dann meinte er:"Dein Vater hätte sicher gerne geschrieben, vielleicht konnte er nicht. Wenn es dich nicht stört, dann werde ich dir eine Geschichte von mir erzählen." Als Lucy nichts dagegen sagte begann er zu erzählen:"Als ich auf Hogwarts war gab es zwei Klassen unter mir ein wunderschönes Mädchen, dass ich allerdings nie wahrgenommen hatte. Ich erfuhr erst später, dass sie ebenfalls in Hogwarts gewesen war. Irgendwann traf ich sie in einem Lokal und ich verliebte mich sofort in sie. Sie war wirklich unglaublich schön, lustig, fröhlich, charmant, einfach wundervoll. Und ich liebte sie. Es störte sie auch nicht, dass ich ein Werwolf war. So hatten wir eine lange glücklich Beziehung. Nach einiger Zeit bat ich sie um ihre Hand doch sie lehnte ab, sie meinte sie wolle es sich noch überlegen. Ich verstand das und ließ sie damit in Ruhe. Zwei Wochen später verließ sie mich wegen eines anderen Mannes. Sie sagte, dass Leben mit einem Werwolf wäre zu anstrengend und sie wolle einen normalen Zauberer zum Mann haben. Sie zogen weg, nach Irland. Wenige Monate nach der Trennung schrieb sie mir, dass sie ein Kind erwarte. Mein Kind. Aber sie wolle nicht, dass ich Kontakt zu ihr aufnehme. Sie wollte, dass ich sie in Ruhe lasse. Ihr Mann sollte das Kind mit ihr aufziehen, sie würde ihm nie erzählen, dass er nicht sein richtiger Vater war. Als das Kind zur Welt kam wollte ich unbedingt Kontak zu ihm, doch sie verhinderte es. Ich schickte Eulen, doch sie kamen zurück, ich schickte Briefe mit der Muggelpost, doch sie kamen zurück. Ich fuhr nach Irland und stand dort vor dem Haus, in dem sie wohnte. Irgendwann kan sie und meinte ich solle wieder fahren, es hätte keinen Sinn zu warten, ich würde das Kind nicht sehen und auch nicht mit ihm sprechen. Ich wartete trotzdem. Als es schon lange dunkel war disapparierte ich und war wieder zu Hause. Ich schrieb weiterhin Briefe doch sie kamen jedes mal zurück. Dann kam ein Brief. Sie hätte dem Kind gesagt, dass es seinen leiblichen Vater nicht kennt, aber nichts weiteres und sie wolle ihm auch nichts weiteres sagen und ich solle endlich aufhören Briefe zu schreiben. Weißt du, ich hätte mich wirklich gerne um dieses Kind gekümmert. Aber ich hatte keine Gelegenheit. Vielleicht ging es deinem Vater genauso?" Lucy hatte der Geschichte gelauscht, auch wenn sie nicht wusste, warum er sie gerade ihr erzählte, einer Fremden. "Wissen sie ob es ein Mädchen oder ein Junge ist? Haben sie das Kind noch nie gesehen?" fragte sie. Lupin nickte:"Es ist ein Mädchen und ich habe sie gesehen." Lucy überlegte. Ja es hätte sein können, dass ihr Vater sie nicht erreichen konnte und dass er in Irland gewesen war, aber was half es? Sie wusste ja nicht wer es war. Sie wünschte sich plötzlich ihr Vater wäre ein Mensch wie dieser Lupin hier. Er war so sympathisch und nett. Lucy hatte aufgehört zu weinen, aber irgendwie kam es jetzt wieder hoch. Sie wollte weinen, einfach nur noch weinen. Was hatte sie dem Schicksal getan, dass es so unmenschlich mit ihr verfuhr??
Lupin hatte nicht den Blick von ihr gewandt. "Lucy hat dir deine Mutter nichts über deinen Vater erzählt?" Lucy schüttelte den Kopf. "Würde es dich stören, wenn er so wie ich wäre?" Wieder Kopfschütteln:"Es würde mich nicht stören und wenn er ein Vampir oder sowas wäre. Er ist doch mein Vater." Lupin lächelte seltsam:"Ich kenne deinen Vater." Lucy saß mit einem mal kerzengerade im Bett. "Wirklich Mr. Lupin? Wie heißt er, wie ist er so? Kann ich zu ihm?" Lupin lachte auf:"Nicht so hastig, also erstaml, nenn mich doch Remus und dann, er ist glaube ich ganz nett. Und du kennst ihn. Du bist in seinem Haus und in seinem Gästebett." Lucy glaubte sich zu verhört zu haben:"Und wem gehört dieses Haus? Ist er hier?" Lupin zögerte einen Moment, dann holte er Luft:"Das Haus gehört mir."

Kapitel 4

Remus keuchte als er im Grimauldweg Nummer 12 ankam. Der Orden hatte das Haus auch nach Sirius´ Tod weiter als Hauptquartier verwendet und Remus wusste, dass Dumbledore, Moody,Snape, die Weasleys und einige andere dort nun auf ihn warteten. Er klingelte nicht, sondern trat ohne Umschweife ein und stürmte in den Saal, den sie zum Versammlungszimmer umfunktioniert hatten. Als er eintrat verstummten alle Gespräche. Er nickte kurz in die Runde und setzte sich. Einige Augenblicke war es still, dann fragte Dumbledore:"Nun, Remus, wie geht es dem Mädchen?" Remus lächelte Dumbledore an:"Es geht ihr den Umständen entsprechend recht gut. Ich werde im Zauberereiministerium ansuchen, damit sie bei mir bleiben kann." Dumbledore hob überrascht die Augenbrauen:"Remus, hältst du das für klug? Es ist sehr gefährlich,denn du kannst nicht immer bei ihr sein, du hast wichtige Dinge zu erledigen!" Remus lächelte unverändert:"Ja das weiß ich, aber ich mache mir keine Sorgen, sie ist außergewöhnlich stark und außerdem werde ich weiters darauf bestehen, dass sie nach Hogwarts gehen darf. So ist sie über das Schuljahr hinweg sicher. Dumbledore, ich habe solange darauf gewartet, sie bei mir zu haben, ich werde sie nicht gehen lassen." Das Lächeln blieb, doch Remus´ Augen hatten sich verändert, sie waren darauf eingestellt sich ein Wortgefecht zu liefern, mit jedem der ihn in diesem Punkt kritisieren wollte. Doch im Moment schwirrten nur einige fragende Blicke, der Mitglieder des Ordens umher. Remus bereitete sich darauf vor eine Beichte abzulegen und das Geheimnis, dass er nun seit über 16 Jahren mit sich trug offen zu legen. Er sah sich um, wie würde Snape reagieren? Die anderen würden freundlich sein, vielleicht mitfühlend, sich freuen, aber Snape hatte etwas gegen Remus, der in seinen Augen nur ein nichtsnutziger Werwolf war. Dumbledore widersprach Remus nicht, im Gegenteil, er blickte ihn wohlwollend an:"Du hast schon recht Remus und ich denke, wir werden deine Situation berücksichtigen können und du wirst im Sommer nicht mehr so viele Aufträge erfüllen müssen wie bisher. Aber Remus ich denke, du solltest erklären in welcher besonderen Situation du dich überhaupt befindest, ich sehe unsere Mitstreiter würden gerne mehr erfahren." Alle Augen wanderten nun zwischen Dumbledore und Remus hin und her. Remus hatt mit Dumbledore gesprochen schon vor längerem. Dumbledore wusste bescheid, aber niemand sonst. Schließlich, als Remus nicht sofort antwortete, platzte Snape heraus:"Bitte Remus,machen schon, wir haben wichtigeres zu tun, als den ganzen Tag hier zu sitzen und darauf zu warten, dass du uns eine Geschichte erzählst." Remus funkelte Snape an. Auch Molly unterbrach die Stille:"Remus, Severus hat Recht, wir haben noch mehr zu besprechen und ich würde wirklich gerne wissen, warum du das Kind unbedingt bei dir behalten willst!" Snape mischte sich wieder ein:"Außerdem bleibt zu bedenken, dass das Mädchen nicht nur während du unterwegs bist in ständiger Gefahr schwebt sondern auch alle vier Wochen." Er blinzelte Remus an und machte wieder einmal gekonnt klar, wieviel er von Remus hielt. Remus versuchte nicht auf Snape zu achten, er wandte seinem Blick den anderen zu:"Nun ja es ist so. Melinda Tealight und ich, wir waren ja einige Jahre liiert, dass wissen einige von euch, auch Sie Severus. Nun, was niemand weiß, ist, dass während unserer gemeinsamen Zeit ein Kind enstand.....Lucy. Melinda verließ mich, bevor wir es wussten und heiratete einen anderen Mann....Lee Gossworth. Sie brachte das Kind zur Welt und erzählte allen, es sei Lees Tochter. Aber das stimmt nicht, denn Lucy ist meine Tochter. 16 Jahre habe ich gewartet, dass ich sie sehe und jetzt endlich ist es soweit. Ich werde sie nicht gehen lassen, um keinen Preis!" Alle Augenbrauen waren nun in die Höhe gezogen. Tonks war die erste, die etwas sagte:"Oh Remus.....warum hast du nie etwas erzählt?" Remus schüttelte den Kopf:"Weil es keinen Sinn gemacht hätte, ich durfte das Kind nicht sehen und bemitleidet wollte ich nicht werden." Er blickte umher und dabei blieb sein Blick an Snape hängen. Dessen Gesichtsausdruck hatte sich vollkommen verändert. Er wirkte milde überrascht, aber nicht mehr ablehnend. Etwas anderes war hinzugekommen.....Mitgefühl? Doch Snape sagte nichts. Molly sprach nun wieder:"Remus, du Armer, wenn ich das gewusst hätte, ich hätte mit Melinda gesprochen. Warum hast du uns das Mädchen denn nicht mitgebracht? Und sie ist 16? Dann ist sie ja so alt wie Ron und Harry und Hermine.....und wenn sie nach Hogwarts kommt, vielleicht versteht sie sich dann ja mit ihnen. Oh das wird wunderbar. Im Sommer könnt ihr gerne zu uns kommen! Du kannst dann in aller Ruhe deine Aufträge ausführen und sie ist sicher behütet." Hätte Dumbledore Molly nicht unterbrochen hätte sie wahrscheinlich noch längere Zeit weitergeredet. So verstummte sie augenblicklich. "Nun lass gut sein Molly, wir müssen das ganze langsam angehen. Erstmal denke ich, dass Remus sich wünscht ein wenig Zeit alleine mit seiner Tochter zu verbringen. Dann hat er uns noch gar nicht alles erzählt, was sich zugertragen hat, an dem Abend als er sie zu sich holte. Ich denke, das wäre für uns interessant." Remus nickte:"Nun gut, als wir ankamen, war es still, ich fand Lucy und Lucius Malfoy im Schlafzimmer von Melinda und Lee. Lucy saß am Boden und sah äußerst schwach aus. Malfoy saß nur da und blickt starr ins Leere. Lucy meinte, sie habe Malfoy unterworfen. Nun Alastor, kann euch mehr dazu sagen!" Moody sah ihn kurz an und knurrte:"Hat gestimmt. Imperius Fluch, sehr stark und das mit 16! Entweder ist sie ein Genie oder sie hat sehr viel geübt." Schweigen breitete sich aus. Es war eine unglaubliche Sache, dass eine so junge Hexe solch einen Fluch beherrschte. Keiner wusste so recht, was nun zu sagen angemessen war. Remus meinte schließlich:"Danke Alastor. Das war alles und ich denke, es gibt andere Dinge über die wir uns unterhalten solten. Erst einmal haben wir Malfoy. Das ist wichtig und gut. Und dann hat Voldemort begonnen wieder zu morden, dass ist nicht gut und bereitet, wie ich weiß, nicht nur mir Sorgen. 9 Familien sind bereits gestorben und ich bin mir sicher, dass es mehr werden." Zustimmendes Nicken und Gemurmel, danach unterhielten sie sich über Fortschritte, die der Orden in oder ohne Zusammenarbeit mit dem Minsiterium gemacht hatte. Tonks und Arthur Weasley hatte den Befehl gehabt McNair - einen weiteren Todesser - zu verfolgen und hatten ihn gestellt. Dies mit Hilfe des Ministeriums. Alles in allem hatten sie nun zwei Todesser augeschalten. Keine besonders große Ausbeute, aber dennoch mehr, als sie erwartet hatten.
Nach einigen Stunden beendete Dumbledore die Sitzung mit den Worten:"Gut soweit. Alastor, ich habe einige Aufgaben für dich, komm nachher zu mir, Tonks und Arthur, im Moment bleibt ihr in Lauerstellung. Findet unbedingt heraus, ob im Ministerium Todesser sitzen und wer sie sind. Die anderen: Bleibt bei euren Aufgaben! Ich werde euch wissen lassen, wann unser nächstes Treffen stattfindet. Remus, ich werde dich im Laufe der nächsten Woche besuchen." Dann apparierte er.
Remus verließ den Raum und atmete tief durch. Er war froh, dass alles so schnell gegangen war und.......
"Remus?" eine kalte Stimme holte Remus aus seinen Gedanken. Snape war ihm nachgekommen. Remus machte sich innerlich zum Kampf bereit. Er würde sich nicht weiter von Snape schikanieren lassen. Doch Snape schien weder an einer Beleidigung, noch an einer Schikane interessiert zu sein. Er sah Remus an, mit einem Blick, der sich nur schwer entschlüsseln ließ:"Es tut mir leid." Remus wollte schon etwas gegen Snape donnern, doch er hielt inne. Was war das gewesen? "Was denn?" "Es tut mir leid, dass du anscheinend ein paar schwierige Jahre hinter dir hast, doch wie es aussieht sind diese Jahre vorbei." Remus blinzelte Snape an. Würde noch etwas kommen? Das konnte doch unmöglich alles gewesen sein. "Keine Beleidigung Severus?" Snape schüttelte den Kopf:"Du warst immer fairer zu mir als einige deiner Freunde. Und auch jetzt bist du es. Deine Tochter hat Glück." Snape nickte noch einmal und dann verließ er augenblicklich das Hauptquartier. Remus hätte gerne etwas zu ihm gesagt, denn er wollte Snape nicht zurück weisen, doch er hatte keine Gelegenheit dazu. Nur einen Moment nachdem Snape gegangen war trat Molly zu ihm:"Remus, du musst sie mir vorstellen unbedingt! Ich möchte sie gerne kennen lernen. Oh ich hoffe sie versteht sich mit Ron, Harry und Hermine. Ach Remus, hättest du doch was erzählt. Arthur und ich hätten dir gerne geholfen." Remus lächelte dankbar, doch eigentlich wollte er nach Hause:"Danke Molly, das alles ist sehr nett von dir, du wirst sie kennen lernen, versprochen, aber ich muss jetzt wirklich gehen." Molly verabschiedete sich in ihrer herzlichen Art und Remus verließ das Hauptquartier. Er konnte Snapes Worte einfach nicht aus seinen Gedanken verbannen. Er verstand nicht worauf dieser hinaus wollte. Er konnte nicht einfach nur nett gewesen sein. Oder konnte er es doch? Remus beschloss zu einem anderen Zeitpunkt darüber nach zu denken, er apparierte und fand sich Sekunden später in seinem Vorzimmer wieder.

Kapitel 5

Lucy war erst Ende Juli zu Remus gekommen. Darum hatten sie auch nur einen Monat Zeit, um sich näher kennen zu lernen. Lucy brachte es zwar noch nicht fertig Dad zu ihm zu sagen, aber das tat nicht viel zur Sache. Sie mussten sich ja schließlich erst aneinander gewöhnen. Für Remus war es ein entspannenter und außergewöhnlich guter Monat. Er musste keinen einzigen Auftrag übernehmen und er hatte einen befreundeten Zaubertränkemischer gebeten einen Trank zu brauen, mit dem er vom reißenden Monster in einen harmlosen Wolf verwandelt wurde, wenn es Vollmond war. Es war also ein rundum großartiger Monat und aus diesem Grund war Remus etwas verstimmt, als der Brief aus Hogwarts mit einer Bestätigung, dass Lucy augenommen war und der Bücherliste, ankam.
Gemeinsam fuhren sie nach London und kauften in der Winkelgasse ein. Dann verbrachten sie noch den ganzen Tag dort und aßen Eis, sahen sich in verschiedenen Läden um und machten sogar einen Abstecher nach Gringotts.

Zwei Tage später stieg Lucy am Bahngleis neundreiviertel in den Howartsexpress ein und verließ London. Im Zug musste sie sich erst einmal zurecht finden. Beinahe Abteile waren besetzt. Und die, die nicht ganz besetzt waren beherbergten Leute, die Lucy schon vom Aussehen her äußerst unsympatisch waren. Bei einem Jungen hatte sie sogar das Gefühl sein Gesicht zu kennen. Er war blaß, blond und wirkte unglaublich aufgeblasen und hochmütig.
Schließlich am anderen Ende des Zuges fand sie ein Abteil in dem nur drei Personen saßen. Zwei Jungen und ein Mädchen. Sie wirkten nett und Lucy öffnete langsam die Abteiltür. "Hallo, ist hier vielleicht noch Platz?" Das Mädchen sah auf und nickte dann:"Ja komm herein, wie du siehst haben wir sogar noch ne Menge Platz!" Lucy nickte dankbar und schob ihre schwere Tasche ins Abteil. Die beiden Jungs schnappten sie sich ohne Kommentar und hievten sie nach oben in die Gepäckablage. Lucy setzte sich.
Dann begann das Mädchen zu sprechen:"Also hallo mal. Ich bin Hermine Granger und du?"
"Mein Name ist Lucy Gossworth."
"Bist du neu? Ich hab dich noch nie gesehen."
"Ja bin ich, ich bin erst vor einem Monat von Irland hierher nach London gekommen. Zu meinem Vater."
Hermine lächelte freundlich und deutete dann auf die Jungs:"Also das da, der rothaarige ist Ron Weasley. Und der andere das ist Harry Potter."
Lucy überlegte einen Moment,dann sah sie Harry an:"Harry Potter? Du bist der, über den man soviel erzählt. Die Geschichte mit Voldemort......stimmt das alles?"
Harry nickte:"Ja stimmt schon...." er wirkte genervt.
Lucy hatte auf einmal Verständnis für ihn und warum er wohl so genervt war. Es war sicher nicht lustig für etwas berühmt zu sein, an das man sich gar nicht erinnert und wenn alle Leute immer wieder darauf herumhackten. "Das ist bestimmt nicht einfach für dich. Immerhin bist du dafür bekannt, dass du überlebt hast, während deine Eltern......naja ich stell mir das nicht sehr lustig vor."
Auf einmal wirkte Harry interessiert und neugierig:"Stimmt, das ist alles gar nicht so toll, wie die Leute denken." Sie unterhielten sich noch eine Weile hin und her, bis sie schließlich auf ihre Eltern zu sprechen kamen. Hermine erzählte über ihre, Zahnärzte, was auch immer das bedeutete, Rons Vater arbeitete im Ministerium und Harrys Verwandten waren schrecklich. Und dann kam die Frage, die Lucy erwartet hatte:"Und was ist mit deinen Eltern?" Lucy antwortete kurz und bündig:"Ich lebe bei meinem Vater, was er genau arbeitet weiß ich nicht, aber er ist ganz nett,denke ich." Ron fragte:"Wie heußt er denn? Vielleicht kennt mein Dad ihn ja." "Remus Lupin." Mit einem Schlag wurde es ruhig und alle drei setzten einen Starrblick auf. Dann sagte Hermine:"Remus Lupin? Werwolf und so? Den hatten wir in der dritten als Lehrer für Verteidigung gegen die dunklen Künste." Lucy starrte nun ungläubig zurück:"Tatsächlich? Und wie war er so? Ich meine als Lehrer?" Harry antwortete:"Er war der beste Lehrer in diesem Fach, den wir je hatten. Und wir hatten eine Menge Lehrer! Aber Lupin war echt klasse. Weißt du in der ersten, da hatten wir Quirrel. Der war eigentlich ok, ein bisschen schüchtern, aber gegen Ende des Jahres sind wir draufgekommen, dass er von Voldemort benutzt wurde, um in Hogwarts einzudringen, er wollte den Stein der Weisen stehlen, aber wir drei habens geschafft ihn davon abzuhalten." "Ja und in der zweiten dann," warf ROn ein. " Da hatten wir einen Typen namens Gilderoy Lockhart. Den konntest du einfach nur vergessen......der war in sich selbst verliebt und das mussten wir bei den Tests ausbüßen! Naja, am Ende hat er sich schlielich mit meinem kaputten Zauberstab einen Gedächtniszauber verpasst und jetzt erinnert er sich nur mehr daran, dass er irgendwann mal berühmt war.." Hermine fuhr ärgerlich dazwischen:"Also eigentlich war Lockhart sehr nett, weißt du? Und er hat echt gut ausgesehen! Naja und im dritten Jahr hatten wir deinen Vater, aber leider hat er einmal vergessen seinen Trank zu nehmen, da war auch wirklich viel los, und dann hat er sich in Hogwarts verwandelt. Danach hat er den Job aufgegeben, obwohl Dumbledore ihn behalten wollte, aber er hat abgelehnt. Und in der vierten dann hatten wir Mad-Eye Moody. Der war eigentlich ok, bis man herausgefunden hat, dass es gar nicht der echte war, sondern ein Todesser, der nur so aussah. Der echte Moody war über das ganze Jahr in seinem Koffer gefangen." Harry schloss den Bericht:"Und letztes Jahr hatten wir eine Ministeriumshexe, die hieß Dolores Umbridge. Sie war furchtbar. Sie hat mich stundenlang Strafen schreiben lassen.....diese Narben sieht man immer noch. Und ansonsten war sie eine schreckliche Lehrerin! Zum Schluss ist sie dann von ein paar Zentauren niedergetrammpelt worden und jetzt liegt sie im Krankenhaus."
Lucy sah die drei eine Weile stumm an, dann meinte sie:"Gut, wisst ihr was? Ich habe von allem was ihr mir gerade erzählt habt nicht mal irgendwas verstanden! Bitte nochmal und ganz langsam."
Und so erfuhr Lucy alles über ihre Lehrer, dass es so zu wissen gab und nebenbei noch einige andere Geschichten über Hogwarts und über Harry,Ron und Hermine. Als die drei schließlich endeten war es bereits dunkel.
Und kurze Zeit später kamen sie an. Als sie ausgestiegen waren musste sich Lucy von den drein verabschieden, denn sie musste gemeinsam mit den Erstklässlern zu der Zeremonie, von der sie natürlich auch alles erfahren hatte.
Im Schloss angekommen wurden die Kinder und Lucy von einer äußerst streng aussehenden Lehrerin empfangen. Das war wohl Minerva McGonagall, die Hauslehrerin Gryffindors, wenigstens wenn Lucy sich richtig an all das erinnerte was die drei ihr erzählt hatten.
Albus Dumbledore war dieses Jahr ein wenig mehr gespannt auf die Zeremonie als die letzten vier Jahre. Heute würde Remus´ Tochter aufgenommen werde. Er war neugierig wie sie aussehen würde und vor allem in welchem Haus sie am besten aufgehoben sein würde. Remus war seinerseits natürlich in Gryffindor gewesen, so wie auch seine Freunde, aber wer wusste schon, was alles in diesem Mädchen steckte. Dass sie einen Imperiusfluch so ausgeprägt zustande brachte, hatte Dumbledore nachdenklich gemacht. Er hatte irgendwann einmal von einer Prophezeiung gehört, an die er sich erinnert fühlte. Aber an den Wortlaut konnte er sich nicht mehr erinnern. Da endlich kam Minerva, gefolgt von einer langen Schlange Kinder. Und ganz am Ende der Reihe trottete ein Mädchen, das älter aussah, als die anderen. Das musste sie wohl sein. Eine riesige Hand legte sich auf Dumbledores Schulter. Hagrid hatte sich gesetzt:"Na Professor....sie ist hübsch nich wahr?" Dumbledore lächelte wohlwollend:"Ja Hagrid. Nun ich habe im Gefühl, dass sie sich wohl gut mit Harry, Ron und Hermine verstehen wird."
Die Schüler waren herangekommen und standen nervös und teilweise zitternd da und warteten auf das was kommen würde.

Lucy war nun doch etwas nervös. Sie sah zum Lehrertisch auf und sah in der Mitte einen älteren Zauberer sitzen, der zu ihr - oder täuschte sie sich - herunterlächelte. Lucy lächelte ebenfalls und dann hörte sie wie die ersten Namen gerufen wurden und nach längerer oder kürzerer Zeit ein Hut ausrief in welches Haus sie kamen. Und dann war Lucy dran. Sie setzte sich auf den kleinen Schemel, der aufgestellt worden war und setzte sich den Hut auf. Plötzlich hörte sie eine Stimme in ihren Ohren:"Na was haben wir denn da? Eine Lupin? Nun mal sehen.....welches Haus wäre dir denn am liebsten, wo möchtest du hin?" Lucy wunderte sich etwas:"Solltest du mir nicht sagen wo ich hingehöre?" Die Stimme lachte heiser:"Oh wie schlau....dein Vater war auch schlau. Ich glaube du hast einiges an Potential in dir, von dem du noch gar nichts weißt. Mal sehen. Was hältst du von Slytherin?" Lucy schüttelte sanft den Kopf:"Ich weiß nicht, aber wenn du mich schon fragts, in welches Haus ich gern wollte....naja, ich habe ein paar Gryffindors im Zug kennen gelernt und wenn alle dort so nett sind, dann wäre es dort gar nicht so schlecht." Die Stimme brummte:"Aber auch die Ravenclaws sind nett und auch die Huffelpuffs. Mal sehn, mal sehn. Mutig bist du wohl. Aber auch schlau." Die Stimme brummelte noch ein wenig und dann.....

Kapitel 6

...."GRYFFINDOR!!" Lucy atmete aus...sie hatte schon befürchtet nach Slytherin zu müssen (natürlich hatten ihr Harry und die anderen auch alles darüber erzählt). Lucy nahm den Hut ab und sah sich um. Auf einem der Haustische brach Jubel aus und Lucy schloss daraus, dass sie wohl dort hin gehörte. Als sie zum Tisch hinging wanderte ihr Blick zu den anderen Haustischen. Der blonde Junge, der ihr schon im Zug aufgefallen war, saß offentsichtlich am Slytherin Tisch und musterte Lucy mit einem abgrundtief bösem Blick.
Lucy setzte sich zu Hermine, die ein wenig zur Seite gerückt war. Sie saß jetzt fast genau gegenüber von dem Jungen. Sie stubste Hermine an:"Du sag mal, wer ist denn der dort?" Hermine folgte Lucys ausgestrecktem Zeigefinger. Plötzlich änderte sich ihr Gesichtsausdruck von fröhlich zu hasserfüllt:"Das ist Draco Malfoy, er hasst Harry, die Weasleys, mich, ach überhaupt alle Gryffindors. Er hasst Muggelgeborene. Er ist furchtbar! Sein Vater ist ein Todesser. Lucius Malfoy!" Lucy überlegte kurz. Lucius Malfoy. Den Namen hatte sie schon einmal gehört...Remus hatte ihr von ihm erzählt und wenn sie sich recht erinnerte, dann war er derjenige, der ihre Mutter getötet hatte. Lucy war sich nun sicher. Das Gesicht des Jungen war ihr gleich irgendwie bekannt vorgekommen. Und jetzt wusste sie woher sie es kannte.

Das Essen war großartig und als alle gegessen hatten hielt Dumbledore eine kleine Rede. Er sprach über den verbotenen Wald, über ein paar neue Regeln und über einen neuen Lehrer: "Nun, wie ihr wisst ist uns unsere letzjährige Lehrerin für Verteidigung gegen die dunklen Künste abhanden gekommen, wenn ihr so wollt (er zwinkerte). Wir haben noch keinen festen Lehrer gefunden, aber bis wir das haben hat sich ein ehemaliger Lehrer von euch dazu bereit erklärt, die nächsten Wochen zu unterrichten. Er kommt leider erst etwas später, denn ich habe ihn erst im letzten Moment fragen können." Plötzlich und ohne Vorwarnung ging die große Eingangstür auf. Ein Mann trat herein und Dumbledore rief:"Ahh, da ist er ja schon. Komm zu uns Remus! Hier ist euer Lehrer: Remus Lupin. Ich hoffe, dass ihr ihn herzlich willkommen heißen werdet...wieder einmal." Lucy fiel in den ohrenbetäubenden Applaus ein, den die Schüler für Remus anstimmten. Alle Schüler außer Draco und einigen anderen an seinem Tisch. Remus schritt würdevoll und hin und herzwinkernd und winkend auf den Lehrertisch zu. Sein Blick blieb kurz an Lucy hängen. Aber er ließ sich weiter nichts anmerken.
Lucy verstand:Es sollte niemand wissen, dass er ihr Vater war. Die anderen würden sich womöglich unfair behandelt vorkommen. Lucy beschloss sich mit dem Essen Zeit zu lassen, um, wenn alle anderen weg waren, kurz mit Remus reden zu können. Mit großer Bedacht aß sie und bemerkte, dass Harry, Ron und Hermine es ihr gleich taten. Gut, das machte nichts, die drei wussten Bescheid. Schließlich flüsterte Lucy Hermine zu:"Ähm Hermine, bitte sagt niemandem wer Remus wirklich ist, denn ich will nicht, dass jemand glaubt er bevorzugt mich. Und kannst du nachher vielleicht auf mich warten? Ich möchte kurz mit ihm sprechen, wenn alle anderen weg sind." Hermine warf ihr einen Blick zu:"Was denkst du denn, warum Harry, Ron und ich jeden Bissen fünfzigmal kauen? Wir möchten unbedingt mit ihm sprechen!" Lucy zuckte mit den Schultern und aß in aller Ruhe weiter.
Sehr langsam und schleppend leerte sich der Saal. Zuerst gingen die Erstklässler. Dann tröppelten die Schüler allmälich ab, bis nur mehr die vier da waren. Sie sprangen beinahe zugleich auf und rannten auf Remus zu, der bereits aufgestanden war. Lucy sah sich kurz um und als sie sicher war, dass keiner der Schüler mehr im Saal war, fiel sie ihm um den Hals:"Remus, was machst du denn hier?" Remus drückte kräftig zurück, bevor er sie schließlich losließ und meinte:"Weißt du, Dumbledore hat mich gefragt und da ich dich ohnehin nicht gerne schon wieder hergeben wollte, nachdem ich dich gerade erst kennen gelernt habe, da hab ich zugestimmt. Aber Lucy, wir müssen aufpassen, es sollte möglichst niemand wissen, dass ich dein Vater bin." Lucy nickte eifrig und dann fiel Remus´ Blick auf Hermine, Ron und Harry:"Ich nehme an, dass diese drei bereits wissen, was los ist." Remus grinste Harry an und meinte dann:"Hallo Harry, ich freue mich, dass du anscheinend bester Gesundheit bist. Und ihr zwei natürlich auch! Wie gehts euch denn?" Die drei antworteten der Reihe nach und Harry sagte:"Professor Lupin, klasse, dass sie wieder hier sind!" Hermine und Ron stimmten dem zu. Sie unterhielten sich noch eine Weile, bis Dumbledore die fünf unterbrach:"Es ist wirklich schon spät und morgen steht der erste Schultag an. Ihr solltet Professor Lupin jetzt schlafen gehen lassen und ihr vier solltet das auch!"

Hermine staunte nicht schlecht, als sie gemeinsam mit Lucy den Schlafsaal der Mädchen betrat. Der Raum war magisch vergrößert worden um einem zusätzlichen Bett Platz zu geben. Lucy wurde Parvati Pattil und Lavender Brown vorgestellt und dann nach heftigem Gegähne beschlossen Hermine und Lucy, dass es nun wirklich Zeit fürs Bett war.

Obwohl sie wirklich müde war konnte Lucy lange nicht einschlafen. Eine Menge Sachen geisterten ihr im Kopf herum:Sie war nach Gryffindor gekommen, ihr Vater war hier in Hogwarts bei ihr, sie würde bestimmt ein tolles Schuljahr erleben. Und das beste:Ihr Vater war hier in Hogwarts! Lucy konnte den Gedanken nicht unterdrücken und zum ersten Mal fragte sich, wie es wohl wäre, wenn sie "Dad" zu ihm sagen würde. Der Gedanke ließ sie nicht los, bis sie schließlich eingeschlafen war.

Lange schlief sie nicht, denn sie hatte einen furchtbaren Traum: Sie sah ihre Mutter und Lee und zwar tot am Boden liegend. Und Lucius Malfoy stand ihr gegenüber und lachte sie aus. Und dann hörte sie im Hintergrund wieder diese seltsame Stimme: "Es geschieht alle 2000 Jahre! Die Macht ist größer, als die jedes anderen Zauberers! Alle 2000 Jahre......!" Und dann hörte sie eine furchtbare Stimme, die sie auslachte:"Du kannst mir nicht entkommen! Niemals...ich werde dich kriegen!" Und dann wachte Lucy auf. Sie sah sich um und stellte erleichter fest, dass sie in ihrem Bett lag und niemand vor, hinter oder neben ihr stand, der Lucius Malfoy auch nur im Entferntesten ähnlich war. Es stand gar niemand da. Und da waren weder eine Stimme noch ein Lachen. Das einzige was zu hören war, war das regelmäßige Atmen der anderen Mädchen.

Kapitel 7

Der erste Schultag war angebrochen....und es regnete! Das wäre ja nicht weiter schlimm gewesen, wenn Lucys Klasse nicht gleich Pflege magischer Geschöpfe gehabt hätte...dazu mussten sie auf die Gründe hinaus. Hagrid, der Riese, der Lucy und die Erstklässler über den See gebracht hatte, unterrichtete sie in diesem Gegenstand. Auch er war wohl nicht darüber erfreut, dass es regnete.
"Wollt mit euch was tolles machen, im Wald, aber wird wohl nichts......naja, dann machen wir ma ne Wiederholungsstunde. Also wer weiß noch was von letzen Jahr oder davor? Das is auch nich schlecht, dann kann Lucy mal sehn, was wir schon gemacht ham. Und sie kann uns auch erzähln was sie so gemacht hat. Also wer weiß noch was?" Hermines Hand schoß in die Höhe, sonst keine! "Also wir haben Flubberwürmer, Einhörner, Knallrünpfige Kröter,......" So ging die Liste noch weiter. Lucy hörte nur mit halbem Ohr hin. Draco Malfoy, der Junge, den Hermine und die beiden Jungs offensichtlich hassten wie die Pest sah die ganze Zeit zu ihr herüber. Lucy hasste es wenn sie angestarrt wurde und deshalb warf sie ihm einen unfreundlichen Blick zu. Er sah daraufhin wo anders hin. Doch Lucy war sich sicher, dass er sie wieder ansah, sobald sie wegschaute. Sie seufzte und versuchte sich zu konzentrieren und zu überlegen, was sie bisher gelernt hatte. Einhörner auch, aber da war noch was gewesen. SIe erinnerte sich nicht mehr. Wenn sie doch nur ihre Mitschriften hier hätte. Gott sei Dank schien Hegrid zu bemerken, dass sie nichts zu sagen hatte, denn er fragte jetzt die anderen Schüler nach den Eigenschaften von den verschiedenen Tieren. Es gab wenige Antworten, die fast immer von Hermine kamen. Nur Ron und ein Mädchen, dass offensichtlich in Slytherin war, meldeten sich einmal. SOnst war die Klasse recht still. Lucy konnte es ihnen nicht verübeln, immerhin hatte sie genauso wenig Ahnung wie die anderen Schüler.
Die Stunde ging recht langsam, aber doch vorbei. Lucy war froh, als sie sich auf den Weg zum Schloss machen konnten. Hagrid war vielleicht ein netter Mensch, aber sein Unterricht war, zumindest heute, einfach nur zum Gähnen gewesen.
Bis zum MIttagessen hatten sie noch Zaubertränke. Lucy hatte schon einiges über den Lehrer gehört, der Hauslehrer von Slytherin, der wie es aussah sein Haus eindeutig vorzog, während kaum ein anderer gut abschnitt. Harry, Ron und Hermine hatten sich bei den ZAG-Prüfungen im letzten Jahr mehr schlecht als recht durchgemogelt und meinten selbst, dass es ein Wunder war, dass sie dieses Fach besuchen durften. Lucy fragte sich, warum sie es überhaupt belegten, denn ab diesem Jahr hatten sie freie Fächerwahl. Sie selbst wollte Aurorin werden, dazu war es nötig Zaubertränke zu belegen.
Als sie im Kerker ankamen war Lucy kalt. Sie war durchnässt und hier unten war es alles andere als warm. Sie fröstelte und sah, dass es den meisten anderen nicht besser erging. Schnelle Schritte wurden hörbar und ein Mann in dunklem Gewand und schwarzen Haaren eilte die Treppe herunter. Er schloss die Tür zum Klassenzimmer hörbar auf und trat vor seinen Schülern ein. Als alle saßen sah er sich um und sein Blick blieb an Lucy hängen:"Ah Miss Gossworth. Ich habe bereits davon gehört, dass wir eine neue Schülerin erwarten. Nun, ich erwarte nicht, dass sie viel Ahnung vom Zaubertrank brauen haben, deshalb wird Mister Malfoy Ihnen die nächste Woche etwas Nachhilfe geben. Ich will keine Nachzügler in meiner Klasse. Davon haben wir schon genug. Es wundert mich ohnehin wie einige von euch es geschafft haben meine Prüfung zu bestehen." Draco Malfoy stand auf:"Professor Snape? Habe ich mich verhört oder haben Sie wirklich gesagt, ich soll IHR Nachhilfe geben? Sollen das doch Potter oder Granger tun!" Snape fixierte Draco:"Mr Malfoy noch bin ich der Lehrer und entscheide was passiert. Also keine Widerrede, Sie dürfen mein Klassenzimmer verwenden, wenn Ihnen das beliebt. Ich will nichts mehr von Ihnen hören. Setzen Sie sich. Und jetzt zu unserem ersten Zaubertrank dieses Jahr. Ein Wahrheitsserum. Notieren Sie sich folgende Zutaten." Damit drehte er sich zur Tafel um und schreibe einige Zutaten darauf.
Lucy warf Draco einen Blick zu. Er sah ziemlich sauer aus.
Auch diese Stunde verging zäh. Als sie zu Ende war, war es Zeit fürs Mittagessen. Lucy wollte gleich mit Harry, Ron und Hermine hinauf gehen in die große Halle. Doch an der Tür, die zum Kerker hinaus führte wurde sie aufgehalten. Draco Malfoy hatte sie am Arm gepackt und hielt sie fest:"Pass auf, morgen abend treffen wir uns hier um sieben. Und wehe du kommst nicht." Dann ließ er sie los und schritt an ihr vorbei die Treppe hinauf. Lucy sah ihm nach. Was hatte er denn gegen sie?? Und jetzt war er auch noch schuld, dass Hermine und die Jungs weg waren. Sie hatten Lucy einfach hier gelassen. Dieses Schloss war riesig, sie würde nie in die große Halle finden. Lucy stampfte vor Wut mit dem Fuß auf. Plötzlich hörte sie hinter sich ein schnarrende und ölige Stimme:"Miss Gossworth warum stehen sie hier noch rum??? Sie wollen doch wohl nichts von mir, hoffe ich? Wollen Sie nicht mit Ihren kleinen Freunden zum MIttagessen gehen?" Snape stand hinter ihr und schaute sie ein wenig hämisch an. "Entschuldigung, aber haben Sie etwas gegen mich, Professor oder sind Sie immer so nett zu Ihren Schülern? Wenn Sie es genau wissen wollen, dann haben mich meine kleinen Freunde hier stehen gelassen und ich habe keine Ahnung wie ich zur Großen Halle komme." Kaum hatte sie den Satz zu Ende gesprochen wurde ihr klar, dass das wohl keine gute Idee gewesen war. Er war Lehrer und sie war unfreundlich zu ihm gewesen. Doch er tat nichts. Er sah Lucy nur kurz an, irgendwie hasserfüllt, dann meinte er:"Kommen Sie, ich gehe sowieso zum Mittagessen." Nichts weiter. Er ging und sah nicht zurück. Lucy beeilte sich ihm zu folgen. Warum hatte er nichts gesagt? Warum hatte er sie nicht angeschrien, ihr Punkte abgezogen oder gedroht? Lucy war etwas verwirrt, aber sie war trotzdem froh, dass er sie aufgefordter hatte ihr zu folgen.
Auf halbem Weg zur Halle begegneten sie Remus. Er sah einen Moment ratlos drein, dann setzte er an etwas zu sagen:"Severus was...." Snape unterbrach ihn:"Ich zeige ihr nur den Weg zur Halle, Remus, sie wurde wohl von ihren Klassenkollegen vergessen. Aber ich schätze, dass du das jetzt übernimmst." Dann schritt er eilends davon. Remus sah ihm nach und murmelte:"Der führt doch irgendwas im Schilde....was sollte das denn?" Dann fiel ihm anscheinend ein, dass Lucy noch dastand und er sah sie an:"Nun, willst du reden?" Lucy nickte nur. Remus lächelte sie glücklich an:"Wann hast du denn deine nächste Stunde?" Lucy dachte nach:"In zwei Stunden, Verteidigung gegen die dunklen Künste." "Gut,dann können wir uns ein wenig unterhalten,bevor du Mittagessen gehst. Wir haben Zeit.Komm wir gehen in mein Klassenzimmer."
Remus führte Lucy durch zahlreiche Gänge, über einige Treppen und Lucy fragte sich in welchem Teil des Schlosses Remus´ Büro lag und vor allem wieviel Teile dieses Schloss eigentlich hatte. Schließlich nach ein halben Ewigkeit waren sie da. Remus öffnete eine Tür und bat Lucy herein. Das Klassenzimmer war vollgehängt mit Bildern. Wirklich überall hangen Bilder von irgendwelchen dunklen Geschöpfen und es gab auch zahlreiche Schriftstücke, auf denen offensichtlich Flüche festgehalten waren. Lucy sah sich um, bis Remus sie aufforderte sich zu setzen.
"Also, erzähl, wie gefällt es dir bisher in Hogwarts?"
"Es ist ganz ok. Die Gryffindors sind nett. Aber ich muss morgend abend Nachhilfe nehmen, bei Draco Malfoy, auf Anordnung von Professor Snape. Er ist doch der Sohn......von diesem Mann.....was, wenn er weiß, was passiert ist." Remus legte seine Hand auf ihre Schulter:"Keine Sorge,niemand weiß, dass wir es dir verdanken, dass Lucius Malfoy in Askaban sitzt. Die offizielle Version lautet, dass Malfoy gesehen wurde, als er in das Haus einbrach. Das Ministerium wurde verständigt, sie kamen zwar zu spät, um deine Eltern zu retten, aber sie konnten Malfoy noch gefangen nehmen. Dass du ihn unterworfen hast weiß niemand. Nur Dumbledore weiß davon und der Orden des Phönix. Also mach dir keine Sorgen." Lucy atmete erleichtert auf. Es wäre ihr unangenehm gewesen, wenn Draco es gewusst hätte. Remus sprach wieder:"Was ist mit Harry, Hermine und Ron? Verstehst du dich mit ihnen?" Lucy nickte:"Ja, sie sind sehr nett. Ich glaube ich mag sie ganz gerne." Lucy verstummte. Sie vermisste ihre Mutter und ihre alten Klassenkameraden. Eigentlich wollte sie nicht hier sein.
Remus lächelte sie an. Aber er sagte nichts. Und schließlich meinte Lucy:"Weißt du, ich vermisse Irland und meine alte Schule und meine Mum.....aber ich bin froh, dass du hier bist." Und dann umarmte sie ihn. "Ich versprech dir, dass ich dich nicht allein lassen werde, ok? Ich bleib hier. Und wenn nicht in Hogwarts, dann wenigstens in Hogsmead. Aber du wirst sehen, du wirst dich hier eingewöhnen. Alles wird gut, ja?" Er strich ihr sanft übers Haar und Lucy musste wieder daran denken, wie es wäre jetzt Dad zu sagen. Aber sie konnte nicht. Noch nicht. Sie war glücklich, dass sie ihn gefunden hatte, aber noch war sie nicht soweit.

Als Remus Lucy in die Große Halle gebracht hatte wartete er noch kurz bis er selber eintrat. Er wollte möglichst wenig Aufmerksamkeit erregen und das würde er, wenn Lucy erst jetzt zum Essen kam und noch dazu mit ihm. Er ging zum Lehertisch und sah Severus dort sitzen.
Remus setzte sich selber und aß so schnell er konnte. Dann zischte er Severus zu:"Ich muss mit dir reden." Und stand auf. Severus folgte ihm hinaus in die Halle. Als sie ein Stück weit gegangen waren drehte er sich zu ihm um:"Was denkst du dir dabei, Lucy zu Nachhilfe mit diesem Malfoy zu verdonnern?" Severus blitzt ihn an:"Es liegt wohl alleine in meinem Ermessen, was das Beste für meine Schüler ist. Und Mr Malfoy ist nun mal der Beste in meinem Unterricht. Du willst doch keine dumme Tochter haben oder?" Remus atmete einige Male tief ein, dann sprach er weiter:"Was soll das....Hermine kann das genauso gut machen. Lucy hat dir nichts getan und wenn du das nur tust, weil es für sie das Beste ist, dann bin ich der neue Zaubereiminister! Was führst du im Schilde?" Severus Stimme war nur noch ein Zischen, als er antwortete:"Warum kannst du mir nicht einfach glauben??? Du bist nicht besser als all die anderen, die über mich urteilen, Remus. In Wirklichkeit bist du um nichts besser als James Potter oder Black oder die ganzen Leute, die über mich urteilen. Ich führe gar nichts im Schilde....aber im Gegensatz zu vielen Leuten hier weiß ich wie du dich gefühlt hast. Hast du schon mal nachgedacht warum ich damals zum Orden gekommen war?? Warum ich mich von Voldemort abgewandt habe? Hast du schon mal daran gedacht, dass ich nicht immer allen etwas schlechtes tun will? Hast du schon mal daran gedacht, dass ich auch ein Mensch bin und kein Monster? Du bist nicht besser als deine feinen Freunde und in Wirklichkeit bist du wahrscheinlich nicht einmal besser als dieser Pettigrew. Dumbledore glaubte, dass du der Vernünftige von euch Vieren war. Aber ich habe es gewusst. Du bist wie sie.....vernünftig, von wegen. Und jetzt geh zur Seite. Miss Gossworth wird von Mr Malfoy Nachhilfe bekommen und dabei bleibt es. Lass mich vorbei." Er stieß Remus unsanft zur Seite. Remus sah Severus nach. Ja warum war er eigentlich zum Orden gekommen? Remus schüttelte den Kopf. Es konnte nicht sein, dass Severus NICHTS im Schild führte. Severus war nicht einfach nett oder um das Wohl seiner Schüler besorgt. Und am wenigsten wusste er wie sich Remus gefühlt hatte. Doch genau in diesem Punkt irrte sich Remus. Er war sich trotzdem sicher, dass mit Severus etwas nicht stimmte und er war fest entschlossen es herauzufinden.
Remus sah auf die Uhr. Erschrocken bemerkte er, dass er dass seine Stunde bald begann und er hatte noch einiges vorzubereiten. Er würde später über Severus nachdenken, aber im Moment musste er sich beeilen.

Kapitel 8

Es war spät und Albus brütete noch über einigen Briefen, die er zu lesen und zu schreiben hatte, als jemand die Tür zu seinem Büro betätigte. Albus stand auf und ging in den Vorraum, um seinen späten Besuch zu empfangen. Er war nicht überrascht Remus Lupin zu sehen. "Guten Abend Remus. Es ist spät. Also wird es wohl wichtig sein. Nun wie kann ich dir helfen?" Remus lächelte dankbar:"Guten Abend Professor. Nun es geht um meine Tochter und um Severus." Albus machte eine Handbewegung in Richtung Büro und folgte Remus. "Bitte setz dich und erzähl." "Gut, es ist so, dass Lucy auf Anordnung von Severus Nachhilfestunden bei Draco Malfoy nehmen muss. Aber das ist nicht in Ordnung. Lucy fühlt sich unwohl dabei." Albus hatte sich ebenfalls gesetzt und wippte ein wenig hin und her:"Ja das verstehe ich, aber wenn Severus dies für das Beste erachtet, dann kann ich es leider nicht ändern. Sie wird es überstehen. SIe hat schlimmeres überstanden." Remus nickte:"Das mag sein....nun ja. Das ist nicht der Hauptgrund, warum ich hier bin. Severus.....ich habe eine Frage, was ihn betrifft:Warum hat er sich von Voldemort abgewandt und ist zum Orden gekommen?" Albus neigte seinen Kopf zur Seite:"Ich habe erwartet das irgendjemand irgendwann zu mir kommen würde, um mich danach zu fragen, aber ich kann es nicht erzählen. Solange Severus nicht bereit ist irgendjemandem davon zu erzählen wird kein Wort über meine Lippen kommen. Ich bitte dich das zu respektieren." Remus seufzte und Dumbledore sah seinen unzufriedenen Blick. Aber Albus wusste, dass er nicht nachfragen würde. Remus bedankte sich und wollte gehen, doch Albus war etwas eingefallen, dass ihm wichtig erschien. "Remus bitte warte einen Moment, ich habe auch noch mit dir zu sprechen. Es geht um eine Prophezeiung." Remus setzte sich wieder. Er warf Albus einen fragenden Blick zu. "Gut, also Lucy hat Lucius Malfoy unterworfen mit einem Imperius Fluch? Es ist wichtig herauszufinden ob es sich dabei um Glück gehandelt hat. Ich habe vor einigen Jahren eine Prophezeiung gehört, an die ich mich nicht mehr genau erinnere. Ich werde sie mir noch einmal anhören. Ich will im Moment nicht weiter darüber reden, denn ich habe nicht mehr alles im Kopf. Aber ich bitte dich Lucy ein wenig zu fordern. Wir müssen herausfinden ob in ihr noch mehr solche erstaunlichen Fähigkeiten stecken. Remus, das ist sehr wichtig. Vielleicht ist es sogar wichtig für den Orden. So nun das war eigentlich alles. Du kannst gehen! Gute Nacht." Remus sah verwirrt drein. Aber er sagte nur:"Natürlich, ich werde mein Bestes tun. Gute Nacht." Und dann ging er. Albus lehnte sich wieder über seine Briefe.
Doch der Gedanke an die Prophezeiung ließ ihn nicht los. Schließlich stand er auf und holte sein Denkarium hervor. Er rührte ein wenig darin und dann fand er wonach er gesucht hatte.

Kapitel 9

Die erste Nachhilfestunde mit Draco war furchtbar. Er raunzte die ganze Zeit herum, dass er nicht die geringste Lust hätte irgendwas mit Lucy zu machen und dass er besseres zu tun hätte als mit so einer Gryffindortussi herumzuhängen. Lucy konnte nur noch die Augen verdrehen.
Trotz der ganzen Nörgeleien fand Draco noch die Zeit ihr einige Zaubertränke und deren Wirkung näher zu bringen.
Nach der Stunde konnte Lucy nicht behaupten, dass Draco ihr symphatisch geworden war oder sie ihn gar mochte. Im Gegenteil, sie verstand jetzt, warum Harry und die anderen Gryffindors so schlecht über ihn sprachen. Er war ja nun auch nicht gerade die Freundlichkeit in Person.

Seufzend kam Lucy im Gemeinschaftsraum der Gryffindors an. Sie wurde von Hermine erwartet, die unbedingt wissen wollte, wie es mit Draco gelaufen war. Lucy sagte nur:"Furchtbar". Anschließend machten sie sich über ihre Zaubertrankhausaufgaben......Aufgaben schon am ersten Tag!

Die nächsten Wochen liefen ganz gut für Lucy, sie fand sich sehr gut in Hogwarts und in ihrem Haus ein. Der Unterricht verlief ebenfalls ganz gut. Lucy war glücklich, auch wenn sie noch oft Heimweh nach Irland und ihrer Mutter hatte. Oft ging sie früh schlafen, um ein wenig allein mit ihren Gedanken zu sein und damit niemand die Tränen sehen konnte, die sie hin und wieder nicht mehr unterdrücken konnte.
Doch allmählich wurde es besser. Lucy begann begreifen und zu verkraften was passiert war. Und auch die Stunden mit Draco überstand sie weiters ganz gut. Und nach einer Woche hatte sie sogar soviel aufgeholt, dass Draco Snape darum bat die Nachhilfestunden aufgeben zu können. Und bei einer mündlichen Überprüfung in Zaubertränke schaffte es Lucy sogar eine beinahe Spitzennote zu bekommen. Lucy gefiel es langsam richtig gut in Hogwarts. Es gab zwar eine Menge zu tun, aber das tat den Glücksgefühlen kein Ende.
Und auch mit Harry, Ron und Hermine verstand sie sich immer besser. Lucy hatte sogar das Gefühl, dass die drei richtig gute Freunde wurden.

Eines Abends, als Harry und Ron beim Quidditsch-Training waren (beide spielten in der Gryffindormannschaft) unterhielten sich Hermine und Lucy über alles Mögliche und kamen irgendwann natürlich auch auf Jungs zu sprechen.
"Wen findest du eigentlich besser? Harry oder Ron?" fragte Hermine unverwandt. Lucy überlegte kurz:"Ich weiß nicht genau, sie sind beide sehr nett....aber ich glaub Harry ist netter." "Weißt du, ich glaub ich mag Ron ganz gerne. Aber wir sind Freunde." Lucy lächelte auf:"Bist du in ihn verliebt??" Hermine saß plötzlich kerzengerade im Stuhl:"Nein.....nein, wir sind nur Freunde....Freunde ja, sonst nichts. Ich mag ihn nur ganz gerne." Lucy lachte:"Ja klar, warst du schon mal verliebt?" Hermine nickte:"Ja, in einen Bulgaren, er ist echt sehr nett, ich schreibe ihm Briefe. Er war im vierten Schuljahr hier und seither haben wir Kontakt, im Sommer zwischen vierten und fünften Jahr war ich sogar bei ihm in Bulgarien. Aber wir sind Freunde. Er wohnt ja auch soweit weg, weißt du. Und warst du schon mal verliebt?" Auch Lucy nickte:"Ja, der Junge ging in meine Klasse. Er war großartig und hat toll ausgesehen, aber er hat mich nicht gemocht! Ich war tottraurig, als ich ihn gefragt habe, ob er mich mag und er nein sagte." Lucy seufzte. So unterhielten sie sich noch eine Weile und irgendwann kamen Harry und Ron zurück. Lucy hatte beschlossen Ron und Hermine in Zukunft genauer zu beobachten. Und sie wurde fündig: Hermine und Ron sahen sich immer wieder an. Ron berührte verdächtig oft Hermines Schultern oder ihre Arme und Hermine lächelte dann jedesmal glückselig. Also diese beiden waren bestimmt mehr als nur Freunde. Aber Lucy beschloss noch etwas zu warten bis sie mit Hermine sprach.

Kapitel 10

Genau zwei Monate nach Schulbeginn berief Albus eine Sitzung des Ordens ein. Um Punkt neun Uhr abends war beinahe der gesamte Orden in Albus´ Büro versammelt. Albus wartete nicht lange bis er zum Thema kam:"Ich grüße euch, gut dass soviele gekommen sind. Ich habe diese Sitzung einberufen, um euch allen etwas äußerst wichtiges mitzuteilen. Es gibt eine Prophezeiung und nachdem ich gesucht hatte, habe ich sie in meinem Denkarium gefunden. Sie lautet wie folgt:
Es passiert alle 2000 Jahre, dass ein auserwähltes Kind geboren wird - die Mutter eine Hexe wie alle, der Vater, ein Zauberer und doch nicht, erscheint zuweilen in anderer Gestalt - dieses Kind, ein Magier oder eine Magierin, birgt in sich eine Macht, so groß, dass sie alles übertrifft, diese Macht ist groß genug um den dünkelsten aller Zauberer, aber auch den stärksten der Guten besiegen zu können. Der Träger dieser Macht hat die Fähigkeit, über alle Zaubersprüche Herr zu sein, dem Alter entsprechend oder nicht. Dieser Mensch wird die Welt in eine neue Zeit führen. Ob gut oder schlecht wird sich entscheiden wenn der Auserwählte zum ersten Mal einen unverzeihlichen Fluch ausspricht. Es passiert alle 2000 Jahre.
Ja so lautet nun die Prophezeiung."
Es war still geworden. Alle hatte dagesessen und Albus gelauscht und jetzt wusste niemand etwas zu sagen. Schließlich ergriff Albus wieder das Wort:"Es gibt Schriften, die beweisen, dass vor ungeähr 2000 Jahren ein Zauberer mit Namen Nimbolt Triggel gelebt hat, der in sich eine riesige Macht getragen hat. Er besiegte damals eine Hand voll guter und starker Magier und brachte ein dunkles Zeitalter über die Zaubererwelt und auch über die Welt der Muggel. Doch er starb. Danach besserte sich alles wieder. Und nun sind wir an einem Punkt angelangt, an dem wir einen so mächtigen Zauberer gut gebrauchen könnten. Und ich glaube wir haben ihn bereits gefunden. Vielleicht wissen einige von euch schon worauf ich hinaus will." Albus blickte in die Runde. Remus starrte ihn an, dann fragte er:"Hat es irgendwas mit Ihrer Bitte an mich zu tun, Professor? Sie glauben doch nicht....." Dumbledore unterbrach ihn:"Ich sehe, du verstehst Remus. Lucy ist 16. Sie hat den Imperius Fluch ausgesprochen, den bisher niemand in ihrem Alter anwenden konnte. Ihre Mutter ist eine Hexe, doch ihr Vater ist ein Zauberer, der regelmäßig in anderer Gestalt erscheint, ein Werwolf. Auch die Zeitrechnung stimmt."
Remus erhob sich:"Dumbledore das kann nicht sein. Lucy ist eine ganz normale Hexe. Nur weil ich ein Werwolf bin und sie durch zufall einen Imperiusfluch zustande gebracht hat heißt das noch lange nichts."
"Einen so wirksamen? Nein, das war kein Glück oder Zufall, sie konnte es," knurrte ALastor Moody dazwischen.
Und auch Minerva McGonagall mischte sich ein:"Remus es könnte stimmen. Ich habe Lucy eine Menge Zaubersprüche ausführen sehen, die nicht einmal meine begabtesten Schüler auf Anhieb beherrscht hatten. Vielleicht ist es wahr."
Remus wollte und konnte das nicht glauben. Er hatte Angst um Lucy. Wenn sie tatsächlich die Auserwählte war, dann würde sie früher oder später in großer Gefahr schweben. Sie hatte einen unverzeilichen Fluch ausgesprochen und das gegen einen Todesser. Und vielleicht war der Anschlag auf Lucys Familie gar kein Zufall gewesen. Albus schien zu wissen was Remus dachte:"Sollte es so sein, dass Lucy die Auserwählte ist und Voldemort weiß davon, dann war Lucius Malfoy nicht zufällig dort. Und dann wird sich Lucy auch weiterhin in Gefahr befinden. Hier in Hogwarts ist sie sicher, aber sie kann nicht über den Sommer hier bleiben."
Und dann sprach Albus das aus, was Remus die ganze Zeit erwartet und gefürchtet hatte:"Und wenn sie es wirklich ist, dann wird sie für uns kämpfen. So ist es ihr Schicksal. Und dann kannst auch du nicht ändern Remus."
Alle Augen waren auf Remus gerichtet. Remus konnte das alles nicht fassen. Er drehte sich zur Tür und verließ das Büro.
Draußen lehnte er seinen Kopf an die nächstgelegene Wand. Eine einsame Träne rann über seine linke Wange und tropfte zu Boden. Leise schwang die Tür hinter ihm wieder auf. Irgend jemand war zu ihm heraus gekommen. Remus drehte sich langsam um und sah Nymphadora Tonks, die lieber nur Tonks genannt wurde. Sie schaute ihn mitfühlend an und hob ihre Hand, um seinen Arm zu streicheln:"Ach Remus, das ganze ist wohl ein wenig zu viel für dich. Weißt du, wir wissen ja noch gar nicht, ob Lucy überhaupt die Auserwählte ist. Vielleicht hast du ja recht. Und selbst wenn...der Orden besteht aus so vielen Mitgliedern, wir können sie beschützen. Wir haben es bisher auch geschafft Harry zu beschützen. Und noch dazu lebt deine Tochter bei dir. Was soll ihr dort passieren? Du bist einer großer Zauberer und bestimmt ein großartiger Vater." Remus schüttelte den Kopf:"Aber wenn sie kämpfen muss? Dann kann auch ihr nicht helfen. Vielleicht steht sie irgendwann alleine Voldemort gegenüber und was dann? Was wenn sie nicht weiß, wer sie ist und auch nicht weiß, was sie tun soll?" Tonks hörte nicht auf seinen Arm zu streicheln:"Remus, wenn das Mädchen wirklich die Auserwählte ist, dann wir Dumbledore sie auf ihre Aufgabe vorbereiten. Du kannst ihm vertrauen. Er weiß was zu tun ist. Und es ist ja noch gar nicht gesagt. Vielleicht kommt es ja nie zum Kampf." Tonks hörte sich nun nicht mehr ganz so überzeugt an, aber aus irgendeinem Grund tat es gut mit ihr zu sprechen. Plötzlich hatte Remus sogar das Gefühl, er könnte ihr alles sagen. Er hatte nie gewusst, was Tonks eigentlich für ein Mensch war, denn obwohl er in letzter Zeit oft mit ihr zusammen war hatte er nie viel mit ihr gesprochen. Doch nun stand sie hier und behandelte ihn wie einen alten Freund.......ein Freund. Genau das was Remus vermisste. Und dann platzte es aus ihm heraus:"Es ist nicht nur Lucy......wenn wenigstens Sirius oder James noch leben würden. Oder wenn ich jemanden anderen hätte....eine Frau.....oder einen Freund......aber die Menschen lassen sich nicht gerne mit Werwölfen ein.....es ist ein Fluch......ICH HASSE ES!!!" Die letzten Wörter hatte Remus geschrieen. Das hatte gut getan. Er hasste es ein Werwolf zu sein. Er hasste es ständig alleine zu sein, weil niemand ihm vertraute. Er hasste Leute wie Snape, die Vorurteile gegen Werwölfe hatten und sich nicht dafür interessierten was für ein Mensch dahinter steckte. Er hasste......das was er war. Bisher hatte er dieses Gefühl unterdrückt, war immer der freundliche, höfliche Lupin gewesen, doch im Moment wollte er das nicht mehr sein. Die Erkenntnis hatte Remus schwer getroffen: Er was allein. Bis letztes Jahr war Sirius noch am Leben gewesen, da ließ sich alles noch gut verdrängen. Aber jetzt? "Ich bin alleine, Tonks," murmelte Remus und sah zu Boden.
"Das bist du nicht Remus! Du bist im Orden ein angesehener Mann und du hast eine Tochter, die dich braucht. Die auch alleine ist!! Remus siehst du es denn nicht? Wir haben nichts gegen dich und deine Tochter hat noch weniger gegen dich! Komm wieder mit rein und lass uns alle in Ruhe über unsere weitere Vorgehensweise sprechen, ja?" Remus nickte resignierend. Blieb ihm denn etwas anderes übrig? Wenn der Orden beschloss, dass Lucy kämpfen musste, dann würde sie es tun. Und Tonks hatte doch recht. Er war nicht ganz alleine. Jetzt war Lucy da. Und sie mochte ihn so wie er war. Remus atmete tief ein und folgte Tonks dann ins Büro zurück.

Kapitel 11

Nach den weiteren Gesprächen war klar, dass man noch etwas abwarten würde und Lucy etwas beobachten würde. Irgendwann im Laufe des Schuljahres wollte Dumbledore sie vor einen kleinen Test stellen.

Ab dem darauffolgenden Tag verfolgte Remus Lucy beinahe auf Schritt und Tritt, allerdings so dass sie es nicht merkte. Er versuchte sie dabei zu erwischen wie sie zauberte. Und auch im Unterricht forderte er sie außergewöhnlich stark. Und während der ganzen Zeit hoffte er, dass sie nur ein paar mal einen Zauber verhauen würde. Denn dann wäre klar gewesen, dass sie nicht die Auserwählte sein konnte. Doch er fand nichts. Jeder Zauber klappte perfekt. Und Remus hörte auch von den anderen Lehrern, dass Lucy alle Zauber gelangen.

Eines Nachts schließlich hatte Remus einen Traum.
Er saß auf einer Wiese, es war Nacht und er war alleine. Und er bemerkte, dass er ein Werwolf war. Aber nicht wie sonst hatte er das Bedürfniss jemanden zu beißen, sondern er war gespannt, als würde er auf etwas warten. Und dann hörte er eine Stimme:
"Remus!! Du darfst dich niemals zwischen deine Tochter und ihr Schicksal stellen. Sie ist wer sie ist und sie wird die Welt in eine neue Zeit führen. Du kannst es nicht ändern!"

Als Remus erwachte war ihm, als wäre er nicht die ganze Nacht in seinem Bett gelegen sondern als wäre er tatsächlich auf dieser Wiese gewesen. So genau konnte er sich an all die Gerüche und Eindrücke erinnern. Und an diese Stimme.
Es stimmte also. Lucy WAR die Auserwählte und nach allem was die Stimme gesagt hatte, würde sie irgendwann kämpfen und er, Remus, konnte daran nichts ändern und sie schon gar nicht davor bewahren.
Remus beschloss nicht länger alleine darüber nachzudenken sondern gleich zu Albus zu gehen und ihm zu berichten, was er geträumt hatte. Wenn es jemanden gab, der wusste wie man mit solchen Träumen umging, dann Dumbledore.
Remus rief dem Wasserspeier schon von weitem das Passwort entgegen und lief dann die Treppe empor. Keuchend oben angekommen klopfte er an die Tür und trat ein.
Albus war nicht alleine. Severus Snape war bei ihm. Remus platzte anscheinend in ein Gespräch zwischen den beiden, doch es war still als Remus den Raum betrat. Severus sah ihn zornig an, doch er sagte nichts weiter sondern verließ den Raum im Eiltempo.
"Entschuldigung, wenn ich euch gestört habe. Aber es ist wichtig Professor." Albus lächelte ihn an:"Nun denn Remus, was gibt es so wichtiges?"
Remus folgte dem Angebot sich zu setzen und begann dann von seinem Traum zu erzählen. "In der Prophezeiung hieß es doch, dass der Auserwählte die Welt in eine neue Zeit führen würde und dass sich irgendwas entscheiden würde, wenn sie ihren ersten unverzeihlichen Fluch aussprechen würde.... was sollte das denn bedeuten?"
Dumbledore hatte sich ebenfalls gesetzt:"Darüber habe ich mir auch schon Gedanken gemacht. Tja meine Meinung sieht so aus: Die Auserwählte spricht einen unverzeihlichen Fluch aus, entweder gegen einen guten oder einen schlechten Magier. Und je nachdem wird die Auserwählte für die Gute oder die Dunkle Seite kämpfen. Wenn es tatsächlich so ist, dann haben wir Glück, denn Lucy hat ihren ersten unverzeihlichen Fluch gegen einen Todesser gesprochen und sich somit auf unsere Seite gestellt. Und zu deinem Traum habe ich nur folgendes zu sagen: Vertrau deiner Tochter Remus! Wenn sie die Auserwählte ist und es ihr Schicksal ist zu kämpfen, dann können wir es nicht ändern. Anstatt sie zu hindern solltest du sie unterstützen. Es wird ihr nichts passieren. Sie ist mächtig.....mächtiger als wir alle!"
Nach diesem Gespräch fühlte sich Remus nicht besser als zuvor. Aber im Moment konnte er nicht weiter darüber nachdenken, denn seine erste Stunde begann in wenigen Minuten. Remus hatte nicht mal Zeit zum Frühstücken gehabt.


Lucy hatte zwischenzeitlich weitgehend andere Probleme als sich über Auserwählte und Flüche Gedanken zu machen. Draco ließ sie nicht mehr in Ruhe. An einem Montag schon lange nach Schulbegin war er zu ihr gekommen.
"Also gut, hör mal kurz zu. Seit ich mit dir zusammen gelernt habe, konnte ich nur mehr an dich denken und ich wollte dich fragen, ob du mit mir gemeinsam nach Hogsmead gehen möchtest. Also was sagst du?"
Draco hatte sie natürlich nach einer Schulstunde abgefangen und zuerst einen Ort gesucht an dem er ganz alleine mit ihr sprechen konnte. Lucy vermutete, dass er Probleme mit seinen Freunden bekommen würde, wenn sie die beiden zusammen sehen würden. Aber Lucy hätte nie im Traum daran gedacht, dass er ihr soetwas gestehen würde.
Im Grunde hatte sich ihre Neigung was Draco anging nicht besonders verändert. Sie mochte ihn nicht und sie wollte sich nicht mit ihm verabreden.
Dementsprechend fiel auch ihre Antwort aus:"Nein ich will mit dir nirgends hingehen, nicht mal in die nächste Stunde."
Draco wirkte nach dieser Ansage richtig enttäuscht, aber er setzte sehr bald einen äußerst fiesen Blick auf:"Wir werden zusammen hingehen, denn ich werde sonst Professor Snape bitten Gryffindor Punkte abzuziehen und außerdem wird mir einfallen, dass du doch noch einige Stunden Nachhilfe in Zaubertränke brauchen könntest!"
Lucy sah ihn angewidert an. Er war wirklich furchtbar. Wie konnte ein einzelner Mensch nur so hässlich sein? Luca sagte nichts weiter sondern ließ ihn stehen. Erpressen würde sie sich nicht lassen.

Doch seit diesem Tag rannte Draco ihr hinterher. Er nervte sie andauernd. Ob sie es sich nicht überlegen wollte. Ob sie es tatsächlich riskieren wollte, dass Gryffindor Üunkte verlor. Und so weiter.
Das Schlimmste daran war aber, dass Gryffindor ohnehin noch nicht viele Punkte dieses Jahr eingeheimst hatte und sie es nicht brauchen konnten Punkte zu verlieren. Und dann wurden Seamus Finnigan, der in Lucys Jahrgang war, auch noch 30 Punkte abgezogen, weil er in Snapes Unterricht frech gewesen war und Lucy hörte von allen Seiten nur mehr:"Das gibts doch nicht." "Das kann er nichts machen!" "Wir dürfen keine Punkte mehr verlieren!" "Seamus du Idiot, halt in Zukunft bloß deine Klappe!"
Und schließlich entschied Lucy, dass es wohl besser wäre mit Draco nach Hogsmead zu gehen. So verabredete sie sich mit ihm für das erste Hogsmead Wochenende.
Harry, Hermine und Ron erzählte sie nichts davon.

Kapitel 12

Der Tag ihres "Dates" war gekommen. Lucy trödelte so viel wie möglich, bis Hermine es schließlich entnervt aufgab sie aufzufordern sich zu beeilen. Lucy seufzte auf, als Hermine weg war. Natürlich wäre sie lieber mit ihr, Harry und Ron nach Hogsmeade gegangen, aber wenn sie Draco im letzten Moment noch absagte, dann würde er sie bestimmt bei Snape anschwärzen. Und noch mehr Nachhilfestunden mit ihm konnte sie einfach nicht vertragen.
Draco wartete bereits in der Eingangshalle und sah freudig (soweit Lucy dieses Lächeln deuten konnte) zu ihr herauf.
"Hallo! Da bist du ja endlich, ich dachte schon du hättest vergessen!" Jetzt grinste er.
Lucy seufzte nochmal:"Nein Draco, wie hätte ich DICH vergessen können??"
Nebeneinander gingen sie los. Lucy war den ganzen Weg über darauf bedacht einen Mindesabstand zu ihm einzuhalten, wenn Draco auch ständig versuchte sich ihr zu nähern. Am liebsten wäre sie davon gerannt.
"Na, hängst wohl immer noch mit diesen Versagern rum, oder?" Draco grinste sie fies an. "Potter und seine Schlammblutfreundin und dann dieser Weasley! Was willst du eigentlich mit denen? Weißt du, ich könnte dir mit Sicherheit mehr zeigen und mehr gefallen als diese Versager!"
Lucy wurde wütend:"Was willst du mir denn zeigen? Wie man sich am effektivsten bei einem Lehrer einschleimt? Oder wie man so hässlich grinsen kann?"
Draco sah sie empört an:"Pass bloß auf, was du sagst, du hast mich ja noch gar nich richtig kennen gelernt," zischte er zwischen zusammen gekniffenen Zähnen hervor.
"Ich hab aber schon eine Menge von dir gehört. Warst du nicht der Sucher, der schon so oft gegen Harry verloren hat?? Und du warst doch auch das Frettchen, das so nett herumgehüpft ist oder?" Lucy sah mit einiger Genugtuung, dass Draco langsam nicht mehr recht wusste, was er sagen sollte.
Sie maschierten eine Weile stumm weiter. Draco versuchte es mit einem weiteren Annäherungsversuch, der allerdings bei weitem nicht mehr so zielstrebig ausfiel, wie die bisherigen. Lucy wich zurück.
In Hogsmead angekommen sah Lucy sich andauernd suchend um. Sie wollte am liebsten niemandem über den Weg laufen. Draco hingegen stolzierte umher, winkte dort ein paar Slytherins zu und grüßte da einen Bekannten und wirkte nicht im Geringsten vorsichtig.
"Hast du Hunger oder Durst?" fragte er nachdem sie etwa zwei Stunden sinnlos umher geschlendert waren. Lucy nickte nur.
Draco bezahlte alles, was Lucy weitgehend unangenehm war. Sie saßen in den Drei Besen und Lucy hatte ihnen einen Tisch im hintersten Winkel gesucht.
"Weißt du," begann Draco schließlich mit vollem Mund zu sprechen, "eigentlich war das ja bisher keine besonders großartige Verabredung. Bist du immer so still? Eigentlich hatte ich bisher gar keinen Spaß. Ich glaube ich werde doch noch zu Snape gehen. Ich könnte ja sagen, dass du mich dazu gezwungen hast dich einzuladen. Dafür gibts sicher einige Pünktchen Abzug."
Lucy beugte sich zu ihm nach vor und zischte:"Weißt du was, ist mir egal. Erzähl deinem Snape doch was du willst. Ich jedenfalls hab genug von dir. Ich hau ab, ciao!"
Dann stand sie auf und ließ Draco alleine zurück.
Lucy stürmte auf die Tür zu, die aus dem Pub hinaus führte und stieß sie auf. Draußen atmete sie erstmal tief durch. Dieser Malfoy war ein furchtbarer Kerl. Wenn er sie eingeladen hatte, weil er sie mochte, dann zeigte er das nicht besonders gut und viel.
Lucy ging ein paar Schritte und drehte sich dann um. Draco war ihr gefolgt. Er sah etwas bedrückt aus.
"Gehst du wirklich? Entschuldige, dass ich das vorhin so blöd gesagt habe. Ich werd schon nicht zu Snape gehen, versprochen. Und jetzt, weißt du worauf ich jetzt richtig Lust hätte?"
Während er gesprochen hatte war er immer näher gekommen. Und plötzlich war sein Gesicht ganz nahe vor ihrem. Lucy versuchte zurück zu weichen, aber er hatte seine Arme um sie gschlungen. Sie hoffte sehr, dass er sie nicht wirklich küssen wollte, sondern nur einen dummen Scherz machte. Aber anscheinend meinte er es völlig ernst. Seine Lippen kamen näher. Das ging eindeutig zu weit. Lucy wünschte sich sonstwohin, sie wollte nur nicht mehr hier sein.
Mit ihrer rechten Hand erreichte sie irgendwie ihren Zauberstab und zückte ihn. In Sekundenschnelle richtete sie ihn so gut wie möglich Richtung Draco und rief:"Rictusempra!"
Draco wurde zurückgeschleudert. Er landete einige Meter weit weg auf seinem Hinterteil und sah verdutzt zu ihr auf.
Lucy ihrerseits war jetzt richtig wütend. Sie schritt auf ihn zu:"Draco, dein Vater sitzt doch in Askaban, nicht wahr? Weißt du wem er das zu verdanken hat? Soll ich es dir sagen Draco? Mir. Ich habe ihn unterworfen, nachdem er meine Eltern umgebracht hat. Und wenn du mich nicht zufrieden lässt, dann wirst du die nächsten paar Tage wie ein kleines Hündchen herumlaufen und bellen, versprochen."
Ohne eine Antwort abzuwarten ging Lucy davon.
Lucy wusste nicht was in sie gefahren war. Es war nie ihre Art gewesen andere Leute zu bedrohen. Sie war entsetzt über sich selber. Draco war doch einfach nur ein blöder Kerl und es nicht wert, dass man sich so über ihn aufregte und sich so vergaß seinetwegen. Aber irgendwie hatte Lucy es genossen ihn unter Kontrolle zu halten. Einen Moment lang hatte sie gespürt, dass sie mit ihm machen konnte was sie wollte. Sie hatte eine Macht in sich gespürt, die sie nicht beschreiben konnte.

Lucy ging alleine nach Hogwarts zurück. Dort angekommen setzte sie sich in den Gemeinschaftsraum und wartete. Hoffentlich würden Hermine und die Jungs bald wieder kommen. Sie wollte unbedingt mit jemandem sprechen. Sonst kannte sie ja auch noch kaum jemandem, mit dem sie wirklich reden konnte, außer.......Remus!
Warum dachte sie erst jetzt an ihn? Wahrscheinlich lag das an der Tatsache, dass er erst vor kurzem in ihr Leben getreten war.
Lucy stand also auf und öffnete das Porträtloch der auf den Gang hinaus führte. Mittlerweile fand sie sich im Schloss ganz gut zurecht und deshalb fand sie auch auf Anhieb Remus´ Klassenzimmer. Sie wusste, dass wenn er nicht in Hogsmead war hier sein musste. Sie klopfte, aber niemand antwortete. Sie klopfte erneut, wieder keine Antwort. Schließlich, nach einem erneuten Versuch, trat sie einfach ein. Remus war nicht da, das Klassenzimmer war leer. Lucy überlegte, wo er sein konnte. Wahrscheinlich saß er mit einigen anderen Professoren in Hogsmead.
Lucy seufzte und verließ das Büro.
Lucy schloss die Tür hinter sich und erschrak als sie aufsah. Snape stand ihr gegenüber und sah sie misstrauisch an.
"Dürfte ich vielleicht erfahren, warum Sie nicht in Hogwarts sind, so wie ihre Kollegen? Und was Sie in diesem Klassenzimmer zu suchen haben?"
Lucy fand nur mühsam ihre Sprach wieder:"Ich....es....ich hatte keinen Spaß in Hogsmead und ich wollte gerne mit Prof. Lupin sprechen."
"Und was genau wollten Sie mit ihm besprechen?"
Lucy suchte nach irgendeiner Ausrede. Sie war sich nicht sicher, ob Snape über sie und Remus bescheid wusste. Wenn nicht wollte nicht sie es sein, die ihm erklärte, was es mit ihnen auf sich hatte.
Snape wartete noch eine Weile, als sie nicht antwortete sagte er:"Ihr Vater befindet sich nicht wohl, er liegt in seinem Bett und wird dort wohl für die nächsten Tage bleiben. Ich nehme an, Sie wissen um seine Abnormalität bescheid."
Lucy hätte ihm am liebsten einen Fluch an den Hals gehetzt. Aber sie besann sich eines besseren.
"Er ist nicht abnormal, er ist ein Werwolf und das hat er sich bestimmt nicht freiwillig ausgesucht!" Lucy funkelte Snape wütend an. Wie schon zuvor, als sie Malfoy bedroht hatte, spürte sie etwas in sich hochsteigen. Sie fühlte sich mächtig. Sie wusste, dass sie nur ihren Zauberstab zücken musste und Snape so gut wie verloren war. Lucy erschrak über diesen Geadanken, denn trotz allem war sie sich bewusst, dass sie nur eine junge Hexe, er aber ein ausgewachsener Zauberer war. Sie erwartete, dass er sie anschrie, dass er ihr eine Strafarbeit aufbrummen würde oder sie gar verhexen würde. Doch nichts geschah.
"Sie werden schon früh genug herausfinden, dass diese ganze Sache weder harmlos, noch in irgendeiner Form normal ist. Sie gehen nun besser in ihren Turm zurück und ich möchte Sie nicht nochmal alleine hier erwischen." Dann drehte er sich um und schritt davon.
Lucy sah ihm ungläubig nach. Trotzdem war sie froh, dass sie keine Strafarbeit bekommen hatte. Langsam ging sie zurück in den Gemeinschaftsraum.

Die anderen waren zurück. Natürlich erzählte sie Hermine, Ron und Harry sofort von ihrer "netten" Verabredung mit Malfoy und versuchte ihnen zu erklären, wie sie sich gefühlt hatte.
Zuerst einmal waren alle drei entsetzt darüber, dass sich lucy überhaupt mit Draco verabredet hatte. Ron meinte sogar:"Nicht einmal eine Woche Unterricht in Zaubertränke rechtfertigt eine Verabredung mit diesem Kerl!"
Lucy hatte bisher nocht nicht von Lucius Malfoy und dem Tag an dem Remus sie zu sich holte erzählt. Doch nun konnte sie nicht mehr länger schweigen.
"Du bist schuld daran, dass Malfoys Vater in Askaban sitzt?? Und das bindest du ihm auch noch auf die Nase? Spätestens morgen wirst du das bereuen. Malfoy wird allen davon erzählen!" rief Hermine aus. Lucy befürchtete, dass sie recht hatte.

Kapitel 13

Am nächsten Morgen ging Lucy mit einem unguten Gefühl zum Frühstück hinunter. Sie erwartete, dass Malfoy bereits alles erzählt hatte, dass alle über sie tuscheln würden und dass die Slytherins in Hasstiraden aufgehen würden. Doch nichts dergleichen geschah. Unten in der großen Halle ging es zu wie immer.
Keine ausgestreckten Finger deuteten auf Lucy, niemand starrte sie an und niemand flüsterte, wenn sie vorbeiging. Lucy sah sich nach Malfoy um, er saß zusammen mit seinen "Leibwächtern" und aß. Einen Moment lang erwiderte er ihren Blick, doch er sagte nichts. Im Gegenteil, er sah schnellstens wieder weg und war dabei etwas rot im Gesicht.
Lucy setzte sich zum Gryffindortisch und wunderte sich. Hermine war direkt hinter ihr gegangen und ließ sich jetzt neben ihr nieder.
"Sieht aus, als hätte Malfoy bis jetzt niemandem etwas erzählt," meinte sie und sah sich suchend um.
Auch Ron und Harry saßen bereits beim Frühstück. Offensichtlich hatten die beiden gehört, was Hermine gesagt hatte, denn Ron beugte sich weit über den Tisch zu ihnen hinüber.
"Wisst ihr was ich denke," meinte er mit einer unbekümmerten Stimme, "dem guten Malfoy ist es peinlich, dass sein Vater von einem Mädchen besiegt wurde. Und noch dazu von einem Mädchen, dass so alt ist wie Draco selbst!" Dann aß er weiter.
Lucy sah sich nach Malfoy um. Vielleicht hatte Ron recht. Malfoy bildete sich, soweit Lucy mitbekommen hatte, eine Menge auf seine Kräfte und auf die Kräfte, die sich in seiner Familie fanden, ein. Lucy musste bei dem Gedanken an einen peinlich berührten Malfoy grinsen, versuchte aber dieses Grinsen zu verbergen, indem sie in eine Scheibe Toast biss.

Kapitel 14

Vollmond ging vorüber und Remus wurde wieder zum Menschen. Er fühlte sich fürchterlich, als er wieder in den Unterricht musste. Sein Kopf schmerzte und er war müde. So ging es ihm nach jeder Verwandlung. Langsam begann er sich zu fragen, wie lange ein Mensch soetwas durchhalten konnte, bevor er verrückt wurde.
Auf dem Weg zum Klassenzimmer lief er doch glatt Severus über den Weg. Remus wappnete sich innerlich gegen eine Attacke, denn Severus hatte es bei Remus´ letztem AUfenthalt in Hogwarts nach jeder seiner Verwandlungen auf ihm herumgehackt.
Wie es schien, hatte Severus aber die Lust daran verloren.
"Guten Morgen, Remus," sagte er nur knapp und wollte vorbeigehen.
Remus hielt ihn am Arm fest:"Severus warte einen Moment." Am liebsten hätte Remus ihm jetzt irgendwas an den Kopf geworfen, so wie Severus es sooft getan hatte, aber irgendwas hielt ihn zurück.
"Können wir reden?" fragte Remus und strengte sich an, normal zu klingen.
Severus sah ihn verwundert an:"Meinetwegen, was willst du?"
"Aus welchem Grund hast du aufgehört mich bei jeder Gelegenheit fertig zu machen? Wo sind die Sticheleien geblieben? Warum bist du plötzlich so.....höflich?" Remus sah Severus fragend an.
"Ich habe dir schon mal gesagt, dass auch ich nur ein Zauberer bin und Gefühle habe!! Und jetzt lass mich endlich damit in Ruhe!" Severus wirkte zornig, aber Remus wollte endlich wissen, was es mit diesem ganzen Getue auf sich hatte.
"Irgendwas ist anders, ich weiß nicht was, aber ich will es wissen, wirklich!"
"Anders ist, dass wir beide jetzt etwas gemeinsam haben, aber mehr braucht dich nicht zu interessieren!"
Auch damit wollte sich Remus nicht zufrieden geben:"Und was soll das sein?? Soweit ich weiß, hattest du nie Freunde, ich schon. Soweit ich weiß, war ich nie Anhänger von Voldemort so wie du! Und plötzlich bist du fair zu mir."
Severus platzte der Kragen:"Du hast keine Ahnung, von gar nichts. Wie kannst du es wagen, mich auf diese Zeiten anzusprechen?? Du hast keine Ahnung von Fairness und du weißt nichts über mich, also maße dir nicht an, mich zu verurteilen, wenn du gar nichts weißt!!"
"Woher soll ich denn irgendetwas über dich wissen? Außer Schikanen habe ich bisher nicht viel von dir gehört. Und jetzt erzählst du plötzlich etwas von wegen wir haben etwas gemeinsam, was soll ich denn bitte davon halten. Man weiß nicht, warum du Voldemort verlassen hast, vielleicht hast du das ja auch gar nicht."
Severus funkelte Remus wütend an:"Voldemort hat meine Frau und unser Kind getötet. Wage es ja nicht, mir in Zukunft irgendetwas vorzuwerfen, wenn du nicht weiß, wovon du sprichst." Severus hatte mit merkwürdig belegter Stimme gesprochen.
Einen Moment lang sah er Remus noch an, dann lief er davon.
Remus sank auf den Boden. Er schwor sich nie mehr etwas gegen Severus zu sagen. Was auch immer damals passiert war, es war Grund genug Voldemort zu verlassen und so zu werden, wie Severus es war. Verbittert.

Kapitel 15

Remus stand vor der Tür, die zur großen Halle führte. Da drinnen saßen jetzt die meisten Schüler und Lehrer und aßen zu Mittag. Und er stand hier draußen und wusste nicht recht ob er hinein gehen sollte oder nicht. Severus würde da sein und Remus hatte das ungute Gefühl, er sollte ihm in nächster Zeit lieber nicht unter die Augen kommen. Zum ersten Mal in Remus´ Leben tat es ihm leid, wie er mit Severus umgegangen war.
Andererseits würde Dumbledore da drinnen sein und Remus könnte ihn um eine kurze Unterredung bitten und dabei mehr über Severus´ Vergangenheit erfahren.
Remus hüpfte von einem Bein vom anderen und über legte hin und her, als plötzlich......
"Remus? Was tust du hier draußen? Musst du .....?"
Es war Lucy. Remus drehte sich erschrocken um.
"Nein, ich bin......ich......ach.....ich wollte grad reingehen, weißt du!" Er wandte den Blick ein wenig von ihr ab, um ihr nicht direkt in die Augen sehen zu müssen.
Luca grinste nur:"Schon klar!" Dann ging sie ihm voran in die große Halle.
Remus hatte nun gar keine andere Wahl als ihr zu folgen. Er schielte zum Lehrertisch hinüber. Severus war da und auch Dumbledore. So normal wie möglich ging Remus darauf zu und setzte sich betont natürlich auf seinen Platz. Severus würdigte ihn keines Blickes. Er schien nicht einmal zu bemerken, dass Remus eingetreten war.
"Professor Dumbledore? Könnte ich nachher kurz mit Ihnen sprechen??" Remus sah Dumbledore bittend an, dieser nickte nur, was wohl daran lag, dass er einen vollen Mund hatte.

Lucy hatte sich zu Hermine gesetzt. Sie sah unruhig zum Slytherintisch hinüber. Malfo hatte den ganzen Vormittag noch nichts gesagt und langsam begann Lucy wirklich zu glauben, dass Ron Recht hatte. Vielleicht war ihm die ganze Sache wirklich peinlich. Wenn es so wäre, dann würde wohl nie ein anderer Schüler etwas davon erfahren, außer sie erzählte es weiter. Aber dann musste sie auch erzählen, dass Remus ihr Vater war und das wollte sie nicht.
"Willst du nicht essen??" Hermine hatte Lucy von der Seite her angesprochen. Lucy wandte ihr den Blick zu.
"Klar doch, ich hab nur was überlegt, aber das ist jetzt auch egal. Mahlzeit!"
Schweigend brachten sie ihr Mittagessen zu Ende und machten sich dann auf um rechtzeitig zu Verwandlung zu kommen.

Remus schlang sein Essen förmlich hinunter. Dumbledore war schließlich trotzdem viel früher fertig als er. Gemeinsam verließen sie den Tisch und verließen die große Halle. Mal wieder fand sich Remus nach einer kurzen Wanderung durch das Schloß in Dumbledores Büro wieder.
"Bitte Remus, setz dich doch!"
Remus setzte sich.
"Also welches Anliegen hast du, dass nicht warten kann?"
Remus hohlte tief Luft:"Also Severus und ich hatten eine kleine Konfrontation und dabei hat er gesagt, dass Voldemort seine Frau und sein Kind getötet hat. Ich wollte mehr darüber wissen!"
Dumbledore nickte:"Ja, ja, Severus war deswegen schon bei mir und er hat mir ebenfalls gesagt, ich könnte dir erzählen, was vorgefallen ist, wenn du fragen würdest. Nun offensichtlich ist diese Situation nun eingetroffen und ich werde dir die Geschichte, soweit sie mir bekannt ist, erzählen.
Severus war damals gerade aus der Schule draußen, er hatte sich Voldemort angeschlossen und war einer der bösartigsten in Voldemorts Reihen. Doch dann verliebte er sich. In eine Muggelfrau. SIe hatte nichts mit Zauberei zu tun und wusste auch nicht darüber Bescheid. Da Severus wusste, wie sehr Voldemort Muggel und Muggelgeborene verabscheute, verheimlichte er ihm die Sache. Das ging eine ganze Weile sogar gut. Die beiden wohnten nicht zusammen, das wäre zu gefährlich gewesen. Nach einem guten Jahr brachte die Frau ein Kind zur Welt. Auch dies verheimlichte Severus vor dem dunklen Lord. Dennoch fand er heraus was geschehen war und schickte einen seiner Todesser um Severus zu ihm zu holen. Voldemort belegte Severus mit dem Imperiusfluch und zwang ihn dazu seine große Liebe und das Kind zu töten. In diesem Fall hat dir Severus also nicht ganz die Wahrheit gesagt. Nicht Voldemort hatte seine Frau und das Kind umgebracht, sondern er selbst. Severus schloss sich danach sofort unseren Reihen an, du erinnerst dich sicher, als er damals plötzlich bei uns auftauchte?
Jetzt kennst du Severus´ Geschichte und weißt auch, aus welchem Grund er Voldemort verließ. Severus hat sich immer noch nicht selbst verziehen, aber solange er für den Orden arbeitet hat er das Gefühl für den Tod seiner geliebten Menschen zu sühnen und ihn vielleicht irgendwann rächen zu können!
Severus leidet immer noch sehr darunter, also sprich ihn nicht darauf an. Es ist schon ein Wunder, dass er dir überhaupt davon erzählt hat!
Und nun Remus, ich denke deine Schüler werden demnächst auf dich warten. Und ich habe auch noch zu arbeiten! Auf Wiedersehen!"
Dumbledore lächelte Remus an, aber Remus war schwer übel im Magen.
Mit einem schummerigen Gefühl verließ er das Büro. Was Severus damals zugestoßen war, war das furchtbarste was einem Menschen geschehen war. Hätte Remus es nur gewusst, hätte er nie schlecht über Severus gedacht.
Remus musste sich setzen. Diese Geschichte war furchtbar. Wie sollte er sich in Zukunft Severus gegenüber verhalten??
Nun war aber wenigstens eine Sache geklärt. Severus und Remus hatten tatsächlich etwas gemeinsam. Beide hatten sie einen geliebten Menschen und ein Kind verloren. Nicht ganz auf dieselbe Weise, aber dennoch glaubte Remus, dass er Severus nun um einiges besser verstand. Und auch warum er so war wie er nun einmal war.


Kapitel 16

Weihnachten ging vorüber und auch die ersten Quidditsch- Spiele. Es sah ganz danach aus, als ob Gryffindor eine gute Saison hatte.
Lucy genoß die Spiele sehr. Und auch die Weihnachtsferien waren großartig. Es waren insgesamt nur 7 Schüler da geblieben und Lucy verbrachte einen großen Teil der Zeit mir Remus.
Auch Malfoy hatte bisher nichst ausgeplaudert. Alles in allem schien das neue Jahr ziemlich gut zu werden.
Doch in der letzten Nacht der Weihnachtsferien hatte Lucy wieder einen dieser seltsamen Träume.

Sie lief einen Gang entlang, den sie nicht kannte und etwas verfolgte sie. Und dieses Mal würde dieses Etwas sie erwischen, das wusste sie. Aber wenn sie schnell genug lief, dann würde sie vielleicht entkommen. Also lief sie und plötzlich hörte sie wieder diese Stimme, die von einer Macht sprach, die nur alle 2000 Jahre hervortrat und wer auch immer diese Macht besaß war stärker als alle anderen Magier. Lucy rannte und rannte, doch das Etwas blieb hinter ihr. Sie glaubte ein Zischen zu hören, wie von einer Schlange. Und dann plötzlich tauchte vor ihr die schemenhafte Gestalt eines sehr dürren Mannes auf. Eine schrille Stimme bohrte sich in ihren Kopf:"Bring sie zu mir Nagini! Einen hab ich schon und sie ist die nächste! Komm Nagini schneller!!!" Ein Lachen erfüllte die Luft. Ein furchtbares schrilles Lachen.
Und dann passierte es Lucy stolperte über etwas. Sie fiel zu Boden und sah sich nach dem Ding um, über das sie gestolpert war. Und dann schrie sie.

Mit einem Ruck saß sie aufrecht in ihrem Bett. Hermine und die anderen Mädchen saßen ebenfalls aufrecht in ihren Betten und starrten zu Lucy herüber. Lucy sah sich um und wusste nicht recht, wo sie eigentlich war. Erst langsam kam ihr die Erkenntnis, dass sie nur geträumt hatte.
"Alles in Ordnung mit dir??" Hermine war aufgestanden. Sie kam herüber und setzte sich an Lucys Bettkante.
"Ja, es ist alles ok, ich habe nur schlecht geträumt....."
Hermine sah Lucy neugierig an.
Also erzählte Luca ihren Traum und als sie zum Ende kam bemerkte sie, dass Hermine bereits blaß geworden war.
"Weißt du, über was ich gestolpert bin? Oder nein.....über wen? Über Harry......er war....." sie konnte nicht weitersprechen. Eigentlich hätte sie "tot" sagen müssen, aber Hermine schien zu verstehen. Sie strich Lucy beruhigend übers Haar.
"Es war nur ein Traum weißt du? Harry gehts gut, er liegt in seinem Schlafsaal und ist nirgends sonst. Ganz sicher!"
Lucy nickte nur. Ja, Hermine hatte bestimmt recht. Wie sollte Harry auch plötzlich weggekommen sein und außerdem warum war Lucy dann nicht auch dort, wie in ihrem Traum? Lucy legte sich wieder hin und schlief bald ein. In dieser Nacht träumte sie nichts schlechtes mehr.

Am nächsten Morgen erwachte Lucy früh. Irgendetwas schlug gegen ihre Schulter. Erst nach ein paar Sekunden merkte Lucy, dass jemand an ihrer Schulter rüttelte. Es war Professor McGonagall! Lucy rieb sich ihre Augen.
"Miss Gossworth, wachen Sie endlich auf. SIe müssen sofort mit mir kommen!"
Lucy machte ihre Augen nur widerwillig auf. "Ja?" war das einzige, was sie herausbrachte.
"Kommen Sie, es gibt etwas, dass Sie wissen sollten." McGonagall richtete sich auf und sah besorgt zu Lucy hinunter.
"Kann ich mich vorher noch anziehen?" McGonagall nickte und Lucy stand auf.
Als sie den Gemeinschaftsraum verlassen hatten führte McGonagall Lucy schweigend zum Krankensaal. Davor blieb sie stehen.
"Miss Gossworth, letzte Nacht hat es einen Angriff auf Hogwarts gegeben! Ein Todesser konnte hier eindringen und es wurde jemand verletzt, wir glauben, er hat ihn entdeckt und versucht aufzuhalten. Ich dachte, Sie sollten es von mir erfahren."
Lucy sah McGonagall erschrocken an. Was wollte sie ihr damit sagen? Lucy betrat langsam den Krankensaal und sah sich um. Und dann sah sie ihn.
"Dad!!!!!!!!!!!"
Mit einem Satz war Lucy bei Remus. Er lag auf einem Bett und sah merkwürdig blaß aus. Und er war offensichtlich verletzt. EIn Verband war mehrfach um seinen Kopf geschlungen und beide Arme waren ebenfalls einbandagiert. Auf seiner Wange schien sich eine große Narbe zu befinden, denn ein großes Pflaster war darauf geklebt.
Lucy sank auf schluchzend auf die Bettkante nieder. Tränen rannen über ihre Wangen, als sie Remus´ Hand berührte und sie schließlich umschloss.
Remus hatte beide Augen geschlossen und war offensichtlich ohne Bewusstsein.
McGonagall war herangetreten. Sie sprach nun leise und mit sorgenschwerer Stimme:"Wir müssen noch warten, bis er aufwacht, um zu erfahren was genau passiert ist. Aber soweit wir es sagen können wird er wieder gesund!"
Lucy nickte leicht. Noch immer floß ein Strom Tränen über beide Wangen und sie konnte es nicht fassen. Das erste Mal als sie so einen seltsamen Traum gehabt hatte, war ihre Mutter gestorben. Und nun hatte sie wieder einen solchen Traum gehabt und ihr Vater war schwer verletzt. Wo sollte das alles noch hinführen. Und wo war dieser mächtige Zauberer, den Lucy jetzt wirklich brauchen konnte??
McGonagall tippte Lucy von hinten auf die Schulter.
"Miss Gossworth, leider müssen Sie jetzt wieder mit mir kommen. Professor Dumbledore will Sie sehen. Er sagt, er hat etwas wichtiges mit Ihnen zu besprechen!"
Nur schweren Herzens ließ Lucy Remus zurück und folgte McGonagall hinaus.

Kapitel 17

McGonagall führte Lucy direkt zu Dumbledores Büro, Lucy merkte sich den Weg allerdings nicht, sie machte sich zu große Sorgen um Remus. Er hatte einfach furchtbar ausgesehen, wie er da gelegen hatte, blaß und verletzt. Lucy konnte das Bild einfach nicht abschließen.
Und schließlich hatten sie das Büro erreicht ohne dass Lucy auch nur den geringsten Schimmer hatte, wie sie dort hingekommen waren.
Dumbledores Gesicht war sorgenschwer und er musterte Lucy erst einmal ein paar Minuten.
"Setz dich doch," forderte er sie schließlich auf und bedeutete McGonagall zu gehen. "Du kommst gerade von Remus nicht wahr? Gut. Und du weißt was passiert ist? Gut. Also wenn du nichts dagegen hast, dann erzähle ich dir erst mal was ganz genau vorgefallen ist, jedenfalls soweit wir es herausgefunden haben.
Der Todesser war schon ziemlich angeschlagen, als wir ihn gefunden haben. Remus hat sich tapfer gewehrt und dem Todesser ein paar üble Verletzungen zugefügt. Wir haben ihn in den Krankenflügel übergeben und dem Todesser Veritaserum eingeflößt. Er erzählte, dass er ein mit einem Portschlüssel nach Hogwarts kam. Im Auftrag von Voldemort. Seine Aufgabe war es in den Gryffindor Turm einzudringen und die Auserwählte zu finden. Und sie zu beseitigen. Doch Remus hat ihn überrascht, er hatte Aufsichtsdienst und war eher zufällig in diesem Gang. Jedenfalls hat der Todesser sofort einen Fluch angewandt, aber Remus konnte sich soweit wehren, dass der Todesser nicht mehr wegkonnte und ihn nicht umbringen konnte."
Dumbledore machte eine Pause und sah Lucy an.
"Und was wird mit Remus? Wird er wieder gesund??" Die Frage fiel Lucy als erstes ein.
"Natürlich wird er das. Daran habe ich nicht den geringsten Zweifel!
Aber was ich eigentlich mit dir besprechen wollte ist ein anderer Punkt der Erzählung. Die Auserwählte. Wunderst du dich nicht, wer das sein könnte?"
Lucy überlegte und schüttelte den Kopf. Sie hatte nicht einmal eine Vorstellung darüber was diese Auserwählte überhaupt konnte oder können sollte.
"Nun ich werde es dir verraten: Du! Es gibt eine Prophezeiung, in der besagt wird, dass alle 2000 Jahre ein Kind zur Welt kommt, dass...."
Lucy fiel Dumbledore ins Wort:"dass die Macht hat jeden Zauberer zu besiegen und alle Zauber auszusprechen, auch beim ersten Versuch??"
Dumbledore sah nun milde überrascht drein:"Woher weißt du das?"
"Ich habe davon geträumt. Oft sogar. Eine Stimme hat genau das prophezeit. Aber wer sagt, dass ich das bin?"
Dumbledore machte eine beschwichtigende Geste:"Immer mit der Ruhe. Also zuerst ist es 2000 Jahre her, dass es einen solch mächtigen Zauberer gegeben hat. Dann ist dein Vater nur ein halber Mensch, worüer auch die Prophezeiung sagt, dass dies der Fall sein muss. Dann hast du mit 16 Jahren einen Imperiusfluch zustande gebracht, der nicht nur äußerst schwierig ist sondern in so gut wie keinem bisherigen Fall beim ersten Versuch angewandt werden konnte. Und schließlich haben deine Lehrer dich beobachtet und mir immer wieder mitgeteilt, dass du noch nie einen Zauber nicht geschafft hättest. Nun das alles ist sehr deutlich und einleuchtend findestdu nicht? Und dann zu guter Letzt, hatte auch Remus einen seltsamen Traum, in dem ihm eine Stimme sagte, dass er nicht zwischen dir und deinem Schicksal stehen dürfe. Und dass du die Welt in eine neue Zeit führen würdest. Auch das schneidet sich mit der Prophezeiung, die besagt, dass die Auserwählte eine neue Zeit einläuten wird.
Nun nicht nur wir wissen über die Auserwählte bescheid sondern auch Voldemort. Und nun hat er es gewagt seine Finger nach Hogwarts auszustrecken. Der Todesser ist nun zwar in Askaban, aber es gibt noch mehr Todesser! Wir müssen von nun an wachsam sein und wir müssen dich auf deine Aufgabe vorbereiten!"
Lucy schluckte schwer:"Und welche Aufgabe soll das sein?"
"Du wirst Voldemort im Kampf gegenüber stehen und ihn hoffentlich vernichten. Entweder das oder du stirbst in dem Kampf und führst die Welt damit in eine dunkle Zeit. Das mag sehr hart klingen, aber ich will dir die Tatsachen nicht verschweigen. Besser du weißt was dich erwartet.
Ab morgen werden wir dich ausbilden und zwar in mehr Flüchen und Zaubern, als du in der Schule lernst. Professor McGonagall wird dich in Verwandlung unterrichten und Remus wird dir Flüche und Zauber nahe bringen, die du im Kampf einsetzen kannst. Weiters wird Alastor Moody kommen und dich ein wenig in die Kunst der Auroren einführen. Und schließlich haben wir einen Quidditschspieler eingestellt, der dich fliegen lehren wird. Madam Hooch kann das nicht übernehmen, denn sie hat zur Zeit eine ganze Menge Dinge zu tun. Also ab morgen beginnt dein Training. ich werde dich nach dem Abendessen zum Trainingsplatz führen. Und nun kannsr du gehen, du bist für heute vom Unterricht befreit, wenn du möchtest kannst du zu Remus in den Krankenflügel!"
Lucy war zu verwirrt um noch Fragen zu stellen und Remus drängte sich wieder in ihre Gedanken. Ob er wohl wach war?

Lucy verließ das Büro und ließ sich alles noch einmal durch den Kopf gehen. Alles was sie gehört hatte war furchtbar kompliziert und erschien nicht im geringsten logisch. Sie, Lucy, sollte die Macht haben Voldemort zu besiegen? Das konnte sie sich nicht vorstellen. Und dann fiel ihr der Vorfall mit Malfoy wieder ein, als sie gegen ihn gezaubert hatte. Da war ein Gefühl da gewesen, ein Gefühl der Macht......vielleicht hatte Dumbledore recht.
Lucy konnte sich keine weiteren Gedanken mehr machen, denn sie war am Krankenflügel angelangt.

Remus war wach! Lucy fiel ihm um den Hals und herzte ihn, bis er aufstöhnte.
"Tut mir leid Kleines, aber mir tut alles weh."
Lucy ließ von ihm ab und sah ihn besorgt an.
"Wie gehts dir Remus?"
"Naja, ich könnt jetzt keine Partie Quidditsch gewinnen, aber sonst gehts mir ganz gut," meinte Remus in einem Anflug von Witzigkeit.
Lucy grinste:"Und wenn du nicht verletzt wärst....dann könntest du doch auch nicht im Quidditsch gewinnen, gibs zu!"
Remus lachte auf:"Du hast Recht........aber weißt du was mir grad auffällt? Ich hab furchtbaren Hunger. Aber anscheinend gibt es in diesem Hotel nicht so einfach was zu essen wie in der großen Halle!"
Lucy grinste weiter. Sie war so froh, dass Remus wach war, dass sie glaubte sie müsse für immer grinsen. Sie lief nach unten in die Küche (Hermine hatte ihr bei einer passenden Gelegenheit gezeigt wo sie sich befand) und kam mit einer riesen Portion Kuchen, Fleisch, Brot und Süßigkeiten wieder.
Remus wollte danach greifen, aber wieder stöhnte er vor Schmerz auf. Lucy zögerte einen Moment, doch dann setzte sie sich an die Bettkante und begann Remus zu füttern. Irgendwann artete das Ganze allerdings aus und Lucy begann Remus von verschiedenen Weiten Essen in den Mund zu werfen. Was leider nicht immer klappte und so sah es im Krankenflügel bald wie nach einer Essensschlacht aus. Madam Pomfrey, die Krankenschwester, regte sich furchtbar darüber auf, doch sie machte trotzdem ohne zu zögern auf.
Alles in allem war der Tag besser, als es zu Beginn ausgesehen hatte. Endlich hatten Lucy und Remus wieder einen gemeinsamen Tag.
Lucy bedauerte es sehr, dass sie am Abend in ihren Schlafsaal zurück musste. Aber sie wollte ausgeschlafen sein, denn morgen sollte das Training beginnen, was auch immer Dumbledore sich darunter vorstellte. Und Remus wirkte auch schon müde und erschöpft.
"Na dann, ich werd mal gehen, Zeit fürs Bett!"
Remus nickte schwach:"Schön, dass du hier warst! Gute Nacht!"
Lucy wollte gehen, doch dann wandte sie sich noch einmal um, ging zum Bett ihres Vaters zurück, beugte sich über ihn, drückte ihm einen Kuss auf die Stirn und flüsterte:"Gute Nacht Dad!"
Der Blick, den Remus ihr zugeworfen hatte würde sie für immer in ihrem Herzen tragen, da war sich Lucy sicher, als sie kurze Zeit später in ihrem Bett lag.

Kapitel 18

Der nächste Tag war stressig für Lucy. Sie hatte grad mal Mittagspause, ansonsten rannte sie den ganzen Tag zwischen verschiedenen Klassenräumen hin und her. Erst Zaubertränke, dann Verwandlung, dann Pflege mgischer Geschöpfe und dann Geschichte der Zauberei! Runter, rauf, raus und wieder rein!
Als Lucy beim Abendessen saß war sie froh, dass sie den Tag rumgebracht hatte. Doch dann fiel ihr ein, dass schon nach dem Abendessen der Stress weitergehen würde. Danach begann das Training, zu dem Dumbledore sie verdonnert hatte. Und das allerschlimmste an dem ganzen war, dass Lucy noch gar keine Zeit gehabt hatte mit Hermine oder den Jungs zu sprechen.
Lucy seufzte und ließ sich viel Zeit für ihr Abendessen. Nahm sich extra kleinen Portionen, um sich möglichst oft nachholen zu können. Trotzdem war sie irgendwann satt.
Dumbledore warf ihr bereits fragende und auffordernde Blicke zu. Schließlich stand Lucy auf. Sie ging nach draußen und wartete.
Dumbledore kam nur wenig später.
"Guten Abend Lucy, bitte folge mir!" Dann ging er voran und führte Lucy nach draußen über die Gründe zum Quidditsch-Feld.
Dort wartete ein junger, gutaussehender Mann und sah ihnen lächelnd entgegen.
"Lucy, das hier ist Oliver Wood, er war in Hogwarts Kapitän der Gryffindor Mannschaft und ist auch jetzt noch Quidditschspieler. Wir haben ihn herbestellt und er wird dir Fliegen beibringen. Oliver das hier ist Lucy. Ich glaube ihr beiden kommt ohne mich aus!" Dumbledore ließ sie alleine.
Lucy konnte den Blick nicht von ihm wenden. Er war wirklich sehr hübsch und sein Lächeln war umwerfend. Er sprach sie an und erklärte ihr ein paar Dinge, die wohl wichtig waren fürs Fliegen, aber Lucy hörte sie gar nicht. Sie starrte Oliver einfach an und als er sie an der Schulter berührte und sie zu ihrem Besen umdrehte, glaubte Lucy ihr Herz würde davon laufen, so stark klopfte es.
Oliver war ein toller Lehrer, er war nett, höflich, aber trotzdem so bestimmt, dass er es nicht hinnahm wenn sie etwas nicht schaffte, sondern sie solange versuchen ließ, bis es klappte. Außerdem war ein wirklich guter Flieger. Er zeigte ihr gleich zu beginn, was er ihr in nächster Zeit alles beibringen wollte und Lucy staunte nur noch. Das würde sie niemals können. Aber Oliver war so zuversichtlich, dass sich Lucy schließlich davon anstecken ließ. Alles in allem ging die Übungsstunde schneller vrobei als es Lucy lieb war. Wenn er sie nu in allen Fächern einweisen würde. Aber so wie es aussah würde sie ihn nur einmal in der Woche sehen, jeden Mittwoch abend hier am Quidditschfeld.
In dieser Nacht träumte Lucy davon, dass sie gemeinsam mit Oliver durch Hogsmead spazierte. Plötzlich tauchte Lucius Malfoy auf und wollte die beiden verhexen, doch lucy besiegte ihn, indem sie ihn in eine Blume verwandelte. Genau dieselbe Blume schenkte Oliver ihr anschließend.

Als Lucy erwachte dachte sie an den Traum zurück. Und sie wünschte sich tatsächlich mit Oliver nach Hogsmead zu gehen. Aber der Traum würde wohl ein Traum bleiben. lucy stand auf, zog sich an und schlenderte zum Frühstück.
Hermine saß schon in der Großen Halle und aß. lucy setzte sich zu ihr und schielte zum Slytherintisch hinüber. Malfoy hatte immer noch niemandem erzählt, was zwischen ihm und Lucy vorgefallen war und noch dazu ignorierte er Lucy seither. Darüber war sie eigentlich ganz froh.
"Hermine, kann ich mit dir sprechen?" fragte sie in einer Kaupause.
Hermine nickte:"Klar doch, warum auch nicht?"
Lucy erzählte Hermine also im Flüsterton alles was in den letzten beiden Tagen passiert war und meinte schlielich:"Und weißt du wer mich im Fliegen unterrichtet? Ich glaube du kennst ihn: Oliver Wood!"
Hermine sah Lucy ungläubig an:"Ehrlich?? Das ist ja toll! Oliver war früher Kapitän der Quidditsch Mannschaft von Gryffindor. Vor drei Jahren, also in der dritten haben wir mit ihm den Pokal geholt. Er ist ein toller Flieger. Und jetzt spielt er ja bei irgendeinem Verein!"
Lucy lächelte verträumt:"Jaah und er sieht wirklich umwerfend aus!"
"Höre ich da etwa eine kleine Verliebtheit herauß?"
Lucy wechselte sofort das Thema:"Ach was! Aber was sagst du denn zu dieser Prophezeiung?"
Hermine überlegte kurz:"Von einer solchen Prophezeiung habe ich noch nie gehört. Aber Dumbledore lügt nicht. Wahrscheinlich will er deine Fähigkeiten für den Orden des Phönix einsetzen! Das ist eine Organisation, die Voldemort bekämpft. Lupin ist auch dabei. Und einige Professoren. McGonagall zum Beispiel und Snape."
Hermine zählte noch ein paar Leutchen auf, die in diesem Orden waren, aber Lucy konnte ihr nicht länger zuhören. Oliver war in die Halle gekommen. Anscheinend war er über Nacht geblieben und wollte nun frühstücken. Alle Gryffindors, die am Tisch saßen, mit Ausnahme der Erst- und Zweitklässler begrüßten Oliver überschwenglich und fragten ihn zu seiner Karriere aus und was er wohl hier zu suchen hätte. Er redete sich heraus, er dürfe nichts sagen, er wäre im Auftrag von Dumbledore hier.
Lucy starrte zu ihm hinüber. Er zwinkerte ihr zu und Lucy glaubte zu spüren, wie sie rot wurde.
Im Tageslicht wurde ihr erst bewusst, wie gut er wirklich aussah. Lucy spürte ein Kribbeln tief in ihrem Bauch, als Oliver herüberkam, um Hermine zu begrüßen.

Kapitel 19

Lucy hatte nun jeden Abend Trainingsstunden. Und obwohl die Stunden gar nicht so schlimm waren, sondern sogar Spaß machten, war keine so aufregend wie die Flugstunden mit Oliver. lucy strengte sich wirklich an, um Fortschritte zu machen, denn jedesmal wenn sie etwas geschafft hatte, klopfte er ihr sanft auf die Schulter und lächelte sie an, um danach ein Lob wie etwa:"Das hat ja total klasse ausgesehen, du bist ein Naturtalent!" fallen zu lassen.
Dumbledore hatte Lucy von den Endjahresprüfungen freigestellt, damit sie sich besser auf das Training konzentrieren zu konnte. Doch das nur heimlich. Keiner der anderen Schüler, mit Ausnahme von Harry, Ron und Hermine, wusste darüber Bescheid.
Lucy war es recht - sie bekam in letzter Zeit ohnehin nicht mehr sonderlich viel von den Schulstunden mit. Immer öfter schwebte ein bestimmter Quidditschspieler durch ihre Gedanken und lenkte sie vom Unterricht ab.
Nach ihrer dritten Flugstunde kehrte Lucy glücklich in den Gryffindorturm zurück. Oliver hatte ihr mal wieder eines seiner umwerfenden Lächeln geschenkt und sie gelobt. Und jetzt noch spürte Lucy die Glücksgefühle, die sie seither durchfluteten.
Hermine war noch wach. Sie war tief über ihre Hausaufgaben gebeugt und merkter erst gar nicht, dass Lucy gekommen war.
Lucy setzte sich zu ihr.
"Schlafen die anderen schon alle?"
Hermine sah erschrocken auf:"Ähm....ja.....hallo, ich hab dich gar nicht bemerkt."
Lucy grinste:"Ich hatte wieder eine Stunde bei Oliver.....er ist wirklich sehr nett, weißt du! Ich glaub ich mag ihn richtig gern!"
"Und mag er dich auch?", frahte Hermine.
2Ich weiß nicht, aber er ist immer total lieb zu mir. Und er sieht wirklich sehr gut aus, findest du nicht? Ich würde so gern mal mit ihm nach Hogsmeade weißt du?"
Hermine kicherte:"Na du scheinst dich ja richtig verknallt zu haben. Oliver ist schon nett......aber.....na egal!"
"Was wolltest du sagen Hermine?"
Hermine wirkte verlegen:"Ach gar nichts....ich finde halt nicht, dass er toll aussieht.......sonst nichts!"
Lucy wurde neugierig:"Und wen findest du gut??"
Hermine schüttelte nur den Kopf.
"Ach komm schon, ich werds nicht verraten, aber sags mir, bitte!"
Hermine überlegte einen Moment:"Ach eigentlich gibts da keinen....nicht so wirklich. Ich mag Ron ganz gerne, aber das wars auch schon!"
Jetzt wurde Lucy wirklich hellhörig:"Ron? Du stehst also auf Ron?"
"Das hab ich nicht gesagt!"
"Aber gedacht....und ich hab schon mitgekriegt, wie ihr euch immer anschaut!"
"Ach, da hast du wohl was falsch verstanden. Ich muss hier jetzt weiterschreiben, ok?"
Damit war das Thema für heute erledigt. Aber Lucy schwor sich herauszufinden, was da zwischen Hermine und Ron ablief.


Albus schritt in seinem Büro auf und ab. Er hatte seit einiger Zeit ein furchtbares Gefühl, als ob irgendetwas passieren würde. Und das schlimmste daran war, dass ja auch schon etwas passiert war. Remus ging es zwar wieder halbwegs gut, aber dennoch war ein Todesser ins Schloss eingedrungen. Es hätte schlimmeres passieren können. Es hätte jemand getötet werden können. Und irgendwie glaubte Albus, dass ihnen der Tod noch bevorstand.
Doch dann hellte sich seine Miene auf: Sie hatten die Auserwählte. Und sie würde noch stärker werden, als sie es jetzt schon war. Jedenfalls hoffte Albus das.


Am folgenden Samstag stand wieder ein Besuch in Hogsmeade an. Remus wollte ebenfalls dorthin, weil er zu gern wieder ein wenig mit Lucy sprechen würde, denn seit dem Tag im Krankenflügel hatten sie nicht mehr die Gelegenheit gehabt ein wenig Zeit miteinander zu verbringen. Doch leider war kurzfristig eine Sitzung des Ordens einberufen worden.
Remus wusste, dass es auch um den Einbruch des Todessers gehen würde, er musste hin.
Also schritt er durch das beinahe leere Schloss hinauf zu Dumbledores Büro.
Einige Leute waren schon da und Molly winkte ihm gut gelaunt entgegen. Und da war noch jemand, der ein wenig nervös und verängstigt wirkte: Lucy!
Remus ging schnell zu ihr hinüber und sah sie an:"Schatz, was machst du denn hier?"
Lucy sah ihn ein wenig enttäuscht an:"Dumbledore hat mich hergerufen......gerade heute, wo wir nach Hogsmeade können."
Remus grinste sie an. Er verstand sie nur zu gut. Wenn Dumbledore ihn, als er noch an der Schule war, aus Hogsmeade ferngehalten hätte, dann wäre er auch nicht besser gelaunt gewesen.
"Weißt du was? Wenn das hier schnell geht, dann gehen wir später noch hin, ok?"
Lucy nicte zwar, aber sie sah nicht unbedingt so aus, als ob sie mit Remus nach Hogsmeade gehen wollte.
Nach einigen Minuten und ein paar Ankommenden später erschien endlich Dumbledore.
"Ich begrüße euch alle zu unserer heutigen Sitzung und ich muss, sagen, dass ich froh bin ,dass so viele gekommen sind. Da es Remus wieder gut geht, habe ich beschlossen die Sitzung anzusetzen.
Wie ihr alle wisst, ist ein Todesser in Hogwarts eingedrungen, mit dem Auftrag die Auserwählte zu töten. Remus hier hat es geschafft ihn unter Einsatz seines eigenen Lebens aufzuhalten.
Trotzdem zeigt uns das, dass der Tag näher kommt, an dem schlimmes passiert. Wenn Voldemort seine Finger nach Hogwarts ausstreckt, dann bedeutet das wohl, dass er stärker wird.
Bei unserer letzten Sitzung haben wir uns über die Auserwählte unterhalten. Und hier ist sie nun. Die Gute Nachricht ist, dass sie bereits trainiert wird, die Schlechte Nachricht ist die, dass alles auf einen Kampf hinweist, in dem Menschen sterben werden.
Das wichtigste ist, dass wir Voldemorts Standpunkt ausfindig machen."
Alastor Moody knurrte dazwischen:"Ich verfolge mit Hilfe von einigen Helfern, die Spur zweier Todesser. Diese führen anscheinend kleine Handlangerdienste für ihren Herrn aus und ich bin mir sicher, dass sie früher oder später eine Spur zu ihm hinterlassen werden."
Auch Arthur Weasley mischte sich ein:"Und ich bin im Ministerium natürlich weiterhin wachsam. Fudge ist vorsichtig geworden, aber dennoch immer noch so naiv, dass er denkt, seine Mitarbeiter stehen alle auf seiner Seite!"

So und so ähnlich verlief auch der Rest des Treffens. Dumbledore sprach, dann warfen ein paar Leute Kommentare ein. Aber Remus bemerkte, dass es ihm wieder so ging, wie vor vielen Jahren, bei den ersten Treffen: Er wurde unkonzentriert und wünscht sich sehnlichst einen seiner besten Freunde neben sich sitzen zu haben, um mit ihm flüstern zu können. Das Treffen dauerte nicht allzu lange und Remus war froh darüber. Er fühlte sich ein wenig dösig.
Nachdem der erste Rummel, den die Gehenden veranstaltet hatten, vorbei war, sah Remus, dass Lucy sich mit Molly Weasley unterhielt. Remus blieb noch ein wenig sitzen. Er hatte den Angriff des Todesser immer noch nicht ganz verkraftet.
Er schloss kurz die Augen und als er sie wieder öffnete sah er Lucy vor sich stehen.
"Dad, ich denke, es ist noch nicht zu spät um nach Hogsmeade zu gehen. Kommst du mit?"
Remus spürte ein Glücksgefühl in sich aufsteigen. Er hörte es einfach gern, wenn sie ihn so nannte. Er nickte und stand auf.
"Ja, komm lass uns gehen!"
Gemeinsam verließen sie das Schloss und wanderten nach Hogsmeade.
"Verstehst du dich immer noch so gut mit Hermine, Ron und Harry?"
"Ja!"
"Schön.......wie geht es dir mit den Trainingsstunden?"
"Ganz gut!"
"Ich hab gehört Oliver Wood unterrichtet dich im Fliegen. Ich hab ihn mal bei einem Spiel gesehen, er fiegt sehr gut!"
"Ja!"
"Verstehst du dich mit ihm?"
"Ja sehr gut!"
"Und wie ist es sonst mit Jungs?"
"Dad......frag mich doch nicht sowas!"
"Warum denn nicht?"
Darauf fiel lucy offensichtlich keine Antwort ein. Schließlich rückte sie doch heraus:"Ich glaub, ich mag Oliver ganz gerne......vielleicht ist er ja zufällig in Hogsmeade!"
Remus spürte ein komisches Gefühl im Bauch: Sie war doch erst 16! Und dann interessierte sie sich schon für einen Jungen? Und noch dazu für einen älteren Jungen. Remus sagte nichts mehr zu diesem Kapitel. Vielleicht würde sie ja darauf vergessen, wenn man sie nicht darauf ansprach.
Aber Lucys Blick sagte etwas anderes.

Kapitel 20

In Hogsmead angekommen trennten sich Lucy und Remus. Lucy ging in die drei Besen, während Remus beschlossen hatte - aus einem Anflug von Sentimentalität wahrscheinlich - die Heulende Hütte zu besuchen.
Lucy war froh, dass Remus sie nicht mehr auf Oliver angesprochen hatte. Irgendwie war es ihr peinlich mit ihrem Vater darüber zu sprechen.
In den Drei Besen war die Hölle los. Überall saßen Hogwartsschüler und Lucy suchte erstaml zehn Minuten, bis sie einen Platz gefunden hatte. Zuerst sah sie nur Ron und Harry, dann Hermine und plötzlich....ihr Herz begann zu rasen, ihre Finger wurden feucht und sie fürchtete um ihre Stimme.
Am selben Tisch, wie die drei Freunde saß tatsächlich Oliver!!!
Lucy schlcukte ein paar Mal, dann schlenderte sie so lässig wie möglich auf den Tisch zu.
"Hallo zusammen!"
Oliver sah sofort auf, was Lucy rot anlaufen ließ. Zum Glück war es herinnen etwas düster, so hatte Lucy noch die Hoffnung, dass es nicht allzu sehr auffallen würde.
"Hallo Lucy, schön, dass du doch noch zu uns gestoßen bist. Wir unterhalten uns gerade übers Fliegen, da kannst du ja nun wirklich mitreden, stimmts?" Oliver zwinkerte ihr zu und Lucy setzte sich so schnell wie möglich, denn irgendewie hatte sie das Gefühl, dass ihre Beine nachgeben würden, wenn sie noch länger stand.
So quatschten sie also über Quidditsch, über Flugkunststücke, über die Schule und natürlich auch über die Lehrer.
Dann irgendwann stand Harry auf:"Ron und ich wollten noch zu Zonkos, kommt ihr mit?"
Hermine schloss sich an, aber Oliver zögerte:"Ähm....ich hatte vor, mich noch ein wenig mit Lucy zu unterhalten, vielleicht komme ich dann nach." Er sah Lucy bittend an und sie verstand.
"Ja, dann geht doch alleine, ich schau nachher sicher noch vorbei!"
Harry, Ron und Hermine gingen.
Lucy sah auf ihre Armbanduhr. Es war bereits halb fünf. Sie hatte gar nicht gemerkt wie schnell die Zeit vergangen war, aber als sie sich umsah, bemerkte sie, dass schon eine Menge Schüler das Lokal verlassen hatten. Ebenfalls ein Zeichen dafür, dass es wirklich schon spät war.
"Wie gehts dir denn Lucy?" fragte Oliver plötzlich.
Lucy erschrak, aber sie fasste sich erstaunlich schnell wieder und sagte:"Ganz gut. Was wolltest du denn mit mir besprechen?"
Sie saßen beide auf einer Bank und deshalb war es für Oliver ein Leichtes ein wenig näher zu Lucy zu rücken.
"Naja, wir haben jetzt ja schon eine Menge Zeit miteinander verbracht, richtig?"
Lucy nickte.
"Und da haben wir auch schon ganz schön viel miteinander geplaudert, richtig?"
Lucy nickte wieder.
"Und ich glaube, wir haben uns auch shcon recht gut kennen gelernt, richtig?"
"Ja, aber worauf willst du hinaus?"
Oliver sah Lucy in die Augen.
"Ich weiß, ich bin schon ein bisschen älter als du, aber irgendwie wirkst du so erwachsen. Und du bist wirklich hübsch, weißt du?"
Lucy wusste es nicht, besser gesagt, sie hätte nie erwartet, dass Oliver soetwas zu ihr sagen würde.
"Auf alle Fälle, finde ich, dass wir uns wirklich gut verstehen......ich finde dich wirklich sehr nett, weßt du."
Lucy schluckte heftig. Was sollte das denn werden?
"Ich mag dich auch ganz gerne, Oliver, aber was willst du mir sagen?"
Oliver wirkte verlegen:"Mensch, ich bin einfach nicht gut in sowas.......ich verhau´ immer alles."
Er seufzte tief, holte Luft und ratterte dann:"Ich mag dich echt gerne, und obwohl ich etwas älter bin als du ,möchte ich ganz gerne mit dir zusammen sein......puh jetzt ist es raus," hinunter
Ganz schnell drückte Oliver ihr einen Kuss auf die Wange.
Lucy erstarrte. Sie glaubte ihren Ohren nicht zu trauen. Oliver Wood wollte mit ihr zusammen sein??
Ein paar Minuten lang herrschte Schweigen zwischen ihnen.
"Also was sagst du?" wurde das Schweigen schließlich von Oliver unterbrochen.
Lucy räusperte sich:"Naja, ich glaube, ich mag dich auch sehr gerne........ja schon.....also.....ja....!"
"Ja? Heißt das du würdest auch gerne mit mir zusammen sein?"
Lucy nickte langsam:"Ja,ich denk.....ich denke schon!"
Oliver grinste über das ganze Gesicht:"Großartig, ich meine.....wow, dass hätte ich nicht gedacht....ich dachte, fragen kostet ja nichts, aber ich hab nicht geglaubt, dass du mich auch magst. Und jetzt? Ich möchte hier nicht rumsitzen....wollen wir vielleicht spazieren gehen? Ich glaube die Sonne geht dann mal unter!"
Lucy nickte nur glücklich.

Die Sonne war tatsächlich im Begriff unter zu gehen und der Spaziergang war richtig romantisch.
Oliver legte seinen Arm um Lucys Schulter und küsste sie immer wieder auf die Wange.
Irgendwann blieb Oliver unvermittelt stehen.
Er drehte sich zu Lucy und sah ihr tief in die Augen. Dann flüsterte er:"Weißt du, ich hab mich wirklich in dich verliebt.....eigentlich gleich als ich dich zum ersten Mal gesehen habe. Und wenn ich dich jetzt nicht endlich küssen kann, dann werde ich bestimmt verrückt!"
Und bevor Lucy noch irgendwas sagen konnte, spürte sie schon Olivers Mund auf ihrem. Ganz automatisch schloss sie die Augen und fühlte nur noch Olivers Wärme!!


Kapitel 21

In den nächsten tagen schwebte Lucy durch Hogwarts. Dieser eine Kuss trug sie von Stunde zu Stunde und ließ sie den ganzen Tag lang träumen.
Jedes Mal wenn Hermine sie ansprach musste sie sich noch mindestens zweimal wiederholen, damit Lucy ihr überhaupt zuhörte.
Irgendwann gab Hermine schließlich entnervt auf und meinte: "Wenn du wieder normal bist, dann sag Bescheid, ok?"
Lucy nickte nur und sah Hermine an, ohne wirklich zu verstehen was diese überhaupt gesagt hatte.
Die Tage vergingen und Lucy fieberte dem nächsten Mittwoch entgegen - der Tag an dem sie Oliver wiedersehen würde.
Oliver hatte natürlich viel zu tun und konnte sie nicht besuchen, aber Mittwochs Abend war er nur für sie da.
Der Dienstag verging extrem langsam und Lucy bekam das Gefühl, dass je mehr man sich etwas herbeisehnte und wartete, desto langsamer verging die Zeit.
Lucy versuchte also sich abzulenken und schrieb fleißig im Unterricht mit, sprach mit so oft sie konnte und mit jedem, der ihr über den Weg lief, nur um festzustellen, dass es nichts nutzte.
Aber natürlich dauerte dieser Dienstag genauso wenig unendlich wie alle anderen und war irgendwann vorbei.
Lucy ließ sich am Abend erschöpft ins Bett fallen und schlief schnell ein.
Sie träumte. Oliver und sie trafen sich am Quidditschfeld, er lächelte und bat sie um ihren Besen. Sie reichte den Besen zu ihm hinüber und er warf ihn nach hinten. Dann kam er näher und küsste sie. Und dann begann er sie zu streicheln.....
Lucy wachte am nächsten Morgen mit einem Lächeln auf. Heute war es soweit. Heute würde sie Oliver wieder sehen!
Gut gelaunt machte sich Lucy zum Frühstück auf. Hermine, Harry und Ron saßen schon am Gryffindortisch und aßen.
"Guten Morgen!!!" rief sie ihnen entgegen.
Hermine sah sie skeptisch an:"So fröhlich? Und das beste: Du sprichst ja!!"
Lucy setzte sich nickend. Sie tat sich Toast auf und begann zu essen.
"Siehst du heute Oliver wieder?" fragte Hermine.
"Ja...endlich!"
Lucy hatte Hermine natürlich alles erzählt und Hermine wusste genau, warum Lucy dieses Mal noch viel freudiger auf das Wiedersehen wartete als die Male zuvor.
Der Tag schlich dahin. Aber Lucy überstand ihn. Sie war sogar so glücklich, dass ihr eine ganze Stunde Zaubertränke nicht das geringste ausmachte.
Als die Stunde zu Ende war, maschierte Lucy gemeinsam mit ihren Klassenkameraden aus dem Kerker und machte sich auf zum Mittagessen. Aber Lucy kam nicht weit.
Oben am Ende der Treppe stand Remus und sah ihr erwartungsvoll entgegen. Lucy sah sich um und wunderte sich, denn Remus hatte noch nie so offensichtlich auf sie gewartet.
Sie schaute ihn fragend an.
Er nickte ihr zu und bedeutete ihr ihm zu folgen.
Lucy zuckte mit den Schultern, flüsterte Hermine ein:"Ich komme nach!" zu und folgte Remus in sein Klassenzimmer.
Remus wirkte nervös. Aber nicht nervös wie jemand, der zum Beispiel schlechte Nachrichten überbrachte sondern eindeutig nervös wie ein Vater.
"Setz dich doch!" forderte er Lucy auf. Lucy folgte der Aufforderung.
"Weißt du, das hier ist wahrscheinlich nicht der beste Ort und die beste Zeit für ein solches Gespräch aber ich glaube, dass wir uns trotzdem unterhalten sollten....also.....hm....wie geht es dir?" Remus stotterte herum. Er schob irgendetwas vo sich her.
"Danke ganz gut!"
"Und mit Jungs?" Remus wurde nervöser.
"Ich weiß nicht......" lucy begann zu ahnen um welche Art Gespräch es sich hier handeln sollte.
"Gibt es denn keinen, den du magst?"
Lucy spürte wie ihr Gesicht rot wurde:"Doch schon.........ja, eigentlich ja."
Remus nickte und zog ein Gesicht, als würde er denken :'Ich wusste es......und jetzt?'
"Und darf ich wissen wer es ist? Ist es Oliver.....du hast mir von ihm erzählt weißt du noch?"
Lucy nickte: "Ja er und ja ich weiß es noch.......Dad, kann ich jetzt gehen?"
Irgendwie war es komisch mit ihrem Vater hier zu sitzen und über Jungs zu sprechen.
"Bleib bitte noch......hat deine Mutter jemals mit dir über Jungen gesprochen?"
Lucy seufzte:"Ja hat sie, mach dir keine Sorgen, wir haben über alles gesprochen."
Remus wirkte etwas erleichtert:"Auch über......"
Lucy nickte:"Kann ich jetzt gehen, ich bin hungrig!"
Remus stand auf:"Ja in Ordnung, geh nur, viel Spaß noch!"
Lucy verließ das Klassenzimmer.


Kapitel 22

Remus sah seiner Tochter nach. Das war albern. Er wusste es selber. Er - ein erwachsener Mann, konnte mit seiner Tochter nicht über Sex sprechen! (Anm. des Autoren: Nicht erschrecken - was soll ich machen, er ist nun mal ihr Vater ).
Remus setzte sich wieder hin und schüttelte über sich selber den Kopf.
Irgendwie erschreckte es ihn auch, dass seine Tochter, die doch erst 16 Jahre alt war schon verliebt zu sein schien.
Remus stand wieder auf und schritt in seinem Zimmer auf und ab.

Lucy ging so rasch wie möglich die Gänge entlang zur Großen Halle. Sie war übervölkert. Beinahe alle Schüler saßen an ihren Tischen und speisten.
Lucy setzte sich zu Hermine und erzählte ihr flüsternd von Remus und dem Gespräch.
Hermine wirkte nahezu entsetzte:"Wie peinlich........ich würde auch nicht mit meinen Eltern über sowas sprechen wollen...."
Lucy nickte nur und aß nun endlich auch.
Zwischen den Bissen flüsterte sie weiterhin mit Hermine. Bis Harry fragte:"Sagt mal, worüber flüstert ihr eigentlich die ganze Zeit? Habt ihr Geheimnisse vor uns?" Er sah Ron hilfesuchend an. Ron - der einen vollen Mund hatte - sah ihn an:"Klar......alscho, waschhnlosch?" nuschelte er herum.
Lucy spürte wie sie schon wieder rot anlief:"Ähm nichts......wir quatschen über Frauensachen.....ist sicher nicht interessant für euch!"
Ron mampfte immer noch:"Ey ´Arry ....isch ja egal....laschi nur quaschen...wennsch wichig isch dann kommen schie schon schu unsch....."
Harry runzelte die Stirn und wirkte als hätte er keine Ahnung, was Ron da eben von sich gegeben hatte. Er nickte aber und aß dann weiter.
Nach dem Essen hatte Lucy zwei Stunden Verwandlung und danach noch etwas Zeit für Hausaufgaben bevor sie sich fertig machen musste um zum Quidditschfeld hinunter zu gehen.

Allerdings hatte sie heute keinen Kopf für Hausaufgaben. Sie dachte nur noch an Oliver und ihr Wiedersehen.
Viel zu früh machte sie sich fertig und lief beinahe aus dem Schloss.
Oliver war noch nicht da. Lucy setzte sich auf den Rasen und war froh, dass sie sich ein Buch mitgenommen hatte. Sie blätterte ein wenig darin herum, ohne wirklich zu begreifen, worum es ging.
Und dann endlich kam er. Er wirkte selbstsicher wie immer.
Er grinste ihr entgegen, hob die Hand und winkte ihr zu. Lucy stand auf und ging auf ihn zu. Sie blieben voreinander stehen und sahen sich an.
"Hi Lucy, wie gehts?" fragte er.
Lucy sah ihm in die Augen. Wollte er sie nicht küssen?
"Ganz gut und dir?"
Er nickte. Seine Augen lächelten und Lucy spürte an ihrem ganzen Körper Gänsehaut kribbeln.
"Ich hab dich vermisst....ich wollte vorbei kommen, aber es ging sich einfach nicht aus! Tut mir leid!"
Er hob eine Hand und legte sie auf Lucys Wange.
Und dann endlich, endlich küsste er sie wieder.
Lucy fühlte ein flattern in ihrem Magen und ihren Knien und fragte sich, wie sie heute bloß fliegen sollte?
Aber Oliver nahm ihr diese Sorge ab:"Ich hab mir was überlegt. Du fliegst ohnehin so gut und da dachte ich mir, dass wir uns heute einen schönen Abend machen könnten. Es ist ja schon warm und wir könnten ein wenig spazieren gehen, wenn du willst. Außerdem kann ich jetzt nicht fliegen....meine Knie fühlen sich komisch an."
Er grinste sie spitzbübisch an und umarmte sie.
Sie spürte seinen Atem und ihr wurde schwindelig.
"Und außerdem kann ich dir nicht zusehen ohne dich alle zwei Minuten küssen zu müssen!" flüsterte Oliver in ihr Ohr.
Lucy wusste genau was er meinte: Ihre Knie fühlten sich ebenfalls seltsam weich an und sie wollte nicht auf den Besen. Sie wollte am liebsten hier mit ihm stehen bleiben und ihn küssen.
Aber sie fügte sich seinem Vorschlag - alles war besser, als fliegen zu müssen und ihn immer nur aus der Ferne zu sehen.
Hand in Hand spazierten sie vom Quidditschfeld weg - ihre Besen lagen vergessen dort herum - und schlenderten zum See. Sie umrundeten ihn und blieben immer wieder stehen um sich zu küssen.
Es war tatsächlich so warm, dass sich die beiden eine Weile hinsetzen konnten.
Lucy fiel wieder einmal auf, was für ein seltsames Gefüge die Zeit doch war. Waren die Tage zuvor im Schneckentempo vergangen so rannte die Zeit jetzt nur so dahin.
Und viel früher als ihr lieb war gingen sie zurück zum Quidditschfeld und verabschiedeten sich.
Lucy wollte ihn nicht gehen lassen, aber was sollte sie machen?
Oliver brachte sie noch zurück zum Schloss und gab ihr einen letzten Kuss. Schließlich sah Lucy ihn in die Ferne davonschweben. Wie elegant er doch auf seinem Besen aussah.....Lucy seufzte und drehte sich um.
Und lief beinahe Prof. Dumbledore über den Haufe.
Er lächelte sie an:"Oliver hat mir einen Brife geschrieben, er meinte, du bist ein Naturtalent, was das Fliegen angeht. Eigentlich hättest du keine weiteren Flugstunden mehr nötig. Aber ich glaube es schadet nicht, wenn Oliver noch ein paar Mal herkommt." Dumbledore zwinkerte ihr zu und Lucy spürte wie ihr Gesicht heiß wurde. Sie war sich sicher, dass Dumbledore sie gesehen hatte.
Aber Dumbledore sagte nichts mehr sonder drehte sich um und ging davon.
Als Lucy im Bett lag spürte sie ihr Herz aufgeregt hüpfen. Sie musste die ganze Zeit an diesen wundershcönen Abend denken, den sie soeben erlebt hatte.
Wie sollte sie je wieder an etwas anderes denken, als an Oliver?


Kapitel 23

Am nächsten Morgen erwachte Lucy mit einem Glücksgefühl, wie sie es noch nie gehabt hatte. Das Wetter unterstrich dieses Gefühl noch, es war sonnig und freundlich und warm.
Lucy stand auf und machte sich fertig, um zum Frühstück zu gehen.
Plötzlich hörte sie Schreie. Und zwar von zwei Männerstimmen. lucy lief zum Fenster im Gemeinschaftsraum und sah nach draußen. Von diesem Fenster aus hatte man einen guten Blick über die Ländereien von Hogwarts. Im ersten Moment sah sie nichts, dann schaute sie gerade nach unten. Dort war Snape, mit erhobenem Zauberstab.
Ihm Gegenüber stand jemand, den Lucy nicht kannte. Aber auch er hatte seinen Zauberstab gehoben.
"Stell dich nicht in den Weg eines Dieners vom dunklen Lord, du Narr! Oder willst du sterben??"
Es war also ein Todesser. Lucy erschauderte. Das war bereits der zweite Todesser, der sich nach Hogwarts wagte.
Jetzt rief Snape:"An mir kommt keine so schnell vorbei! Du wirst nicht bekommen, was der dunkle Lord von dir verlangt. Was auch immer das ist!"
"RIDDIKULUS!!!" schrie der Todesser, aber Snape parierte den Fluch gekonnt.
Da unten begann ein Zaubererduell, das durchaus mit dem Tod enden konnte, das war Lucy absolut bewusst.
Snape war ein Ekelpaket. Lucy gegenüber war er nie ungerecht gewesen, aber allen anderen Gryffindors gegenüber sehr wohl. Lucy mochte ihn nicht, aber sie konnte ihn da unten ja auch nicht sterben lassen....
Seit Lucy wusste, dass sie soetwas wie die mächtigste Hexe der Welt war, hatte sie immer solche Gedanken. Irgendwie hatte sie ständig das Bedürfniss ihre Macht einzusetzen und anderen damit zu helfen.
Ohne weiter zu zögern schnappte Lucy sich ihren Zauberstab und rannte nach unten. Keuchend erreichte sie die beiden Zauberer.
Ein waghalsiger Mut machte sich in ihr breit und sie rief:"Hey, wer bist du und was willst du von ihm??"
Der Todesser drehte sich um und grinste, als er das Mädchen gewahrte.
Snape lag bereits auf dem Boden, anscheinend hatte er einen schlimmen Fluch abbekommen. Sein Zauberstab lag einige Meter von ihm entfernt.
Der Todesser lächelte siegessicher:"Da du ohnehin gleich sterben würdest, genau wie dein Lehrer, kann ich es dir ja erzählen. Ich suche die Auserwählte, aber da du nicht aussiehst als könntest du es sein, werde ich dich jetzt gleich töten, gut?"
Lucy spürte Zorn in sich hochsteigen. Glaubte dieser Todesser wirklich, dass er hierher kommen könnte und einfach herummorden konnte, wie es ihm gefiel?
"Wieso sollte ich nicht die Auserwählte sein?" Lucy wusste, dass sie recht klein und schlank war und alles andere als mächtig aussah. Aber was hatte das schon zu bedeuten?
Sie hob ihren Zauberstab und deutete auf den Todesser.
Dieser wusste auf die letzte Frage offensichtlich keine Antwort.
"Cruciatus!!!" rief der Todesser plötzlich, aber Lucy parierte eben so gekonnt wie Snape zuvor.
Sie blitze ihn an und sah mit einem gewissen Triumphgefühl, dass der Todesser erschrocken aufkeuchte.
Lucy wollte keinen der verbotenen Flüche einsetzen.
"Diszendere!" rief Lucy und der Fluch tat seine Wirkung. Der Todesser krachte nahezu gegen die Schlossmauer und glitt zu Boden, wo er bewusstlos liegen blieb.
Lucy sah sich um, ob noch mehr von dieser Sorte lauerten. Sie wollte ihre Macht nocheinmal einsetzen. Das Gefühl, dass sie dabei hatte, war berauschend. Sie konnte über Leben und Tod entscheiden.......
Lucy riss sich zusammen und lief auf Snape zu.
Dieser hatte sich erhoben und starrte auf den verletzten Todesser.
Dann holte er seinen Zauberstab und ließ Seile daraus hervorschießen, die den Todesser fesselten.
Einen kurzen Moment standen Lucy und Snape einander still gegenüber und sahen sich an. Snape schien mit sich zu ringen.
"Danke," murmelte er schließlich und ging dann, den Todesser vor sich herschubsend, so schnell er konnte zurück ins Schloss.
Lucy setzte sich auf den Boden und atmete ein paar Mal tief durch.
Dieses Machtgefühl, dass sie immer wieder ergriff, macht ihr Angst. Sie wollte sich dagegen wehren, aber beinahe jedes Mal wenn sie zauberte kam es wieder hoch.

Am Nachmittag desselben Tages wurde Lucy nach dem mittagessen von Professor McGonagall aufgehalten.
"Der Direktor möchte mit Ihnen sprechen!" Das war alles was sie sagte.
Lucy folgte ihr zum Büro Dumbledores, der heute nicht beim Essen gewesen war.
Als Lucy in das Böro trat sah Dumbledore von einigem Papierkram auf.
"Ah, Lucy, gut dass du da bist, setz dich!"
Lucy folgte der Aufforderung und sah Dumbledore erwartungsvoll an.
"Zuerst einmal möchte ich dir für deinen mutigen Einsatz heute früh danken. Professor Snape hat mir alles erzählt und wenn du nicht gekommen wärst, dann hätte die Sache böse enden können.
Wie du sicher bemerkt hast, ist Hogwarts nicht mehr so sicher wie es vorher war. Der zweite Todesser hat seinen Weg hierher gefunden. Das beunruhigt mich zutiefst.
Aber es gibt auch eine mehr oder weniger gute Nachricht. Das Ministerium hat durch Spitzel herausgefunden, wo Voldemort wahrscheinlich zu finden ist.
Lucy ich will dich nicht belügen, der Kampf steht kurz bevor. Ich habe das Gefühl, dass es sich bald entscheiden wird, ob die Zukunft der Welt dunkel ist oder nicht.
Ich bitte dich nun darum, dich bereit zu halten. Der Orden trifft sich heute Abend und wir werden beratschlagen, ob es schon sinnvoll ist zuzuschlagen, oder ob wir noch warten sollen.
Du sollst wissen, dass ich dich nicht dazu zwingen werde, mit uns in den Kamof zu ziehen, du sollst das selber entscheiden.
Denk darüber nach und teile uns deine Entscheidung heute beim Treffen mit!
Denk daran, dass du alleine alles verändern kannst!
So und nun , beeil dich, ich glaube, dass du Verteidigung gegen die dunklen Künste hast, oder?"
Lucy nickte nur. und stand dann auf.
Irgendwo in sich fühlte Lucy eine Angst aufsteigen. Es wurde ernst. Langsam aber sicher begann der Kampf Gut gegen Böse - wobei Lucy eigentlich der Meinung war, dass er bereits begonnen hatte. Zwei Todesser in Hogwarts waren ein Zeichen.
Mit dem Kopf voller Gedanken schlich Lucy zur Verteidigung gegen die dunklen Künste Stunde.
Remus nickte nur, als sie das Klassenzimmer betrat, offensichtlich war ihm mitgeteilt worden, dass sie erst später erscheinen würde.


Nach der Stunde hielt Remus Lucy zurück. Er musste unbedingt mit ihr sprechen. Er wollte wissen, was Dumbledore geasgt hatte.
Remus wartete bis alle Schüler das Klassenzimmer verlassen hatten und bat Lucy sich zu setzen.
"Lucy, ich weiß, dass Dumbledore mit dir gesprochen hat. Was hat er denn gesagt? Worum ging es dabei?"
Lucyzuckte mit den Schultern:"Er hat mir gedankt, weil ich heute Früh einen Todesser erledigt hab. Und dann hat er gemeint, dass ein Kampf kurz bevorsteht und ob ich mit dem Orden gehen will oder nicht!"
Remus´ Befürchtungen wurden bestätigt. Wenn Dumbledore schon von Kampf sprach, dann war es wirklich ernst.
"Und willst du gehen?"
lucy zuckte erneut mit den Schultern:"Ich habe noch nicht darüber nachgedacht."
Das war schlichtweg gelogen, das wusste Remus sofort.
"Und wann sollst du eine Entscheidung bekanntgeben?"
"Heute Abend, wenn der Orden sich trifft."
Remus sah Lucy flehend an:"Bitte geh nicht, du könntest sterben!! Und es ist dir niemand böse, wenn du nein sagst!!!"
"Ich weiß, Dad, aber wenn ich nicht kämpfe, dann sterben vielleicht andere! Ich weiß doch auch noch nicht ob ich soll.........."
Remus spürte Angst in sich aufsteigen. Jetzt wo er seine Tochter endlich gefunden hatte, da wollte er sie nicht schon wieder verlieren.
Aber er sah, dass sie nicht weiter mit sich reden lassen würde, also meinte er nur:"Gut, dann geh jetzt. Und denk gut über die Sache nach. Entscheide dich nicht leichtfertig!"
"Bestimmt nicht."
Lucy stand auf und ging.
Remus wartete noch einen Moment, dann lief er aus dem Klassenzimmer und in Dumbledores Büro.
"Professor! Man darf Lucy nicht in den Kampf schicken! Sie ist zu jung....sie wird das nicht schaffen! Sie.....ich.......will sie nicht verlieren...."
Dumbledore wirkte milde überrascht.
"Ja Remus ich habe beinahe schon auf dich gewartet. Lucy wird entscheiden, ob sie mit uns kämpft oder nicht. Aber eines kann ich dir versichern. Sie wird es schaffen, wenn sie es möchte. Sie hat heute morgen einen Todesser mit einem einzigen Fluch zur Strecke gebracht, ich mache mir keine Sorgen um sie! Ach wusstest du dass sie einen Freund hat?"
Remus war überrumpelt von dem schnellen Themenewechsel und nickte nur.
"Wollen Sie denn gar nichts tun, um sie aufzuhalten?" Remus sah Dumbledore verzweifelt an.
"Remus, ich kann deine Sorge gut verstehen, aber Lucy ist nun einmal was sie ist! Ihre Macht ist größer, als du es dir vorstellen kannst! Wenn sie gehen will, dann must du sie gehen lassen. Das ist dein Schicksal und auch das ihre! Ich muss das hier noch zu Ende schreiben, also könntest du...?" Dumbledore sah zur Tür und Remus wusste, dass es keinen Sinn machte, weiter auf ihn einzusprechen.
All das was Dumbledore gesagt hatte, hatte Remus schon einmal in einem der Treffen des Ordens gehört, er war danach irgendwie ruhig gewesen. Aber jetzt wo es ernst wurde, stiegen die Sorgen und die Angst wieder in ihm hoch.



Kapitel 25

Dumbledore nickte noch einmal und meinte dann: "Wir sollten uns wohl alle ein wenig hinlegen. Ich habe natürlich für euch alle einen Schlafplatz. Schlaft ein wenig und ich werde euch wecken, wenn es an der Zeit ist! Gute Nacht!"
Lucy stand auf und spürte dass ihre Knie ein wenig weich waren. Ron neben ihr stand ebenfalls auf und Lucy wandte sich zu ihm um. Er war bleich im Gesicht und aus seinen Augen sprach das helle Entsetzen. Lucy fasste seine Hand und drückte sie.
"Ron, irgendwie wird es gut, deiner Mutter wird bestimmt nichts passieren!"
Ron schniefte auf und flüsterte:"Nicht mal Dumbledore weiß etwas.....vielleicht ist sie längst tot."
Plötzlich und ohne Vorwarnung fiel Ron ihr um den Hals und heulte sich beinahe die Seele aus dem Leib. Arthur Weasley war hinzugekommen und versuchte beschwichtigend auf seinen Sohn einzureden, aber Ron wollte sich einfach nicht beruhigen.
Es dauerte beinahe zehn Minuten bis Ron aufhörte zu weinen und Lucy losließ. Er sah sie verheult an und murmelte:"Wehe, wenn du Harry was davon erzählst!"
Lucy lächelte ihn an und sagte:"Versprochen, ich sag nichts!"
Ron wandte sich zu seinem Vater um und die beiden verschwanden aus Dumbledores Büro. Lucy stand eine Weile nur da und sah ihnen nach. Dann gewahrte sie, dass auch Remus aufgestanden war. Sie drehte sich um und sah in sein angsterfülltes Gesicht.
"Lucy......ich weiß nicht, was ich sagen soll.....ich will nicht dass du kämpfst, aber so wie es aussieht wirst du es tun........bitte pass verdammt noch mal auf dich auf, Schatz!!" Lucy merkte, dass er Tränen in den Augen hatte. Sie umarmte ihn und flüsterte:"Es wird mir schon nichts passieren, Dad! Außerdem wirst du doch mitkommen oder?"
Remus seufzte tief und sagte schließlich:"Nein,Dumbledore will, dass Severus und ich hier bleiben. Mit McGonagall und noch ein oder zwei anderen Mitgliedern des Ordens. Er will, dass die Schule wenigstens halbwegs sicher ist und dass die Schüler weiterhin unterrichtet werden."
Lucy bemerkte, dass ihr das auch lieber war. Sie wollte nicht dass Remus etwas zustieß, geschweige denn, dass er vielleicht starb.
"Ihr beiden solltet jetzt auch schlafen, vor allem du Lucy." Dumbledore war an Lucy und Remus herangetreten.
Lucy ließ Remus los und winkte ihm zum Abschied, dann ging sie langsam in den Gryffindorturm zurück.
Ron saß im Gemeinschaftsraum auf einem der bequemen Sessel am Kamin und grüßte Lucy leise, als sie hereinkam. Ansonsten war niemand zu sehen, anscheinend lagen die anderen bereits in ihren Betten.
"Was machst du denn noch hier?" fragte Lucy und ließ sich neben Ron nieder.
"Ich warte.....ich werde mitkommen! Hier geht es immerhin um meine Mutter. Ich muss mit verstehst du? Vielleicht kann ich ja helfen!" Ron wirkte trotzig und entschlossen.
Lucy schaute ihm in die Augen:"Ron, das ist alles wahnsinnig gefährlich!"
"Na und? Du gehst ja auch mit,oder?"
"Schon.....aber das ist etwas anderes.....das weißt du auch. Und warum wartest du hier und gehst nicht schlafen?"
"Weil ich weiß, dass mich niemand wecken kommen wird. Ich hab Dad gefragt, ob ich mit kann, aber er hat es mir verboten. Aber ich werde mitkommen, egal was er oder irgendjemand anderer sagt! Und deshalb sitz ich lieber hier, damit ich sehe, wenn du gehst!"
Lucy schüttelte den Kopf:"Du solltest lieber schlafen gehen!"
Ron sah sie böse an:"Ich bleibe hier!"
"Und wenn ich verspreche dich zu aufzuwecken?"
Ron überlegte einen Moment lang. Dann stand er auf.
"Gut, aber du musst es schwören!"
Lucy nickte, hob beide Hände und sagte:"Ich schwörs!"
Ron sah nun nicht mehr ganz so grimmig aus.
Dann gähnte er und meinte:"Gut, dann geh ich jetzt. Schlaf gut!"
"Du auch!"
Lucy verließ den Gemeinschaftsraum und ließ sich einige Minuten später in ihr Bett fallen.

Als sie geweckt wurde war es draußen stockdunkel und Lucy hatte das gefühl als hätte sie erst wenige Minuten im Bett gelegen. Gähnend erhob sie sich und sah sich um. Professoer McGonagall stand neben ihrem Bett.
"Es ist Zeit,"flüsterte sie, "Professor Dumbledore schickt mich!"
Lucy nickte und stand schließlich auf. Sie ging schnell in den Waschraum und machte sich ein wenig zurecht, zog sich um und folgte McGonagall schließlich in den Gemeinschaftsraum. Dort blieb Lucy ruckartig stehen.
Ron saß auf demselben Sessel, auf dem sie ihn zuvor gefunden hatte und schlief seelenruhig. Anscheinend hatte ihn auch seine Entschlussfreudigkeit nicht vom Schlafen abhalten können.
Professor McGonagall drehte sich zu Lucy um:"Wissen Sie, warum er hier schläft und nicht im Schlafsaal?"
"Ja, er will mit uns gehen. Er hat gesagt, dass er hier bleiben wird, damit er nicht verpasst, wenn ich gehe! Ich hab ihm versprochen ihn zu wecken."
Professor McGonagall sah Lucy skeptisch an:"Lassen Sie ihn schlafen. Es ist eindeutig zu gefährlich für ihn. Und Arthur ist sicher nicht besonders erfreut, wenn er mitkommt."
Lucy kämpfte mit sich. Einerseits wollte sie ihr Versprechen nicht brechen. Andererseits hatte McGonagall recht.
"Aber er macht sich wirklich Sorgen um seine Mutter und ich glaube er würde es mir nie verzeihen, wenn ich ihn nicht wecke!"
Auch in McGonagalls Gesicht arbeitete es heftig.
"Also gut, wecken Sie ihn schon!"
Lucy war überrascht, aber sie ging trotzdem zu Ron hinüber.
"Hey, Schlafmütze, wach auf!" Lucy zwickte Ron in die Schulter und in den Oberarm. Ron wachte sofort auf.
"Wie spät ist es?" murmelte er.
"Zeit aufzustehen!" antwortete Lucy nur.
Ron nickte und stand augenblicklich auf.
Dann erst sah er Professor McGonagall.
Diese schaute Ron sorgenvoll an und meinte:"Sie sollten wirklich hier bleiben. Keiner wird es gerne sehen, wenn sie sich dem Orden anschließen!"
Ron zuckte mit den Schultern:"Das ist mir egal.......meine Mutter, verstehen Sie? Ich kann sie nicht dort lassen....wo auch immer sie ist!"
McGonagall sagte nichts mehr. Sie ging den beiden voran und führte sie - natürlich - in Dumbledores Büro.
Dort stand schon eine größere Gruppe Zauberer herum.
Arthur Weasley sah seinen Sohn sofort. Hastig wuselte er sich durch die Menge und blieb aufgebracht vor Ron stehen:"Hab ich dir nicht verboten herzukommen?"
Ron nickte trotzig:"Doch, aber ich muss mitkommen, egal was ihr alle sagt!"
Arthur setzte einen flehenden Blick auf:"Deine Mom würde es bestimmt nicht wollen, dass du mitkommst! Und ich will es auch nicht. Es ist zu gefährlich und du weißt noch nicht genug um dich zu verteidigen!"
Ron wirkte langsam zornig:"Willst du sagen, dass ich dumm bin oder nichts kann?"
"Nein, das will ich nicht, aber du weißt genau, dass du noch nicht stark genug bist!!"
Ron funkelte seinen Vater an. Aber er machte keine Anstalten zurück in den Gryffindorturm zu gehen. Er war fest entschlossen sich diesem Kampf anzuschließen und Lucy hatte das Gefühl, dass ihn so schnell nichts davon abbringen würde.
Lucy wandte sich ab, sie hatte Remus entdeckt. Langsam ging sie auf ihn zu und blieb dicht vor ihm stehen.
"Hallo Dad, was machst du denn hier? Ich dachte du kommst sowieso nicht mit!"
Remus wirkte leicht empört:"Ich werd mich doch wohl noch von meiner Tochter verabschieden dürfen, wenn ich nicht weiß, ob ich sie wieder sehen, oder?"
Lucy zuckte zusammen. Sie wusste, dass Remus Angst hatte, dass sie nicht zurückkommen könnte, aber sie hatte nicht erwartet, dass er es so offen aussprach.
Lucy hatte keine Gelegenheit mehr etwas darauf zu antworten, denn im Hintergrund hörte sie Dumbledores Stimme:"Da nun alle hier sind, wird es Zeit zu gehen!"
Lucy fühlte sich überrumpelt. Aber sie konnte es ohnehin nicht ändern.
Sie umarmte Remus noch einmal und spürte dabei ein mulmiges Gefühl in sich hochsteigen. Vielleicht war es wirklich das letzte Mal, dass sie ihn sah.

Kapitel 26


Niemand konnte Ron mehr davon abbringen mit ihnen zu gehen. Lucy war irgendwie beunruhigt und froh gleichzeitig darüber. Beunruhigt, weil diese Sache wohl ziemlich gefährlich werden würde. Froh, weil sie in einer Situation einen Freund ganz gut gebrauchen konnte.
Oliver war auch noch eingetroffen, auch er kam mit.
Lucy freute sich sehr ihn wieder zu sehen und noch mehr, dass er sie mit einem Kuss begrüßte.
Sie flogen. Da Lucy und Ron noch nicht disapparieren konnten blieb dem Orden auch nichts anderes übrig.
Lucy hatte ihren Besen zwischen Oliver und Ron platziert. es war dunkel und deshalb sah sie auch nicht, wer ansonsten um sie herum schwirrte. Aber es machte nichts. Sie war einfach nur froh nicht alleine zu sein.
Lucy sah immer wieder nach unten in Richtung Boden. Sie wunderte sich, dass niemand darauf achtete, nicht gesehen zu werden.....es war eine sternenklare Nacht und jederzeit hätten sie von einem Muggel gesehen werden können.
Aber vielleicht waren die Gedanken aller schon bei dem was ihnen bevorstand. Auch Lucy konnte kaum mehr an etwas anderes denken.
Sie hatte Angst.
Angst, dass irgendjemand sterben könnte, Angst, dass irgendjemand auch nur verletzt werden könnte....Angst vor allem, dass es nicht gelingen würde, Voldemort zu vernichten, sondern, dass es im Gegenteil ihm gelingen würde das Gute zu vernichten.
All diese Gedanken schwirrten in Lucys Kopf herum und sie wusste nicht, ob sie hoffen sollte.
Sie waren schon eine ganze Weile geflogen, als es plötzlich hinten weiter einen Aufschrei gab.
Lucy versuchte etwas zu erkennen, in dem sie den Kopf umwandte, aber es war Nebel aufgekommen und sie konnte kaum etwas erkennen. Nur dass da hinten etwas nicht in Ordnung war.
Ihr Blick suchte zuerst den Olivers, dann den Rons. Sie hielten ihr Besen an, wandten sie um und flogen vorsichtig zurück.
Alle Zauberer hatten sich um einen Punkt geschart, den Lucy noch nicht erkennen konnte. Dann plötzlich hörte sie ein Surren und einen Sekundebruchteil später sirrte etwas helles an ihr vorbei.......anscheinend hatte da jemand von unten einen Fluch geschleudert.
Lucy veruschte etwas zu erkennen, aber immer noch sah sie so gut wie nichts.
Oliver war näher an sie herangekommen und hatte eine Hand auf ihren Rücken gelegt.
Plötzlich war Arthur Weasley neben ihr.
"Mad-Eye wurde von einem Fluch erwischt! Ich glaube, das sind die ersten Vorboten Voldemorts! Mad-Eye ist vom Besen gefallen........wir müssen runter!"
Lucy war erschrocken.
Hier nun begann es.
Sie folgte Mr Weasley, der sich langsam absinken ließ. Ein neuer Fluch sauste vom Boden herauf, aber er traf zum Glück niemanden.
Als sie sich dem Boden näherten sah Lucy endlich etwas. Da unten standen einige Zauberer mit erhobenen Zauberstäben. Sie befanden sich über einer Lichtung. Einer ziemlich großen Lichtung, die von Bäumen umrundet war. Lucy zählte fünf Zauberer.
Mr Weasley, der noch immer vor ihr war, schleuderte nun auch einen Fluch und Lucy sah, dass einer der Zauberer unten auf den Boden geworfen wurde.
Die ganze Partie landete nicht unweit von den anderen Zauberern - Todessern wie Lucy vermutete.
Die Todesser hatten anscheinend beschlossen zu warten, bis die gesamte Gemeinschaft gelandet war.
Lucy sah nun auch Mad Eye Moody, der am Boden lag und sich nicht rührte.
Lucy schluckte schwer. Das alles linderte ihre Angst nicht gerade.
Lucy war nun am Boden angekommen und stieg vom Besen. Sie blieb dicht bei Oliver und fühlte, wie seine Hand nach ihrer tastete.
Endlich waren alle gelandet.
Da standen sie nun. Gut gegen Böse um einen Kampf zu beginnen, der alles verändern konnte.
Lucy packte ihren Zauberstab und rog ihn aus ihrer Tasche. Sie sah, dass rund um sie dasselbe getan wurde. Wer seinen Zauberstab nicht schon in der Hand hatte, holte ihn nun hervor.
Lucy sah, dass die Todesser Kapuzen aufhatten und man nicht erkennen konnte, ob es Männer oder Frauen waren.
Es war Lucy egal. Das waren Leute Voldemorts und Lucy war sich bewusst, dass einer von denen ihre Mutter getötet und ihren Vater schwer verletzt hatte.
Jemand begann zu sprechen. Es war eine esikalte Stimme, die Lucy erschaudern ließ.
"Wir haben erwartet, dass ihr kommen würdet! Seid ihr bereit dem Tod ins Auge zu sehen? Seid ihr bereit Lord Voldemort gegenüber zu stehen?" Die Stimme lachte und Lucy fühlte eine Gänsehaut, die ihren Körper auf und ab wanderte.
Arthur Weasley war nun vorgetreten:"Wo ist meine Frau?"
"Deine Frau? Ach diese dicke, klein. Ja sie war schon sehr nützlich. Auf meinen Befehl tötet einer meiner Männer sie, wir brauchen sie jetzt nicht mehr."
Lucy erschrak. Sie wusste es, sie war sich nun sicher: Das war Voldemort! Das war er, es war die Stimme, die sie schon in ihren Träumen gehört hatte!!!
Lucy wusste nicht mehr, was sie tat. Sie sprang nach vor und hob ihren Zauberstab:"Zeige dich Voldemort. Lass uns endlich sehen, was der dunkle Lord kann. Es wird Zeit, dass du deine Grenzen kennen lernst!"
Die Stimme lachte wieder:"Ein Kind? hr bringt ein Kind? Nein was seh ich sogar zwei! Denkt ihr etwa ein Kind könnte mich besiegen? Ich bin stärker als jemals zuvor. Die Zeiten sind vorbei! Und was bringt ihr? Ein Kind! Ich will euch einen kleinen Vorgeschmack von dem geben, was euch heute erwartet."
Plötzlich ploppte es und es tauchte ein weiterer Zauberer aus. Er war nicht alleine. Er hielt eine Frau fest. Lucy nahm an, dass es eine der gefangenen war.
"TONKS!" es war Arthur Weasley, der nach vor geschnellt war, aber wieder stehen blieb.
Die Stimme ertönte wieder:"McNair! Jetzt!"
Der Zauberer, der eben aufgetaucht war, hob seinen Zauberstab:"Avada Kedavra!"
Noch bevor irgendjemand begriff, was geschehen war, stürzte Tonks zu Boden und blieb reglos liegen.



Kapitel 27


Lucy starrte wie betäubt auf den Körper der nun auf dem Boden lag. dann - wie in Zeitlupe - wandte sie ihren Blick Mad-Eye Moody zu, der ebenfalls auf dem Boden lag - reglos. Eine einsame Träne schlüpfte aus Lucys Augenwinkel und rann ihre Wange hinab. Irgendjemand schrie etwas, aber Lucy konnte es nicht hören. Sie kannte die beiden Opfer nicht richtig, aber die Grausamkeit dieses offensichtlichen Verbrechens machte sie traurig und wütend.
Sie wusste es, dass es nicht recht war, einen der unverzeihlichen Flüche einzusetzen - obwohl das Ministerium es gestattet hatte. Trotzdem. Genau jetzt in diesem Augenblick, als Lucy wusste, dass diese Menschen dort einfach nur grausam waren, hatte sie das unwirkliche Gefühle, dass sie einen dieser Flüche einsetzen musste! Sie wusste, dass es ihr gelingen würde. Sie fühlte es. Aber konnte sie es wirklich?
Plötzlich spürte sie eine Hand auf ihrer Schulter. Ron riss Lucy herum und sah sie erschrocken an. Das riss Lucy aus ihrer Gedankenwelt.
Sie starrte ihn ungläubig an.
"Lucy, wir müssen irgendwas tun. Die werden noch mehr Leute töten!!!"
Lucy begriff Rons Worte nicht sofort.
Sie blickte einige Sekunden lang in seine Augen und in sein angstverzerrtes Gesicht.
Ja sie musste etwas tun. Sie konnte es, aber es hielt sie etwas zurück.
Lucy stand nun mit dem Rücken zum Geschehen. Aber dennoch gewahrte sie, dass irgendetwas hinter ihr passierte.
Plötzlich entstand ein Tumult, Ron ließ sie los und schrie auf. Dann sprang er mit erhobenem Zauberstab an Lucy vorbei. Er schrie irgendeinen Fluch.
Lucy drehte sich mit einem Ruck wieder um. Da stand Ron und keuchte.
Einer der Todesser hielt eine dickliche Frau fest. Lucy glaubte, sie zu kennen.
Arthur Weasley trat neben seinen Sohn.
"Lass meine Frau los, oder ich schwöre dir, ich werde dich töten!"
Der Todesser lachte laut auf, sonst tat er nichts.
Die kalte Stimme erklang wieder:"Du willst jemanden töten? Das bringst du nicht fertig....und was würde das schon machen? Ich habe viele treue Untertanen. Und jeder würde für mich sterben!" Dann ertönte dieses kalte, furchtbare Lachen, das Lucy zusammen zucken ließ.
Arthur Weasley hob seinen Zauberstab und stieß einen Fluch in Richtung des todessers aus. Dieser war jedoch schneller, als Mr. Weasley in eingeschätzt hatte, drehte sich herum und zwar so, dass Mrs Weasley getroffen wurde.
Die kalte Stimme lachte erneut:"Das hier nimmt ja ganz neue Formen an. Jetzt tötet ihr euch gegenseitig. Nun ich habe für diese Spielchen keine Zeit. Es gibt jemanden, den ich unbedingt sehen möchte....er ist nicht unter euch, aber meine rache muss sich erfüllen. Wir werden uns wieder sehen, da bin ich sicher!"
Dann mit einem lauten Plopp verschwanden alle Todesser auf einmal.
Ron keuchte und schrie:"Die wollen Harry! Sie suchen ihn! Sie werden nach Hogwarts gehen!"
Dann - ohne Vorwarnung - kippte Ron zur Seite und fiel zu Boden. Ein leises Wimmern drang an Lucys Ohren.
Sie kniete sich neben Ron, der weinte.
"Ron, du musst aufstehen! Komm schon, bitte!" Sie rüttelte an Rons Schulter.
"Lass mich......Mom........"
Arthur Weasley kniete neben seiner Frau.
Plötzlich sprang er auf und rannte zu Lucy und Ron herüber.
"Ron, steh auf, du musst mir helfen! Molly ist nicht tot, sie ist nur betäubt! Komm du musst mir helfen, sie muss in ein Krankenhaus - St. Mungos!"
Ron setzte sich auf und starrte seinen Vater an:"Was redest du?? DU hast sie umgebracht!!!"
Arthur Weasley schüttelte den Kopf:"Es war kein totbringender Fluch! Sie lebt, aber sie muss behandelt werden! Also komm hoch und hilf mir!"
Mit einem Satz war Ron aufgestanden und bei seiner Mutter.
Arthur Weasley nickte:"Gut........wir kümmern uns um die drei! Ihr müsst zurück nach Hogwarts! Irgendjemand muss Lucy zeigen, wie man Disappariert!"
Oliver nickte nur und flüsterte Lucy die Formel zu.
"Disapparare heißt es und dann musst du deine Gedanken auf den Ort richten, an dem du erscheinen möchtest. Das wäre in dem Fall die Straße nach Hogwarts, denn direkt nach Hogwarts können wir nicht apparieren."
Lucy nickte. Sie hatte verstanden.
Sie sah Ron und Mr Weasley noch einmal an.
Ron kam herüber und umarmte sie:"Bitte pass auf dich auf! UNd du musst Harry retten! Versprichst du das?"
Lucy nickte, obwohl das ein sehr großes Versprechen war.
Und dann entfernte sie sich ein Stück und gewahrte, dass die anderen der Reihe nach verschwanden.
Sie richtete ihren Zauberstab auf sich selber und flüsterte "Disapparare!"


(Anm.: Leider steht nirgends in den Büchern, wie Apparieren tatsächlich funktioniert, ich hoffe, dass ihr mit meiner Interpretation zufrieden seid!)


Kapitel 28


Nach wenigen Moment fühlte Lucy wie sie auf dem Boden aufschlug - nur Augenblicke zuvor hatte sie begonnen sich zu drehen und irgendwie hatte sie das unbestimmte Gefühl gehabt zu fliegen.
Sie stürzte und kam unsanft auf. Während sie aufstand sah sie sich um: Unverkennbar, sie war wieder nahe bei Hogwarts.
Rund um sie wurden Geräusche laut. Als Lucy genau hinhörte erkannte sie, dass es die Geräusche waren, die apparierende Zauberer von sich gaben. Sie sah sich um und tatsächlich: Rundherum tauchten die Mitglieder des Phönixordens nach und nach auf.
Lucy brauchte nicht lange zu warten, als Oliver neben ihr erschien. Er drückte ihr einen flüchtigen Kuss auf die Wange und murmelte: "Bin ich froh, dass du es gleich geschafft hast!"
Dann wandte er sich um und rief:"Also? Wie gehts weiter? Sollen wir zum Schloss?"
Einige Sekunden blieb es still - dann ertönte Albus Dumbledores Stimme:"Schön euch alle lebendig wiederzusehen!"
Lucy drehte sich um sich selbst, bis sie ihn sah.
Dumbledore saß auf einem Baumstrunk und sah die Ankommenden erwartungsvoll an.
Niemand sagte etwas, aber Lucy fühlte, dass etwas nicht stimmte - irgendetwas war geschehen - und Lucy wusste einfach, dass es nicht gutes wahr.
Einer der anderen Zauberer - Lucy kannte ihn nicht wirklich - trat vor und setzte an etwas zu sagen, aber Dumbledore hob seine Hand. Der Zauberer klappte seinen Mund wieder zu.
"Die Todesser und mit ihnen Voldemort sind in der Schule eingedrungen - ich konnte die meisten Schüler und Lehrer in Sicherheit bringen, sie sind in meinem Büro - nicht einmel Voldemort wird es gelingen, dort einzudringen! Ich wusste, dass ihr nicht sofort nach Hogwarts kommen würdet - dorthin kann man nicht apparieren, aber ich war mir sicher, ihr würdet hierher kommen!"
Lucy hatte nur den ersten Satz gehört: "Was soll heißen "die meisten"???" Sie starrte Dumbledore an und ein mulmiges Gefühl machte sich in ihr breit.
Dumbledores Blick ruhte einige Sekunden auf Lucy. Er lächelte sie unbestimmt und traurig an.
"Die meisten heißt, dass es nicht alle geschafft haben. Es gelang den Todessern Harry und Remus zu überwältigen - wohin sie die beiden gebracht haben weiß ich nicht, aber ich weiß, dass sie noch am Leben sind..."
Lucy hörte nicht mehr, was Dumbledore weiter sagte - um sie herum begann sich alles zu drehen und sie spürte, wie sie auf dem Boden zu liegen kam. Der Wald verschwand und Lucy fand sich in einem Raum wieder, den sie nicht kannte und in dem sie nie gewesen war.
Sie öffnete die Augen und sah sich um. Irgendwie fühlte sie sich wie in einem Traum, aber gleichzeitig war alles so klar...Lucy versuchte aufzustehen, aber irgendwie fühlte sie sich so schwer.
Lucy drehte ihren Kopf und hörte Stimmen.
Sie erhob sich langsam und ging in die Richtung. Der Raum endete an einer Tür, die in einen Gang führte - die Stimmen kamen irgendwo dorther. Lucy stieß die Tür auf und war verwundert, dass sie sich ohne Probleme öffnen ließ. Sie ging langsam weiter. Eine leise Stimme in ihrem Kopf sagte ihr, dass es nicht ratsam war weiterzugehen, aber die Neugier war größer.
Lucy schlich so leise wie möglich den Gang entlang.
Plötzlich ertönte ein lautes "Crucio" und jemand schrie. Lucy stürzte in die Richtung, aus der der Schrei kam und kam vor einer weiteren Tür zu stehen. Dahinter war es - egal wer da gefoltert wurde - er befand sich dahinter! Lucy riss die Tür auf und sah ihren Vater am Boden liegen, über ihm stand ein Zauberer mit hoch erhobenem Zauberstab.
Eine ungekannte Wut entbrannte in Lucy, aber als sie etwas tun konnte, merkte sie wie der ganze Raum langsam im Dunkel versank. Noch bevor alles ganz verschwunden war, wusste Lucy, dass sie etwas gesehen hatte, das geschehen war oder noch geschehen würde.

Als Lucy wieder zu sich kam war es, als würde sie aus einem viel zu langem Traum erwachen. Sie fühlte sich ausgelaugt und erschöpft, aber trotzdem öffnete sie die Augen. Sie lag im Krankenflügel von Hogwarts und neben ihrem Bett saß jemand - Dumbledores unergründliche Augen blickten Lucy an und lächelten ihr aufmunternd zu.
"Remus und Harry leben, Voldemort weiß nicht, dass einer unserer Männer bei ihm ist und mir regelmäßig Nachrichten zukommen lässt. Sie sind wohl schwer zugerichtet, aber sie leben. Er hält sie gefangen - ich bin mir nicht sicher, warum er Harry am Leben lässt - aber ich weiß warum er Remus noch nicht getötet hat."
Lucy war noch nicht wach genug um ihm genau folgen zu können, aber sie hörte aus seinen Worten, dass er sich Vorwürfe machte.


Kapitel 29

Remus wachte auf und starrte in das Halbdunkel, das ihn umgab. Neben sich fühlte er einen zitternden Körper.
Er versuchte seine Gedanken zu ordnen und irgendetwas auszumachen, aber er fühlte sich seltsam angeschlagen.
Das einzige was er wahrnahm war, dass er auf einem Steinboden liegen musste - der Untergrund war harrt und kalt.
Remus fröstelte. Irgendwie kamen einige Erinnerungen zurück - Lucy, der Abschied, die Angst ob sie wiederkommen würde.
Und noch etwas - plötzlich war es laut geworden. Remus hatte in seinem Büro gesessen und laute Stimmen gehört. Auch Dumbledores Stimme war darunter gewesen. Die Tür wurde aufgerissen, ein aufgebrachter Dumbledore stürmte herein und schleuderte ihm einige Wortfetzen entgegen: "Voldemort - er konnte eindringen. Remus, du musst mir helfen, die Schüler zusammen zu sammeln - sie müssen alle in mein Büro, du kennst das Passwort, gib es an alle, die du siehst weiter!"
Dann war er auch schon wieder - erstaunlich behende für einen so alten Mann - davon gerannt.
Remus schüttelte heftig den Kopf - da war noch mehr gewesen.....er hatte ein paar Schülern weitergeholfen, dann hatte er plötzlich Harry gesehen. Er war zu ihm gelaufen - Harry hatte etwas geschrieen - und dann?
Remus schob beinahe unbewusst seine Hand an seinen Rücken - ein Fluch musste ihn da getroffen haben - er erinnerte sich nur noch an den Schmerz und dann an nichts mehr.
Und jetzt lag er hier - irgendwo und neben ihm...
Remus setzte sich langsam auf, um den Menschen, der da neben ihm lag näher in Betracht zu nehmen.
Mit einem Schreck erkannte Remus, dass es Harry war, der da neben ihm lag. Er schien wach zu sein, aber es nicht zu wagen sich zu rühren.
"Harry?" flüsterte Remus und stieß Harry sanft an.
Harry drehte seinen Kopf und sah Remus groß an.
"Professor Lupin....wo sind wir?"
Remus konnte nur mit dem Kopf schütteln.
Er stand auf und drehte eine Runde durch den Raum.
Er war klein und das spährliche Licht kam von einem viel zu kleinen Fenster, knapp unter der Decke. Die Tür schien massiv zu sein und als Remus daran rüttelte, merkte er, dass sie verschlossen war. Hektisch begann er nach seinem Zauberstab zu suchen, doch der war nicht zu finden.
"Harry hast du deinen Zauberstab?"
Es dauerte ein paar Momente, bevor Harry die Frage verneinte.
"Mist...."
Remus machte sich daran jeden Zentimeter des Zimmers zu untersuchen, aber da war nichts. Rein gar nichts!
Resignierend setzte er sich wieder neben Harry.
Eine Weile schwiegen sie.
Plötzlich und ohne Vorwarnung schoß ein Schmerz durch Remus´ Kopf. Er kannte diese Art von Schmerzen - von Zeit zu Zeit hatte er sie, kurz bevor seine Verwandlung zum Werwolf anstand.
Erschrocken rechnete er nach und kam zu dem Schluss, das es tatsächlich nur noch zwei oder drei Tage bis Vollmond hin sein mussten - natürlich konnte er es nicht genau sagen, denn er wusste ja nicht, wie lange er hier schon gelegen hatte.
Remus blickte Harry an - wenn er mit dem Jungen alleine war und er sich verwandelte....er wollte gar nicht daran denken - er musste es irgendwie erreichen, dass er genau zu dieser Zeit hier raus kam....vielleicht gab es ja einen Wärter oder so etwas.....
Bevor er noch einen klaren Gedanken fassen konnte, sprang er auf und rannte zur Tür. Er hämmerte und pochte - jedoch ohne Erfolg.
Verzweifelt sank er an der Tür hinab zu Boden.
"Professor? Ist alles in Ordnung?"
Remus seufzte, aber antwortete nicht - nichts war in Ordnung - gar nichts....


Kapitel 30


Wenn ihn nicht alles täuschte, dann dämmerte es eben - allerdings war es heute noch nicht soweit, denn das alt bekannte Gefühl hatte sich noch nicht eingestellt - dieses ekelerregende Gefühl unmittelbar vor Verwandlungen.
Remus war froh für diese Schonfrist.
Er wusste, wenn er sich erst verwandelt hätte, dann wäre Harry nicht mehr sicher - es sei denn er schaffte es sich zu kontrollieren.
Remus erinnerte sich an die unzähligen Male die er meditiert hatte um seine zweite Persönlichkeit zu kontrollieren - die unzähligen Male die das nicht geklappt hatte. Remus wusste schon gar nicht mehr, was er alles versucht hatte um die Last loszuwerden....
Eine einsame Träne suchte sich ihren Weg zu seinem Kinn hinunter als er Harry beobachtete, der am Boden schlief - er sah so friedlich aus und ruhig.


Zur selben Zeit fand in Hogwarts ein kleines Treffen des Phönixorden statt. Mr Weasley und Ron waren ins Schloss zurückgekehrt - man hatte Mrs Weasley im StMungos helfen können - für Tonks allerdings war jede Hilfe zu spät gekommen. Lucy konnte ihre Tränen nicht halten als sie es erfuhr - wie furchtbar war das alles.....
Ron und sein Vater sahen beide betrübt aus, aber dennoch funkelte in ihren Augen etwas wild entschlossenes, das Lucy beinahe etwas Angst machte.
Sie versuchte die Angst abzuschütteln um einen klaren Kopf zu behalten.Sie sah sich im Raum um. Außer den beiden Weasleys und ihr waren auch noch Dumbledore, Snape, Mad-Eye (der sich wieder erholt hatte) und Oliver. Die meisten anderen hatten es nicht geschafft herzukommen.
Lucy blickte in die Gesichter und erkannte in den meisten Blicken Verwirrtheit und Angst.
Es machte sie unendlich traurig, dass so viele gute Menschen um ihr Leben und das Leben ihrer Familien fürchten mussten - und gleichzeitig machte sich eine rasende Wut in ihr breit...Remus - alles was von ihrer Familie übrig war - lag irgendwo in einem Kerker oder Gefängnis und sie konnte im Moment nichts tun.
Nach wenigen Augenblicken begann Dumbledore zu sprechen:
"Wenige sind heute hierher gekommen - die meisten sind unterwegs und versuchen so viel wie möglich ausfindig zu machen. Wir wissen nach wie vor nicht, wo Remus und Harry gefangen gehalten werden. Aber ich fühle es, dass sie noch leben - um ehrlich zu sein, ich fühle es nicht nur - ich weiß es!"
Stille und starrende Blicke - alle sahen zu Dumbledore und warteten auf weitere Erklärung.
"Mein Alter und die Macht meiner Magie haben mir erlaubt mit Remus in Verbindung zu bleiben," sprach Dumbledore schließlich weiter. Langsam zog er etwas aus seinem Umhang hervor. Es sah aus wie ein winziger Stein und bei genauerem Betrachten musste es wohl genau das sein.
Lucy war sich voll bewusst, dass sie starrte, aber sie konnte einfach nicht anders.
Dumbledore reichte den Stein herum - er war wirklich unverschämt klein und Lucy dachte bei sich, dass sie dieses Dingchen bestimmt längst verloren hätte..
"Dieser Stein ist eigentlich nichts weiter als ein Kieselstein, aber durch einen Zauber wurde er zu einem hochwirksamen Verbindungsgerät. Remus hat genau so einen bekommen. Durch die Steine kann man Gefühle und Gedanken übermitteln....im Moment sind die Schwingngen die von Remus ausgehen zu schwach - er denkt nicht an den Stein, er trägt ihn irgendwo bei sich, aber er konzentriert sich nicht darauf."
Lucy sprang auf: "Können sie nicht irgendetwas tun??? Es muss doch eine Möglichkeit geben mit Remus in Verbindung zu treten."
Dumbldore schmunzelte: "Es gibt eine Möglichkeit, wenn ich mich mit all meiner Kraft auf den Stein und auf Remus konzentriere, dann müsste er ihn spüren - außer er schläft gerade."
Lucy musste einige Male tief durchatmen: "Und wieso haben Sie das nicht schon längst getan???"
Dumbledore nickte: "Ich habe es versucht - aber bisher hat Remus nicht geantwortet. Aber ich will es nocheinmal versuchen - jetzt!"


Remus beobachtete Harry aufmerksam - in der letzten halben Stunde hatte er immer wieder leise aufgeschrieen.
Remus lauschte in die Stille - doch er hörte nichts.
Nur das Brummen seines eigenen Magens - seit sie hier waren hatten sie niemanden gesehen und auch nichts zu essen bekommen.
Plötzlich zuckte Remus zusammen - er spürte etwas in seiner Brusttasche - es war unangenehm und er konnte es zuerst nicht einordnen - aber plötzlich ging ihm ein Licht auf.




Kapitel 31

Remus tastete nach etwas, das sich in seiner Brusttasche befand. Er holte einen kleinen, unscheinbaren Stein heraus und sah ihn einen Moment lang an. Er sah genauso aus, wie er ausgesehen hatte als Dumbledore ihn das erste Mal hervorgeholt hatte.
Äußerlich hatte sich nichts verändert, aber jetzt ging etwas von dem Stein aus - etwas das weder sichtbar noch hörbar wahr. Remus fühlte es.
Remus erinnerte sich daran, was Dumbledore gesagt hatte: "Konzentriere dich auf den Stein und mache deinen Geist frei von allem anderen, von Gedanken und Gefühlen...."
Remus setzte sich an die Wand und lehnte sich gegen sie. Dann schloss er die Augen und atmete einige Male tief ein und aus.
Konzentration......
Einen kurzen Moment glaubte Remus es würde nicht funktionieren.....
Und dann ganz plötzlich stöhmte eine Unzahl an Gefühlen auf Remus ein. Er roch etwas, das ganz sicher nicht zu diesem Kerkerraum gehörte. Er hörte Stimmen, konnte sie aber nicht zuordnen. Und plötzlich fühlte er Gedanken in sich, die nicht die seinen waren.
"Remus.......!"
Es war Dumbledore.
"Professor! Harry und ich sind hier in einem Kerker...wir wissen nicht wo, es ist bisher niemand hier gewesen, wir haben seit viel zu langer Zeit schon nichts gegessen...und Dumbledore.......ich....."
Remus stockte.
Aber er musste nichts weiter sagen, Dumbledore schien seine Verzweiflung zu spüren.
"Remus - Vollmond oder?"
"Ja.......und Harry und ich sind hier eingeschlossen - wenn ich mich verwandle.....dann braucht Voldemort sich seine Finger nicht mehr schmutzig zu machen......ich werde für ihn erledigen was er viele Jahre lang nicht geschafft hat....und dann werde ich beschuldigt und ..." Remus schluckte schwer. Ja, wenn man ihn und Harry dann finden würde - er würde auf der Stelle nach Askaban kommen.
Remus erinnerte sich plötzlich an etwas - das Mädchen - er hatte es schon einmal getan.......
"Remus!!!" holte ihn Dumbledore aus dem Gefühlschaos wieder heraus.
"Remus, ich fühle,dass du weit weg bist....wenn ich dir folgen kann, dann werden wir dich finden! Kannst du dich längere Zeit auf den Stein und auf mich konzentrieren?"
"Ich werde es versuchen....." aber schon während er es aussprach spürte Remus, wie er von Sekunde zu Sekunde schwächer wurde - dieser Stein und dieser Zauber verlangten ihm alles ab.
"Gut, versuch es! Wir brechen sofort auf! Remus, du musst durchhalten!"
Remus nickte, bevor er begriff, dass Dumbledore ihn wohl schlecht sehen konnte.
"Dumbledore ich gebe mein bestes - aber beeilt euch!!!"


Lucy starrte Dumbledore erwartungsvoll an. Hoffentlich würde es funktionieren.
Er saß jetzt schon eine Weile mit fest geschlossenen Augen da und nichts ließ darauf schließen, ob er Remus erreicht hatte oder nicht.
Von einem Moment auf den anderen öffnete Dumbledore die Augen, die einen glasigen Glanz angenommen hatten.
Er sah in die Runde: "Wir müssen sofort aufbrechen - ich weiß nicht wie lange Remus sich konzentrieren kann. Wir nehmen eine der Kutschen. Ich glaube nicht, dass jemand in Remus´ Nähe ist. Es sieht so aus als hätte Voldemort genau gewusst was er tat, als er Remus und Harry entführte...wenn wir die beiden nicht rechtzeitig finden, dann wird Remus die Arbeit für Voldemort erledigen."
Lucy ließ die Worte einen Moment lang auf sich wirken. Erst dann begriff sie. Vollmond - Remus würde sich verwandeln.....
Sie sprang auf und lief zur Tür und gewahrte, dass hinter ihr die anderen genau dasselbe taten.
Dumbledores Stimme sprach zu ihrem Rücken: "Lucy, Severus und Oliver werden mit mir kommen - Arthur und Ron, ihr legt euch erstmal hin!"
Lucy hörte nichts mehr, denn sie hatte bereits die Tür geöffnet und war auf den Gang hinaus getreten.
Einen Moment lang musste sie mit den Tränen kämpfen, konnte sie aber zurückhalten.
Sie spürte eine Hand auf ihrer Schulter und eine Sekunde später flüsterte Oliver in ihr Ohr: "Wir werden sie finden, du wirst sehen! Ich liebe dich!"
Lucy nickte stumm und lehnte sich für einen Augenblick an ihn.
Dann schritt bereits Dumbledore an ihnen vorbei und Lucy und Oliver folgten ihm. Hinter ihnen hörte sie die Schritte von Snape.
Es war ein seltsames Gefühl aufzubrechen und zu wissen, dass jede Sekunde entscheidend sein konnte über ihren Erfolg oder Misserfolg.



Kapitel 32
(Anmerkung: Ich weiß, dass enrspricht gar nicht dem was ihr gewohnt seid, aber ich hatte einfach das Bedürfnis....ich hoffe ihr mögt es, aber als ich bei der Hälfte war und draufgekommen bin, dass es furchtbar ist, da MUSSTE ich es zu Ende bringen....)

Ron konnte nicht schlafen. Er wälzte sich hin und her, aber er fand einfach keine Ruhe.
Er musste irgendwas tun sonst wurde er noch wahnsinnig. Aber was?
Einige Minuten, die ihm wie eine halbe Ewigkeit erschienen vergingen, dann wusste er was er tun wollte. Nicht dass es irgendjemandem helfen würde, aber hielt es nicht mehr aus, hier zu liegen und auf irgendwas zu warten. Lieber mit jemandem sprechen und sich vielleicht auch ausheulen - obwohl das ganz und gar nicht in Rons Natur lag, aber besondere Situationen...naja
Ron stand leise auf. Dumbledore hatte sie in seinem Büro zurückgelassen, wo Ron und sein Vater in einer Ecke zwei wunderbar gemütliche und bequeme Betten vorgefunden hatten.
Ron sah zu seinem Vater hinüber. Er schlief. Einen Moment lang überlegte Ron ihn zu wecken, aber schließlich ließ er es bleiben und schlich sich auf Zehenspitzen davon.
Tastend suchte er sich einen Weg durch das Schloss - irgendwie war es so dunkel.
Es musste schon spät sein - hatte er vielleicht doch etwas geschlafen?
Aber es konnte noch nicht so lange her sein, dass die anderen aufgebrochen waren...oder doch? Aber würden sie dann nicht schon zurück sein? Ron begann zu zittern, die Aufregung und die Unsicherheit machten ihn ganz nervös.
Er schlich weiter bis er endlich an seinem Ziel angekommen war.
Vor dem Bildnis der Fetten Dame, das den Eingang zum Gryffindor Turm verschloss. Ron murmelte das Passwort und das Portät schwang leise quietschend zur Seite.
Ron sah sich um....im ersten Moment war nichts zu sehen, dann.....
Hermine saß - oder lag - in einem der großen Lehnstühle neben dem Kamin und schien zu schlafen.
Ron blieb ein bisschen von ihr entfernt stehen und ließ sich in einen Lehnstuhl ihr gegenüber nieder.
Er betrachtete Hermines Gesicht und plötzlich kam ihm, dass sie unglaublich hübsch war. Und so wie jetzt - wenn sie ihn nicht gerade zurecht wies - sah sie freundlich und friedlich aus.
Irgendetwas regte sich in Ron. Er schüttelte heftig den Kopf um das Gefühl loszuwerden, aber etwas davon blieb in seinem Kopf zurück.
"Hermine?" wagte er schließlich leise zu fragen.
Als hätte sie gar nicht geschlafen öffnete sie die Augen und sah ihn groß an. Im nächsten Moment - es ging so schnell, dass Ron nicht mal Zeit hatte nachzudenken - hing sie an seinem Hals und heulte sein Hemd nass.
"Ron......Ron....dir gehts gut....ich bin aufgewacht.......keiner da..........Lucy war weck und du und Harry............wo wart ihr was ist passiert? McGonagall.............sie hat nichts gesagt........ach Ron............"
Unbeholfen streichelte Ron über Hermines Haare und versuchte sie ein wenig zu beruhigen.
Es dauerte eine geraume Zeit, aber schließlich hatte sich Hermine soweit beisammen, dass sie sich wieder zurück in den Lehnstuhl setzte.
Ron sah ihr in die verheulten, aber nichts desto troz wunderschönen braunen Augen und lächelte sie aufmunternd an.
"Also...erzähl, was ist passiert?"
Ron nickte und begann zu erzählen. Von seiner Mutter, von Tonks und von der List der Todesser und davon, dass Lupin und Harry irgendwo waren und Lucy mit Dumbledore, Wood und Snape auf der Suche nach ihnen war. Und er erzählte auch von sich und seinen Gefühlen - etwas das er in Hermines Gegenwart nie getan hatte - aber es fühlte sich gut an. Es war schön und aufregend sie hier zu haben, sie bei sich zu wissen. Es machte ihm plötzlich nichts mehr aus so offen zu sein.
Hermine hörte ihm aufmerksam zu, nickte hin und wieder oder murmelte Zustimmung.
Und dann - von einem Moment auf den anderen - saß Ron vor ihr auf dem Boden hatte seinen Kopf auf ihrem Schoß und redete und weinte sich seine Sorgen von der Seele. Er registrierte dabei, dass ihre Hand unablässig über sein Haar strich und ließ es geschehen - im Moment gab es nichts, was ihm lieber gewesen wäre.
"Hermine....was wenn sie Lupin und Harry nicht finden? Vielleicht sehen wir ihn nie wieder......"
Hermine sagte nichts.
Plötzlich war es still. Ron konnte nicht mehr sprechen er war erschöpft, alle Worte, die irgendwo in ihm drin gewesen waren schienen verschwunden zu sein. Er saß nur so da, fühlte und roch und tat sonst nichts.
Und Hermine tat nichts um die Stille zu brechen. Sie streichelte nur weiter über sein Haar.
Und auf einmal schien es Ron unwichtig was passierte - nicht wirklich, natürlich waren die Sorgen da - aber er hatte das Gefühl, dass er alles ertragen konnte, wenn sie nur so mit ihm dasitzen würde.
Er lächelte tief in sich hinein und fühlte sich trotz der schlimmen Situation ein wenig wohl.
"Hermine?" flüsterte er irgendwann.
Und ohne sein Zutun schob sie ihn ein wenig weg und setzte sich dann herunter zu ihm.
Sie sahen sich an und Ron wusste es: Hermine war das schönste, das er jemals gesehen hatte. Ihr Haar und ihre Augen funkelten im schwachen Schein des ausgehenden Feuers und Ron dachte, dass sie niemals so schön ausgesehen hatte wie in diesem Augenblick. Er wollte ihn festhalten, aber da war er schon vorbei. Hermine hatte sich etwas nach vor gelehnt und die Spiegelung des Feuers verschwand.
Einen Moment lang hielt er sich noch zurück, aber schließlich sah ihr in die Augen, legte ihr eine Hand in den Nacken und zog sie an sich.
Es war eigentlich kein Kuss, nur eine kurze flüchtige Berührung der Lippen, denn bevor es dazu kommen konnte wurde sich Ron bewusst, was er da tat und wich ein wenig zurück.
Aber Ron war sich sicher: Nie wieder würde er von etwas anderem träumen......
Hermine sah ihn eine Sekunde lang an.
Dann kam etwas vertrautes in ihr Gesicht zurück: "Ron...also was jetzt? Nennst du das etwa einen Kuss?"
Ron grinste verlegen und stammelte herum: "Naja...ich weiß ja nicht....vielleicht....du.......du.....bist.....!"
Hermine legte ihren rechten Zeigefinger an seine Lippen und sah ihn an.
Und dann endlich küssten sie sich richtig.......



Kapitel 33


Immer wieder fielen seine Augen zu - er war so erschöpft und müde - aber er durfte nicht einschlafen. Wenn er einschlief, dann würde er sich nicht mehr konzentrieren und dann war alles verloren.
Warum wurde er gerade jetzt so unglaublich müde?
Noch bevor er es bemerkte war er eingenickt....

...."Remus?" Er sah sich um. Da war niemand - aber wer hatte gesprochen? Er drehte sich um - aber da war wirklich niemand. "Remus!" Die Stimme war leise und verführerisch....anziehend und es war eindeutig was sie wollte...."Remus - sieh ihn dir an!" Remus schaute sich wieder um - da lag Harry......etwas rührte sich in Remus, er fühlte Verlangen......"Sie ihn dir genau an, er ist ganz jung, sein Fleisch ist so zart, du willst es doch oder?" Die Stimme machte ihn noch wahnsinnig, aber sie hatte recht. Remus sah wieder dieses Mädchen vor sich - er hatte es getan - einmal, ja einmal hatte er einen Menschen getötet. Würde das hier das zweite Mal sein? Remus versuchte sich abzuwenden von dem köstlichen Anblick, aber sein Blick wandte sich beinahe ohne sein Zutun immer wieder Harry zu. "Stell es dir vor.....das kannst du doch oder? Zartes, junges Fleisch - sowas bekommst du doch nie oder? Aber jetzt....wenn du dich nicht mehr konzentrierst, dann werden sie dich nicht finden und du kannst dann ja auch nichts dafür oder?" Das stimmte - er hatte sich ja nicht selber mit Harry hier eingesperrt. Vielleicht war es sogar sein Schicksal irgendwann in Askaban zu sitzen und wegen einem Mord zu schoren. Und wenn es Schicksal tatsächlich gab, dann konnte das doch ein sehr tröstlicher Gedanke sein.....

Remus riss die Augen auf, sprang auf und rannte zu dem kleinen Fenster. Er stellte sich auf die Zehenspitzen und lugte hinaus. Es dämmerte bereits. Remus lehnte sich an die Wand und starrte Harry an, der seelenruhig schlief. Er MUSSTE wach bleiben - diese Träume, er kannte sie schon, sie waren wirr und er hasste sie, denn er wusste, irgendwann würden sie ihn verrückt machen! Aber dieses Mal war es wichtiger denn je einen klaren Kopf zu behalten.
Remus setzte sich langsam wieder und öffnete seine Hand, in der der kleine Stein lag.
Er schloss die Hand wieder und konzentrierte sich so fest er konnte: "Dumbledore beeilt euch!!! Diese Träume, diese Gedanken, sie sind schon da.......es ist schrecklich, irgendetwas versucht mich dazu zu zwingen zu schlafen......"
Die Antwort versetzte Remus beinahe einen Schlag, so deutlich war sie: "Remus, ich glaube wir sind ganz nah - halt durch, denk an Harry, denk an deine Tochter! Versuch wach zu bleiben und dich zu konzentrieren. Meinetwegen geh herum - aber bleib wach!!!"
Remus holte tief Luft.
Er öffnete die Augen und versuchte mit allen Mitteln dieses Gefühl zu verdrängen, das ihm jetzt schon sagte: "Tu es, du willst es doch!"
Meistens bekam er einen Trank von Severus, der ihm nicht nur die Verwandlung erleichterte, sondern auch die Zeit davor. Dieses Mal hatte er ihn nicht nehmen können - er hatte schon gar nicht mehr gewusst, wie furchtbar diese letzten Stunden vor der Verwandlung waren.
Und diese furchtbare Stimme, die sich in seine Gedanken bohrte......
Mit einem Satz war Remus auf den Füßen und schlug mit der Faust gegen die Wand. Er durfte sich jetzt nicht gehen lassen - es musste jetzt klar im Kopf bleiben.
Aber das war so schwer - denn er fühlte schon seine Sinne schärfer werden und der Geruch von Fleisch stieg ihm in die Nase.
Und es wurde allmählich dunkler - wenn Dumbledore nicht bald hier war....Remus versuchte sich noch fester zu konzentrieren, aber es wurde immer schwerer.
Und plötzlich geschah es - seine Augen, Ohren und Nase wurden mit einem Schlag überempfindlich und seine menschlichen Gedanken wichen in den Hintergrund. Im Hintergrund rief er: "NEIN....NEEEEEEEEIIIIIIIIN!"
Aber im Grunde wusste er, dass es zu spät war. Er konnte es nicht mehr aufhalten. Es war viel zu früh - es musste irgendwas geschehen sein, während er geschlafen hatte - vielleicht hatten sie ihm etwas eingeflößt.
Von irgendwoher kam eine Stimme: "Remus!!! Remus bist du noch da??? Remus, was geschieht mit dir?"
Es dauerte viel zu lange, bis Remus herausfand, dass es Dumbledore war. Seine andere Hälfte hatte beinahe schon die Kontrolle gewonnen. Aber er durfte es nicht zulassen.
Mit dem letzten Rest Menschlichkeit, der jetzt noch da war, schrie er in Gedanken: "Dumbledore - es ist viel zu früh, aber es........JETZT!"

Dumbledore riss die Augen auf und warf Snape, der die Kutsche lenkte: "Stop Severus, es muss hier sein!" zu und sprang noch während der Fahrt aus der Kutsche.
Lucy sah ihm entgeistert nach. Es musste etwas passiert sein. Aber es durfte nicht.
Sie schaute in den Himmel, es war noch nicht einmal ganz dunkel.



Kapitel 34


Lucy sprang aus der Kutsche und lief Dumbledore hinter her.
Plötzlich blieb er stehen, hob seinen Zauberstab und murmelte etwas.
Einen Moment lang stand er so da, dann - wie als hätte er was gerochen oder gehört - stürmte er in eine Richtung los und verschwand in einem Hauseingang.

Lucy folgte ihm so schnell sie konnte. Schritte hiner ihr zeigten ihr, dass sie nicht alleine war.
Dumbledore war in den Keller des Hauses gelaufen und stand vor einer geschlossenen Tür, als Lucy ihn eingeholt hatte.
Er hob gerade seinen Zauberstab und öffnete mit "Alohomora" die Tür.
Vorsichtig trat Lucy näher und was sie sah, kam ihr wie ein Wunder vor.
Zwei Gestalten hielten sich in dem kleinen Raum auf: Harry und ein Werwolf.
Harrys Augen waren groß und schreckensstarr. Er kauerte in einer Ecke und atmete schnell.
Der Werwolf - Remus - kauerte in einer anderen Ecke. Mehr nicht. Er beobachtete alles was passierte, aber er tat nichts - lag nur da, als wäre er ein normaler Wolf und nicht eine reißende Bestie.
"Harry komm heraus!!" schrie Dumbledore, "aber langsam!"
Harry starrte Dumbledore an, weiß im Gesicht.
Er schüttelte den Kopf und deutete auf den Werwolf.

"Harry, er wird dir nichts tun - Remus hat es geschafft, die Kontrolle zu behalten - er wird dir nichts tun!" versuchte es Dumbledore weiterhin.
Einen Moment zögerte Harry noch, dann erhob er sich langsam.
Und wie als hätte er nur auf diesen Augenblick gewartet erhob sich auch der Werwolf. Mit einem Satz sprang er auf unf Hrry entgegen - zähnefletschend.
Lucy dachte nicht länger nach.
Schneller als Dumbledore hatte sie ihren Zauberstab gezückt und auf den Werwolf gerichtet, einen Fluch losgestoßen und bevor sie noch recht begriff, lag der Werwolf auf dem Boden - starr und unbewegliche.

Nun gab es kein Halten mehr für Harry - so schnell er konnte rannte er aus dem Verließ und ließ sich zu Lucys Füßen nieder - schluchzend.
Lucy hörte nur, wie Dumbledore die Tür wieder schloss, denn sie hatte sich ebenfalls niedergelassen.
Beruhigend strich sie Harry über das Haar und sagte nichts weiter, als er seine Hände um ihren Nacken schloss und seinen Kopf an ihre Schulter legte.
Lucy konnte sich gar nicht vorstellen wie es für Harry gewesen sein musste, eingesperrt zu sein und mitanzusehen wie der Tod lebendig wurde und sich ihm näherte.

Nach ein paar Minuten ließ sich Dumbledore neben ihnen in die Hocke nieder und flüsterte: "Harry, komm es wird Zeit - deine Freunde warten auf dich und du solltest jetzt erstmal schlafen!" Er half Harry hoch und stütze ihn auf dem Weg nach draußen.
Lucy erhob sich auch wieder und sah einen Moment die Tür an. Dann lehnte sie sich dagegen und lauschte.
Der Werwolf dahinter rumorte. Lucy drückte sich wieder von der Wand weg und drehte sich um.
Und erschrak - denn unmittelbar vor ihr stand Oliver.

Er lächelte entschuldigend: "Tut mir leid, Schönheit, ich wollte dich nicht erschrecken!" Er hob seine Hand an ihr Gesicht und streichelte ihre Wange.
Aber in dem Moment in dem er sie berührte zuckte etwas durch Lucys Gedanken.......einen Augenblick lang sah sie Oliver daliegen - er sah so blass aus, als wäre er......

Lucy schlug die Augen nieder und versuchte das Bild festzuhalten, aber so schnell wie es gekommen war, verschwand es auch wieder.
Zurück blieb ein mulmiges Gefühl.

"Was ist los?" drang Olivers Stimme in Lucys Gedanken.
Sie öffnete ihre Augen wieder und versuchte ein Lächeln: "Nichts, lass uns gehen!"
"Was wird mit ihm?"
"Ich denke, Dumbledore wird ihn morgen holen, wenn er wieder ungefährlich ist!"
Oliver nickte nur, nahm sie an der Hand und zog sie mit sich nach draußen.

Nur einen kurzen Augenblick lang wünschte sich Lucy, sie könnte die Kellertür aufschließen und ihren Vater umarmen - aber sie schaute nicht einmal zurück - sie wusste, dass dies im Moment nicht besonders angebracht war.

Zurück in Hogwarts verabschiedete sich Lucy erstmal von Oliver.
Sie wollte im Moment einfach nur schlafen.
Mittlerweile war es spät und Lucy schlich so leise wie möglich durch das Schloss und in den Gryffindor-Turm.

"Lucy?"
Eine leise Stimme drang durch die Dunkelheit.
Lucy sah sich um und erkannte, dass zwei Menschen an einen der großen Lehnstühle im Gemeinschaftsraum gelehnt saßen.
Sie glaubte die Stimme erkannt zu haben: "Hermine?"
"Ja, ich bins....wo...wo ist Harry?"
Lucy näherte sich und erkannte die zweite Person - Ron. Er schien seelig zu schlafen, sein Kopf ruhte auf Hermines Schoß.
Leise ließ sich Lucy neben Hermine nieder und erzählte ihr alles, was vorgefallen war. Die Worte sprudelten nur so aus ihr heraus und als sie geendet hatte, fühlte sie sich seltsam erschöpft.
Sie sah Hermine an - und sah, dass deren Augen strahlten.
Eine Ahnung überkam sie und sie wagte es zu fragen: "Und was ist hier bei euch passiert?"
Hermine lächelte: "Naja, ich bin nicht sicher....auf alle Fälle haben wir uns....naja.....geküsst...."
Lucy sah es nicht, denn dazu war es zu dunkel, aber sie war sich sicher, dass Hermine rot geworden war.
"Hermine...ich freu mich so für dich!" Lucy griff nach Hermines Hand und drückte sie kräftig - wieder einmal wurde sie sich bewusst, was für eine gute Freundin sie in Hermine hatte - sie konnte sich nicht vorstellen mit jemand anderem hier zu sitzen.....
Eine Weile unterhielten sie sich noch flüsternd, dann beschloss Lucy, dass es nun doch Zeit wäre ins Bett zu gehen.
Und da Hermine nicht wollte, dass jemand der anderen sie und Ron so fand, schloss sie sich Lucy an.
Sie weckte Ron, der zuerst nur unwillig grunzte, aber sich schließlich davon überzeugen ließ, dass es im Bett bequemer sein würde.

Lucy konnte sich am nächsten Tag kaum erinnern wie sie in ihr Bett gekommen war, aber zum ersten Mal seit einigen Tagen fühlte sie sich wieder ausgeschlafen.




Kapitel 35


Remus stand in seinem Büro und starrte nach draußen. Er wusste, dass Dumbledore schon die längste Zeit hinter ihm stand und ihn beobachtete, aber er konnte noch nichts sagen....all die Geschehnisse seines Lebens kame ihm hoch - er erinnerte sich plötzlich an so viele Dinge.
Melinda kam wieder in seine Gedanken - Melinda, die so wunderschön war, Melinda, die er so geliebt hatte - Melinda, die jetzt tot war......

Remus lehnte seinen Kopf an das Fenster und spürte die angenehme Kälte des Glases.
Sein Kopf schmerzte höllisch und er fühlte sich noch so schwach.
Am Morgen war er als Mensch wieder aufgewacht und wenig später war Dumbledore gekommen. Er hatte Remus etwas zu essen gebracht und ihn schließlich mit sich nach Hogwarts genommen. Dort hatten sie sich kurz unterhalten - über den vergangenen Abend. Remus konnte sich selber nicht erklären, wie er so lange die Kontrolle über seinen Wolfskörper halten hatte können - Dumbledore vermutete, weil es eigentlich viel zu früh gewesen war. Außerdem meinte er, dass Remus wohl irgendein Mittel verabreicht worden war, dass die frühe Verwandlung iniziiert hatte.

Remus hatte es so hingenommen, es war ihm egal.
Er war eine Gefahr für Harry gewesen und er würde immer - IMMER eine Gefahr für Lucy darstellen.....niemand, auch nicht Dumbledore - konnte das verstehen, da war sich Remus sicher. Niemand konnte verstehen wie furchtbar es für ihn - den Vater - war, eine Gefahr für seine Tochter zu sein.
Er hasste es - hätten sie ihn doch in diesem Kerker verrecken lassen....
Remus erschrak über seine eigenen Gedanken - irgendwie kannte er solche Gefühle erst seit Lucy da war...jedes Mal vor einer Verwandlung hatte er mit sich gekämpft, aber jedes Mal war alles gut gegangen - nicht dieses Mal....dieses Mal hatte es jemand ausgenutzt - dieses Mal wäre es beinahe zu spät gewesen.....

Remus wandt sich schließlich doch Dumbledore zu: "Ich kann Lucy nicht weiter bei mir wohnen lassen......ich kann nicht zulassen, dass sie andauernd in Gefahr schwebt....und ich kann es auch nicht zulassen, dass sie noch einmal kämpft....Tonks ist tot und Mad Eye schwer verletzt - von Molly wissen wir immer noch nicht ob sie überleben wird.......es kann doch nicht so weiter gehen....ich kann das nicht zulassen....."

Dumbledore lächelte ihn an und antwortete seelenruhig: "Remus, ich verstehe dich, aber du kannst es nicht verhindern, dass Lucy kämpft - nach allem was passiert ist - deiner Verletzung, Tonks´ Tod und der letzten Nacht - wird sie nichts mehr davon abbringen. Es ist ihr Schicksal Remus....das weißt du - du bist nicht dafür verantwortlich, aber du kannst es auch nicht ändern...."
Remus schüttelte den Kopf: "Nein, das kann ich wohl nicht...aber ich werde es versuchen.....und sie wird nicht mehr bei mir wohnen!"
Dumbledore lächelte weiterhin: "Und was wird dann aus ihr? Sie wird diesen Kampf überleben, ich bin sicher - aber was dann? Dann steht sie wieder alleine da - sie ist doch trotz allem noch ein Kind, das eine Familie braucht - ein Kind - DEIN Kind, das dich braucht! Und du weißt es, dass du sie auch brauchst......wie oft hast du dich einsam gefühlt Remus? Wie oft hast du dir gewünscht, dass jemand da wäre - zuerst James und Sirius, dann das Mädchen und dann deine Tochter. Du bist die einzige Familie, die sie hat, genauso wie sie deine einzige Familie ist - willst du euch das wegnehmen?"
"....sie ist ein Kind.....und ich bin gefährlich für sie.....sie soll ohne Angst erwachsen werden...und nicht immer daran denken müssen, dass ihr Vater ihre größter Gefahr ist!"
"Sie denkt nicht daran und sie hat keine Angst vor dir - Remus, sie kennt dich erst so kurz - aber sie liebt dich! Weißt du das den nicht?"

Remus starrte wieder zum Fenster hinaus. Er liebte sie doch auch - nichts war ihm wichtiger auf dieser Welt - und er würde alles dafür geben, wenn er nie mehr alleine sein müsste - aber er war nun einmal das was er war - ein Monster........



Als Lucy erwachte war es bereits spät. Ein Blick auf die Uhr sagte ihr, dass sie wohl beinahe den ganzen Tag verschlafen hatte.
Plötzlich ein Gedanke - Remus!
Innerhalb einer Minute war Lucy auf den Füßen, in ihren Klamotten und auf den Weg aus dem Gryffindorturm.
Im Gemeinschaftsraum traf sie auf Hermine, Ron, dessen Schwester Ginny, Neville Longbottom und Harry!
Einen Moment lang überlegte Lucy ob sie nun ihren Vater suchen sollte oder doch hier bleiben.
Sie entschied sich für einen Kompromiss.
"Harry! Da bist du ja! Wie geht es dir?" fragte sie während sie ihn umarmte.
Er lächelte sie gequält an: "Naja, ich hab mich schon besser gefühlt, aber es geht schon danke!"
Lucy nickte: "Es tut mir so leid, was passiert ist......ich weiß gar nicht...."
"Es ist ok...du kannst doch nun wirklich nicht dafür!"
Lucy lächelte ihn an, aber dann kam ihr ein Gedanke und ihre Miene verfinsterte sich: "Wahrscheinlich hasst du Remus jetzt......."
Harry sah sie einen Moment verwundert an, dann grinste er: "Klar doch - sowas, wie kann er nur ein Werwolf sein?? Unglaublich - und sich dann auch noch an Vollmond verwandeln, also wirklich!"
Dann lachte er los und meinte: "Ach was, hassen....ich wusste doch, dass er ein Werwolf ist und er kann auch nichts dafür......mach dir keine Sorgen Lucy, ich werd schon wieder!"
Lucy seufzte erleichter und verabschiedette sich schließlich.
Sie musste jetzt endlich zu Remus.

Da sie nicht recht wusste wohin sie sollte, beschloss sie erstmal Dumbledore aufzusuchen, er wusste bestimmt bescheid.
Ihr blieb der halbe Weg erspart, denn sie traf bereits vorher auf den Direktor der Schule.
"Lucy! Ich dachte schon, du würdest heute gar nicht mehr aufstehen! Du suchst bestimmt Remus nicht wahr? Er ist in seinem Büro....aber wunder dich nicht, er ist sehr, sehr mitgenommen!"
Lucy lächelte dankbar und machte auf der Stelle kehrt.

Vor Remus´ Büro angekommen zögerte sie kurz. Irgendwie war sie aufgeregt. Zwar war es noch nicht lange her, dass sie einander gesprochen hatten, aber viel war seither geschehen.....vielleicht war Remus anders...er hatte es nicht leicht gehabt.
Schließlich klopfte sie zaghaft und trat ein.
Remus stand am Fenster und starrte hinaus.
Er schien gar nicht zu merken, dass Lucy da war.
Sie stellte sich zu ihm und einen kurzen Augenblick lang standen sie nur so da.

Dann merkte Lucy, dass Remus sie beobachtete.
"Da bist du ja!"
"Ja, da bin ich!" Auch Lucy sah ihn nun an.

"Weißt du, ich hab über viele Dinge nachgedacht.....mir ist in der letzten Nacht bewusst geworden, dass ich sehr gefährlich für dich bin! Und ich dachte daran, dich gehen zu lassen!"
Lucy fixierte seinen Blick: "Heißt das, du willst mich nicht bei dir haben? Jetzt, wo ich dich endlich habe??"
Remus machte eine beschwichtigende Geste: "Lucy, lass mich ausreden! Ich habe daran gedacht - ja. Du musst auch nicht bei mir wohnen, wenn du Angst hast! Aber wenn du bei mir bleiben willst, dann........wir sind die einzige Familie, die wir noch haben, Schatz - wenn ich dich nicht hätte wäre ich ganz alleine....ich will dich nicht zwingen bei mir zu bleiben...aber..."
Lucy fiel ihm ins Wort: "Blödmann......ich hab doch keine Angst vor dir......du bist mein Vater........" einen Moment lang sah sie ihn prüfend an - konnte sie es wagen? Aber ehrliche Gefühle waren nie falsch - und es war sonst niemand da. Sie winkte Remus zu sich herunter und umarmte ihn und nuschelte: "Ich hab dich doch lieb......."


[B]Kapitel 36[/B]

Es gibt Zeiten inmitten von beunruhigenden Erlebnissen und Geschehnissen, die völlig glücklich und erfreulich sind.
Etwa so gestalteten sich auch die nächsten Wochen.
Der Orden hatte beschlossen abzuwarten und im Geheimen weiter zu arbeiten, bis alle Mitglieder wieder genesen waren.
Und so hatte Lucy ein wenig Zeit für ihre Freunde und für die Schule.
Das empfand sie als sehr schön und auch durchweg angenehm.
Es gab sogar Moment in denen sie vergaß, dass Gefahr drohte - obwohl sie auch weiterhin Trainingsstunden hatte.
Leider hatten die Flugstunden aufgehört und Lucy sah Oliver kaum mehr. Sie vermisste ihn sehr - aber es war ihr so lieber, als wenn sie sich unter Gefahren und schlimmen Dingen sahen.
Trotzdem vermisste sie ihn sehr und erwischte sich oft bei dem Gedanken wie es wäre, wenn sie einfach loslaufen und ihn suchen würde - natürlich war das zu gefährlich, aber der Gedanke war so schön und nah, dass Lucy für einen Moment einfach lächeln musste.
Hermine und Ron fanden auch immer mehr zusammen.
Immer öfter ertappte man die beiden, wie sie einander verliebte Blicke zuwarfen oder Händchen hielten und Lucy war auch schon dazwischen geplatzt als die beiden heftigst geknutscht hatten.
Harry erholte sich wirklich gut - bald lachte und spaßte er wie früher und man merkte ihm nur noch in manchen Momenten an, dass er ein weiteres schlimmes Ereignis hinter sich gebracht hatte.


Auch für Remus lief es wieder etwas besser - natürlich dachte er jedes Mal, wenn er Harry sah an die Geschehnisse, aber er hatte nicht das Gefühl, dass Harry ihn hasste oder ihm gar böse war - im Gegenteil.
Darüber und auch darüber dass Lucy ihn immer noch als Vater sah und bei ihm bleiben wollte.
Remus fühlte sich langsam wieder wohl in seiner Haut.
Nur die Begegnungen mit Severus waren seither unangenehm - auch wenn dieser es nicht aussprach - sein Blick sagte deutlich: Du bist gefährlich - Monster.
Das tat weh.
Remus hatte Severus nie so sehr leiden können, dass er sich seine Meinung zu Herzen nahm - aber dennoch. Irgendetwas in Remus sagte die ganze Zeit, dass das stimmte! Und er bildete sich auch fest ein, dass andere Menschen - die gar nichts wissen konnten - ihm denselben Blick zuwarfen.
Nichts desto trotz versuchte er darüber zu stehen und immer ein Lächeln aufgesetzt zu haben, auch wenn es manchmal schwer fiel.
Doch dann - kurz vor Vollmond - kam es zu jener Begegnung, die Remus deutlich machte, wie sehr Severus ihn nun verurteilte - auch wenn Dumbledore ihm oft versichert hatte, dass Remus nichts für die Sache mit Harry konnte.
Es war ein wärmerer Tag irgendwann etwa zwei Monate nach den ganzen Begebenheiten - seltsam wieviel Zeit vergangen war ohne, dass etwas passiert war.
Dumbledore hatte dieses Mal Remus selber zu Severus geschickt, um ihn um den Trank zu bitten, der die Verwandlung so unendlich erleichterte.
Severus war in seinem Büro und sah düster drein - wie sehr oft.
Als er Remus bemerkte stierte er ihn giftig an.
Sie waren allein - wenn er irgendetwas sagen würde, konnte Remus es nicht einmal beweisen.
"Na? Kommst du angekrochen, Werwolf?"
"Severus - ich weiß nicht worauf du hinauswillst, du wusstest dass ich kommen würde!"
Severus stierte weiterhin: "Es wäre besser, du wärst nicht hier Lupin - das weißt du. Du bist ein gefährliches Monster, ein Tier und du wirst irgendwann noch einmal einen unserer Schüler töten!"
"Nicht wenn du mir den Trank gibst," antwortete Remus so ruhig wie möglich.
"Vielleicht sollte ich das nicht tun und den Menschen zeigen, was du wirklich bist!"
"Severus sei vernünftig!"
Severus war aufgestanden und fixierte Remus´ Gesicht.
"Du bist was du bist und DU solltest langsam anfangen vernünftig zu werden - ein Werwolf (hier verzog Severus das Gesicht zu einer Grimasse) hat in einer Schule nichts verloren - frag die Schüler und die Eltern sie werden dir dasselbe sagen."
Remus schüttelte den Kopf: "Dumbledore hat mir versichert..."
"Dumbledore!!!" fuhr ihm Severus dazwischen, "Dumbledore glaubt dass alle Menschen etwas gutes in sich haben - wahrscheinlich denkt er, dass sogar der dunkle Lord persönlich ein freundlicher Mensch ist! Er sieht nicht, was ich sehe - dass irgendwann etwas passieren WIRD! Wenn du nicht vorher verschwindest! Sieh endlich ein, dass du hier nicht hin gehörst - du bist und bleibst ein Monster - es gibt nichts was du tun kannst!"
"Gib mir den Trank und dann....."
"Was dann??"
Remus schüttelte den Kopf: "Gib mir einfach den Trank!"
Widerwillig bewegte sich Severus zu einem der Regale und holte eine Flasche herraus. Er sah Remus noch einen Augenblick an, dann reichte er ihm die Flasche.
Remus drehte sich um und ging.
Langsam stieg er die Treppe hoch.
Vielleicht hatte Severus recht...wie konnten auch die Eltern gerne mitansehen, dass ein Werwolf ihre Kinder unterrichtete? Wie konnte Dumbledore nur glauben, dass es gut gehen würde, auf längere Zeit...
Als Remus wieder aufsah befand er sich vor Dumbledores Büro. Bewusst oder unbewusst konnte er nicht sagen, aber irgendetwas hatte ihn hier her geführt.
Er murmelte das Passwort und die Wasserspeier begannen sich zu drehen. Remus erklomm die Treppe und fühlte eine grimmige Entschlossenheit in sich hoch steigen.

Dumbledore saß an seinem Schreibtisch und sah hoch, als Remus eintrat.
"Remus - was kann ich für dich tun?" er lächelte und Remus fiel es unendlich schwer. Aber Severus hatte recht.
"Dumbledore - ich gehe, ich kann nicht länger hier bleiben....."

[B]Kapitel 37 [/B]

Remus drehte sich noch einmal im Raum herum - das Büro schien so leer, nun wo seine persönlichen Dinge verschwunden waren. Der riesige Koffer stand gepackt auf seinem ehemaligen Schreibtisch und Remus´ Mantel lag daneben.
Und nun? Eigentlich hatte er schon viel zu lange gebraucht - aber es fiel ihm so schwer sich zu trennen.
Er setzte sich noch einen Moment hin und erinnerte sich zurück.
Vor etwa einer Stunde war Lucy zu ihm gekommen. Warum wusste er gar nicht - sie hatte ihn gesehen, seinen Koffer und hatte gewusst, was geschah. Danach hatten sie sich nur mehr in den Armen gelegen, geweint und sich gegenseitig geschworen auch weiterhin füreinander da zu sein. Remus hatte hunderte Male versprochen Lucy ganz sicher nach den Ferien abzuholen und sie nicht von sich zu stoßen.
Und er hatte im Gegenzug von Lucy verlangt auf sich aufzupassen.
Aber er war erleichtert, dass Dumbledore ih weiterhin im Orden behalten hatte - denn so hatte remus immer wieder die Gelegenheit nach seiner Tochter zu sehen.
Nach unzähligen Verabschiedungen war Lucy schließlich - immer noch weinend - gegangen.
Remus lächelte - er liebte Lucy wirklich sehr und war froh, dass sie nicht böse war, dass er das Schloss verließ.
Und obwohl ihm der Abschied schwer fiel stimmte Remus ein Liedchen an und während er vor sich hinsummte machte er noch eine letzte Runde durch das Büro. Irgendwie freute er sich auch darauf etwas neues zu erleben. Er hatte sich vorgenommen nach Paris oder Spanien zu reisen und dort vielleicht etwas neues zu finden - was das werden würde, wusste Remus noch nicht, aber in dem Moment war er überzeugt er würde es finden.
Bis die Tür aufging und jemand herein kam.
Zuerst hörte Remus nur eine Stimme - eine wundervolle, fröhliche Stimme: "Entschuldigung?? Das ist schon das Büro für den Lehrer für Verteidigung gegen die dunklen Künste oder?"
"Ja....kann ich...?" Remus blieb der Satz im Hals stecken.
Er hatte sich umgedreht und was er sah verschlug ihm die Sprache.
Dort in der Tür stand eine junge Frau....das alleine war ja noch nichts besonderes, wie viele jungen frauen gab es schon auf der Welt?
Aber schon nach einer Sekunde war sich Remus sicher, dass dieses Mädchen, das wunderschönste Mädchen auf der Welt sein musste - auf der Welt? Nein....im Universum....
Er schluckte und musterte sie.
Ihr rotblondes Haar erschien ihm so glatt und seidig wie das Licht des Mondes und ihre grünen Augen blitzen ihn neugierig an. Ihre Haut - im ersten Moment fiel ihm nur der Vergleich mit hellschimmernden Porzellan ein.
Ihre Beine, um die ein knielanger Rock wippte, schienen kein Ende zu haben - und das obwohl sie nicht einmal groß war.
Remus fühlte sich so hingerissen wie lange nicht mehr.
"hallo?" - wieder diese Stimme - "geht es Ihnen gut?" Sie machte einen Schritt auf ihn zu und legte ihre zarte Hand auf seinen Unterarm.
In Remus´ Kopf ratterte es - Worte, wo waren sie hin??
Schließlich schaffte er es sich ein wenig zusammen zu reißen: "Ja...danke...kann ich Ihnen helfen?"
Sie sah ihn einen Moment lang skeptisch an: "Ja...Sie könnten mir verraten wer Sie sind und was Sie in meinem Büro zu suchen haben?"
Remus starrte sie an: "In Ihrem Büro?"
"Ja...Dumbledore er hat mich angeschrieben und gemeint ob ich Interesse hätte, für den rest des Jahres einzuspringen, weil der aktuelle Lehrer die Schule verlässt und da ich ohnehin zur Zeit nichts besseres zu tun habe, bin ich gleich hergekommen! Also - darf ich nun endlich wissen, mit wem ich es zu tun habe?"
"ja.....natürlich! Mein Name ist Remus Lupin, ich bin der - wie meinten Sie? - aktuelle Lehrer - zumindest war ich das bis gestern!"
Jetzt lächelte sie: "Wie nett, dass ich Sie noch kennen lerne - ich habe so viele Fragen! Mein Name ist übrigens Emma Linden!"
Emma also....im Gedächtnis fügte Remus an ihren Namen seinen - Emma und Remus. Er lächelte.
"Es tut mir leid, dass ich Sie enttäuschen muss, Emma, aber ich hätte längst weg sein sollen - dennoch bin ich froh, noch hier zu sein...."
Diese unglaublich grünen Augen sahen ihn forschend an.
"Müssen Sie wirklich gehen?"
"Ja - wenn Sie Fragen haben, wenden sie sich am besten an Dumbledore - er hilft Ihnen gerne weiter! Ich wünsche Ihnen alles Gute - auf Wiedersehen!"
Remus ging so schnell wie möglich, ohne dass es unhöflich wirkte - er wusste nicht, was geschehen würde, wenn er noch einen Augenblick länger im selben Raum mit ihr gewesen wäre.


Immer noch weinend saß Lucy auf ihrem Bett. Natürlich konnte sie Remus´ Gründe verstehen, aber trotzdem fand sie, dass sie das Recht hatte traurig darüber zu sein, dass er weg ging.
Sie suchte mit dem Blick eine Uhr - es war bereits zwei Stunden her, dass sie sich verabschiedet hatte, Remus würde bereits weg sein.
Lucy schnäuzte sich und dachte daran, dass er nun nicht mehr hier sein würde, wenn sie ihn bräuchte - sie konnte ab jetzt nicht mehr jeder Zeit zu ihm gehen.....
Nach weiteren zehn Minuten versiegten endlich ihre Tränen und sie beschloss sich ein wenig im Gemeinschaftsraum umzusehen. Vielleicht war da ja jemand, der sie ein wenig ablenkte.
Und tatsächlich - Harry saß alleine über einigen Büchern - wahrscheinlich lernte er.
Lucy ließ sich in den Lehnstuhl daneben fallen.
"Was machst du Harry?"
Er blickte auf: "Oh...ich...häh?"
Lucy grinste: "Was du da machst!"
"Achso - Hausaufgaben.....Kräuterkunde!"
Lucy nickte und starrte ins Feuer, das lustig vor sich hin flackerte.
"Gehts dir gut?"
Lucy drehte ihren Kopf - Harry hatte das Buch beiseite gelegt und schaute sie direkt an.
"Du hast geweint!"
Lucy versuchte es mit einem Lächeln, aber sie wusste, dass sie scheiterte: "Ja...nun.....Remus geht weg.....er will nicht länger in der Nähe sein, solange Voldemort frei herum läuft und er dadurch eine noch größere Gefahr für die Schüler sein könnte."
Harry nickte sachte: "Bist du deswegen sehr traurig?"
"Ja.....ich hab mich daran gewöhnt, dass er immer hier ist, wenn ich ihn brauche....."
Harry rückte seinen Stuhl ein wenig näher und wischte mit seiner Hand eine Träne von Lucys Wange: "Aber du hast noch immer uns oder? Wir bleiben da - und wir sind für dich da - versprochen!"
Er griff nach Lucys Hand und drückte sie fest.
Dann lehnte er sich zurück und begann über Ron und Hermine zu sprechen - dass er es toll fände, dass die beiden einander endlich gefunden hatten, da er persönlich immer schon gedacht hätte, dass sie zusammen gehörten. Und ohne Lucys Zutun erzählte er ihr von Cho - in die er wohl sehr verliebt gewesen war - und dass er sich zwar für seine beiden Freunde freute, sich aber manchmal einsam fühlte.
Und plötzlich sah Lucy ihn ganz anders.....sie hatten so viel gemeinsam und es gab Dinge, die sie und Harry verbanden - Dinge, an die sie bisher nicht gedacht hatte, die aber da waren.
Und ganz plötzlich empfand sie etwas wie tiefe Freundschaft für Harry - vielleicht noch etwas mehr. In ihr wurde eine Verbundenheit wach, die es ihr ermöglichte, Harry gegenüber offen zu sein.
Und ehe sie es sich versah weinten und lachten sie gemeinsam, erzählten sich von dem was sie mit ihren Familien erlebt oder was sie über ihre Eltern wussten und von den Gefühlen, die ständig in ihren Köpfen umherschwirrten.
Als nach mindestens zwei Stunden Hermine und Ron und noch ein paar andere Gryffindors auftauchten fühlte sich Lucy so erleichtert und froh wie lange nicht mehr.
Sie hatten es nicht ausgesprochen, sie hatten es nicht einmal angeschnitten, aber tieg im Herzen wusste Lucy, dass er genauso fühlte - sie würden ab heute füreinander da sein - sie würden einander beschützen - ein stilles Abkommen.


[B]Kapitel 38[/B]

Es gab nichts - nur diese wunderschönen Augen. Und dieses helle Lachen.
Remus wachte auf. Er hatte von ihr geträumt - obwohl er es am liebsten vermeiden würde.....seit Lucys Mutter ihn verlassen hatte, hatte er keine Frau mehr in sein Herz gelassen....immer war die Angst da gewesen - sein Herz tat weh...lieber war er allein, als nocheinmal wegen seines Wesen zurück gewiesen zu werden.
Dennoch - immer wieder wanderten seine Gedanken zu ihr....

Lucy wachte mit einem mulmigen gefühl auf - irgendetwas war geschehen, sie wusste es ganz sicher - aber was?
Einen Moment hoffte sie, dass das Gefühl wieder weg gehen würde, aber als sie angekleidet war, verstärkte sich das Gefühl noch.
In ihrem Kopf war plötzlich Oliver....er lag am Boden und rührte sich nicht mehr.
Lucy erschrak und schreckte zurück, als hätte etwas sie gebissen.
Irgendetwas klopfte....sie sah sich um.
Eine Eule flatterte vor dem Fenster auf und ab und klopfte dann und wamm mit dem Schnabel an das Glas.
Lucy öffnete das Fenster und ließ den Kauz herein, der sie groß ansah und ihr, nachdem er gelandet war, ein Bein hinstreckte.
Daran war ein Brief gebunden.
Lucy löste ihn: "Ist der für mich?"
Der Kauz schuhute zustimmend.
Lucy wunderte sich und ging zurück zu ihrem Bett, setzte sich und öffnete den Umschlag.
Es stand kein Absender darauf.
Ein kleines Kärtchen fiel ihr auf den Schoß:
Eine krakelige Schrift war darauf - es war von Oliver:

"Lucy, ich soll dir schreiben.
Ich wurde von zwei Todessern überwältigt, ich soll dir schreiben.
Sie wollen mich töten, wenn du nicht kommst....bitte beeil dich, komm am besten sofort, wenn du diesen Brief in den Händen hältst! Oliver"

Lucy konnte es nicht glauben......Voldemort, war ihr erster Gedanke....er hatte Oliver und sie wusste langsam, dass er vor nichts zurück schreckte.
Hektisch überlegte sie, was zu tun war - alleine wollte sie nicht gehen, aber wen sollte sie mitnehmen??
Hermine etwa? Oder Ron? Oder Harry?
Irgendwie wollte sie niemanden von den dreien in Gefahr bringen.
Also blieb ihr wohl nichts anderes übrig, als alleine zu gehen.
Sie würde gehen, soviel war sicher.
Hastig packte sie ein paar Sachen in einen Rucksack und verließ den Schlafsaal.
Der Gemeinschaftsraum war nicht leer.
Harry stand da, er hielt einen Zettel in der Hand und sah aus, als hätte er gewartet.
"Harry, was machst du denn hier?"
Er deutete auf den Zettel: "Ich hab einen Brief bekommen, ich soll - keine Ahnung wo hin - kommen und mich stellen. Sonst gibt es einen neuen Angriff auf Hogwarts...ich will nicht, das etwas passiert!"
"Es ist schon was passiert - sie haben Oliver!"
Harry starrte sie an:"Was - wie?"
Lucy erzählte schnell von dem Brief.
"Lucy, warte einen Moment, ich hole eben ein paar Sachen und dann gehen wir......wir gehen zusammen!"
Lucy nickte.
Dann ging alles schnell:
Hermine und Ron kamen herunter, sahen Lucys Gepäck, verschwanden wieder in den Schlafsäälen und noch ehe sie es sich versah standen sie zu viert und Abmarschbereit im Gemeinschaftsraum und diskutierten - Harry und Lucy versuchten Hermine und Ron davon abzubringen mit ihnen zu gehen.
Irgendwann gaben sie es auf.
Zu viert machten sie sich auf den Weg - in ein Abenteuer mit ungewissen Ausgang.
Unbehelligt kamen sie aus dem Schloss - dann überlegten sie und kamen zu dem Schluss, dass es wohl am besten wäre erstmal nach Hogsmead zu gehen.
Als sie dort angekommen waren und in den drei Besen saßen, um sich ein wenig zu stärken, sah Harry die anderen an.
Lucy hatte ein mulmiges Gefühl, immer noch.
"Hört mal - keiner von uns will sterben, aber ich denke jeder von uns weiß, warum wir das hier tun - wir sind auf einer Mission - wir werden Voldemort vernichten - Lucy ist bei uns - wir werden ihn nicht mehr davon kommen lassen. Er hat mir alles genommen, was mir wichtig war - ALLES! Es ist an der Zeit ihn das büßen zu lassen!"


Kapitel 39


Mit einer tiefen grimmigen Entschlossenheit brachen sie von den "Drei Besen" auf. Sie wussten nicht wohin sie gehen sollten, wo sie Voldemort finden würden, aber eines wussten sie: Sie würden gehen und sie würden ihn finden. Irgendwann würden sie auf ihn treffen. In den Briefen hatte kein Ort und auch keine Zeit gestanden - deswegen war sich Lucy sicher, dass Voldemort sie beobachtete - er würde wissen, dass sie unterwegs waren und er würde ihnen Hinweise geben.
Die vier hatten ein stilles Übereinkommen getroffen - es gab keine Umschreibungen mehr, kein Schönschreiben. Voldemort hieß Voldemort - nicht einmal Ron zögerte mehr seinen Namen auszusprechen. Es war Gewissheit, dass schlimmes passieren konnte - es half niemandem mehr, wenn sie seinen Namen umschrieben.
Still und entschlossen gingen sie nebeneinander, Ron und Hermine Hand-in-Hand Harry und Lucy nebeneinander voran - Harrys Blick hatte sich immer mehr verdüstert. Lucy wusste, dass er Voldemort noch mehr hassen musste, als sie es tat. Denn so fürchterlich auch Voldemorts Tat an ihr gewesen war, hatte sie doch etwas gutes: Lucy hatte zu ihrem Vater gefunden.
Aber dennoch war ein hassähnliches Gefühl über die vier gekommen. Zwar waren die Blicke, die sie einander zuwarfen aufmunternd - aber Lucy fühlte es - in ihrem Kopf, aber auch in ihrem Herzen.
Und sie fühlte noch etwas: Es gab kein Zurück mehr. Dumbledores Kampf mochte längst begonnen haben - vielleicht schon seit er auf dieser Welt war. Aber ihr Kampf - Lucys Kampf - er begann hier und jetzt. Auf diesem Weg.
Die Sonne kämpfte sich langsam den Himmel hinauf - sie konnte es nicht sehen, denn eine dicke schwere und unglaublich graue Wolkendecke hing tief ins Land, aber es wurde merklich heller.
Da und dort brachen die Wolken auf, aber nur für kürzeste Momente und deswegen konnten sie nur ungefähr den Stand der Sonne erahnen.
Irgendwann begannen Ron und Hermine sich zu unterhalten. Lucy warf hin und wieder einen Blick über die Schulter - sie wusste, dass die beiden einander Kraft gaben - sie wünschte Oliver wäre hier bei ihr.....
Aber da war ja auch noch Harry. Lucy dachte nach, da umschloss seine Hand plötzlich ihre. Sie sah ihn an.
"Lucy...ich habe Angst....ich bin fest entschlossen, aber ich habe Angst!" murmelte er, wohl in der Hoffnung, dass Ron und Hermine ihn nicht hörten.
Lucy nickte fast unmerklich: "Ich auch...aber wir sind zusammen.....hab keine Angst, wir schaffen es." Und zum ersten Mal sprach sie aus, was sie immer wieder gedacht hatte und was auch Dumbledore und viele andere wohl wussten: "Ich bin sehr stark, Harry - ich bin ihm ebenbürtig, ich weiß es....ich kann ihn besiegen - aber ich brauche dich und ich brauche auch die beiden....alleine könnte ich es nicht!"
So maschierten sie weiter, ohne zu wissen wohin, nur mit der Gewissheit Voldemort zu finden. Hand-in-Hand und Lucy fühlte sich wohl - in der Seele vereint - was passierte war ihr egal, dass Harry und auch Hermine und Ron hier waren, das bedeutete ihr im Moment alles......


Irgendetwas stimmte nicht - mit Lucy! Remus wusste es - er spürte es genau......er saß in seiner Wohnung und merkte, wie er immer unruhiger wurde. Nein, irgendetwas stimmte ganz und gar nicht mehr - Lucy war nicht mehr in Hogwarts! Plötzlich war er sich so sicher, dass er es nicht mehr aushielt.
Er disapparierte. Und tauchte Sekunden später auf dem Weg in Richtung Hogwarts wieder auf. Er musste es wissen - ob sie noch da war oder nicht...
So schnell ihn seine Füße trugen lief er in Richtung Schloß. Keines Blickes würdigte er heute die wunderschöne Shilouette von Hogwarts - zu groß war seine Beunruhigung.
Er stürmte Treppen hinauf, lief und lief und kam vor Dumbledores Büro zu stehen.
"Honigmelonen!" murmelte er das Passwort und lief schon wieder los, ehe die Tür noch ganz offen war.
Er klopfte und trat ein, ohne ein Antwort abzuwarten.
Dumbledore sah hoch, er schien beschätigt: "Ja?? Oh....Remus! Ich dachte schon, dass du kommen würdest!"
"Lucy....ist..." keuchte Remus, aber er kam nicht dazu weiterzusprechen. Dumbledore unterbrach ihn.
"Ist nicht mehr hier....sie ist aufgebrochen....."
"Und Sie sitzen hier und schauen zu??" rief Remus aufgebracht. Er konnte es nicht fassen - seine Tochter war drauf und dran sich vielleicht in Gefahr zu bringen und Dumbledore saß hier und war vollkommen ruhig.
"Harry, Ron und Hermine sind bei ihr!"
"Warum tun Sie nichts??"
Dumbledore legte seinen Zeigefinger an die Lippen und bedeutete Remus still zu sein. Dann konzentrierte er sich.
Plötzlich hörte Remus Stimmen: "Ich hab Angst Lucy.....ich bin fest entschlossen...aber ich habe Angst" - das war Harry - "Ich hab auch Angst!" - Lucy!!!
"Dumbledore woher kommen diese Stimmen?"
Dumbledore lächelte: "Ich verfolge die vier, ich weiß wohin sie gehen und ich höre was sie sagen!"
"Aber wie?" Remus war ehrlich verwirrt.
Dumbledore lächelte geheimnisvoll: "Remus, ich bin sehr alt, und ich habe mir im Laufe der Jahre Dinge angeeignet, von denen du gar nicht ahnst, dass man sie erlernen kann... ich habe sie im Blick - solange sie nicht zu nah an Voldemort heran kommen, aber wenn sie zu nah an ihn kommen, dann werde ich es auch wissen!"

Kapitel 40


Je weiter sie gingen und je weiter der tag fortschritt desto stiller wurden sie.
Lucy sah immer wieder über die Schultern zurück - sie musste sich versichern, dass Hermine und Ron noch da waren! Ron trug einen riesigen Rucksack mit sich herum. Lucy fragte sich, was er wohl darin herumschleppte.
Irgendwann standen sie vor einem Wald. Irgendwie hatte keiner bemerkt, dass da Bäume immer näher kamen und aus irgendeinem Grund waren alle vier überrascht, dass plötzlich ein Wald wie aus dem Nichts auftauchte - Lucy hatte einen Moment lang das furchtbare Gefühl, dass der Wald TATSÄCHLICH aus dem Nichts heraus aufgetaucht war - ja einen Moment lang war sie sich sogar sicher, dass er vor ein paar Minuten noch nicht dagewesen war.
Plötzlich hörten sie Hufgetrappel.
Lucy drehte sich herum und sah ein Wesen, wie sie es noch nie zuvor gesehen hatte: Halb Mensch, halb Pferd?
Harry aber schien die Gestalt zu kennen: "Firenze! Was machen Sie hier?"
Das Geschöpf sah ernsthaft zu ihnen hinunter: "Harry Potter, ich komme sie zu warnen - gehen sie nicht in diesen Wald - Unheil wartet dort, dem sie nicht entkommen können, sobald sie erst die ersten Bäume hinter sich gelassen haben! Sie dürfen nicht weitergehen, niemand von ihnen, das Böse wohnt und lauert in diesem Wald."
Lucy ergriff das Wort: "Deswegen sind wir hier - das Böse....wir wollen es vernichten!"
"Das ist leichter gesagt als getan - ich weiß wer Sie sind! Sie sind das Mädchen - das über die Zukunft entscheiden wird! Aber auch sie dürfen sich nicht leichtfertig in Gefahr bringen!"
"Das hat nichts mit Leichtfertigkeit oder Leichtsinn zu tun - im Gegenteil....wenn es doch nur Leichtsinn wäre, dann könnten wir einfach umkehren, weil wir es nicht ernst meinen - aber ich zumindest meine es ernst. Ich werde weitergehen, für meinen Vater, für meine Freunde und für alle die Menschen, die leiden mussten unter diesem Bösen - für alle die Menschen, die Angst vor seinem Namen haben, für alle die Menschen, die getötet wurden und deren Tod nicht ungestraft bleiben darf! Für alle Menschen, die darauf warten, dass jemand das tut, worauf seit so vielen Jahren gewartet wird - sich dem letzten Kampf mit diesem Bösen zu stellen!"
Lucy hielt dem Blick des Geschöpfes stand.
Harry legte seinen Arm um ihre Schulter: "Lucy....ich bleibe bei dir, ich gehe mit dir! Ich lass dich nicht alleine, ganz bestimmt nicht!"
Hermine und Ron kamen näher und nickten kräftig.
Firenze fixierte Lucys Blick und es war Lucy als sähe er tief in ihre Seele: "In Ihnen steckt Zorn und Entschlossenheit - ich werde Sie nicht aufhalten können....aber dennoch, ich muss Sie warnen. Dadrinnen warten grausame Schrecken auf Sie! Glauben Sie nicht was Sie sehen, seien Sie vorsichtig, bei allem was Sie tun und vor allem: Verlieren Sie nicht den Mut! Vielleicht können Sie es dann schaffen ihn zumindest zu finden! Aber ruhen Sie sich aus, bevor Sie den Wald betreten, Sie werden alle Kräfte brauchen und da drinnen gibt es keinen Schlaf - es gibt nichts....nur den Tod und Verderben! Der ganze Wald ist verderbt!" Firenze hatte einen angewiderten Blick aufgesetzt.
"Schlafen Sie eine Weile, ich werde über Sie wachen! Das ist das einzige das ich tun kann - ich kann Sie nicht begleiten - ich weiß nicht, wie lange ich in diesem Wal überlebe!"
Lucy fühlte sich immer schlimmer - in was hatte sie Harry und die anderen da hineingezogen? Sie wollte, dass die drei sofort umkehrten, aber sie wusste auch, dass sie sie nicht dazu bringen würde.
"Gut...vielleicht sollten wir wirklich ein wenig schlafen," meinte sie schließlich und setzte sich auf den grasigen Boden.
Ron hatte plötzlich ein verschmitztes Lächeln aufgesetzt: "Es ist nicht alles so furchtbar, steh nochmal auf Lucy!"
Dann öffnete er seinen Rucksack und holte Decken und Polster für alle heraus.
Lucy staunte nicht schlecht: "Wie....wo?"
"Hey wir sind Zauberer oder? Ok - ich hatte so ein Gefühl und hab Ginny gebeten mir zu helfen, was Packen und Aufräumen angeht ist sie ein Genie, sie hat mir einen Zauber gezeigt, der Rucksäcke und Taschen innerlich vergrößert - genial oder?"
Lucy dankte Ginny im Stillen und ließ sich seufzend auf eine der Decken nieder.
Sie lag noch lange wach und fühlte wie ihr Magen rumorte - obwohl sie noch gar nicht in dem Wald waren hatte sie das Gefühl, dass etwas übermächtiges von ihr Besitz ergriff - irgendetwas lag in der Luft - es war nichts gutes.

Remus war eingeschlafen, als Dumbledore in anstieß: "Aufwachen! Sie sind an einem Wald angekommen, Firenze ist auf sie gestoßen - ich fürchte, dass sie den Wald betreten werden und nach allem was Firenze gesagt hat....wir sollten dorthin."
Remus schaute einen Moment lang verwirrt, bevor er begann zu begreifen, was Dumbledore gesagt hatte: "Wissen Sie ganz genau wo die vier sich befinden? Wir müssen dahin!"
Dumbledore wiegte seinen Kopf: "In den letzten Stunden sind die Gefühle die von den Kindern ausgegangen sind immer schwächer geworden, sie sind nahe der Gefahr - ich werde sie ungefähr orten können, aber nicht genau..."
Remus nickte.
"Entschuldigung, dass ich so reinplatze - aber ich habe ihn heute nachmittag hier rein kommen sehen....was ist mit welchen kindern? Gefahr? Kann ich helfen?"
Die süße Stimme - da war sie wieder! Im ersten Moment dachte Remus, dass es sich noch um ein Gespenst aus einem Traum handeln musste, das ihm in die Wirklichkeit gefolgt war. Aber als er sich umdrehte stand sie da - Emma.
Dumbledore nickte: "Sie können helfen, aber ich denke es ist wichtig vorher alles genau zu erklären."
Danach dauerte es etwas eine Stunde bis die wichtigsten Fakten zusammen gefasst waren.
Emmas Augen waren beim zuhören immer größer geworden und schließlich meinte sie: "Warum habt ihr nicht früher gehandelt? Warum habt ihr die Kinder nicht eingeholt....??"
Dumbledore wiegte wieder seinen Kopf: "Ein Fehler vielleicht - aber ich weiß, dass Voldemort den Kindern den Weg gewiesen hat - wäre einer von uns dabei gewesen, dann hätte er sie niemals so nah an sich kommen lassen - er ist nicht dumm!"
Remus nickte - es gefiel ihm nicht, dass die Kinder wie eine Art Köder ausgelegt worden waren um Voldemort zu finden, aber er verstand auch, worauf Dumbledore gewartet hatte.

Als Lucy wieder erwachte war es bereits wieder hell. Sie setzte sich auf und schaute in den Wald hinein. Die Dunkelheit der Nacht schien dort einfach hängen geblieben zu sein. Lucy schauderte und sah sich um.
Hermine und Ron schliefen eng aneinander gekuschelt - Lucy verspürte in sie die beiden noch sehr oft so sehen konnte....
Und Harry? Er sah so friedlich aus - nichts in seinem schlafenden Gesicht verriet, dass er Angst hatte - er lag einfach da und schlief, wie in einem wunderschönen Traum gefangen.
Wo war Firenze?
Lucy drehte ihren Oberköper herum - Firenze hatte sie wohl schon eine Zeit lang beobachtet.
"Sie sind wach - es ist spät."
"Wie spät ist es denn?"
Firenze legte seinen Kopf schief: "Die Sonne steht tief, es muss abend sein."
"Wissen Sie es denn nicht genau?"
Firenze nickte: "Doch, aber ich drücke mich anders aus als ihr es tut."
Lucy lächelte - natürlich? Wie sollte sich ein Wesen wie dieses der menschlichen Sprache so bedienen wie sie es taten?
"Soll ich die anderen wecken?" überlegte Lucy laut.
"Lassen Sie sie noch ein wenig schlafen, sie brauchen die Kraft!"
Lucy nickte.

Als Remus, Dumbledore, Emma und Severus wenig später an der Stelle ankamen, an der die Kinder geruht hatten, war keine Spur mehr von Lucy, Harry, Hermine oder Ron.
Remus sah sich um, nichts, da war nichts.....
"Dumbledore, sind Sie sicher, dass wir richtig sind? Sie sprachen von einem Wald! Wo ist er??"



Kapitel 41


Weiter und tiefer drangen die vier Freunde in den Wald ein. Firenze hatte sie nur ein Stück weit in den Wald begleitet und dann wieder kehrt gemacht. Aber nicht ohne sie mit einigen Sprüche zu besprechen. Er meinte, sie wären dadurch schwerer zu beeinflussen.
Je tiefer sie in den Wald eindrangen umso mehr spürte Lucy was Firenze gemeint hatte.
Sie fühlte es bei jedem Schritt und bei jedem Atemzug - in diesem Wald gab es das Böse - und vielleicht war es noch viel schlimmer als Voldemort - vielleicht war das Böse, das hier lebte der Ursprung alles Bösen das es gab - vielleicht war es unmöglich es zu vernichten und vielleicht was Voldemort nur ein Diener dieser großen Macht.
Aber all das waren nur Gedanken.
Harrys und ihre Hände hatten sich wieder gefunden und Lucy spürte dass er zitterte.
"Lucy!" flüsterte er irgendwann, "hier ist irgendetwas! Ich kann nicht sagen was, aber irgendetwas ist hier....es verdirbt alles, die Luft, die Bäume....ich glaube sogar das die Bäume ein Teil davon sind!"
Lucy nickte - sie wusste genau was er meinte.
Es war düster geworden. Lucy wusste, dass es eigentlich hell sein müsste, aber je weiter sie vordrangen umso dunkler und düsterer wurde es - Lucy hatte sogar das Gefühl, dass es bald völlig finster werden würde und diese Vorstellung ängstigte sie.
Plötzlich bewegte sich etwas vor ihnen - bisher hatten sie nichts lebendiges gesehen oder gehört. Es gab nicht einmal Spinnengewebe. Das einzige Lebendige waren diese seltsamen Bäume, aber Lucy bezweifelte, dass diese tatsächlich lebendig waren......
Lucy fühlte sich von hinte gefasst, es war Hermine: "Lucy was ist das hier?"
"Ich weiß es nicht."
Als die Bewegung näher kam klammerte sich Hermine fester an Lucy.
Lucy versuchte etwas zu erkennen, aber die Gestalt war unglaublich verschwommen. Harry schrie plötzlich auf.
Luvy wandte ihm den Blick zu - er stand da und starrte entgeistert auf die Erscheinung.
Und als Lucy wieder hinsah, erkannte sie eine junge Frau mit rotem Haar und grünen durchdringenden Augen - sie war schön, aber ebenso unheimlich. Etwas beunruhigendes ging von ihr aus.
Als sie zu sprechen begann lief es Lucy kalt den Rücken hinunter, denn die Stimme war grell und grässlich und passte gar nicht zu der Erscheinung.
"Willkommen in meinem Wald - ich hoffe ihr seid auf euren Alptraum gefasst!"
Harry wimmerte los und presste sich die Hände auf die Ohren.
Und plötzlich begann sich die Gestalt zu verändern - aus dem ebenmäßigen Gesicht wurde langsam aber sicher eine Höllefratze, so grausam wie nichts, was Lucy bisher gesehen hatte. Und um das ganze noch schlimmer zu machen, kam die Fratze näher und plötzlich war sie ganz dicht vor Lucys Gesicht.
Lucy schloss entsetzt die Augen und schlug nach der Gestalt, aber ehe sie etwas zu fassen bekam war die Erscheinung verschwunden. Nur noch Harrys Wimmern war zu hören.
Lucy brauchte einige Sekunden um sich wieder zu fangen.
"Harry was ist mit dir?"
"Das war......meine Mom....sie....."
Ron keuchte: "Das kann sie nicht gewesen sein - was auch immer hier drinnen lebt hat uns das nur vorgegaukelt.....wer weiß was noch kommt!!!"
Lucy nickte: "Es war keine gute Idee hierherzukommen - wir sollten umkehren, ich bringe euch hier heraus und werde mich dann alleine auf den Weg machen!"
Ohne auf Wiederworte zu hören drehte sich Lucy um und wollte losgehen.
Aber plötzlich schoßen von überall Spinnen auf sie zu - aber was für Spinnen übergroß und ekelhaft. Ron schrie auf und duckte sich, schlug um sich und traf Lucy mehr als einmal.
Lucy versuchte die Spinnen zu verscheuchen, aber sie hatte das Gefühl, dass sie plötzlich überall waren. Oben unten rund um sie herum.
"Ihr werdet nicht gehen, ich gebe euch nicht frei!"
Irgendwoher kam wieder diese grausame Stimme.
"Wie viele Menschen vor euch haben versucht einen Weg durch meinen Wald zu finden - aber hier gibt es keinen Weg hier gibt es nur Verdammung und Verderbtheit! Die Seelen der Verdammten leben hier - passt auf, dass ihr ihnen nicht zu nahe kommt!!"
Mit einem Mal war die Luft von einem Wimmern und Schreien erfüllt.
Lucy sah sich um, aber sie konnte nichts erkommen - aber das Wimmern war allgegenwärtig.
Dafür waren die Spinnen verschwunden.
Hand in Hand machten sich die vier Freunde wieder auf den Weg.
Wieder gingen sie - Stunden, wie es Lucy schien und immer verfolgte sie das Wimmern, das aber nie lauter wurde, sondern immer so klang als käme es aus einer anderen Welt - Lucy war sich nicht sicher, ob sie sich nicht bereits in dieser anderen Welt befanden.
Das Gewimmere schlug Lucy auf den Magen und an ihren Verstand. Mit jeder Minute glaubte sie mehr verrückt zu werden.
Was auch immer hier war, es konnte nicht nur Voldemort sein, so mächtig konnte er nicht sein!
Eine unglaubliche Furcht packte Lucy - sie würden das alle nicht überleben, wenn sie nicht im Kampf starben, dann würden sie verrückt werden und sich vielleicht gegenseitig was antun.
Irgendwoher kam eine Stimme in Lucys Bewusstsein: "Denk nicht an solche Dinge, das ist dieser Wald hier - er lässt dich so denken! Du bist die Auserwählte - das hier ist dein Schicksal und du wirst es irgendwie durchstehen!"
Ja es war dieser Wald. Und er flößte nicht nur Lucy solche Gedanken ein. Jedes Mal wenn sie einen der anderen ansah erkannte sie in den Augen ihrer Freunde dieselbe Furcht, die sie selber spürte.
Irgendwann - Lucy wusste nicht ob sie seit einer oder fünf Stunden unterwegs waren - meldete sich Hermine zu Wort: "Dieser Wald macht uns verrückt, ich denke die ganze Zeit komische Sachen...es macht mir Angst! Und wo kommen diese Geräusche her? Es gibt hier doch nichts!"
Niemand antwortete ihr.
Lucy konnte Hermine nachfühlen was sie empfand, sie quälten dieselben Fragen und es machte sie wahnsinnig, dass sie keine Antwort darauf hatte.



Kapitel 42


"Das ist hier sowas wie ein Albtraumwald oder sowas!! Ich werd noch wahnsinnig!!" schrie Ron, nachdem sie gemeinsam gegen eine Bande Wölfe bestanden hatten, die sie angefallen und schließlich in Staub zerfallen waren.
Lucy drehte sich im Kreis herum: "Das glaube ich auch - und wir sind noch lange nicht imer Herzen des Waldes angelangt...."
"Da!! Was ist das??" Hermine deutete nach links und alle wandten sich in dieselbe Richtung.
Lucy erstarrte und murmelte: "Meine Mutter....jetzt bin ich wohl dran..." Lucy starrte auf das ebenblid ihrer Mutter, das näher kam - und plötzlich erschien eine Gestalt hinter der Erscheinung und in hundertfacher Wiederholung erlebte Lucy den Tod ihrer Mutter wieder und wieder - aber sie konnte sich nicht bewegen, konnte die Augen nicht verschließen....
Jemand rüttelte an ihrer Schulter: "Lucy was ist denn?" Es war Harry. Irgendwie lag in seiner Berührung eine gewisse Kraft. Plötzlich konnte Lucy sich von dem Schreckensbild lösen und Harry anblicken: "Es ist nichts, es geht schon....wir müssen weiter - ich glaube wir nähern uns langsam dem Ding, dem wir das alles hier zu verdanken haben...."
Harry nickte stumm.

Remus hatte sich mittlerweile auf den Boden fallen lassen - es half ja doch nichts - hier waren weder die Kinder noch ein Wald.
"Dumbledore, Sie müssen sich geirrt haben!" wiederholte Severus sich schon wieder.
Aber Dumbledore ging weiter auf und ab: "Nein ich weiß es, die Kinder waren hier und sind von hier aus in einen Wald hineingegangen!"
"Aber hier ist kein Wald - hier kann auch keiner gewesen sein..." mischte sich Remus nun auch ein. Dumbledore MUSSTE sich geirrt haben.
Emma hatte bisher nur nachdenklich geschaut, aber schließlich meldete sie sich zu Wort.
"Ich habe davon gehört - es gibt etwas, das schlimmer ist als Voldemort und schlimmer als vieles andere - manche nennen es das Urböse, aber was es wirklich ist kann ich nicht sagen. Auf alle Fälle wohnt es in einem Wald - aber naja, wie soll ich es sagen - den Wald kann nur sehen, dem es erlaubt ist. Das heißt, was auch immer in diesem Wald wohnt, kann sich aussuchen, wer was sieht - und wir sind wohl nicht dazu berufen - noch nicht.....oder überhaupt nicht?? Auf alle Fälle gibt es da eine Prophezeiung....ihr wisst ja, was man sagt, es gibt die Auserwählte und sie ist stärker als alle - aber es gibt eine weitere Prophezeiung: Die Auserwählte wird dem Urbösen gegenüber stehen und der Ausgang des Kampfes wird entscheiden über die Zukunft der Welt...."
Dumbledore nickte: "Diese Prophezeiung kannte ich noch nicht....aber ich glaube dir!"
Emma lächelte.
Aber Remus war nicht zum lächeln zumute: "Das heißt dass Lucy in Gefahr ist und mit ihr Hermine, Harry und Ron."
Dumbledore nickte weiterhin: "Das ist richtig - wir müssen in diesen Wald!!"

Und dann war er da......
Harry schrie auf und streckte seinen Arm aus: "Voldemort!!!"
Lucy blieb stehen und streckte beide Arme zur Seite, um Ron und Hermine am Weitergehen zu hindern.
Voldemorts schlangenartige Augen fixierten Lucy: "Da stehen wir also - hier in diesem Wald, in dem jeder normale Mensch verrückt wird und nichts ist mehr zwischen dir und mir - und ach, du bringst mir Harry gleich mit! Das ist so nett von dir!" Er lachte mit seiner schrecklichen Stimme.
Lucy hielt sich die Ohren zu.
Voldermort sah sie weiterhin an: "Nagini freut sich so auf euer Fleisch! Nagini komm hierher!!"
Eine überlange Schlange wand sich näher und bäumte sich auf.
Lucy griff nach ihrem Zauberstab: "Avada Kedavra!!" Die Schlange zuckte und erschlaffte.
Voldemort lachte wieder: "Du bist stark - aber wir sind hier nicht in deinem Wald meine Hübsche!!"
Lucy griff ihren Zauberstab fester: "Nein, aber es ist auch nicht dein Wald!"
Voldemort lachte schrill: "Nein, du hast recht, du bist schlau - aber sieh mal, der der hier wohnt, er ist mir wohl gesinnter als dir und deinen Freunden - er wird mich unterstützen - er weiß um die Prophezeiung über dich und ihn - und er wird alles daran setzen dich zu vernichten...und das heißt, da ich dich ja auch liebend gerne aus der Welt schaffen möchte, dass er und ich uns verstehen!"
"Aber wer ist denn ER?"
Voldemort lachte wieder: "Er ist was er will - es könnte jeder Baum sein - er könnte jedes Blatt hier sein - vielleicht ist er sogar einer deiner Freunde!!"
"Oder du?"
Voldemorts Lachen erstarb: "Oder das....aber sei beruhigt, er ist hier, aber ich bin es nicht. Aber genug geredet, wir haben was zu erledigen - oder soll ich sagen, ich habe dich zu erledigen?" Sein Lachen drang durch Mark und Bein.
Aber dieses Mal ließ Lucy ihre Händer unten. Voller Hass starrte sie Voldemort an: "Ja, lass es uns zu Ende bringen - jetzt!"
Und plötzlich wusste sie was sie zu tun hatte. Lucy konzentrierte sich, wie sie sich noch nie in ihrem Leben konzentriert hatte und zielte mit ihrem Zauberstab. Sie sprach es nicht aus, aber tief in ihrem Inneren ballte sich ein Zauber zusammen, stärker als jeder andere - und tödlicher.
Voldemort hatte ebenfalls seinen Zauberstab gepackt und gezielt. "Crucio!" Lucy spürte, dass etwas sie traf, aber es tat ihr nichts - die Macht in ihr war zu groß. Es war ein eigenartiges Gefühl. Als würde alles Gute, was da in ihr war an die Oberfläche treten und sie umfangen.
"Lucy!!" hörte sie Hermines Stimme von irgendwo rufen, aber sie nahm es kaum war.
Als sie die Augen öffnete, fühlte sie, dass sie ihren Zauberstab nicht mehr brauchen würde - sie ließ ihn sinken und erst jetzt begriff sie zum ersten Mal ansatzweise, was es bedeutete - "Die Auserwählte" zu sein...
Lucys Zauberstab fiel zu Boden und sie hob ihre Hand und zeigte auf Voldemorts Zauberstab: "Amandare..." flüsterte sie und der Zaubertsab schoss aus Voldemorts Hand und kam irgendwo im Unterholz zu liegen.
Voldemorts Blick erstarrte - war das Angst??
"Was ist das für eine Magie??" schrie er wie von Sinnen.
Lucy blickte Voldemort an und konzentrierte sich noch einmal - sie wusste, dass sie Voldemort jetzt besiegen konnte.
"Mori!" rief sie und streckte ihre Hand nach Voldemort aus.
Er schrie und mit ihm schrie der Herr des Waldes auf, es wurde hell, irgendetwas geschah - und dann war er tot......Voldemort war tot.



Kapitel 43

Lucy stürzte zu Boden - sie fühlte sich so schwach, aber dennoch stark - irgendwie war ihr, als würde ihr Geist stark sein, aber ihr Körper spielte nicht mit.
Langsam stand sie wieder auf und drehte sich zu Harry, Ron und Hermine herum. Alle drei starrten sie voll stummen Entsetzen an.
Ron war der erste, der sprach: "Lucy - was war ja....was ist mit dir passiert? Du siehst so anders aus.....deine Haare und deine Augen - üerhaupt....."
Lucy runzelte die Stirn....sie griff sich ins Haar und zog ein paar Strähnen hervor - sie waren weiß.....erschrocken packte sich Lucy ins Haar und zog mehr Strähnen vors Gesicht - alles weiß......was war passiert?

Remus sprang erschrocken auf, von irgendwoher war ein Schrei zu ihnen gedrungen - ein Schrei, als würde etwas Mächtiges vergehen.
Dumbledore machte eine beruhigende Geste: "Ich glaube, es geht ihnen gut!" Er lauschte kurz und plötzlich erhellte sich sein Gesicht: "Ich kann sie hören - Lucy hat sich verändert, aber alle drei Leben, irgendetwas ist passiert - ich kann nicht sagen was, aber es bedeutet zumindest, dass es den vieren gut geht!"
Remus wurde langsam richtig nervös und ungeduldig: "Aber was ist denn nun mit ihnen??? Wo sind sie??? Wieso ist dieser Wald weg?"
Aber er war nicht weg - Remus hatte nur kurz die Augen geschlossen, aber als er sie öffnete, waren rundherum plötzlich Bäume - sie standen mitten drinnen.
Dumbledore nickte langsam: "Das dachte ich mir, ich habe es fast geahnt - wie es aussieht, hat ER gerade viel einbüßen müssen.....er ist geschwächt....deshalb musste er sich offenbaren....wir sollten uns beeilen, wenn wir die Kinder rechtzeitig finden wollen, bevor er aufs neue erstarkt!"

Lucy hatte sich von dem ersten Schreck erholt. Die Veränderung, die sie durchgemacht hatte war also nicht nur innerlich zu spüren sondern auch zu sehen. Sie war so unsagbar froh, dass ihre Freunde sie nicht im Stich ließen......
Plötzlich blieb Harry stehen: "Jetzt weiß ich es!"
"Weißt was?" fragte Ron.
"Ich weiß was anders ist! Das Stöhnen und Schreien...hört mal!"
Ron schüttelte den Kopf: "Ich hör gar nichts.....achja! Da war doch was.....aber es ist verstummt."
Lucy schloss für einen Moment die Augen und plötzlich waren seltsame Dinge in ihrem Kopf: Ein ungeheueres Wesen, das in einem Schatten lag und sich wand - geschwächt und wütend - und gefährlich!
Sie öffnete erschrocken ihre Augen und sah sich um - nein, die Bilder waren nur in ihrem Kopf, aber sie wusste was sie zu bedeuten hatten.
"Es ist so leise, weil der Bewohner dieses Waldes seinen wichtigsten Diener verloren hat - das macht ihn zumindest ein wenig schwach. Ich weiß, dass er wütend ist und dass er sich fürchtet - aber die Wut ist größer....wir müssen ihn schnell finden..."
Harry nickte: "Dann lasst uns keine Zeit verlieren!"

Hermine wusste nicht, wie weit sie schon gegangen waren, aber plötzlich hörte sie etwas - es war grauenhaft und furchteinflößend...und es schmerzte in ihrem Kopf - es war ein Gefühl, als würde sie wahnsinnig werden. Sie presste ihre Hände an den Kopf und stieß einen Schrei aus, aber es half nichts. Hermines Knie berührten den Boden und bevor sie es sich versah, wurde das Licht um sie schwächer und ein dunkler Schatten hüllte sie ein.

Ron hatte aufgeschrieen und war zu Hermine gestürzt. Harry stand da und starrte entsetzt auf Hermines Körper, der reglos am Boden lag und Lucy wusste, dass es nur die erste Flutwelle war - das erste aufbäumen, gegen sie. Sie hatte etwas getötet, dass dem Herrn des Waldes wichtig war, nun würde er versuchen zu vernichten, was ihr wichtig war.....sie konnte das nicht zulassen.
"Ron! Harry! Ich lasse euch nicht weiter mitkommen! Ich werde um euch ein Schutzschild legen, ihr könnt zwar jederzeit hinaus, aber kein Zauber dieser Welt, wird euch etwas antun können!"
Ron hielt Hermines Hand und flehte: "Bitte, sag was, wach auf...bitte!"
Aber Harry schüttelte den Kopf: "Ich werde mit dir kommen! Ich werde dich begleiten..."
Lucy stieß ihn in Richtung Ron und Hermine und schrie: "Egal was es ist, es könnte dich töten - es könnte mich töten! Es ist gefährlich!"
Harry nickte: "Es ist gefährlich - und es ist mir egal!"
Lucy sah ihm in die Augen und sah etwas: Vertrauen!
Ja sie würde Harry mitnehmen.
Sie nickte leicht und ging dann zu Ron und Hermine hinüber: "Am besten du setzte dich neben sie, dann brauch ich nicht so viel Kraft für ein großes Schutzschild!" Ron ließ sich gehorsam nieder und Lucy stöberte in ihrem Inneren nach dem passenden Zauber: "Defendere!!!"
Man konnte es nicht sehen, aber Lucy wusste, dass es geglückt war.
Harry folgte ihr, als sie sich zum Gehen wand.
Ein paar Minuten war es vollkommen still, dann durchbrach Harry das Schweigen: "Sag mal was sind das eigentlich für Zauber, die du da verwendest?"
Lucy runzelte die Stirn und sah ihn an: "Ich weiß es nicht - es ist einfach da.....mir ist, als würden diese Zauber Teil von etwas sehr altem sein - älter als wir auch nur ahnen, es ist unheimlich...."
Lucy seufzte und meinte: "Aber so soll es wohl sein - du weißt schon, ich bin ja die Auserwählte und so....ich komm schon klar!"
Sie gingen stumm weiter.
Bis wieder eine Gestalt vor ihnen auftauchte - dieses Mal erkannte Lucy sie sofort - es war Oliver.....



Kapitel 44


"Lucy!!!" rief Oliver und kam ein wenig näher. "Wie schön du bist - zum Glück bist du gekommen!! Du hast mir so gefehlt!"
Lucy trat einen Schritt auf Oliver zu: "Oliver? Wie kommst du hierher? Haben sie dich gehen lassen?"
Er nickte: "Ja, du hast Voldemort besiegt, da dachte er wohl, dass es sowieso nichts nützt mich weiter gefangen zu halten.....und jetzt bin ich frei!!"
Eva wagte sich noch einen Schritt näher. Oliver wollte auf sie zukommen und sie umarmen, aber daraufhin machte sie einen Schritt zurück.
"Lucy, was hast du denn?"
Lucy musterte Oliver: "Irgendetwas stimmt ganz und gar nicht......"
Harry nahm Lucy am Arm: "Was hast du wirklich? Das ist doch Oliver! Sei doch froh, dass er frei ist!!"
Lucy wandt sich zu Harry um: "Es stimmt etwas nicht - ich weiß nicht was, aber etwas ist hier verkehrt - ich fühle es!!"
Harry lächelte: "Das ist doch Quatsch!"
"Genau, Harry hat Recht! Du machst dir doch was vor, Lucy - nun komm schon zu mir!"
Lucy wusste, dass ihr Gefühl sie nicht trügen würde - nein, etwas stimmte nicht.
Lucy packte ihren Zauberstab: "Das ist nicht Oliver!"
Ein lautes Geschrei ging von "Oliver" aus und plötzlich zerfiel seine Gestalt in hunderte Fledermäsue, die sich lautstark kreischend auf Harry und Lucy stürzten.
"Stare!!!!!!!!!" schrie Lucy und die Fledermäuse blieben in der Luft stehen. Und plötzlich mit einem Puffen verschwanden sie alle auf einmal.
Lucy drehte sich zu Harry herum: "Siehst du!"
Harry nickte nur, mit vor Schrecken aufgerissenen Augen.
Lucy war nun auf alles gefasst - was auch immer auf sie wartete, es würde sie nicht einfach gehen lassen - nein. Im Gegenteil. Lucy erwartete, dass da noch schlimmeres auf sie wartete.....
"Lucy......was wenn......wenn du stirbst? Wir das.....das Ding uns dann auch töten?"
Lucy griff nach Harrys Hand: "Ich weiß es nicht, aber ich werde alles geben, ok?"
Harry sagte nichts mehr.Je weiter sie gingen, desto stiller wurde er. Und desto stiller wurde es auch um sie herum.
Lucy fühlte es, sie kamen der Quelle des Bösen näher.


Remus, Emma, Severus und Dumbledore hatten sich mittlerweile ein gutes Stück in den Wald vorgekämpft. Dumbledore hielt immer inne, um sich zu konzentrieren. Während des ganzen Weges geschah nichts seltsames.
"Ich glaube, er hat uns noch nicht bemerkt!"
"Wer denn?"
"Der Herr dieses Waldes Severus - er konzentriert sich ganz auf die Kinder!"
Remus sah sich immer wieder um - irgendwie wurde er das Gefühl nicht los, dass sie sehr wohl bemerkt worden waren - und dass sie beobachtet wurden. Er spürte es irgendwo tief drinnen.
Plötzlich schrie Emma neben ihm auf: "Da!! Wer ist das??" Sie deutete in die Richtung und Dumbledore lief los.
"Hermine! Ron!!!" rief er.
"Professor! Zum Glück sind sie da! Hermine ist zusammen gebrochen, ich weiß nicht was ich machen soll, ich hab schon alles versucht um sie wach zu kriegen!"
"Erzähl erst, wie ihr hierhergekommen seid und wo Harry und Lucy sind!"
Ron erzählte also im Schnelldurchlauf alle Ereignisse seit sie Firenze "Lebwohl" gesagt hatten. Dumbledore hörte sich alles an und nickte schließlich: "Ich denke, dass Hermine einen Nervenzusammenbruch erlitten hat - dieser Wald.....keine Sorge, Prof. Snape wird euch zurück bringen nach Hogwarts! Severus? Emma? Ihr zwei bringt die beiden zurück! Remus und ich, wir werden weiter nach den anderen beiden suchen!"
Emma nickte und Severus hob Hermine hoch. Dann machte die beiden sich schnell auf den Weg zurück.
Remus sah ihnen nach und hoffte sehr, dass sie es schaffen würden.
Dumbledore und er maschierten weiter in dieselbe Richtung wie bisher.
Langsam wurde Remus mulmig zumute - noch dazu hatte Dumbledore seit einer halben Stunde nichts mehr gesagt.
Irgendwann wurde es Remus zu viel: "Sagen Sie Professor - ist alles in Ordnung? Worüber denken sie nach?"
Dumbledore wiegte seinen Kopf und antwortete schließlich: "Die Veränderung, von der Ron erzählt hat und die Zaubersprüche - ich glaube, die wahre Macht, die in Lucy geschlummert hat, ist nun ans Licht getreten - sie hat Voldemort getötet - sie hat Ron und Hermine geschützt, sie hat erkannt, dass sie die Auserwählte ist und ich hoffe, dass sie das richtige tun wird, wenn es notwendig ist....."
"Was für eine Macht ist das eigentlich? Ich meine - was soll das ganze?"
"Nun Remus, diese starke Macht ist so alt wie die Menschheit - deshalb sind die Zaubersprüche auch so anders, als die die wir verwenden - sagen wir es mal so - es gibt immer wieder etwas böses auf der Welt - es wird sich nie vernichten lassen, aber manchmal kommt es dazu, dass das Böse droht, die Überhand zu übenehmen und die Welt zu beherrschen - deswegen wird alle 2000 Jahre ein Kind geboren, dieses Kind ist so mächtig - es kann verhindern, dass etwas geschieht - oder dafür sorgen, dass alles geschieht! Lass uns hoffen, dass Lucy nicht für letzteres sorgt. Ich denke, dass sie sehr mächtig ist und dass noch lange nicht, alles, was in ihr verborgen ist, zu sehen ist, aber sie fühlt es schon - oh ja.......und ich fühle es auch, wir kommen näher........und auch Lucy kommt ihm näher - ich fürchte, dass es bald eine Entscheidung geben wird....."


"Schau, eine Lichtung!"
Lucy war stehen geblieben und hatte ihren Arm gehoben. Harry blieb ebenfalls stehen. Die Lichtung, die Lucy meinte, war kreisrund und der Wald war so gerade abgetrennt, dass es auf keinen Fall eine natürliche Lichtung sein konnte. Die ganze Lichtung war in ein seltsam grünliches, krankes Licht getaucht. Man spürte förmlich, dass da etwas böses wohnte......hauste - lebte?
"Er versteckt sich," flüsterte Lucy leise und trat mit einem festen Schritt auf die Lichtung hinaus.
Harry zögerte noch einen Moment und folgte ihr.
"Ok, und nun?" flüsterte Harry von hinten. Lucy zuckte mit den Schultern - sie waren da, im Zenrum des Waldes, da wo der Herr des Waldes zu finden sein muste - nur war da nichts.....
Eine Stimme erscholl plötzlich über der Lichtung: "Du bist also bis hierher vorgelangt - ich habe auf dich gewartet! Du hast meinen wertvollsten Diener getötet und nun bist du wohl hier, um mich zu töten - lass dir gesagt sein, dass du mich niemals töten wirst! Es gibt immer etwas Böses auf dieser Welt - du kannst nicht verhindern, dass es da ist!"
Lucy sah sich um und antwortete laut: "Ich bin nicht hier um dich zu töten, ich weiß, dass ich das nicht kann, aber ich kann dich besiegen und wenn ich das habe....."
"Besiegen? Mich? Du überschätzt dich, kleines Mädchen! Und wer ist überhaupt dieses mickrige Kerlchen, dass du mir da mitgebracht hast? Weißt du was, ich glaube es redet sich einfacher ohne ihn - was meinst du?"
Mit einem halblauten Seufzen sackte Harry plötzlich zusammen.
Und plötzlich begriff Lucy mit was sie es hier zu tun hatte - egal was da kam, es würde noch viel schlimmer werden, als alles vorher und dieser ganze Wald, nur ein Vorbote von schlimmerem.......Lucy ging weiter auf die Lichtung hinaus und richtete sich vollends auf: "Los! Zeig dich! Jetzt gibt es nur noch dich und mich - lass es uns endlich zu Ende bringen......Voldemort hab ich schon getötet - und was immer ich gegen dich tun kann, ich werde es auch tun - jetzt bist du dran!!"
Ein lautes Gröllen, dass einem Lachen nahe kam erklang und Lucy war drauf und dran, sich die Hände an die Ohren zu pressen. Doch sie schloss nur die Augen und konzentrierte sich und plötzlich erschien ihr das Dröhnen weit weg - sie öffnete die Augen.....hier war sie nun, am Ende - an irgendeinem Ende........
"ZEIG DICH!!!"

Kapitel 45


Zuerst geschah nichts - es erscholl nur ein leises Grollen. Das aber mit jedem Herzschlag lauter und durchdröhnender wurde. Bald durchdrang es Lucys ganzen Körper und sie spürte ihre Knochen schmerzen.
Trotzdem versuchte sie aufrecht stehen zu bleiben, obwohl der Schmerz mit jeder Sekunde zunahm. Sie atmete tief durch: "Ist das alles?"
Die Stimme erklang wieder, dieses Mal höhnisch: "Wie? Reicht dir das noch nicht? Du willst also mehr - mehr Schmerz? Mehr Grauen?? Mehr FURCHT??" Das Dröhnen nahm immer noch stetig zu und plötzlich zerriss ein markerschütterndes Kreischen die Regelmäßigkeit des anderen Tons. Lucy fühlte das Kreischen in ihrem Kopf - es bohrte sich durch ihr Gehirn und zermürbte ihr Bewusstsein. Noch nie hatte sie ähnliches Gefühl.
"Nicht aufgeben.......bleib stehen!" War der einzige Gedanke, den sie zu fassen bekam.
Aber der Schmerz ließ sich nicht verscheuchen, er wurde stärker und stärker.
Lucy hielt es nicht mehr aus - sie schrie, aus Leibeskräften und fühlte diese unbeschreibliche Macht in sich hochsteigen und aus ihrer Kehle dringen. Ihr Schrei wurde lauter und schriller und irgendwie besiegte sie damit das Dröhnen und Kreischen - mit einem Mal war es wieder still.
Lucy genehmigte es sich ihren weichen Knien nachzugeben und sank zu Boden. Dabei stieß sie Harry an, der ein unwillig Knurren von sich gab - er war nicht tot, er schien nur betäubt zu sein.
Lucy drehte sich zu ihm herum, fasste nach seinem Puls und strich ihm übers Haar, dabei flüsterte sie: "Mach dir keine Sorgen Harry, ich schaffs schon - ich weiß dass ich es kann.....ich..."
Lucy wurde ohnmächtig. Plötzlich sah sie sich irgendwo - rundherum war es warm und das Gras auf dem sie lag war nicht mehr ruppig und stechend sondern weich und duftete.
Lucy fühlte sich seltsam leicht und sah sich ein wenig um - es war niemand zu sehen, aber nachdem sie sich aufgesetzt hatte hörte sie ein Mal mehr die Stimme, die sie schon zuvor in ihren Träumen gehört hatte:

"Es passiert alle 2000 Jahre, dass ein erwähltes Kind geboren wird - die Mutter eine Hexe, wie alle, doch der Vater, ein Zauberer, und doch nicht, erscheint zuweilen in anderer Gestalt - dieses Kind, ein Magier oder eine Magierin, birgt in sich eine Macht, so groß, dass sie alles übertrifft, diese Macht ist stark genug, um den dünkelsten aller Zauberer, aber auch den stärksten der Guten besiegen zu können. Der Träger der Macht hat die Fähigkeit über alle Zaubersprüche Herr zu sein, dem Alter entsprechend oder nicht. Dieser Mensch wird die Welt in eine neue Zeit führen. Ob gut oder schlecht, wird sich entscheiden, wenn der Auserwählte zum ersten Mal einen unverzeihlichen Fluch ausspricht........es passiert alle 2000 Jahre...."

Lucy wandte sich suchend um: "Ja, ich weiß, aber was kann ich tun? Er ist so stark!!"

Ein glockenhelles Lachen erklang: "Du musst an dich glauben! Fühlst du es nicht?"

Lucy schloss die Augen und konzentrierte sich auf ihren Körper - sie fühlte ihr Herzklopfen, ihren Puls und jeden einzelnen Muskel. Und sie fühlte noch etwas - irgendwoher ströhmte plötzlich Wärme - die Wärme durchdrang ihren gesamten Körper, sie fühlte sie bis in die Fingerspitzen und sogar noch in den Zehen.

Sie öffnete die Augen wieder und die Umgebung war die alte - dunkel, rundherum dieses seltsame Licht und neben ihr Harry.
Langsam stand sie wieder auf. Die Wärme war immer noch da, sie fühlte sie in ihrem Herzen und auch in ihrem Kopf.
Lucys Zauberstab fiel zu Boden, sie würde ihn nicht brauchen, das wusste sie jetzt.
Die Stimme des unsichtbaren Herren, dessen Gegenwart Lucy überall spürte, lachte auf: "Du lebst ja noch - schade, ich habe dich ein wenig unterschätzt, aber das macht nichts, das macht gar nichts!"
Ein greller Blitz flammte auf und Lucy hielt sich für einen Moment die Hände vor die Augen.
Als es wieder dunkler wurde nahm Lucy ihre Arme nach unten und erschrak zutiefst: Wo sie auch hinsah hangen Gestalten an den Bäumen - die Äste waren um ihre Arme und Beine geschlungen, die Köpfe lagen schlaff auf den Schultern oder ruhten an der Brust. Lucy sah genauer hin und erschrak noch mehr. Sie kannte all diese Menschen. Sie entdeckte Ron und Hermine, beinahe alle Professoren aus Hogwarts, Freunde von früher, HOgwartsschüler und da war auch Remus. Es musste hundert oder mehr sein. Lucy spürte Tränen in ihren Augen. Unsagbares Grauen stieg in ihr hoch und ihr wurde übel. Der Anblick war grässlich und dazu dieses grausame Lachen.
"Hör auf!!!!! Bist du feig? Warum zeigst du dich nicht??"
Das Lachen brach ab: "Feig? Nein ich bin nicht feig, aber wenn ich dich so besiegen kann, wieso sollte ich mich herablassen und mich zeigen?"
Lucy versuchte mehr zu erkennen - Remus und die anderen waren nicht sonderlich hoch in den Bäumen - wenn sie es schaffte, dass die Bäume sie losließen, würden sie nicht allzuhoch fallen. Und sie könnte den Boden unten weichzaubern. Es müsste klappen.
Lucy konzentrierte sich und deutete auf den Boden: "Vitare!"
Sie wusste einfach, dass es geklappt hatte - es musste!
Wieder konzentrierte sie sich, dieses Mal auf die Bäume - zuerst die Schüler. Sie begann bei Ron.
"Facilis liberare!"
Widerwillig schwenkte der Baum seine Äste zur Seite und Rons Gestalt glitt langsam zu Boden - und löste sich als sie aufschlug in tausende Insekten auf, die Lucy entgegenschwirrten. Wieder nur ein Trick - nichts als ein Trick. Dann waren die anderen auch nicht wirklich.
Lucy behielt recht - nur wenige Augenblicke, nachdem sie "Ron" befreit hatte, sackten alle anderen Gestalten beinahe gleichzeitig ab und bevor Lucy es sich versah war runderhum Nebel - überall flogen Insekten herum.
Lucy kniete sich nieder und verbarg ihr Gesicht in den Händen.
Sie wartete ein wenig ab und wagte es dann zwischen ihren Fingern durchzusehen. Die Insekten waren verschwunden, die Lichtung lag vor ihr wie zuvor.
"Du bist stark, aber was machst du wenn du dem Gegenüberstehst, was alle Menschen fürchten? Was machst du wenn du deinem Innersten gegenüberstehst? Dem, was die Menschen "die dunkle Seite" nennen - was wenn du deiner bösen Seite gegenüberstehst??"
Lucy erhob sich erneut.
Was würde nun noch kommen? Sie wusste nur, dass sie keine Schwäche nach außen dringen lassen durfte.
Am anderen Ende der Lichtung war jemand aufgetaucht - verschwommen, aber Lucy glaubte zu erahnen, dass es menschlich war und nicht allzu groß.
War ER das? War das der Herr des Waldes?
Nein, das konnte nicht sein - es war ein Mädchen.
Das Mädchen kam näher und Lucy versuchte mehr zu erkennen.
Das Mädchen hatte langes tiefst schwarzes Haar, auch ihr Gewand war schwarz. Und obwohl Lucy das Gesicht noch nicht erkennen konnte spürte sie den durchdringenden Blick des Mädchens auf sich ruhen.
Lucys Augen weiteten sich, als sie das Gesicht endlich erkennen konnte - es war ihr eigenes Gesicht - sie stand sich selber gegenüber......



Kapitel 46


Dumbledore blieb stehen und sah sich um.
"Was ist denn los?"
"Spürst du das nicht Remus?? Irgendetwas passiert - die Magie hier ist deutlich schwächer - sie auf irgendetwas bestimmtest konzentriert zu sein.....alle Magie ist dorthin gezogen - um ihm beizustehen!"
"Lucy......Dumbledore, wir müssen uns beeilen! Ihr darf nichts geschehen!"


"So treffen wir uns also - ich hoffe, du hast nichts dagegen, dass ich mich an dich angepasst habe!"
Lucy starrte sich selber an - das Mädchen war ihr Ebenbild und dennoch so anders als Lucy selber. Alles was an LUcy weiß oder hell war, war an ihrem Gegenüber so dunkel oder schwarz wie die Nacht. Und auch diese Augen - schwarz - tiefstes schwarz.
Lucy bemerkte, dass sie sich seltsam ruhig und gelassen fühlte.
Sie hatte keine Angst - keine Angst.
Lucys Gegenüber lachte - ein durchdringendes ekeliges Lachen: "Du hast nicht viel Wahlmöglichkeiten - entweder tötest du mich oder ich töte dich - ich ziehe die letztere Möglichkeit vor!" Und wieder dieses Lachen.
Lucy war versucht sich die Hände auf die Ohren zu pressen. Also entweder tötete sie sich selber oder sie wurde getötet. Es war so paradox - sie stand sich selber gegenüber und wenn sie nicht sterben wollte musste sie sich selber töten. Lucy zögerte einen grässlichen Moment lang, dann hob sie ihre Hände und konzentrierte sich.........sie sah ihrem Gegenüber in die Augen - es war ein Kampf......ein stiller aber mächtiger Kampf.....


"Denkst du sie wacht bald wieder auf?" Lucy bewegte ihren Kopf - woher kam diese Stimme? Und wo zum Geier nochmal war sie überhaupt? Was war geschehen und wieso roch es hier so frisch - war sie nicht irgendwo gewesen? Bäume....da waren doch Bäume gewesen?
Sie wusste, sie sollte eigentlich ihre Augen aufmachen, aber sie fühlte sich so erschöpft und wollte nur schlafen - sie wollte gar nicht wissen, was passiert war, sie sollte gar nicht wissen, wer da sprach.....einfach nur schlafen.

Als Lucy die Augen öffnete wusste sie nicht wie lange sie geschlafen hatte. Der Raum, in dem sie lag war lichtdurchflutet, aber das Licht schien seltsam orange - es musste dämmern.
Lucy setzte sich langsam auf, ihr Kopf pochte leicht, aber ansonsten fühlte sie sich ganz gut. Bilder tauchten in ihrem Kopf auf - ein Wald, seltsames grünes Licht, sie selber mit schwarzen Haaren.
Lucy hob ihre Hand und fuhr sich durchs Haar und zog ein paar Strähnen vor ihr Gesicht - sie waren braun, durchzogen mit weißen Strähnchen.
Lucy schlug die Decke zurück und sah sich um - langsam wurde ihr auch bewusst, wo sie sich befand - im Krankenflügel von Hogwarts. Sie erinnerte sich noch daran, als ihr Vater hier gelegen war.
Es war niemand hier, aber in einem Hinterzimmer hörte sie die Heilerin rumoren.
Lucy stand auf - der Boden fühlte sich kalt an - ihre Füße waren bloß.
Langsam folgte sie dem Rumoren: "Hallo? Entschuldigung, ich wollte nur sagen - ich bin wach...was ist denn los?"
Die Heilerin erschien in der Tür und lächelte: "Ach gut, wach - schön - hier trinken sie erstmal das und dann lasse ich etwas zu essen für Sie kommen, Sie müssen ja ganz hungrig sein - ich wäre es auch nach vier Tagen Schlaf!" Lucy starrte sie erschrocken an: "Vier Tage??" Die alte Frau lächelte freundlich, aber bestimmt: "Sie haben viel durchgemacht - husch zurück ins Bett, ich bringe Ihnen alles." Lucy schlich sich zurück und leerte dabei, die Flasche, die ihr in die Hand gedrückt worden war. Das Zeug schmeckte fürchterlich - am liebsten hätte sie alles wieder ausgespuckt.....
Nach ein paar Minuten kam die Heilerin wieder, hinter ihr erschien ein Hauself, der ein übergroßes Tablett trug. Lucy lauschte ihrem Magen - er knurrte und sie merkte, dass sie tatsächlich richtig hungrig war.
Eine halbe Stunde oder länger aß sie und ließ es sich schmecken.
Die Heilerin ließ sie dabei keine Sekunde aus den Augen und als Lucy fertig war nickte sie: "Gut, wie ich sehe, geht es Ihnen recht gut, Sie haben einen gehörigen Appetit - das ist sehr gut!" Lucy schluckte die letzten Bissen hinunter und nahm noch einen Schluck Wasser.
Dann fragte sie endlich, was ihr schon die ganze Zeit auf der Seele lag: "Wann kann ich gehen? Wann kann ich meine Freunde sehen? Wie geht es Hermine und Ron - und Harry??" Beim Gedanken an Harry begann Lucys Herz seltsam zu klopfen.
Die Heilerin überlegte einen Moment: "Nun einen oder zwei Tage sollten Sie schon noch hier bleiben, aber dann...." "Aber ich fühle mich ganz gut, ich möchte aufstehen!" "Sie bleiben liegen! Ich hole Dumbledore!"
Lucy verschränkte die Arme vor der Brust und sah der Heilerin nach, wie sie aus dem Raum hetzte.
Sie seufzte und wartete.
"Ah, du bist wach und siehst gesund aus!"
"Professor Dumbledore!"
Dumbledore kam auf sie zu und lächelte sie an: "Du hast viel durchgemacht, aber wie ich sehe geht es dir schon recht gut! Erinnerst du dich an etwas?"
Lucy zuckte mit dem Schultern: "Da sind so viele Bilder in meinem Kopf - was ist passiert?"
Dumbledore nahm auf einem Hocker neben Lucys Bett Platz: "Also Lucy - wir wissen nicht wirklich was passiert ist - als wir zu der Lichtung kamen, fanden wir dich und Harry. Harry kniete neben dir und du warst bewusstlos - ich hatte sehr gehofft, dass du uns etwas sagen könntest!"
Lucy überlegte lange und nach und nach kamen Erinnerungen zurück.
Sie begann zu erzählen und schließlich war sie an der Stelle angekommen, an der sie sich selber gegenübergestanden war: "Es war seltsam - ich stand hier und gleichzeitig sah ich mir selber ins Gesicht und stand mir selber gegenüber.....ich wusste, dass ich es nicht wirklich war - er war es, aber es war trotzdem komisch....ich wusste, was ich tun musste - ich fühlte ihn in meinem Kopf, seine Stimme und ich konzentrierte mich stark auf diese Stimme und plötzlich merkte ich, dass ich in seine Seele sehen konnte - ich habe noch nie etwas so schlimmes gesehen - da war nichts gutes - gar nichts...nur böser abgrundtiefer Hass auf alles Lebende und alles Gute. Ich versuchte weiter in seine Gedanken einzudringen - es war grausam - und dann wusste ich, dass ich da angekommen war, wo ich handeln musste. Ich konzentrierte mich noch mehr und plötzlich wurde ich aus seinen Gedanken geschleudert und fiel zu Boden......mir wurde schwarz vor Augen....."
Dumbledore hatte sie nicht einmal unterbrochen, aber nun holte er Luft: "Du hast ihn besiegt Lucy - Remus und ich waren auf dem Weg zu euch, als plötzlich ein tiefes Gröhlen und Schreien durch den Wald drang und es war, als wich mit einem Mal alles Magie aus dem Wald - wie Luft aus einem Luftballon!"
"Heißt dass er ist tot - vernichtet?"
Dumbledore schüttelte sanft den Kopf: "Nein, man wird das Böse nie ganz vernichten können, genauso wenig, wie man auch das Gute nie ganz vernichten wird können - keine Seite kann ohne die andere überleben.....aber du hast ihn besiegt - er wird viele Jahre, vielleicht viele hundert Jahre brauchen, um wieder zu erstarken - er wird weiterleben in den Köpfen der Menschen und auch in den Herzen der Menschen - versteckt und düster - und irgendwann wird er wieder auferstehen.....so war es immer und so wird es immer sein - aber Lucy, du hast Voldemort getötet und du hast das Urböse zumindest für eine sehr lange Zeit geschwächt - mehr konntest du nicht tun und mehr solltest du auch nicht tun!! Ich bin sehr stolz auf dich, dein Vater ist es auch - und natürlich sind wir alle froh, dass dir nichts geschehen ist!!!"
Lucy erwiderte sein Lächeln - sie hatte das Gefühl, dass etwas der Dunkelheit, die sie in den Gedanken dieses Geschöpfes gefunden hatte, an ihr haften geblieben war....etwas war mit ihr mitgekommen....und würde sie auch nicht mehr loslassen - aber dennoch - Lucys Herz war fröhlich und sie fühlte sich sicher...
Dumbledore erzählte eine Weile, wie es ihm und Remus ergangen war, wie sie Hermine und Ron gefunden hatten und wie beeindruckt er über Lucys Schutzzauber gewesen war.
"Und wie geht es Remus?? Und Hermine und Ron......und wie geht es Harry?"
"Remus geht es gut, er ist hier - wenn du willst, dann hole ich ihn und du kannst ihn selber begutachten! Und auch deine Freunde sind wohlauf! Dank dir konnten wir Hermine helfen! Harry war zwar ein wenig verwirrt, als wir euch fanden, aber mittlerweile ist er wieder ganz der Alte!"
"Wann kann ich sie sehen? Ja bitte - ich möchte mit Remus sprechen.....aber können Hermine, Ron und Harry auch kommen?"
Dumbledore lachte leise: "Nicht zuviel Stress auf einmal! Belassen wir es für heute bei Remus - ich denke, dass du morgen aufstehen und zu deinen Freunden kannst!"
Lucy nickte - sie wusste, dass Widerspruch sinnlos war.
Dumbledore erhob sich und verschwand.
Es dauerte nicht lang, als Lucy ihn wiederkommen hörte - und im Schlepptau hatte er Remus, dessen aufgeregte Stimme Lucy schon hörte, bevor die beiden überhaupt om Krankenflügel angekommen waren.
Und dann endlich stand er in der Tür und strahlte sie an. Sie winkte ihm und sah ihn auf sich zulaufen: "Ach Lucy......es geht dir gut - ich bin so froh, dass dir nichts geschehen ist, was hätt ich denn dann getan??"
Lucy erwiderte seine Umarmung und konnte ihre Tränen nicht länger zurück halten. Sie hatte den Kampf gewonnen - sie hatte es geschafft, es würde den Menschen gut gehen! Das alles wurde er ihr nur langsam bewusst.
Remus ließ sich auf dem Hocker nieder, fragte sie hundert Sachen, erzählte viel und als er sie wieder verließ, war es bereits finster draußen - es musste schon Mitternacht sein.
"Dumbledore sagt, dass du morgen, wieder aufstehen kannst - ich werde dir dann jemanden vorstellen müssen......."
Lucy wollte merh erfahren, aber Remus verabschiedete sich, er meinte es sei besser, wenn sie jetzt schlafen würde.
Remus wandte sich zum gehen, aber dann fiel Lucy noch etwas ein: "Dad - warte.....danke, dass du hier bist.......ich liebe dich...."
Remus Augen glänzten verdächtig, als er Lucy leise antwortete: "Ich liebe dich auch meine Große...."


Am nächsten morgen war Lucy schon früh wach - irgendetwas in ihr hielt es nicht mehr aus - sie wollte sich selber davon überzeugen, dass es den anderen gut ging.
Sie sprang auf, rief nach der Heilerin, fragte sie nach ihren Klamotten - bekam etwas anzuziehen und machte sich auf den Weg in die Große Halle. Den Worten der Heilerin zufolge mussten die ersten Schüler bereits beim Frühstück sitzen.
Lucy lief Stufen hinunter, Gänge entlang und schließlich stand sie am Tor zur Großen Halle. Sie lugte in die Halle - der Gryffindortisch war beinahe noch leer - nur Neville Longbottom und ein Junge aus dem ersten Jahrgang waren da.
Lucy drehte sich wieder um und überlegte, wohin sie nun sollte.
Sie kam nicht mehr dazu ihr Vorhaben auszuführen. Plötzlich fühlte sie sich umarmt, mit Fragen beschossen und erkannte erst nach einer kleinen Weile, dass Harry, Ron und Hermine gleichzeitig auf sie zugestürmt waren und ihr um den Hals gefallen waren.
"Lucy!!! Gehts dir gut?" "Schön, dass du hier bist!!" "Darfst du überhaupt schon aufstehen?" "Hast du schon mit Dumbledore geredet?" "Was ist denn nun eigentlich passiert!" "Danke für alles....." "Du hast mir gefehlt....."
Lucy sah Harry an - seine Augen hielten ihren Blick fest und nach seiner Umarmung waren ihre Hände ineinander gerutscht. Harry wnadte genauso viel Druck an, dass ihre Hände nicht wieder auseinander gleiten konnten.
Hermine und Ron warfen sich einen Blick zu und verschwanden kichernd in die Große Halle.
Harry zog Lucy zu sich: "Ich meine es ernst - die letzten Tage, da hast du mir wirklich gefehlt - ich bin so froh, dass dir nichts passiert ist!"
Lucy nickte: "Und ich bin froh, dass es dir gut geht!!" Harry wiegte seinen Kopf von einer Seite auf die andere und murmelte: "Wow....du hast alles getan - du hast uns gerettet, du hast Hogwarts gerettet, du hast die ganze Welt gerettet und jetzt stehst du da und siehst noch schöner aus als vorher....und wirkst gar nicht, wie eine Weltretterin!" Lucy musste lächeln: "Ja - ich weiß, ich hab mich extra zurecht gemacht!" Harry grinste sie an: "Wusst ichs doch! Hast du schon Oliver gesehen? Er ist hier!" "Wirklich?" Harry nickte und löste seine Hand aus ihrer. "Hm - gut dass er hier ist....ich muss mit ihm sprechen!" Harry nickte und sah zu Boden.
Lucy griff wieder nach seiner Hand: "Ich muss dringend mit ihm reden - ich muss ihm sagen, dass ich jemand anderen gefunden habe, mit dem ich zusammen sein möchte!" Harry hob seinen Kopf wieder und drückte ihre Hand: "So? Hast du? Verrätst du mir wer?" Lucy lachte auf: "Vielleicht errätst du es ja von selber....." Harry war ein ganzes Stück größer als sie selber, das fiel Lucy erst jetzt auf, als sie sich auf die Zehenspitzen stellen musste um ihm einen Kuss auf die Wange zu hauchen.
Harry war rot angelaufen und Lucy wusste, dass es ihr nicht besser erging. Hand in Hand schlenderten sie in die Große Halle, wo sie bereits von Hermine und Ron und vielen anderen Leuten erwartet wurden.

Kapitel 47

"Stimmt es, dass du von allen Prüfungen befreit bist?" Lucy zuckte mit den Schultern - Dumbledore hatte noch nichts dazu gesagt - aber sie wollte nicht befreit sein, wenn Harry, Ron und Hermine es nicht auch waren. Sie würde Dumbledore genau das sagen - jawohl.
Das Frühstück war das beste, das Lucy je gegessen hatt. Sie hatte einen Bärenhunger und die Hauselfen hatten anscheinend genau gewusst, was Lucy am liebsten mochte.
Harry saß die ganze Zeit neben ihr und beobachtete sie von der Seite her. Lucy erwiderte seinen Blick: "Was ist los?" Sie lächelte. Harry streichelte sanft ihre Hand: "Du bist sehr schön!" Lucy schaute ihn skeptisch an: "Ich esse....."
"Trotzdem - du bist schön - du hast dich verändert....du bist noch schöner...."
Lucy wollte noch etwas sagen, aber seine Worte ließen sie stutzen - verändert? Ja, ihre Haare hatten sich verändert, aber sonst? Was meinte er?
Nach dem mehr als ausgiebigen Frühstück schlenderten Harry und Lucy gemeinsam in den Gryffindorturm. Zumindest hatten sie das vorgehabt. Aber auf dem Weg dorthin trafen sie auf Remus - und eine Begleiterin. Remus winkte ihr von weitem und machte ein paar schnelle Schritte auf sie zu.
"Hallo Lucy! Hallo Harry! Schön, dass wir euch treffen - Harry - würdest du mir Lucy kurz leihen? Ich muss mit ihr sprechen!" Harry nickte und ließ mit einem liebevollen Blick auf Lucy ihre Hand los: "Ich gehe schon vor, ich warte auf dich!" Lucy nickte und hob eine Hand um ihm nachzuwinken.
Dann warf sie Remus einen fragenden Blick zu: "Also? Erzähl schon!"
Remus lächelte etwas unsicher und deutete auf seine Begleiterin: "Also Lucy, das hier ist Emma Linden - meine Nachfolgerin hier in Hogwarts - leider konntet ihr euch nicht mehr kennen lernen - vor den Ereignissen...aber nun ja.....sie ist....in den letzten Tagen waren wir viel zusammen und Emma hat mir sehr geholfen.....und wir...."
Lucy musste grinsen - ihr Vater fand die Worte nicht und dabei war es sowieso offensichtlich, was hier lief.
Sie nickte: "Lass mich raten - ihr wollt mir sagen, dass ihr zusammen seid!" Remus strahlte sie an und nickte langsam - nicht ohne einen fragenden Blick in Emmas Richtung zu werfen. Emma lachte auf - ein glpckenhelles Lachen - und nickte ebenfalls. Dann reichte sie Lucy die Hand: "Hallo, es freut mich wirklich außerordentlich dich kennen zu lernen - natürlich hab ich schon einiges über dich gehört, aber dir gegenüber zu stehen ist natürlich etwas ganz anderes! Vielleicht sollte ich dir sagen, dass ich dir deinen Dad nicht weg nehmen möchte....es ist nur, wir haben uns verliebt - aber ich weiß, dass er dich mehr liebt und es auch nicht zulassen wird, dass sich irgendwas oder irgendwer zwischen euch drängt!"
Lucy lächelte und schüttelte Emmas Hand: "Ich finds schön, dass Remus jemanden gefunden hat - ich glaube, das tut ihm gut!"
Sie und Emma lachten einander an - sie schien nett zu sein! Und irgendetwas war an ihr anders als an anderen Frauen - Lucy konnte es nicht genau sagen, aber sie war irgendwie - wie Remus?
Sie würden sich gut verstehen - das wusste Lucy jetzt schon. Und Remus sah so verliebt und glücklich aus!
Emma schaute auf die Uhr: "Gut ihr zwei, ich muss los, ich habe noch einiges vorzubereiten für den Unterricht! Lucy, wir sehen uns ja dann wieder!" Sie gab Remus einen schüchternen Kuss und wandte sich dann schnell und mit rotem Kopf um.
Remus Augen folgten ihren Schritten und nahmen einen verliebten Glanz an.
Lucy stieß ihn in die Seite. Remus schüttelte seinen Kopf leicht und schaute sie an: "Emma ist wirklich sehr nett weißt du...." "Ich dachte es mir schon, sie wirkt auch so!" Remus legte Lucy einen Arm um die Schulter und lächelte breit: "Ich hoffe sehr, dass ihr euch mögt! Aber vielleicht solltest du noch etwas wissen - Emma ist keine normale Hexe - sie ist....weißt du was eine Banshee ist?" Lucy schüttelte den Kopf: "Naja, so nennen die Iren die sogenannten Todesfeen, es heißt, dass sie kommen, um die Seelen der Menschen zu holen, die sterben müssen....jedenfalls - Emma ist das Opfer von einem Fluch geworden. Alle paar Nächte wird sie zur Todesfee und muss nach den Sterbenden dieser Welt suchen - sie hat es nicht leicht....sie ist irgendwie...wie..." "Wie du!" fiel Lucy ihm ins Wort.
Remus nickte lächelnd: "Wie ich - denkst du, du kannst damit leben?" "Ja, aber denkst du es ist ihr Recht, wenn ich es weiß?" "Sie wollte, dass ich es dir sage!"
Lucy lachte ihn an: "Ich freu mich einfach, dass du glücklich bist!" Sie umarmte Remus: "Dad, sei nicht böse, aber ich muss auch gehen - Harry wartet!"
Remus stockte: "Was ist mit Oliver?" Lucy verzog das Gesicht: "Mit ihm muss ich noch reden....ich fürchte, das wird schwer.....es tut mir auch sehr leid.....irgendwie habe ich ihn immer noch sehr gerne!"
Remus drückte sie an sich: "Du wirst es ihm sagen müssen - er ist hier!"
Lucy nickte: "Ja, ich weiß.....aber es muss ja nicht jetzt gleich sein....ich will Harry nicht warten lassen!" Sie verabschiedeten sich und Lucy beeilte sich in den Gryffindorturm zu kommen.
Dort war es rappelvoll, weil die meisten Schüler sich gerade auf den Weg zu den verschiedenen Klassenzimmern machten.
Lucy entdeckte Harry auf einem der großen, gemütlichen Lehnstühlen und bahnte sich einen Weg durch die Menge.
Immer wieder wurde sie angesprochen, ob es ihr gut ginge - anscheinend hatten alle von den vergangenen Erlebnissen gehört.
Schließlich war sie bei Harry angekommen und ließ sich auf den Stuhl neben ihm fallen.
Er griff nach ihrer Hand und streichelte sie.
Lucy erwiderte die Zärtlichkeit und sah Harry in die Augen: "Schön, dass du da bist!" Harry beugte sich zu ihr und küsste sie - ihr erster richtiger Kuss!
Sie schwänzten den Unterricht und verbrachten den ganzen Tag im Jugenschlafsaal - küssend, schmusend und auch redend. Lucy erzählte Harry von Remus und seiner Flamme.
Als es draußen dämmerte und es unten im Gemeinschaftsraum laut wurde beschlossen Harry und lucy, dass es Zeit wurde sich sehen zu lassen.
Lucy erschrak, als sie unten ankamen - da stand inmitten der Menge Oliver und unterhielt sich mit Ron und Hermine. Hoffentlich hatten sie ihm noch nichts gesagt, Lucy wollte als erste mit ihm sprechen!
Aber als sie näher kam und Oliver sie anlächelte, wusste sie, dass noch niemand geplaudert hatte.
Sie standen sich gegenüber - Lucy wollte ihn nicht küssen, wie sonst zur Begrüßung - aber seltsamer Weise machte Oliver selber auch keine Anstalten irgendetwas in der Richtung zu unternehmen. Er lächelte sie an und druckste herum: "Ich bin froh dass dir nichts passiert ist.....aber Lucy, wir müssen uns unterhalten!" Lucy nickte: "Ja, das müssen wir - setzen wir uns?"
Sie ließen sich auf zwei der Stühlen nieder. Oliver fasste nach Lucys Hand und drückte sie: "Du weißt, dass ich dich mag Lucy - aber es ist etwas passiert.....ich habe ein Angebot bekommen - von einem Quidditschteam in Australien....ich möchte es annehmen...."
Lucy lehnte sich zurück und wollte einen Moment loslachen - sie hatte befürchtet sie müsste Schluss machen, aber nun sah es nicht mehr danach aus.
Oliver sprach weiter: "Weißt du - es würde irgendwie gehen, dass wir zusammen bleiben, aber es wäre schwierig.....ich kann nicht immer nach England kommen."
Lucy nickte wieder: "Hör mal Oliver, ich hab dir auch noch etwas zu sagen....naja, es ist......Harry...wir haben uns verliebt....."
Oliver nickte und lächelte sie an: "Gut - dann brauche ich kein schlechtes Gewissen zu haben!"
"Bist du denn nicht böse? Oder traurig?"
Oliver lehnte sich zu ihr und umarmte sie: "Ich bin schon ein wenig traurig, aber nicht, weil du dich neu verliebt hast, sondern weil wir einfach einige sehr schöne Stunden hatten und es immer schade ist, wenn etwas zu Ende geht! Aber so ist es und es ist vielleicht besser!" Lucy lachte ihn an und war froh, dass sie ihm nicht hatte weh tun müssen.
So konnte sie ohne schlechtes Gewissen und beruhigt zu Bett gehen.
Einen kurzen Moment lang - bevor sie einschlief - war sie sich sicher, dass es nun gut sein würde - ihr Leben.


Kapitel 48

"Irgendwie schon komisch, dass Voldemort jetzt tot sein soll oder?"
Lucy lachte Hermine an, die von ihrem Buch aufgeschaut hatte. Ron zuckte immer noch zusammen, aber es war besser geworden und letztens hatte Lucy ihn sogar erwischt, wie er den Namen leise vor sich hin geflüstert hatte. Natürlich hatte er versucht sich rauszureden!
Harry strich Lucy übers Haar und beugte sich herunter um sie zu küssen.
Lucy hatte gar nicht gedacht, dass Harrys Beine so gemütlich sein konnten.
Tatsächlich waren alle vier von den Abschlussprüfungen befreit worden. Für Hermine war das natürlich ein großes Unglück, aber Ron hatte sie überreden können, die Prüfungen sausen zu lassen. Er meinte, dass sie im nächsten Jahr mit den Utzen noch genug zu lernen hatte.
Hermine war wieder in ihr Buch versunken. Ron saß neben ihr und starrte sie fasziniert an. Harry saß daneben und Lucy hatte ihren Kopf auf seine Oberschenkel gelegt.
Der Schatten eines riesigen undefinierbaren Baumes kühlte die Luft ein wenig - es war doch ziemlich warm heute.
Umso fröhlicher war Lucy, denn während die anderen Schüler da drinne saßen, hatten sie freibekommen, sie sollten sich erholen.
Und so konnten sie draußen am Teich sitzen, es sich gut gehen lassen Pläne für die Ferien schmieden und schmusen.
Harry und Lucy hatten es schon längst besprochen - er würde bald zu ihr kommen. Er hatte viel von seinen furchtbaren Verwandten erzählt und Lucy hätte am liebsten Remus dazu überredet, Harry bei sich wohnen zu lassen. Aber sie wusste, dass das alles nicht so einfach war und Harry meinte, solange er sie über die Ferien mal besuchen durfte, wäre alles gut.
Zu Ron und Hermine wollten sie auch, aber es war noch nicht ganz ausgsprochen wann.
Hermine sah von ihrem Buch auf: "Schade, dass das Jahr vorbei ist - ich meine klar, es war ziemlich anstrengend, aber wie soll ich sagen.....es hat sich viel verändert....."
Ron rutschte an sie heran und küsste sie lange. Danach wandte er sich mit hochrotem Kopf ab.
Harry grinste und sah Lucy mit einem verliebten Blick an.
Die letzten Tage hatten sie immer draußen verbracht und langsam begannen die dunklen Ereignisse einfach zu verschwinden. Lucy konnte sich zum Teil auch gar nicht mehr richtig erinnern und sie war sehr froh darüber. Die Wunden waren verheilt - nur noch die hellen Haare erinnerten sie an die Geschehnisse im Wald.
Bis zum Ende des Schuljahres waren es nur noch zwei Wochen. Lucy konnte sich nicht vorstellen, dass diese Zeit irgendwann zu Ende gehen würde und sie wusste, dass es ihren Freunden genauso ging.

Aber leider verging die Zeit fiel zu schnell und bald war der Tag gekommen, an dem sie alle am Bahnsteig standen und sich mit den anderen Schülern drängten, um möglichst früh in den Zug zu kommen.
Lucy war unendlich traurig, dass das Schuljahr zu Ende war, aber andererseits freute sie sich auch unbändig etwas Zeit mit Remus verbringen zu können.
Die Zugfahrt war sehr vergnüglich. Sie spielten verschieden Kartenspiele und Lucy und Hermine versuchten gegen die Jungs Schach zu spielen, wobei sie kläglich scheiterten.
Zwischendurch meinte Draco Malfoy, er konnte stören, aber Lucy war nicht umsonst die Auserwählte. Sie konzentrierte sich kurz und plötzlich begann Malfoy zu schreien und zu kreischen.
Als Harry und die anderen sie danach fragten, grinste sie: "Ich habe ihm eingeredet, dass sein Hintern beinahe zu brennen beginnt!"
Sie lachten noch einige Zeit darüber und freuten sich, Malfoy eins ausgewischt zu haben.
Mit ihnen im Abteil saßen Ginny und Neville Longbottom. Irgendwann in diesem Schuljahr hatten die beiden zueinander gefunden. Es musste irgendwann nach der Entführung von Harry und Remus gewesen sein.
Lucy fand, dass die beiden gut zusammen passten. Zwar hatte sie immer wieder gehört, dass Neville einmal dick gewesen war, aber dann hatte er wohl einiges abgenommen. Lucy jedenfalls hatte ihn in letzter Zeit als netten Jungen kennen gelernt.
Als es draußen dunkel wurde und damit unmittelbar das Ende ihrer gemeinsamen Reise bevorstehen musste machte sich eine etwas trübselige Stimmung breit. Harry war in den letzten Stunden immer stiller geworden und hatte sich immer näher an Lucy gekuschelte. Immer öfter murmelte er, dass er sie so sehr liebte und dass es ihm lieber wäre, sie würden sich nicht trennen müssen.
Lucy redete ihm flüsternd zu, dass sie sich ja bald sehen würden und dass sie beide die Tage bis dahin überstehen würden. Sie versprach auch, ihm jeden Tag zu schreiben.

Der Zug fuhr ein. Es war noch recht warm.
Der Bahnsteig wimmelte von Eltern. Allerdings konnte Lucy Remus nicht entdecken. Ron klärte sie auf: "Meine Eltern warten immer draußen, hinter der Absperrung, wahrscheinlich steht er bei ihnen!"
Ron behielt recht.
Remus winkte ihr fröhlich entgegen, als sie die Absperrung hinter sich ließ und machte ein paar Schritte auf sie zu.
Lucy fiel ihm um den Hals und zerdrückte ein paar Freudentränen.
"Verabschiede dich von Harry und sag ihm, dass wir ihn in drei Wochen holen werden!"
Lucy drehte sich herum und suchte nach Harry - er stand ein wenig abseits und starrte düster in Richtung eines dicken Mannes, eines dicken Jungen und einer spindeldürren Frau. Lucy ahnte, dass dies wohl seine Verwandten sein mussten - Harry hatte sie auch gut genug beschrieben.
"In drei Wochen - ja?" Harry nickte und Lucy sah, dass seine Augen feucht waren.
"Ich liebe dich Harry - wir sehen uns bald wieder! Vergiss mich nicht!"
Er sah sie erschrocken an: "Wie kommst du darauf, ich könnte dich vergessen - das würde ich niemals....ich liebe dich auch!"
Sie küssten sich zaghaft und umarmten einander lang.
Dann seufzte Harry und holte tief Luft: "Ich muss dann - sie sehen schon wütend aus....ich freu mich auf dich, du fehlst mir jetzt schon!"
Lucy nickte nur, aber sie wusste, dass Harry sie verstand.

Gemeinsam mit Remus apparierte Lucy in seiner Wohnung. Obwohl sie vor dem Schuljahr nicht lange hier gewesen war, fühlte sie sich zu Hause. Remus hatte sogar ein Zimmer für sie eingerichtet - es war wirklich wunderschön.
"Darf Harry hier bei mir schlafen, wenn er kommt?" Remus sah sie wie ein verschrecktes Reh an: "Wie bitte? Was willst du?" Lucy grinste: "Ich meine, ob er bei mir im Zimmer schläft!" "Also - ich weiß nicht...ihr seid doch....naja, ich weiß wirklich nicht, ob ich das......erlauben kann....." Lucy verdrehte die Augen: "Dad! Ich bin bald siebzehn, ich weiß schon was ich tu!" Er seufzte und meinte nur: "Wir reden noch darüber! Pack erstmal aus und ich mach etwas zu essen!"
Während des Essens erzählte Remus von Emma. Irgendwann kam das Thema Heirat auf und er fragte Lucy, was sie sagen würde, wenn er Emma einen Antrag machen würde.
Lucy strahlte ihn an: "Das wäre wirklich schön!!! Du solltest das tun - ich mag sie sehr!"
Remus atmete hörbar aus - er schien erleichtert und Lucy erlebte ihn richtig glücklich.

Ausnahmsweise ging Lucy früh zu Bett - sie war erschöpft, die Zugfahrt war lange gewesen. Im Bett las sie noch ein wenig und begann einen Brief an Harry zu schreiben:

Lieber, lieber Harry,
du fehlst mir sehr.....ich gehe jetzt gleich schlafen, aber es wäre mir lieber, du wärst hier....

Sie beschloss morgen weiter zu schreiben und knipste das Licht aus.

In ihrem Traum jagte Lucy irgendetwas hinterher, sie wusste nicht einmal was es war, aber sie wollte es unbedingt erreichen.
Und dann hörte sie eine Stimme: "Es passiert alle 2000 Jahre, dass ein erwähltes Kind geboren wird - die Mutter eine Hexe, wie alle, doch der Vater, ein Zauberer, und doch nicht, erscheint zuweilen in anderer Gestalt - dieses Kind, ein Magier oder eine Magierin, birgt in sich eine Macht, so groß, dass sie alles übertrifft, diese Macht ist stark genug, um den dünkelsten aller Zauberer, aber auch den stärksten der Guten besiegen zu können. Der Träger der Macht hat die Fähigkeit über alle Zaubersprüche Herr zu sein, dem Alter entsprechend oder nicht. Dieser Mensch wird die Welt in eine neue Zeit führen. Ob gut oder schlecht, wird sich entscheiden, wenn der Auserwählte zum ersten Mal einen unverzeihlichen Fluch ausspricht........es passiert alle 2000 Jahre....."

Als Lucy erwachte, erinnerte sie sich an den Traum - mit dieser Prophezeiung und dieser Stimme hatte es begonnen - bedeutete dies nun, dass es zu Ende war? Lucy dachte noch lange darüber nach, aber irgendwann vergaß sie darauf..........doch konnte es ein Ende geben? Oder bedeutete es mehr?
"Die Auserwählte"
Lucy dachte oft über ihre Bestimmung nach und manchmal - aber nur manchmal dachte sie, dass das alles vielleicht nur ein Traum war......
Es war kein Traum! Es war die Realität und es war gut!
Lucy war verliebt, sie war glücklich und sie war jung. Und zum ersten Mal seit sie bei Remus lebte war sie das, was sie sich das ganze Jahr über gesehnt hatte sein zu dürfen - ein Mädchen.....einfach nur ein Mädchen.
Sie wusste nicht, was passieren würde, was sie erwartete, aber sie wusste, dass sie es durchstehen konnte.


The End